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Posts Tagged ‘Reichtum’

Deutschland, das Ungleichland …

Schmalspurzug Molly auf der Reise von Bad Doberan nach Bad Kühlungsborn – Bild: Martin Bartonitz 2017

Ja, wir haben mehr Macht als die Politik … Ich gründe gerade eine Partei, denn ich glaube, es kommt jetzt die Zeit, dass Akteure auftreten sollten, die bisher nicht sichtbar waren.
Walter Gröner, vom Bauhelfer zum Großunternehmer

In der ARD Mediathek ist derzeit eine Dokumentation anschaubar, die es lohnt, gesehen zu haben. Hier wird überdeutlich, dass die Zeiten, wo kleine Frau oder kleiner Mann in dem aktuellen System sich nach ‚Oben‘ arbeiten können, vorbei sind. Was das Anlegen von Geld angeht, so werden für kleine Beträge kaum mehr Zinsen gezahlt. Wer deutlich mehr hat, bekommt aktuell so um 10%. So lässt sich leicht erahnen, dass das wie ein exponentieller Staubsauger wirkt und sich aller Reichtum in immer weniger Händen ansammelt, während der Rest immer weniger Geld zum Leben zur Verfügung hat. Der Mittelstand hat Angst, eher nach unten abzurutschen als sich zu den oberen Etagen hinbewegen zu können.

Walter Gröner, einer der Reicheren in Deutschland, kann sich vermutlich noch daran erinnern, was kleiner Mann so macht und erahnt, was gerade passiert: Das System kommt an sein Ende, ähnlich wie es dem römischen Imperium ergangen ist, wie es schon ein Studie ans Tageslicht brachte, die Bismarck noch vor seinem Abgang in Auftrag gab: Am Ende des Monopoly-Spiels ist alles wieder bei den Uralten Familien, siehe. Aber macht Euch selbst ein Bild davon, wo unsere Reise hingeht. Immerhin, am Ende des Films gibt es noch die Aufforderung, Ideen beizusteuern, damit die Zunahme der Ungleichheit gestoppt werden kann …:

ARD Mediathiak: Ungleichland – Wie aus Reichtum Macht wird

 

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Der Krieg gegen das Bargeld eskaliert!

Dezember 3, 2016 7 Kommentare

Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.
Warren Buffett – Original engl.: ”There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” – im Interview mit Ben Stein in New York Times, 26. November 2006)

Der Film In Time (Trailer) hat sehr nachdrücklich aufgezeigt, in welche Welt uns diese Oligarchen (siehe: Steht am Ende eines nach Profit strebenden Systems die Oligarchie?) führen wollen: Totale Kontrolle! Auch Georg Schramm hatte schon das Thema dieses Krieges der 1% gegen die 99% in einer Laudatio hervorragend in seiner Paraderolle dargestellt (siehe). In seinem Buch Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen: Der Weg in die totale Kontrolle macht Norbert Häring eine wichtige der Waffen der Eliten, die gerade in Stellung gebracht wird, deutlich (ich schrieb hier darüber). Er hat nun auf den NachDenkSeiten nachgelegt und auf aktuellere Fakten hingewiesen:

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Norbert Häring (Foto: Homepage)

Der Krieg gegen das Bargeld ist hervorragend international koordiniert. Weniger als eine Woche nachdem die indische Regierung über Nacht die Nutzung von 80 Prozent des Bargelds verbot, erklärte die US-Großbank Citigroup, sie werde künftig in ihren Filialen in Australien Ein- und Auszahlungen von Bargeld nicht mehr akzeptieren. „Diese Umstellung auf bargeldlose Filialen unterstreicht unser Engagement für den digitalen Zahlungsverkehr“, kommentierte Janine Copelin, Chefin für Retailbanking der Citigroup. Nur einen Tag später veröffentlichte die Schweizer Großbank UBS eine Analyse, in der sie die australische Regierung auffordert, es Indien nachzutun und die größeren Geldscheine aus dem Verkehr zu ziehen. Was erleben wir hier? Zu dieser Frage sprach Jens Wernicke mit dem Wirtschaftsjournalisten und Autor zahlreicher populärer Wirtschaftsbücher Norbert Häring, der argumentiert, von der Öffentlichkeit weitgehend unbeobachtet ebneten die Eliten mehr und mehr den Weg in die totale Kontrolle, an dessen Ende die Bürger ihre soziale Existenz nur noch sicherstellen könnten, wenn die Zustimmung der Mächtigen hierzu besteht.
Zum Artikel

Und auf einen weiteren Artikel möchte ich noch hinweisen, der Bezug zum Zitat von Warren Buffet nimmt: Weiterlesen …

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Auch der IWF ist ein Werkzeug für die Umverteilung von Arm nach Reich …

Bild: Wikipedia

Hauptaufgabe [des Internationale Währungsfonds = IWF] ist die Vergabe von Krediten an Länder ohne ausreichende Währungsreserven, die in Zahlungsbilanzschwierigkeiten geraten sind. Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Ausweitung des Welthandels, Stabilisierung von Wechselkursen, Überwachung der Geldpolitik sowie technische Hilfe sind dementsprechend seine Tätigkeitsfelder.
Quelle: Wikipedia

