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Posts Tagged ‘Wissensaktivierung’

Ist ein Intelligenzwesen logischerweise ein Sozialwesen? Oder hat es der Dumme damit leichter?

November 30, 2012 29 Kommentare

Ich definiere für mich “Intelligenz” als die Fähigkeit zur Erkenntnis und “Intellekt” als das unbedingte Wollen zur Erkenntnis.

Intellektuell ist für mich jeder, der wirklich “wissen” will, was sich hinter den Dingen verbirgt und auch nicht danach fragt, ob ihm die Erkenntnis schmeckt oder nicht.

Intelligenz besitzt prinzipiell jeder insoweit, als er in der Lage ist, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen – aber das bedeutet eben noch lange nicht, dass er es wissen will, sich mit dem gewonnenen Wissen abfindet (es als Faktum akzeptiert) und für sich/andere die richtigen Schlüsse daraus zieht UND diese folgerichtig umzusetzen bereit ist.

Ein echter Intellektueller würde die gewonnene Erkenntnis unabhängig von seiner subjektiven Betroffenheit als gegeben ansehen und dies respektieren, indem er danach konsequent sich ausrichtet und handelt.

Beides hat weder etwas mit dem Grad der akademischen (Un)Bildung noch mit Herkunftsabhängigkeit zu tun.

Es gibt den professoralen Ostküsten-Oberdepp genauso wie den genialen Überlebenskünstler im australischen Outback.

Insgesamt finde ich diesen bewussten Anteil des Wissensumgangs für hoffnungslos überschätzt.
Angesichts der Tatsache, dass wir nie mehr “wussten” als heute, aber gleichzeitig auch nie mehr Misere auf ALLEN Gebieten hatten als Weiterlesen …

klares Denken

September 14, 2012 6 Kommentare
Rolf Dobelli

Rolf Dobelli

Ich hatte heute eine weitere Gelegenheit, erkennen zu dürfen, wie leicht unser Denken uns zu falschen Entscheidungen führt. Der Autor des Buchs „Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“, Rolf Dobelli, hatte heute den Eröffnungsvortrag auf der von 150 Teilnehmern gut besuchten und gelungenen 2. BPMCon der camunda gehalten. Nicht nur, dass wir von allen Seiten beschallt werden, wie und was wir zu denken haben (siehe z.B. meine Buchbesprechung Wissensaktivierung – Neue Denkwege). Auch eine Reihe von Denkalgorithmen, die vermutlich auf unserem evolutiven Weg vor einigen zehntausend Jahren Sinn gemacht habe, führen uns häufig genug hinters Licht, so Herr Dobelli. In seinem Buch bespricht er 52 von über 100 systematischen Denkfehler. Hier ein paar, die ich mir notiert habe.

Zuerst sprach er auf unseren Fehler an, dass wir meist nur das Ergebnis anschauen, aber nicht den Prozess, wie es zum Ergebnis kam. Deutlich machte er das an dem Verhalten der Brösenteilnehmer. Die Börse sei ein komplexes System und daher nicht berechenbar. Daher stehen Gewinner nur durch Zufall dort. Wir nehmen an, dass dies die Könner sind und versuchen sie nachzuahmen. Schaut man sich aber den Prozess an, so entdeckt man schnell das Glücksspiel dahinter. Der Begriff für dieses Verhalten ist „Outcome bias“.

Was nicht in unsere Lieblingstheorie passt, vergessen wir wieder in kürzester Zeit. Daher sollten wir entsprechend konträre Gedanken sofort notieren. Darwin z.B. hatte diese Praxis intensiv angewandt. So sollte ein Unternehmer immer einen zweiten Weiterlesen …

Rezension: Wissensaktivierung – Neue Denkwege

Armin Rütten

Armin Rütten

Wer das gerade frisch veröffentlichte Wissensaktivierung – Neue Denkwege von Armin Rütten und Luca Pogoda liest, darf sich darauf gefasst machen, dass an den Grundfesten so manchen Glaubenssatzes gerüttelt wird.

Die Autoren zeigen auf überschaubar vielen, aber äußerst inspirierenden Seiten auf, was am Ende einer Wissensaktivierung steht und was unterwegs bearbeitet wird: Das Denken wird schneller. Man wird gelassener. Damit „natürlich“ charismatischer. Man versteht die Gedankenwelt des Gegenübers besser. Und weil das so ist, wird man erfolgreicher in seinem Handeln.

Aber! Und hier wird es wirklich knifflig. Diese Wissensaktivierung setzt ein gewisses Bewusstsein voraus. Und damit ist die Wissensaktivierung nur noch für einen kleineren Kreis „ungefährlich“.

Luca Pogoda

Luca Pogoda

Entgegen der heute herrschenden Meinung sind wir Menschen nicht gleich, so die Autoren. Und sie erklären das auch sehr nachvollziehbar. Einerseits haben wir während unserer Entwicklung unterschiedliche Talente zu unterschielichen Zeiten ausgebildet (auf die leider in unserer Schule nicht eingegangen wird, sprich es wir meist das falsche gefördet). Andereseits machen wir unterschiedliche Erfahrungen in den jeweiligen Kulturen. Zudem gibt es unterschiedliche Bewusstseinsstufen. Es gibt Menschen, die wünschen sich in ihrer Unsicherheit Führung. Andere sind dogmatisch festgelegt. Wieder andere sind frei, sich jederzeit Neuem zuwenden zu können.

Die Wissensaktivierung sei etwas für Letztere. Wer also Dogmen anhängt, der wird kaum Weiterlesen …

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