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Posts Tagged ‘Staatsdiener’

Vom neuen Götzen! … Nennen wir ihn Staat …

November 3, 2018 23 Kommentare

Seit Kindesbeinen an schallt es uns, welche Wohltat uns doch unser Staat bedeutet: Er schützt uns vor den Bösen und sorgt sich um uns. In vielen Artikel haben wir hier immer wieder anschauen dürfen, dass es auch und besonders auch ganz andere Seiten des Staates gibt, die eben weniger zum Schutz der Armen funktioniert (siehe z.B.: Vom sozialstaatlichen Waterboarding namens Hartz IV), sondern sich hier viel mehr ein Schutz der Reichen entwickelt, und zwar desto reicher, desto schützenswerter.

Meiner meiner ersten Artikel zeigte mit wenigen Gedanken auf, warum der Staat nicht wirklich zuträglich für eine Gemeinschaft ist: Ist der Staat als Gesellschaftsform wirklich sinnvoll? Sich zu viel mit den Irrungen des Staatswesens zu beschäftigen, scheint so manchen geistig ziemlich anstrengend gewesen zu sein. Von einem solchen stammen die folgenden denkwürdigen Zeilen mit Blick auf den Staat:

Friedrich Nietzsche – Bild: Wikipedia

Vom neuen Götzen!

Irgendwo giebt es noch Völker und Heerden, doch nicht bei uns, meine Brüder: da giebt es Staaten.

Staat? Was ist das? Wohlan! Jetzt thut mir die Ohren auf, denn jetzt sage ich euch mein Wort vom Tode der Völker.

Staat heisst das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: „Ich, der Staat, bin das Volk.“
Lüge ist’s! Schaffende waren es, die schufen die Völker und hängten einen Glauben und eine Liebe über sie hin: also dienten sie dem Leben.
Vernichter sind es, die stellen Fallen auf für Viele und heissen sie Staat: sie hängen ein Schwert und hundert Begierden über sie hin.

Wo es noch Volk giebt, da versteht es den Staat nicht und hasst ihn als bösen Blick und Sünde an Sitten und Rechten.

Dieses Zeichen gebe ich euch: jedes Volk spricht seine Zunge des Guten und Bösen: die versteht der Nachbar nicht. Seine Sprache erfand es sich in Sitten und Rechten.

Aber der Staat lügt in allen Zungen des Guten und Bösen; und was er auch redet, er lügt — und was er auch hat, gestohlen hat er’s.
Falsch ist alles an ihm; mit gestohlenen Zähnen beisst er, der Bissige. Falsch sind selbst seine Eingeweide.

Sprachverwirrung des Guten und Bösen: dieses Zeichen gebe ich euch als Zeichen des Staates. Wahrlich, den Willen zum Tode deutet dieses Zeichen! Wahrlich, es winkt den Predigern des Todes!

Viel zu Viele werden geboren: für die Überflüssigen ward der Staat erfunden!
Seht mir doch, wie er sie an sich lockt, die Viel-zu-Vielen! Wie er sie schlingt und kaut und wiederkäut!

„Auf der Erde ist nichts Grösseres als ich: der ordnende Finger bin ich Gottes“ — also brüllt das Unthier. Und nicht nur Langgeohrte und Kurzgeäugte sinken auf die Kniee! Weiterlesen …

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Von der gefährlichsten aller Evangelien …

Den Libertären Larken Rose haben wir hier schon einige Male kennen gelernt, zuletzt im Artikel Was ist so schlecht an Nazis?. Ich möchte einen weiteren interessanten Vortrag vorstellen, den Larken im Juni 2012 in der Rolle eines Priesters als Predigt vor den Teilnehmern des Porcupine Freedom Festival, kurz PorcFest, in New Hampshire, hielt. In der Predigt zitiert er das erste Buch der Politiker, Kapitel 1, Vers 1 aus dem Regierungsevangelium. Darin sind die Verhaltensregeln für die Staatsgläubigen niedergeschrieben, die sie einhalten müssen, um erlöst zu werden. Hier ein kurzer Auszug:

… Wir [die Politiker] sind eure göttliche Regierung und hier sind eure Gebote:

