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Posts Tagged ‘Populismus’

„Wenn wir Demokratie schützen wollen, müssen wir über Eigentum reden“

Wir müssen uns entscheiden: Wir können eine Demokratie haben oder konzentrierten Reichtum in den Händen weniger – aber nicht beides.
Louis Brandeis, einflussreichster Juristen der USA und Richter am Obersten Gerichtshof.

In vielen Beiträgen habe ich herausgearbeitet, dass unsere Demokratie nur noch den Schein einer Beteiligung des Volkes darstellt (zuletzt hier und hier). Ich habe mir gerade Gespräch angeschaut, das Ken Jebsen mit Paul Schreyer geführt hat, dem Auto des Buchs Die Angst der Eliten: Wer fürchtet die Demokratie? Nach der Lektüre bleibt die Erkenntnis:

Wir haben keine Demokratie, wir werden von reichen Schnöseln regiert. Wie lange noch?

Ich habe hier wieder viel dazu gelernt, u.a. dass es in der Weimarer Republik Elemente der direkten Demokratie gab, als das Volk über wichtige Themen wie z.B. die Enteignung der Fürsten oder die Beschaffung von Kriegsschiffen befragt wurde, und wie es dazu kam, dass dieses Element doch noch aus dem Grundgesetz verschwand.

Paul arbeitet für mich sehr gut heraus, woran wir festmachen können, dass die gewählten Vertreter nicht für die Vielen sondern im Wesentlichen für die wenigen sehr Reichen entscheiden, und warum das so ist. Als friedliches Mittel zum Umsteuern sieht er die Mittel der direkten Demokratie (siehe dazu den Verein Mehr Demokratie, deren Mitglied ich schon länger bin) , also die Bürgerentscheide, wie sie in der Schweiz stattfinden und wie sie noch in der Weimarer Republik auch hier üblich waren, und wie sie auch im Grundgesetz in Artikel 20 Absatz 2 verankert sind, allerdings gut verklausuliert.

Auf youtube ist der folgende Text zum Gespräch veröffentlicht: Weiterlesen …

Keine Reaktion ohne Aktion! – Treiben die Antifa-Aktivisten die Mitte nach Rechts?

Februar 17, 2018 24 Kommentare

Offizielles Logo der Antifaschistischen Aktion , leicht geändert zu jener aus 1932 (Quelle: Wikipedia)

Der neue Faschismus wird nicht sagen:
Ich bin der Faschismus. Er wird sagen:
Ich bin der Antifaschismus.
Ignazio Silone – Sozialist und Schriftsteller,
u.a. schrieb er das Buch Der Faschismus
– seine Entstehung und Entwicklung

Der Blogger Hadmut Danisch wunderte sich stark über die Verteidigung von Merkel durch Antifaschisten auf einer Demo ‚Merkel muss weg‘ in Hamburg (siehe z.B. hier) und nahm das zum Anlass, sich in die Geschichte der Antifaschisten einzuarbeiten. Als Ergebnis seiner Recherchen stellt er über seine beiden Artikeln 80 Jahre Antifa und Merkel, Antifa und Mussolini eine für mich schlüssige These auf und vergleicht die Trends von heute mit denen um 1933:

Die äußerst ruppigen Aktionen der Antifaschistischen Aktion und ihr Wille zur Schaffung einer Mischrasse in einer global regierten Welt treiben die verstörten Menschen, die der Mittelschicht zugerechnet werden, hin zu dem, was als Rechts bezeichnet wird: eine populistische Bewegung zur Sicherung der aktuell gelebten und gewohnten, eben nicht fremden Kultur in einer Nation.

Für mich ein weiteres Aha war die Erkenntnis, dass Faschismus von dem italienischen Bündel von Reisig abgeleitet wird. Jeder kennt das Bild, dass ein einzelnes Ästchen leicht geknickt werden kann. Aber mehrere lassen sich nur schwer beugen. Dieses Bild inspirierte die italienischen Sozialisten vor 80 Jahren zur   Benennung ihrer Kampfverbände. Und am Ende ist der Kampf von Faschisten und Anti-Faschisten ein Kampf unter sozialistischen Brüdern, wobei eigentlich gemeint ist, ein Kampf zwischen Kapitalisten und Anti-Kapitalisten. Und gleichzeitig der Kampf für Anti-Rassismus (Aktion) versus den für den Anti-Anti-Rassismus (Reaktion).

Ich finden die Schlüsse, die Hadmut zieht, bedenkenswert, und ich mag seinen ruhigen, unaufgeregten Schreibstil. Also stelle ich die beiden beiden Artikel 80 Jahre Antifa und Merkel, Antifa und Mussolini  auch hier mal ins Regal. Weiterlesen …

Identitätspolitik und der Terror der Differenz

Es gibt ein neues Online-Magazin, dass recht vielversprechend gestartet ist: RUBIKON. Aus dem Artikel „Angriffe auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt – Die von links wie rechts geschürten „Identitätsillusionen“ zerstören das, was Gesellschaft ausmacht. Ein politischer Essay“ möchte ich die zweite Hälfte gerne komplett nochmals bringen, zumal die Lizenz dies unter Nennung und ohne Änderung erlaubt. Lasst Euch inspirieren. Der erste Teil ist übrigens nicht minder lesenswert:

Identitätspolitik und der Terror der Differenz

Eine andere Strategie zur Brechung der Macht der Vielen besteht im Terror der Differenz. Divide et impera! Teile – oder besser: spalte! – und herrsche! Da die Macht der Vielen aus ihrer Brüderlichkeit erwächst und zu einem einvernehmlichen Handeln führen kann, hätten die Machteliten dem wenig entgegenzusetzen. Deshalb säen sie Zwietracht und schüren Konflikte zwischen den Unterworfenen, damit diese nicht zueinander finden, um gemeinsam ihre demokratischen Ansprüche durchzusetzen. Geheimdienste, Stiftungen und Think Tanks setzen systematisch auf die Kraft der Zersetzung.

Im geostrategischen Interesse etwa werden regionale Konflikt zwischen ethnischen und religiösen Gruppen forciert, um in widerspenstigen Staaten einen ›Regime Change‹ herbeizuführen, damit der Zugriff auf Rohstoffe und die Errichtung von Militärbasen möglich wird. Die militärischen Eingriffe lassen sich der heimischen Öffentlichkeit sogar moralisierend als ›humanitäre Kriege‹ verkaufen. Nicht selten hinterlassen solche Interventionen dann statt der versprochenen Demokratien ›failed states‹, gescheiterte Staaten, in denen trotz etablierter Institutionen kein Gemeinwesen zustande kommt, das diese Strukturen trägt und mit Sinn erfüllen kann.

Als Variante des Soft-Terrors erscheint die Weiterlesen …

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