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Posts Tagged ‘Revolution’

Kein Gott, kein Herr! Eine kleine Geschichte der Anarchie

David Graeber (Foto: Wikipedia)

Mit großer Wahrscheinlichkeit bist auch Du ein Anarchist.
So titelt ein Artikel des Anarchisten David Graerber

Ich las vor einiger Zeit schon einmal über die Geschichte der Anarchie, ein Buch von Horst Stowasser, nun fand ich eine recht gute Dokumentation, die aufzeigt, warum die Medien der Herrschenden das Bild von Chaos und Gewalt an die Wand werfen, und Andere sagen, dass Anarchismus die höchste Form der Organisation sei, weil sie auf dem Mut des Ungehorsams gründet. Aber schaut wie immer mal selbst rein in dieses bewegende 20. Jahrhundert, von dem wir in den Schulen eher sehr wenig erfahren können:

Der Anarchismus ist das natürliche Kind der Aufklärung, die Anerkennung des Individuums, Herr seiner selbst zu sein. Der Anarchismus ist die Antwort auf die dunklen Seiten des Kapitalismus und wurde im Schatten der großen industriellen und landwirtschaftlichen Ausbeutung geboren. Der Anarchismus stellt die Frage nach der Moral des Menschseins, die ein Leben ohne Staat, Geld und Grenzen auf Grundlage von Freiheit, Vernunft und Gleichheit idealisiert.

Der Anarchismus brachte die Welt immer wieder ins Wanken, ermöglichte aber auch die ersten sozialen Errungenschaften und beeinflusste die großen Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Wo nahm diese Bewegung ihren Anfang, die seit 150 Jahren jeden Herrn und jeden Gott ablehnt? Warum ist der Anarchismus, der eine bessere Welt wollte als die, die sie früher war, noch immer aktuell?

Vom Aufstand der Pariser Kommune 1871 bis zur Gründung der ersten großen Gewerkschaften, von der Entstehung libertärer Milieus mit alternativen Lebensentwürfen bis hin zur Einrichtung freier Schulen: Die anarchistische Bewegung hat die ersten Revolutionen angestoßen und gehört zu den entscheidenden Triebkräften großer sozialer Errungenschaften. Die zweiteilige Dokumentation beleuchtet von Frankreich über Japan bis nach Chicago und Buenos Aires die Ursprünge dieser politischen Philosophie und porträtiert die geistigen Väter der anarchistischen Bewegung wie etwa Pierre-Joseph Proudhon oder Michail Bakunin. Darüber hinaus beleuchtet der Film Ereignisse und Meilensteine der Arbeitergeschichte vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts und bringt so die bedeutende Rolle der Anarchisten für die sozialen Bewegungen unserer Zeit ans Licht. Die Dokumentation befasst sich unter anderem mit der Gründung der Ersten Internationale, dem Tag der Arbeit, dem Kampf um den Achtstundentag und den Attentaten während der Belle Epoque.

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„Frieden ist die Abwesenheit von Angst!“ – Von der Überzeugung der Repeacer …

Dezember 9, 2016 13 Kommentare

Im Artikel „Ich bin ein Repeacer …“ habe ich vorgestellt, was es mit dieser Bewegung auf sich hat. Und am Ende habe ich versprochen, dass ich mit ihrer Überzeugung fortsetzen werde. Also los (Übersetzung des Originals ist wieder von mir):

Woran Repeacer glauben

Aktivisten im US/Englischen Umfeld des sozialen Wandels haben die „Friedensbewegung“ als Unterkategorie von „Activism“, einer vagen Kooperativen von Antikriegs-, Anti-Atomwaffen und Ohne-Gewalt-Anwälten, betrachtet. Das war der größte Irrtum der Menschheit.

Der britische Philosoph, Logiker und Sozialkritiker Bertrand Russell, sagte:

Die Tatsache, dass eine Meinung weit verbreitet ist,
ist kein Beweis dafür, dass es nicht völlig absurd ist.