  • Ihr sollt neben der Regierung keine anderen Götter haben.
  • Ihr sollte keine moralischen Prinzipien und Werte über die willkürlichen Launen der Politiker stellen.
  • Ihr sollt nicht schlecht über die Politiker und uns, die Hohenpriester des Staates reden. Jene, die das tun, sind in unseren Augen Sünder, Terroristen und Kriminelle und sollen für immer in der Versenkung verschwinden.
  • Vergesst niemals den heiligen Wahltag.
  • Verurteilt niemals einen Politiker und ihre Söldner, sonst setzen wir euch auf die NoFlyList.
  • Ehret eure Kongress-Abgeordneten und Senatoren. Es möge genug auf ihr Land regnen, dass euch die göttliche Regierung zuvor genommen hat.
  • Ihr sollt morden, in dem ihr eure Stimmen Denjenigen gebt, die unendliche Kriegshetze betreiben. Ihr sollt töten, wann immer es die Regierung befiehlt. Und das Töten sollt ihr nennen „Landesverteidigung“, dem Land dienen und Demokratie bringen.
  • Es wird nichts Ruhmvolleres geben, als um die halbe Welt zu reisen, und vollkommen fremde Menschen zu ermorden, wenn wir es befehlen.
  • Ihr sollt stehlen, in dem ihr eure Stimme dafür gebt, dass eure Nächsten besteuert werden. Und Jeden, der sich dagegen wehrt, sollt ihr hassen und verfolgen.
  • Ihr sollt begehren eures Nächsten Einkommen, Auto und Haus, und Alles, was euren Nächsten gehört. Ihr sollt eure Regierung anflehen, den Nächsten zu nehmen und euch zu übergeben.
  • Wahrlich sagen wir Euch, dass es gierig und selbstsüchtig ist, das zu behalten, was ihr verdient habt, aber dass es ehrenhaft und tugendhaft ist, uns zu bitten, das wegzunehmen, was eure Nächsten verdient haben.
  • Ihr sollt falsches Zeugnis ablegen, in dem ihr Diebe und Räuber öffentliche Bedienstete nennt, indem ihr Tyrannen und Einbrecher Anführer und Repräsentanten nennt, und indem Diejenigen, die für Freiheit für Alle eintreten, als Kriminelle und Terroristen bezeichnet.
  • ….

Vom Staate und seinen Dienern

Mir wurde erlaubt, einige Kapitel aus einem Buch zu veröffentlichen, das sich mit unseren Themen hier beschäftigen. Das folgende Kapitel schaut kritisch auf das Konzept von Staat und die Rolle des Menschen als Diener in seinen Institutionen. In den letzten Kommentierungen auf dem Blog ist der Begriff „Feindseligkeit“ immer wieder unter die Lupe genommen worden. Er wird zwar hier nicht explizit genannt, trieft aber an vielen Stellen zwischen den Zeilen heraus. Der Autor sieht den Menschen als grundsätzlich schlecht an und folgt noch dem inzwischen veralteten Bild(?) des HOMO OECONOMICUS, daher würde es am Ende auch mit dem Staat nicht wirklich gut funktionieren können. Dennoch gibt es zum Schluss einen Hinweis darauf, welche Kleinigkeit organisiert werden könnte, damit es besser wird, aber lest selbst:

Vom Staate und seinen Dienern

aus: Die universale Urkraft und das moralische Genie
Notate und Komplemente (nicht nur) zur Philosophie von Arthur Schopenhauer

Der Begriff des Staates bezeichnet, ohne jede Wertung, bloß ein Organisations- und Gewaltmonopol, bezogen auf ein abgrenzbares Territorium und für die darauf wohnenden Menschen. Unabhängig von der Entstehung oder Legitimation eines bestimmten Staates umfaßt der Begriff das Gefüge der öffentlichen Einrichtungen zur Regelung der Begebenheiten und Verhältnisse zwischen den Mitgliedern einer territorial zusammengefaßten Gemeinschaft. Das sagt alles – und auch nichts, soweit der fabrikmäßige Massenmord an ganzen Volksgruppen ebenso unter den Staatsbegriff fällt wie der friedliche Wohlfahrtsstaat; immer aber, im Guten wie im Schlechten, beinhaltet der Begriff des Staates, daß er durch physische Gewalt oder Androhung dieser nachhaltig in das Handeln der einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft eingreifen kann, nicht umgekehrt.

Diese Macht, welche nicht dem Naturzustand entspricht und erst konstituiert werden muß, rechtfertigt sich nicht durch sich selbst, sondern ist Weiterlesen …

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