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Posts Tagged ‘Saharasia-Therie’

Die Sippe als egalitäre und mutterrechtliche Gemeinschaft

Dezember 29, 2018 3 Kommentare

In den letzten Tagen hatte ich reichlich Muße und so nahm ich ein Buch in die Hand, das schon lange in einem großen Stapel noch zu lesender Bücher darauf wartete, von mir erschlossen zu werden: Wie wir wirklich leben wollen – Aussichten auf eine ganzheitliche Gesellschaft – HOLON NETzwerk für integrale Entwicklung. Das Buch wird mit einem Text beworben, der gut zu meiner Suche nach einer besseren Welt passt:

Die Erneuerung unserer Gesellschaft wird immer dringender. Doch was brauchen wir dazu? HOLON ist der Auffassung, dass es für eine friedliche Welt nicht nur um das Lernen neuer Wege der Kooperation und Solidarität und um Demokratiereformen geht. Wir brauchen noch viel mehr menschliche Reifung durch Erkennen und Befördern der uns Menschen von Natur aus eigenen Spiritualität, verbunden mit Weiterentwicklung des Bewusstseins und fundamental neuem Denken. In letzter Zeit ist viel die Rede von neuen Netzwerken, die über das bisher Gedachte und ein oft im nationalen Rahmen befangenes Bewusstsein hinausgehen müssen. Es gilt auch hier, die positiven Seiten der ja überhaupt nicht so neuen Globalisierung wahrzunehmen. Dem Anspruch auf Ganzheitlichkeit verpflichtet, kann HOLON nicht dabei stehen bleiben, unsere heutigen gesellschaftlichen Zustände zu bejammern oder gar Schuldige dafür zu benennen. Daher versuchen die acht Autoren kollektiv und individuell die Frage zu beantworten, wie denn das Leben und die Gesellschaft, die sie sich wünschen, aussehen könnten.

Aus dem Buch möchte ich eine Passage bringen, die recht gut eine Theorie wieder gibt, die ich als Saharasia-Theorie von James DeMeo kennengelernt habe. Forschungen zeigten, dass in Westeuropa ausgegrabene Skelette, die vor die Zeit von etwa 5.000 bis 7.000 Jahren datiert wurden, kaum Tötungsmerkmale aufwiesen. Ab etwa 3.000 vor unserer Zeitrechnung waren nur noch 50% der Menschen eines natürlichen Todes gestorben. Der folgende Text versucht zu beschreiben, wie die Gemeinschaftsstrukturen beschaffen waren und was den Wandel in die heutigen Strukturen forcierte.

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Degradieren sich Viele selbst, wenn sie sich hinstellen und rufen: „Wir sind das Volk“?

September 4, 2018 33 Kommentare

Blick von Glessen auf Brauweiler vor Regenguss – Foto: Martin Bartonitz 2018

Ich möchte gerne einen Artikel hier nochmals bringen, der auf dem Blog What you read is what I’ve felt veröffentlicht wurde und eine interessante Perspektive auf den Begriff ‚Volk‘ wirft. Aber zuvor schauen wir auch noch, woher denn dieses Wort kommt und welche Bedeutung diesem früher zukam:

Der Ausdruck Volk (über mittelhochdeutsch volc aus althochdeutsch folc, dies aus urgermanisch fulka „die Kriegsschar“) ist erstmals im 8. Jahrhundert belegt und bedeutet „viele“. Zu Grunde liegt dieselbe indogermanische Wortwurzel, von der auch die Wörter „voll“ und „viele“ abgeleitet werden können; auf die ursprüngliche Bedeutung „Kriegsschar“, „Kriegerhaufen“ weist auch die slawische Wortwurzel pulk- hin, die allgemein als frühe Entlehnung aus dem Germanischen gilt, und später ins Deutsche mit spezieller Bedeutung als Pulk zurückentlehnt worden ist.

Der Begriff tönt bei mir ambivalent an. Einerseits ist eine Kriegsschar streitbar, eben nicht wehrlos. Auf der anderen Seiten ist das der Haufen, der zu gehorchen hatte. Und wenn wir schauen, dass ab dem 9. Jahrhundert die Leibeigenschaft = Sklaverei in Europa Einzug hielt und für 1.000 Jahre dafür sorgte, dass die Landesherrn ein Volk voller ‚folg-ender‘ Untertanen besaßen, dann hat das ein wenig gutes Geschmäckle. Und nun schauen wir uns mal an, wie der Kollege auf diesem Begriff herumkaut:

„Volk“ und „Bürger“ – Eine Unterscheidung (Quelle)

Ein „Volk“ ist ein Haufen von Menschen, die auf einem Platz herumstehen oder herumsitzen, während vorne ein Einzelner irgendwelche Sachen brüllt.

„Bürger“ sind die gleichen Menschen, wenn sie sich in ständig neu durchmischenden Kleingruppen wechselseitig austauschen, beraten, einander zuhören und dann gemeinsam Entscheidungen treffen, die besser sind als die, die irgendein Einzelner jemals hätte treffen können.

Ein Volk besteht niemals aus Bürgern.

Bürger bilden niemals ein Volk.

Man könnte den „Bürger“ geradezu auf folgende Weise definieren:

Ein „Bürger“ ist das Individuum, das einer Gemeinschaft angehört, die allen anderen Gemeinschaften übergeordnet ist, das aber zugleich als Teil dieser übergeordneten Gemeinschaft nicht in einer Masse untergeht, sondern das vielmehr mit seiner ganz speziellen Stimme gut hörbar bleibt und dessen aktiver Beitrag für das Zustandekommen und den Erhalt dieser Gemeinschaft als unerlässlich und unersetzbar gehalten wird.

„Volk“ und „Bürger“ sind keine Weiterlesen …

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