Wenn wir an die Konsequenzen der weit verbreiteten Meinung denken, dass Frieden das Fehlen von Kriegen sei, finden wir keine größere Absurdität als diese. Und es ist nicht so als hätten viele der renommiertesten Aktivisten in der Geschichte nicht darauf hingewiesen.

Das Dogma von Krieg & Frieden ist der größte Irrtum der Menschheit, weil er die Institution des Sozialen Aktivismus daran gehindert hat, zu einer zusammenhaltenden Gemeinschaft zu werden. Die Menschheit war blind und erkannte bisher nicht, dass Weiterlesen …

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Ich bin ein Repeacer …

Dezember 8, 2016 14 Kommentare

Ich hatte vorgestern Abend ein interessantes Gespräch mit Andrea Tosi, einem schweizer Aktivisten, wie er sich nennt, und ein „Repeacer“, aber besonders auch Künstler. Hier stellt er seine Idee vor, auf der Welt durch Verantwortung Konflikte zu lösen:

Andrea hat die Vision, dass die Vielen, die sich für Gerechtigkeit und sozialen Wandel einsetzen, in einer einfachen Art und Weise so organisiert werden könnten, dass wir am Ende in einer verantwortlichen, mitfühlenden (compassionate / empathetic) Welt leben werden, jenseits von Angst. Er nennt die Bewegung, die er mit anderen in den USA gestartet hat, Repeace, in Anspielung auf die in den 70er Jahren stecken gebliebenen Friedensbewegung.

Durch die Assoziation „Frieden ist die Abwesenheit von Angst“ nenne ich diese globale Metamorphose heute „Repeacement“. Wie sie dann am Ende wirklich heißen wird, werdet ihr bestimmen. Denn darum geht es: Dich, Euch, Alle wieder in eine effiziente Partizipation mitzureißen… alle… so läuft nämlich eine Revolution.

Auf der Web-Seite dieser Bewegung ist zu erfahren (Übersetzung von mir):

Repeace ist eine alternative Strategie der Ermächtigung der 99%, basierend auf der einfachen Tatsache, dass alle Aktivisten Frieden anstreben. Das Dogma von „Krieg & Frieden“ hat buchstäblich den Begriff Friede mit der Analogie „Abwesenheit von Kriegen“ verklebt. Dies darf als der größte Irrtum der Menschheit gelten und ist der Grund, warum unsere Zivilgesellschaft keinen vereinten Willen hat und so zersplittert ist. Der eigentliche Zweck von Aktivismus ist „Frieden“, aber er weiß es nicht. Wenn wir diese Art von Status Quo nicht herausfordern und das Ideal des Friedens von den Metaphern der bewaffneten Konflikte und der nuklearen Abrüstung frei machen, können wir die Macht dieses Ideals nicht nutzen oder schätzen, dass der gesamte soziale Aktivismus der wahre Friedensprozess ist.

Durch die Neugestaltung des Aktivismus als die „Verantwortungsbewegung“ und den „Friedensprozess“ und durch die Definition von Aktivisten als „Repeacer“ (im Sinne von zurückholen), hilft Repeace den Aktivisten, dem Stigma der Radikalen, Hippies, Sozialisten oder gar Eco-Terroristen zu entkommen, das den sozialen Wandel und ihre Proteste umgeben hat. Repeace sammelt das Wesen aller globalen Beschwerden in einer Forderung, Verantwortung und organisiert selbst beschriebene „Progressive“ hinter 3 universell geteilten Werten:

  • Rechenschaftspflicht
  • Nachhaltigkeit
  • Freie Meinungsäußerung

Solidarität (=Bewusstsein), der fehlende Zusammenhalt (=Kohärenz) in einer großen Menge verschiedenartigster sozialer Aktivisten kann sich über drei online „Verpflichtungen“ einstellen und so eine gemeinsame Stimme verwirklichen, eine gemeinsame, kollektive und wahren Gemeinschaft.