Das klingt erst einmal gut, denn das hört sich nach Hilfestellung an. Und Hilfe ist doch eine gute Sache. Wer allerdings genauer hinschaut, der wird auch hier eine unheilige Allianz von Geldeliten und ReGIERenden erkennen, bei der am Ende schon weider ein Raubzug steht (Privatisierung von Gemeingut). Wie das funktioniert, das ist gar nicht so schwer zu verstehen. Der Journalisten Ernst Wolff befasst sich seit Jahren mit den Machenschaften des IWF, Teil der zuletzt in Griechenland agierende Troika, und bringt es in nur 5 Minuten anhand einer kleinen Geschichte auf den Punkt (mehr Details in seinem Buch Weltmacht IWF: Chronik eines Raubzugs):

Mir ist dieses mafiöse Werkzeug der Hochfinanz schon länger bekannt. Es gibt eine sehr guten Dokumentation über die Agenten des IWF, auch economic hitman genannt, in dem ein ehemaliger Insider seine Erfahrungen darlegt:

 

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„Die Wirtschaft“ – Staatsfeind Nr.1

September 21, 2015 6 Kommentare

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Armut und Ungleichheit haben in Europa massiv zugenommen. Politische Entscheidungen werden immer stärker durch reiche Eliten beeinflusst, welche Regeln zu ihrem Vorteil gestalten und so die demokratischen Institutionen untergraben. Austeritätspolitiken und ungerechte Steuersysteme dienen überall in Europa den Mächtigen.
Oxfam

Mein Beobachtungen seit Beginn der Finanzkrise bis gerade zu den Wahlen in Griechenland zusammen mit viele Recherchen haben mich viele Male bei der folgenden Lektüre nicken lassen:

„Die Wirtschaft“ – Staatsfeind Nr.1 – von Eifelphilosoph

Ja – heute muss ich Ihnen mal wieder etwas zumuten. „Die Wirtschaft“ – Staatsfeind Nr.1 … da läuft es einem kalt den Rücken ´runter, weil – da könnte schnell der eigene Arbeitsplatz in Gefahr sein, wenn man sich zu deutlich äußert. Dank der Freiheit, die mir ein bedingungsloses Grundeinkommen gewährt, darf ich mir als einer der letzten zehntausend freien Schreiber Europas solche Freiheiten erlauben, brauche keine Rücksichten auf unsere Anzeigenkunden nehmen (wir haben und brauchen keine), keine Rücksichten auf meine Quellen aus Wirtschaft und Politik (wir haben kaum welche und brauchen keine) und keine Rücksichten auf die persönlichen Vorlieben meines Chefredakteurs nehmen (wir haben und brauchen keinen – das regeln wir im Kollektiv selber, völlig ohne Hierarchien und Streitereien, ganz demokratisch und kooperativ).

Wissen Sie eigentlich, was das ist, „Die Wirtschaft“? Nun – ich darf doch hier wohl eine Antwort erwarten, denn immerhin redet „Die Wirtschaft“ durch ihre Priester zu Ihnen wie der Gott des Alten Testament durch seine Propheten. Ja, wir sind so stolz darauf, ein weltlicher Staat zu sein – dabei huldigen wir primitivsten Kulten, nennen unseren Götzen „Die Wirtschaft“ (die sogar eine „unsichtbare Hand“ hat: ein Sonderspuk der Idiotenklasse) und hinterfragen überhaupt nicht mehr, vor wem wir da unseren Bückling machen.

Jeden Tag meldet sich „Die Wirtschaft“ zu Wort, aktuell warnt sie vor höheren Preisen (siehe Bild) oder bedrängt die Sphäre der Politik mit dem Ruf nach immer mehr Einwanderern (siehe Focus), fordert – mal wieder – Korrekturen am Arbeitsmarkt (siehe Stuttgarter Zeitung) oder fordert „Alphatiere“ als Führungspersonal (siehe Zeit), womit der „Herrenmensch“, das Urbild des von der Vorsehung zur Führung bestimmten SS-Mannes wieder Einzug hält in das Denken der Bevölkerung … bzw. in das Denken der journalistischen Funktionselite des Turbokapitalismus. Allerdings – so erklärt man uns weiter – sollte dieses Alphavieh mit seinen Statusgesten sparsam umgehen … man will nicht wieder die Guillotine herausforden – man hatte damit zu gewissen Zeiten schon mal schlechte Erfahrungen gemacht, weil die Menschheit der Meinung war, kein Viecherrudel zu sein, dass einen Leitwolf braucht.

