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Warum Du stolz sein darfst, ein Deutscher zu sein …

November 7, 2015 14 Kommentare
Deutscher Michel

Deutscher Michel

Im Zuge unserer zunehmenden Migrationsprobleme lese ich in den sozialen Medien immer häufiger, dass sich Jemand als stolz bezeichnet, ein Deutscher zu sein. Weil der Deutsche so ein Guter und Tüchtiger sei, solle doch bitte alles getan werden, dass das so bleibe. Abgesehen davon, dass ich mir sicher bin, dass das Konzept des Stolzes ein Mittel der Herrschenden ist, seine Untertanen leichter an die Waffen rufen zu können, um den vermeintlich minderwertigeren Nachbarn niederzuringen, möchte ich dennoch einmal schauen, ob wir hier nicht ein Liste der deutschen Eigenschaften und Tugenden zusammen bekommen, auf die wir stolz oder auch nicht sein können. Ich mache mal die Drecksarbeit, und schreibe mal die Punkte zusammen, auf die ich eher nicht stolz wäre, und überlasse Euch anschließend die schöneren Themen:

Sollten wir stolz auf die Eigenschaften sein, die den deutschen Michel beschreiben?
Sollten wir darauf stolz sein,

  • dass wir über 100 Jahre in der Lüge leben, allein verantwortlich für die beiden Weltkriege zu sein?
  • dass unsere Vorfahren von der katholischen Kirche zur Aufgabe des vorherigen Glaubens geprügelt wurde?
  • dass wir uns eine zinsbasierte Geldschöpfung auf das Auge haben drücken lassen, das dafür sorgt, dass Arm für Reich arbeiten muss?
  • dass wir ein Schulsystem haben einrichten lassen, dass unsere Kindern verdummt und zu gehorsamen Arbeitssklaven erzieht?
  • dass wir ein Politiksystem seit Jahren unterstützen, das nur dazu da ist, damit die Herrschenden durch ihre Marionetten weiter ihr Unwesen treiben können?
  • dass wir unseren Politikern erlaubt haben, uns an die EU-Diktatur verkauft zu haben, die allein etwas für die Konzerne tut?
  • dass wir so viele Waffen produzieren und an die Länder verkaufen, aus denen uns nun die Menschen in Strömen erreichen?
  • dass wir uns ein Gesundheitssystem haben aufdrehen lassen, das im Wesentlichen nur noch den Pharmakonzernen zu dienen hat?
  • dass wir eine Atomindustrie erlaubt haben, dessen Müll auch noch in 10.000 Jahren unsere Umwelt bestrahlt und deren Absicherung von unseren Nachfahren weiterhin bezahlt werden muss?
  • dass wir eine Fleischindustrie subventionieren, die Tieren über die Maßen leiden lassen und dessen Fleisch am Ende weiter unter dem Preis in Afrika angeboten wird und dort für den Zusammenbruch des eigenen Marktes führt und so die Menschen hierher flüchten?
  • dass wir schwimmende Fischfabriken an die Küsten Afrikas schicken, so dass am Ende die afrikanischen Kleinfischer selbst nichts mehr fangen können, und ihre Familien daher hierher flüchten?
  • dass wir unseren Wohlstandsmüll nach Afrika verschicken, so dass die Menschen dort krank werden, und lieber hierher flüchten?
  • dass wir Banken betreiben, die den Ländern Afrikas Kredite mit hoher Verzinsung aufzwingen, so dass am Ende die Ressourcen nicht mehr den Menschen dort gehören, und sie daher lieber hierher flüchten?
  • dass wir den Makel „Made in Germany“ Ende des 20. Jahrhunderts in ein Qualitätssiegel gewandelt haben, unsere Produkte damit eine so große Gefahr für das britische Empire wurde, dass es sich zum Ziel gemacht hat, diese Konkurrent für alle Zeiten ausradieren zu wollen, es ihm aber bisher noch nicht endgültig gelang (siehe)?
  • dass unsere Vorfahren es erlaubten, die Frauen rechtlich unter die Männer zu stellen, und sie das erst Ende der 1950er Jahre geändert haben?
  • dass sich unsere Vorfahren standhaft geweigert haben, das Wissen unserer Dichter und Denker anzunehmen, um sich in ein weises Volk zu transformieren?
  • dass wir so findige Wissenschaftler haben, die eine Atomtechnik fanden, die uns aktuell mehrfach zu zerstören droht?

