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Nachruf auf einen großen Sozialdemokraten — Wolfgang Clement ist hinübergegangen

Oktober 1, 2020 8 Kommentare
Wolfgang Clement

Wer war der soeben 80-jährig verstorbene Wolfgang Clement?

Bezeichnend sicherlich die Rolle, die er vor 20 Jahren innehatte als «Superminister für Wirtschaft und Finanzen» unter der Regierung Schröder (1998-2005). Damals behauptete Wolfgang Clement auf Pressekonferenzen und in Talkshows, es gebe bei Hartz IV-Empfängern eine Missbrauchsquote von zehn bis zwanzig Prozent. Was ihm bis heute hin viel Schelte einträgt.

Nun, jene von Clement behaupteten 10 bis 20 Prozent gab es damals und gibt es heute. Sie rekrutieren sich aus einem Kreise von Proletariern ganz ohne Zahlungsverpflichtungen für Wohneigentum oder den Unterhalt einer Familie. Und denen deswegen ein Sozialtransfer genügt, der gerade knapp für ihr eigenes Überleben ausreichend ist. Hier die Rede von Jenen also, die nicht genötigt sind, ihre Arbeitskraft und Gesundheit bis sogar unter jene Schwelle des Lebensstandards ausplündern zu lassen, von der ab es erst möglich wird, über die Reproduktion der eigenen Arbeitskraft hinaus auch noch eine arbeitsfähige nächste Generation aufzuziehen.

Einem Wolfgang Clement, Sohn eines Baumeisters, war all dies offenkundig. Kam er doch aus jenem bis ins Mark sozialdemokratischen Teil des Proletariats, welchen Lenin als „Arbeiteraristokratie“ und engen Verbündeten des Großkapitals ausgewiesen hat. Solche Kollaborateure jagen entlaufene Sklaven verbissener als jeder Bluthund. Sozialdemokratische Köter von der Sorte Clement – und welcher von den großen sozialdemokratischen Kötern wäre nicht von exakt dieser Sorte! – machen Jagd auf alles, das sich noch irgendwie rühren kann. Siehe die Vorschläge Clements zur drastischen Heraufsetzung des Renteneintrittsalters, die einer Abschaffung der Altersrente gleichkamen. Clement & Co. wollten Blut sehen.

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