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Pazifisten

Januar 24, 2019 7 Kommentare

Pazifisten sind keine Diebe.
Pazifisten sind keine Dummen.
Pazifisten sind keine Unmoralischen.
Pazifisten sind keine Krummen.
Pazifisten sind keine Kriminellen.
Pazifisten sind keine Feiglinge.
Pazifisten bevorzugen nur wahrhaftig
friedlich wirkende Dinge.
Pazifisten sind unter anderem
vielleicht gelegentlich auch
besonders passionierte Poeten.
Pazifisten sind für das Geben.
Pazifisten sind für das Leben.
Pazifisten sind gegen das Nehmen.
Pazifisten sind gegen das Zerstören.
Pazifisten sind gegen das Narzistische,
das Egoistische, das Nihilistische und Negative.
Pazifisten sind gegen das Belügen und Betören.
Pazifisten sind für das Positive,
das Konstruktive, und das Kooperative…
Pazifisten sind für guten Willen…
Pazifisten wollen nur beschwichten
um alles Militante und Kriegerische,
zu befriedigen und zu stillen.
um friedliche Alternativen zu hassvollem Handeln
zu erwägen, zu sichten, und in gute Taten
zu verwirklichen und zu verwandeln.
Pazifisten sind gegen das Wahnsinnige und Willkürliche.
Leider aber fühlen sich
die kalkulierenden Kriegerischen,
die Totalitären und die Absolutisten
dadurch provoziert, irritiert, animiert
und berechtigt Pazifisten anzuprangern,
zu beschuldigen, zu befragen und zu grillen…
und sie sogar sehr wahnwitzig wild,
sehr bösartig anzubrüllen…

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Führt der Pazifist den falschen Kampf?

Skulpturen auf der Museumsinsel Hoimbroich – Bild: Martin Bartonitz 2018

Ich habe gerade einen Text auf Facebook von Alexander Wölk als Kommentar erhalten, der sich lohnt, hier zur Diskussion zu stellen. Es geht um Jene, die sich für den Frieden einsetzen, sprich den Pazifisten. Es sieht so aus, dass er keinen Frieden erreichen wird, weil er das eigentlich Problem nicht sieht?

 Wie schafft nun der Pazifist die wirtschaftlichen Bedingungen für ein lebenswertes Leben? Wie beendet er den seit Jahrtausenden mit unverminderter Heftigkeit tobenden Bürgerkrieg, wie rottet er die Kapitalisten (Zinsgewinner) und das Proletariat (Zinsverlierer) gleichermaßen aus, wie verhält er sich gegenüber dem Zins, wie zum Privatgrundbesitz, wie zum Recht auf den vollen Arbeitsertrag?
Auf diese Fragen hat der Pazifist zu antworten, wenn er in den Kreisen derjenigen Eindruck machen will, die seit Jahrtausenden Krieg führen und seit Jahrtausenden besiegt am Boden liegen und geschlagen werden. Sieht der Pazifist diesen Krieg nicht, steckt er den Kopf in den Sand, um ihn nicht zu sehen, nun, so kann er einpacken. Das, was er dann noch zu sagen hat, interessiert nur noch die Leute, die nichts anderes wollen, als eine Organisation, und die dann schließlich noch den Krieg ihrer Organisation wegen nicht entbehren wollen, wie jeder Apotheker die Krankheiten, wie jeder Parteibonze die Soziale Frage verewigen möchte.
Es ist ja wahr, dass der Völkerkrieg mit seinen Giftgasen und weiten Schlachtfeldern auf naive Gemüter stärkeren Eindruck macht als der in den Eingeweiden der Staaten bohrende Bürgerkrieg, obschon die Opfer dieses Krieges ungleich zahlreicher sind und unendlich größer ihre Qualen. Denn der Bürgerkrieg erschöpft sich nicht in den täglichen Einzelgefechten, wo 10 bis 50 oder 100 Mann fallen; das sind nur die äußern Erscheinungen. Für den Bürgerkrieg sind die Waffen ohne Knall und Rauch schon längst erfunden in Gestalt von Hunger, Schmutz und Schwindsucht. Und dieser geräuschlose Vorgang ist nicht geeignet, die Aufmerksamkeit oberflächlicher Geister auf sich zu lenken, nicht wie es das Massenmorden der Feldschlacht tut.
Nichtsdestoweniger ist nicht an der Tatsache zu rütteln, dass der Bürgerkrieg die primäre Erscheinung ist und der Völkerkrieg die sekundäre. Der bürgerliche Kriegszustand ist es ja gewesen, der die Anregung dazu gab, die Staaten als Machtorganisationen auszubauen, und die Staaten sind es doch wohl, nicht die Menschen, die wegen der ewig auseinanderstrebenden Interessen zusammenprallen müssen. Ohne den bürgerlichen Kriegszustand wäre es darum auch niemals zu zwischenstaatlichen Kriegen gekommen. Die Staaten würden ebenso friedlich nebeneinander liegen wie die Gemeinden heute nebeneinander liegen. Die Pazifisten packen also das Friedensproblem beim Schwanz an.
Das Problem des Friedens heißt:

Wie schaffen wir bürgerliche Zustände, die den Staat als Machtorganisation überflüssig machen, sodass wir die öffentliche Macht entbehren, bis auf den Nachtwächter abbauen können?“

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