Aber ich bin mir sicher, dass es auch viele gute Tugenden der Deutschen gibt, die ja inzwischen auch „liebevoll“ als GUTMENSCHEN bezeichnet werden. Ich freue mich also auf Eure Listen, die zeigen, warum es so wichtig ist, dass die Deutschen mit ihren Tugenden als gutes Beispiel unbedingt überleben sollten.

Stolzer Pfau (Bild: Jennifer Kolling - pixelia.de)

Stolzer Pfau (Bild: Jennifer Kolling – pixelia.de)

Schließen wir nicht, ohne auch noch eine Definition von STOLZ anzuschauen. Das ist auf Wikipedia zu lesen: Weiterlesen …

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„Kultur verurteilt Stolz, um das Vertrauen der Menschen in sich selbst zu zerstören.“

Ich möchte nochmals einen Text zur Diskussion stellen, der mir beim Lesen Unbehagen erzeugt. Sicher liegt es an meiner kulturellen Programmierung, speziell in einem besiegten Deutschland aufgewachsen zu sein, dessen wahnsinnigen Nachkriegsbürger (bis heute?) einer besonderen Betreuung unterlagen. Ist Kultur an sich negativ zu sehen? Sollten wir doch besser Stolz sein, wo sie doch eine der 7 Todsünden unserer abendländischen Kultur ist?

Die Kultur lehrt, dass Stolz eine ungerechtfertigte Wertschätzung des Selbst wäre. Doch du bist ein Wesen von unbegrenztem Wert; die Kultur belügt dich.
Stolz wird von der Kultur verurteilt, weil Kultur nicht will, dass die Leute verstehen, wie viel sie wert sind. Sie vermischt ganz bewusst die Bedeutung von Stolz und Überheblichkeit.
Es ist überheblich zu glauben, dass du mehr wert bist, als andere. Alle Menschen haben unendlichen Wert. Überheblich zu sein bedeutet, den Wert der Menschen in deiner Umgebung herabzusetzen. Autorität ist die ultimative Überheblichkeit. Sie erniedrigt die Menschen, damit sie glauben, dass nur Autoritäten Wert hätten.
Stolz ist das Verständnis vom eigenen Wert. Kultur verurteilt ihn um zu behaupten, dass du nicht ausreichend Wert hättest, um zu tun und zu sagen, was du willst oder um Dinge zu erreichen, die du dir wünschst. Stolz beleidigt andere, weil sie von der Kultur ihr ganzes Leben gelernt haben, dass sie wenig oder keinen Wert hätten. Sie fühlen sich durch das Missverständnis bedroht, dass stolze Menschen besser wären als sie selbst. Sie haben gelernt, dass Stolz Überheblichkeit wäre.
Wenn die Menschen nicht so leicht von den Lehren der Kultur zu beeinflussen wären, würden sie erkennen, dass alle Menschen von gleichem Wert sind. Würden sie den Stolz eines Menschen sehen, der noch stärker an sich selbst glaubt als sie selbst, würden sie sich freuen. Wenn ein stolzer Mensch großen Wert hat, dann haben sie genau denselben Wert. Kultur verurteilt Stolz, um das Vertrauen der Menschen in sich selbst zu zerstören.
Ohne Kultur würden sich die Menschen vom Stolz anderer inspirieren lassen. Der Stolz, daran zu glauben, dass wir fliegen, Krankheiten heilen und Wunder vollbringen können.
Der Stolz, der nahelegt, dass du über dich selbst bestimmen kannst.