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Bürger-Bewegung für eine bessere Welt

Wir gemeinsam haben es in der Hand

Wir gemeinsam haben es in der Hand

Eine wachsende Zahl von Menschen protestiert gegen das Welt beherrschende System. Immer mehr erwachen und erkennen, dass hier etwas grundlegend falsch läuft. In ihrer Entrüstung und Wut ereifern sie sich jeden Tag, decken stets neue Missstände auf und prangern an. Das Soziale-Netz quillt über vor Nachrichten, die das allgemeine Übel dokumentieren. Die Zerstörung der Umwelt, die Vergiftung der Nahrungsmittel, die Verarmung der Massen, die wachsenden militärischen Krisen, die Enthüllungen über die wahren, skrupellosen Hintergründe der Politik, all die vielen Greuel und Ungerechtigkeiten. Uferlos. Manchmal gehen Menschen sogar auf die Straße, um GEGEN etwas zu demonstrieren. Andere schreiben auf ihre Transparente, was sie sich wünschen, wie es sein sollte, die Demokratie, die Freiheit der Menschen, die Wirtschaft und das Leben an sich. Allerdings geschieht alles das ohne konkrete Vorschläge, wie der Weg dorthin beschritten werden kann. So verpuffen die Proteste und bleiben oft wirkungslos.

Was nützen all die Enthüllungen über Ungerechtigkeiten, Grausamkeiten und politischen Lügen?

Es scheint, als sei man in diesem fortwährendem Rezitieren der Unmenschlichkeiten, wie in einer Endlosschleife festgefahren. Wie viele Beweise müssen noch gesammelt werden, bis der Tag reif ist, entschlossen zu handeln? Vor ein, zweihundert Jahren wären all die Beweise längst Anlass gewesen, zu rebellieren. Was ist die Erkenntnis, die Konsequenz all der Beweise über das herrschende, unmenschliche politisch-ökonomische System? Wie können wir es überwinden?

Welche Form der Revolution sollen wir wählen?

Was kann das Volk tun, wenn offensichtlich geworden ist, dass eine Regierung das eigene Volk verrät, anstatt ihm zu dienen?
Aufstand mit Waffen? Darauf warten sie nur, denn ihre drastischen Notstandsgesetze liegen bereits in ihrer Schublade obenauf. Sie provozieren unsere Wut, wollen, dass wir unsere Beherrschung verlieren. Unsere Mistgabeln, Spaten und Äxte können nicht gegen ihre ionosphärischen, chemischen und elektromagnetischen Waffen anstinken.
Generalstreik? Ist ein wirksames Mittel, aber seine Durchführung scheitert an Bequemlichkeit und Existenzangst. Auch wenn wir das im Grundgesetz verbriefte Recht zum zivilen Ungehorsam anwenden, wird nur wieder diese Schublade geöffnet werden und der Aufstand nach allen Regeln diktatorischer Macht niedergeschlagen. Jeder offene Widerstand spielt ihnen in die Karten… Dann haben sie leichtes Spiel. Ihre Inszenierungen von Terror-Anschlägen sollen uns dazu bringen, unseren klaren Verstand zu verlieren, hysterisch zu werden und ihre, in alle Welt ausschwärmenden, Milizen zu billigen. Selbst wenn ein friedlicher Weiterlesen …

Viele Menschen haben Angst vor zu viel Freiheit, daher gibt es keine revolutionäre Stimmung …

Vertrauen erwächst nämlich aus Angst! Die Todesangst ist der ursächliche Gedanke. Und von daher haben viele Menschen auch Angst vor zu viel Freiheit und suchen immer wieder die ordnende Hand des Staates und unterwerfen sich den frohlockenden Versprechungen und Versorgungsleistungen und staatlichen Zwangs-Umverteilungen (per Gesetz erzwungene Solidarität) der Zivilisation, wo bis ins hohe Alter alles geregelt ist und das Eigentum durch das Gewaltmonopol des Staates rechtlich geschützt ist.
Deshalb gibt es keine revolutionäre Stimmung wie 1789/1830/1848 oder 1917/18.
Joachim Weiß

Gerade aufgeschnappt. Hat Joachim Recht? Oder ist es nicht so, dass schon ganz Viele graswurzelnd unterwegs sind, und sich einen Dreck darum scheren, was angebliche „Zwingherren“ so vor haben (siehe dazu: Die Kulturell-Kreativen sind überall):

Hallo PEGIDA & Co. – (Quelle)

Es wird nicht zum Sic semper tyrannis! kommen.