Der Duden liefert uns eine Definition für „Die Wirtschaft“:

„Wirtschaft ist die Gesamtheit aller Einrichtungen wie Unternehmen, private und öffentliche Haushalte sowie die notwendigen Abläufe wie Käufe und Verkäufe, die mit der Herstellung und dem Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen verbunden sind.“

„Wirtschaften ist die planvolle Tätigkeit des Menschen, knappe Mittel oder wirtschaftliche Güter der bestmöglichen Nutzung zuzuführen.“

Wir brauchen nicht lange nachzudenken, um selbst zu merken: das ist etwas knapp. Private Haushalte waren an der Reform des Sozialstaates nicht beteiligt, noch an der Frage nach dem Facharbeitermangel, noch schreien Sie nach Führung durch Alphatiere oder fordern höhere Preise – hier stößt der offizielle Sprachgebrauch des Tarnbegriffes „Die Wirtschaft“ an seine Grenzen, weshalb Attack (dort findet man auch das Zitat aus dem Duden) eine andere Definition vorschlägt (siehe Attac):

„Wirtschaft umfasst alle Tätigkeiten, die einer persönlichen Gewinnmaximierung dienen.“

Auch diese Definition von „wirtschaften“ als hemmungslose Ausbreitung des persönlichen Egos ist mir ein wenig zu klein, würde sie doch auch ein Weiterlesen …

Würde eine Bodenwertsteuer für einen Ausgleich zwischen Arm und Reich sorgen?

Dezember 27, 2014 10 Kommentare

Bruno Moser

Es gibt keinen Zweifel darüber, dass alleine die Bodenrente für alle nötigen öffentlichen Ausgaben­ auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene ­ reichen würde.
NEULAND – Verein für menschengerechte Steuern in der Schweiz

Im meinem letzten Artikel war angesprochen, wie ein Staat mit einem umfassenden Freiheitsrecht auf Eigentumsverwendung zur fortwährenden Umverteilung von Arm = Nichteigentümer und Reich = Eigentümer sorgt. In diesem Artikel möchte ich auf ein Regularium hinweisen, wie in einem solchen Staat dennoch ein Korrektiv implementiert werden kann, so dass der Reichtum des Einen und die Armut des Anderen nicht ins Bodenlose fällt.

Bruno Moser, Volkswirt und Politologe,  spricht in dem folgenden Video über die Bodensteuer, die es in einigen Ländern gibt und dort für mehr Ausgleich in der Gesellschaft sorgt. Die Bodenwertsteuer ist in Veröffentlichungen des amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsethiker Henry George 1890 erstmals ausführlich beschrieben worden. Er ist der Frage nachgegangen, warum es bei so viel Fortschritt dennoch so viel Armut gab.

Welchen Vorteil neben der Entlassung vieler dann überflüssiger Steuerbeamter eine Steuer allein auf Boden hätte, will der Verein für menschengerechte Steuern in der Schweiz wie folgt sehen:

Von 1850 bis 1980 stiegen in der oberen Berner Altstadt die Bodenpreise um das 16’000fache. Allein in den folgen Boomjahren von 1980 bis 1990 stiegen die Baulandpreise gesamtschweizerisch im Durchschnitt nochmals um das Sechsfache. Die Bodenpreise, die Steuerlast auf Arbeit und Kapital und die munter privat abgeschöpfte Grundrente haben wesentlich zur Inflation beigetragen und stellten in mancher Hinsicht eine wirtschaftliche und soziale Belastung dar. Davon profitierte eine Minderheit. Dies war «vernachlässigbar», solange die Wirtschaft wuchs, die Umwelt ignoriert und der Staat sich weiter verschulden konnte. Wäre während der ganzen Periode der Ertrag aus Grund und Boden der Allgemeinheit zugeflossen, hätten wir vielleicht ein paar tausend Millionäre weniger. Dafür stünden Gemeinden, Städte, Kantone und Bund nicht vor dem Bankrott. Sie wären schuldenfrei, sozial gesund und wirtschaftlich stark.

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Manifest für eine neue soziale Absicherung

Ich habe einen Menschen kennen gelernt, der noch vor wenigen Jahren ein so genannter „Erfolgreicher“ war und mit seinem Tun, anderen Ihre Visionen zu erreichen, gut verdient hat. Nach weiteren Erkenntnissen ist er nun zu einem bedenkenswerten Entschluss gekommen, der wie folgt aussieht:

Ich habe dem deutschen Sozialversicherungssystem gekündigt.

Nicht ich, sondern die Menschen, die in die Sozialversicherung einzahlen, handeln unsolidarisch. Es ist ein Machtsystem, das zu einer gewaltigen Umverteilung von unten nach oben führt. Wer profitiert davon? Wo geht das ganze Geld hin? Für was?

Als Selbstständiger in Deutschland müsste ich mindestens 580.- € alleine für die Krankenversicherung bezahlen.

Mit dem Geld erlaube ich mir jetzt etwas anderes vorzustellen:

Es tun sich 100 Menschen zusammen und zahlen jeweils die 580.- €. Dann sind dies 58.000.- € im Monat. Was könnte man mit den 58.000 € machen? Zum Beispiel könnte man einen Arzt anstellen, der sich wirklich darum kümmert, dass man gesund ist. Er wird dafür bezahlt und kann sich dazu Weiterlesen …

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Geld als moderne Sklavenpeitsche?

Oktober 31, 2012 27 Kommentare

Dieser Artikel wurde auf Wunsch des originären Autors wieder gelöscht. Ebenso seine Kommentare.

Ich respektiere seinen Wunsch.

Die noch vorhandenen Kommentare sind daher nicht unbedingt verständlich …

 

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