Dieser Text stammt aus dem neuen Buch The End of All Evil von Jeremy Locke, das derzeit von Rudol Engemann ins Deutsche übersetzt wird.

Ich sehe Kultur eher unbewertet. Jeder Menschen, wenn er mit anderen Menschen zusammen lebt, ist eingebettet in Spielregeln, sogar wenn sie nach anarchistischen Idee auf Augenhöhe miteinander umgehen. Das meine ich, ist genauso Kultur.

Wenn alle Menschen gleich unendlich viel Wert sind, wozu braucht es dann Stolz? Tritt der nicht gerade dann auf, wenn man sich besser fühlt, entweder als der beobachtete Andere, oder der ich gestern noch war?

Für mich würde es für ein gutes Gefühl reichen, wenn ich Vertrauen in mich und meine mich Umgebenden setzen kann …

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Vom Nationalstolz …

Dezember 20, 2014 58 Kommentare
Deutscher Michel und seine Kappe im Jahre 1848 (Eulenspiegel 1848, Wikipedia)

Deutscher Michel und seine Kappe im Jahre 1848 (Eulenspiegel 1848, Wikipedia)

Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein!

Weil im Netz immer häufiger dieser Spruch kommt und ich in der Schule gelernt habe, dass jedes Mal, wenn im 20. Jahrhundert die Deutschen diesen Stolz vor sich hertrugen, sie am Ende als Geschlagene wieder zurückkehrten, habe ich mich mal ein wenig umgeschaut, was es denn mit diesem Nationalstolz auf sich hat, der mir kein gutes Gefühl vermitteln mag. Sicher auch darin begründet, dass man uns Deutschen nach dem 2. Weltkrieg gehörig mit passenden Memen (siehe Vera F. Birkenbihls Viren des Geistes) versehen hat, immer nach dem Motto, dass der Sieger die Geschichte schreibt (siehe Umerziehung). So haben die Menschen dieses Teils des Abendlandes mit der Christianierung nicht nur die Schuld Adam und Evas aufgebürdet bekommen sondern dazu auch noch das ihrer Eltern und Großeltern. Woran wir regelmäßig groß-medial erinnert werden, und im Ausland der Kopf über uns geschüttelt wird, dass wir das noch immer über uns ergehen lassen.

Dass irgendwann die Menschen unter der umgedrehten, falschen Nationalflagge bemerken, dass ihre Welt auf den Kopf gestellt wurden, darf dann nicht wundern. Wenn wir in die Zeit vor 1933 schauen, so hatten die Jungen unter dem Edikt des Versailler-Vertrages kaum Hoffnung auf eine angenehme Zukunft. So hatte Hitler es relativ leicht, gerade diese jungen Menschen mit in seine vielversprechenden Aufbauzeit mitzunehmen. Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass schon wieder die Bilder einer zunehmend gezeigten trostlosen Zukunft die Angst schürt und ein Ventil sucht. 1933 war es das Juden-Bashing, heute sind es die Moslems, der Islam, der ebenfalls lange gut von den Medien vorbereiten, dem Volk zu Fraß (bin ich hier zu weit gegangen?) vorgeworfen wird. Teile und Herrsche funktioniert wie am Schnürchen. Pusche die Islamophobie und sie erkennen den wirklichen Feind, die Hintertanen, auch weiterhin nicht. Lass sich doch das gemeine Volk gegenseitig niedermachen?

Umfrage: Worauf kann ein Deutscher stolz sein?

Ich habe auf Facebook gestern in meinen Freundeskreis hinein gefragt, worauf sie denn so besonders stolz als Deutsche seien. Dabei hatte ich noch bemerkt, dass ich Stolz als etwas sähe, was einen selbst erhöhe und damit den Anderen erniedrige. Es gab dann genau die zwei Lager. Die Einen sehen sich als stolze Deutsche und würden nicht sehen können, dass Stolz etwas Weiterlesen …

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