Die Rechten lieben die Nation (siehe auch: Warum Du stolz sein darfst, ein Deutscher zu sein …) und die Linken den Staat (siehe auch: Die Matrix Staat als Menschenfarm?) usw. usf. Alles Manipulation rund um Pegida u.ä. und Errichten von Feindbildern und polarisierenden dialektischen Feldern. Eine einziges Chaos und Nebeltapserei innerhalb eines komplexen Systems, welches keiner mehr in Gänze durchschaut.

Einmal auf die Komplexität des heutigen Systems gestoßen, würde man am liebsten eine Schaltzentrale erkennen, die man ausknipsen könnte. Aber so läuft das nicht.

Die heutigen „Zwingherren“ sind nicht mehr, wie in den Anfängen vor tausenden von Jahren, zentralisiert auffindbar (Monarchen, Feudalherren etc.), sondern haben sich zu einem dezentralen Prozess aus Abhängigkeiten, Planungs- und Kontrollsystem gewandelt. Für den Legitimitätsglauben der Abgabepflichtigen war dieser Schritt unabdingbar!

Mich würde interessieren, welche Strukturen da im Hintergrund welche Hierarchien besitzen. Auf militärischer Ebene können wir ja spätestens seit 2001 beobachten, wie gewaltig die Einflussnahmen auf dutzende Staaten der Welt, auf Milliarden daran glaubende Menschen sind. Flächendeckend, durch notwendigerweise kontrollierte Arme in die Medien und Regierungen. Bei vielen anderen Themen ist das sehr ähnlich.

Der Zwingherr sind auch die allen Rat gebenden Netzwerke. Es ist ein Prozess der letzten Jahrtausende, der sich bis in unsere Zeit zu Weiterlesen …

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Warum das Abschlagen des Kopfes der Hydra nichts bringen wird …

September 22, 2015 32 Kommentare
Herakles kämpft mit Iolaos gegen die Hydra, Hans Sebald Beham 1545 (Foto: Wikipedia)

Herakles kämpft mit Iolaos gegen die Hydra, Hans Sebald Beham 1545 (Foto: Wikipedia)

Diese Verrückten nun, die obersten 200 Fämiliis, die sind nicht mehr klar definierbar. Man kann sagen: Sie sind Menschen, welche von Geistern besetzt sind. Man kann sagen: Sie sind Geister, welche in einem Menschenkörper hausen. In der Wirkung ist es ein und Dasselbe.

… darüber hat sich die Tage der Blogger Kollege Thomram seine Gedanken gemacht. Auf der einen Seite sehen wir zunehmend eine Clique von Familien, die die Menschheit an den Eiern hat, und auf der anderen Seite haben wir schon mit Blick auf die französische Revolution gesehen, wie schnell der Hydra wieder Köpfe nachwachsen. OK, es waren dann nicht mehr die Feudalisten. Die neuen Herren sind nun die Geldeliten, Manche nennen sie auch schon „Die Wirtschaft“ – Staatsfeind Nr. 1“ oder auch die Dunkelmächte, denn sie zeigen sich ungern und halten sich im Hintergrund, lassen dafür ihre Puppen vor unseren Augen tanzen. Genug der Einleitung. Hier ist der angesprochene Artikel:

Kopf ab, Hydra / So einfach könnte es doch gehen

Es gibt in der Szene Menschen, die proklamieren, man möge die Spitze der Pyramide eliminieren. Sie meinen, damit würde das Elend der heutigen Menschheit und Erde beendet. Sie meinen, damit würde sich so Manches, am liebsten Alles, zum Guten wenden.

