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Posts Tagged ‘Wertschätzung’

Der Mensch, ein faszinierendes Wesen – der Schale zweiter Teil

Immanuel Kant 1791 (Foto: Wikipedia)

Im ersten Teil lag die Betrachterperspektive noch auf der äußeren Schale. Wenn wir uns vom Diktat der Zeit gelöst haben und die gerissene emotionale Bindung durch Selbstliebe wieder aufgenommen haben, ist es an der Zeit, tiefer zum WesensKern vorzudringen.

Wie der Tag die Nacht für seine Existenz benötigt, benötigt der Mensch auch zweierlei: Herz und Verstand! Die Moderne hat diesen gleichförmigen Rhythmus gestört, die Nacht wird zum Tag gemacht – immer stärker legen wir unseren Fokus auf den Verstand. Was in der Zeit der Aufklärung bitter nötig war und zu folgendem Leitspruch – aus der Feder von Immanuel Kant – führte:

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Verkam doch dieser Leitsatz in den letzten Jahrzehnten zu einer blinden Konditionierung des Verstandes. Alle Energie des modernen Menschen floss in die Ausbildung seiner Ratio.

Das Ergebnis ist die völlige Entwurzelung, die Verwirrung des Menschen. Nicht mehr die Vernunft steuert den Menschen, er versucht sein Leben ausschließlich auf den Verstand zu bauen. Je mehr er aber zu verstehen versucht, desto größer wird sein Unvermögen, den WesensKern zu fassen, der den Mensch zum Menschen macht.

Unzählige Kinder, die aufgrund der elterlichen FürSORGE im Gymnasium ihren Weg zu bestreiten versuchen, können ein leidvolles Lied davon singen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, bei denen gewonnene Freiheitsgrade, wie die unverbindliche Grundschulempfehlung von ‚grün-rot‘ in Baden-Württemberg, es den Eltern nicht leichter macht.

Auch die moderne Möglichkeit der Neurobiologie legt ihren Fokus auf die Prozessen im Gehirn und leitet durch die Weiterlesen …

„Kultur verurteilt Stolz, um das Vertrauen der Menschen in sich selbst zu zerstören.“

Ich möchte nochmals einen Text zur Diskussion stellen, der mir beim Lesen Unbehagen erzeugt. Sicher liegt es an meiner kulturellen Programmierung, speziell in einem besiegten Deutschland aufgewachsen zu sein, dessen wahnsinnigen Nachkriegsbürger (bis heute?) einer besonderen Betreuung unterlagen. Ist Kultur an sich negativ zu sehen? Sollten wir doch besser Stolz sein, wo sie doch eine der 7 Todsünden unserer abendländischen Kultur ist?

Die Kultur lehrt, dass Stolz eine ungerechtfertigte Wertschätzung des Selbst wäre. Doch du bist ein Wesen von unbegrenztem Wert; die Kultur belügt dich.
Stolz wird von der Kultur verurteilt, weil Kultur nicht will, dass die Leute verstehen, wie viel sie wert sind. Sie vermischt ganz bewusst die Bedeutung von Stolz und Überheblichkeit.
Es ist überheblich zu glauben, dass du mehr wert bist, als andere. Alle Menschen haben unendlichen Wert. Überheblich zu sein bedeutet, den Wert der Menschen in deiner Umgebung herabzusetzen. Autorität ist die ultimative Überheblichkeit. Sie erniedrigt die Menschen, damit sie glauben, dass nur Autoritäten Wert hätten.
Stolz ist das Verständnis vom eigenen Wert. Kultur verurteilt ihn um zu behaupten, dass du nicht ausreichend Wert hättest, um zu tun und zu sagen, was du willst oder um Dinge zu erreichen, die du dir wünschst. Stolz beleidigt andere, weil sie von der Kultur ihr ganzes Leben gelernt haben, dass sie wenig oder keinen Wert hätten. Sie fühlen sich durch das Missverständnis bedroht, dass stolze Menschen besser wären als sie selbst. Sie haben gelernt, dass Stolz Überheblichkeit wäre.
Wenn die Menschen nicht so leicht von den Lehren der Kultur zu beeinflussen wären, würden sie erkennen, dass alle Menschen von gleichem Wert sind. Würden sie den Stolz eines Menschen sehen, der noch stärker an sich selbst glaubt als sie selbst, würden sie sich freuen. Wenn ein stolzer Mensch großen Wert hat, dann haben sie genau denselben Wert. Kultur verurteilt Stolz, um das Vertrauen der Menschen in sich selbst zu zerstören.
Ohne Kultur würden sich die Menschen vom Stolz anderer inspirieren lassen. Der Stolz, daran zu glauben, dass wir fliegen, Krankheiten heilen und Wunder vollbringen können.
Der Stolz, der nahelegt, dass du über dich selbst bestimmen kannst.

Dieser Text stammt aus dem neuen Buch The End of All Evil von Jeremy Locke, das derzeit von Rudol Engemann ins Deutsche übersetzt wird.

Ich sehe Kultur eher unbewertet. Jeder Menschen, wenn er mit anderen Menschen zusammen lebt, ist eingebettet in Spielregeln, sogar wenn sie nach anarchistischen Idee auf Augenhöhe miteinander umgehen. Das meine ich, ist genauso Kultur.

Wenn alle Menschen gleich unendlich viel Wert sind, wozu braucht es dann Stolz? Tritt der nicht gerade dann auf, wenn man sich besser fühlt, entweder als der beobachtete Andere, oder der ich gestern noch war?

Für mich würde es für ein gutes Gefühl reichen, wenn ich Vertrauen in mich und meine mich Umgebenden setzen kann …

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Das Werten als scharfe Waffe in der Konkurrenzgesellschaft

In mir rumorte es schon länger, mich dem Thema des Be-wertens und den darin lauernden Gefahren anzunehmen. Und als mich am Woechenende Joachim Sondern von der BUERGERSTIMME fragte, auch ich mit einem Artikel aushelfen könne, habe ich ihn zu Ende gestellt und hier ist er:

Das Werten als scharfe Waffe in der Konkurrenzgesellschaft

Joachim hat mit seinem Artikel Bewertungsgesellschaft: Entwertung des Menschen vorgelegt. Ich möchte noch einen Schritt weitergehen und aufzeigen, wie gefährlich das Bewerten ist, gerade in einer Konkurrenzgesellschaft sein kann.

In unserem Leben verwenden wir den Begriff „Wert“ in den unterschiedlichsten Auslegungen. In der Werbung hörten wird das Verführerische „Ich bin es mir wert“, was u.a. auch an das Weiterlesen …

What values?

Gerhard hat mir gerade via E-Mail noch ein Poem zugeschickt, das in so wenigen Zeilen so viel von unserer Arbeit hier auf den Punkt bringt. Danke dafür:

What value honor and integrity,
when dishonor reigns supreme?

What value trust,
when deceit governs the land?

What value truth and honesty,
when lies rule the day?

What value love,
when Weiterlesen …

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