Machen wir.

All die, welche den Durchblick über das Weltgeschehen und die wahren Machtstruktufen mehr oder weniger haben, wir tun uns zusammen, machen einen gigantischen Plan und führen den aus. Ausgeführt, sind die 200 Familien, welche die äusseren Macht auf der Erde heute verkörpern und ausüben, ausgelöscht. Um sicher zu gehen, eliminieren wir noch die darunterliegende Schicht von 20’000 Nasen.

Prima. Geschafft. Nun kann es losgehen. bumi bahagia, glückliche Erde, denn die Tyrannen sind liquidiert, Zwänge sind eliminiert, Diktaturen sind enthauptet, Bank-  und Wirtschaftsspitzen im Jenseits.

Tut mir leid, lieber Zeitgenosse. So geht es rein gar überhaupt nicht. 

Rein gar nichts wird sich ändern. Eine Weile wird von oben Sprachlosigkeit herrschen, klar, sicher, ja… und dann wird weiterhin ausgebeutet, geknechtet, geraubt, gemordet, vergewaltigt, geopfert und gefoltert werden.

Ich begründe das.

Es sind zwei Komplexe. Der Erste ist für Jeden nachvollziehbar. Den Zweiten kann eine Minderheit nachvollziehen.

Erster Teil.

Zuerst musst du verstehen, wie die Pyramide überhaupt funktioniert.

Sie wurde nicht in 20, nicht in 200, nicht in 2000, sie wurde über Jahrzehntausende angedacht und in verschiedenen, nicht pyramidigen Formen, vorbereitet.

Heute wirken in der Pyramide einige Dutzend Familien zuoberst. Wer darüber Bescheid wissen will, lebe David Icke. Ich fasse saukurz, es gäbe zu diesen Familien vieles zu sagen, ich lasse alles weg, ausser:

Diese Leute sind nicht böse. Sie sind Weiterlesen …

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Die Tribute von Panem -Teil 2 – Sutherland ruft zur Rebellion auf – eine andere Kritik

Dezember 1, 2013 31 Kommentare

Autorin von The Hunger Games – Tribute von Panem (Foto: Wikipedia)

Ich hatte mir gestern Nacht mit Familie den 2. Teil von Die Tribute von Panem- The Hunger Games angeschaut und stelle fest, dass da reichlich Zündstoff zum Nachdenken und Rebellieren in der eigenen Welt liegt. Ich möchte hier ein paar Zeilen eines „Filmkritikers“ bringen, der es für mich recht gut formuliert, welche Gesellschaftskritik mit dem Film transporitiert wird. Und das interessante dabei: der Medienwirbel ist so immens, dass man sich fragen kann, ob die Journalisten die eigentliche Kritik nicht erkennen oder ob sie sie erkennen und unter dem Mantel des Nicht-Erkennes die Werbetrommel mächtig rühren?

… Viele wohlwollende Kritiker in den Zeitungen sehen in dem Film vor allem eine Mediensatire auf die allgegenwärtigen Casting- oder Reality-Shows wie das Dschungelcamp (Beispiel Zeit online). Diese Sichtweise greift aber zu kurz. Ich finde es hochinteressant und bemerkenswert, dass eine – wohlgemerkt, amerikanische – Autorin das Thema der Ungleichheit thematisiert. Die materielle Not der Menschen im Distrikt 12, in dem Katniss lebt und aufwächst, ist gewollt. Das Regime der Hauptstadt, deren Bewohner in Saus und Braus leben, hat ein hohes Interesse daran, dass sich an den Verhältnissen nichts ändert. Das ist nicht so sehr eine Parabel auf irgendwelche totalitären Regimes der Vergangenheit, sondern auf den Kapitalismus der Gegenwart, in dem zum Beispiel internationale Konzerne in Chile Lachsfarmen anlegen, die die Lebensgrundlagen der örtlichen Fischer zerstören.

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