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Posts Tagged ‘Normalität’

Das Unnormale des Normalen – oder wie man sich irren kann …

September 28, 2013 39 Kommentare

Man muß das Wahre immer wiederholen,
weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird.
Und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse.“
Johann Wolfgang von Goethe

Blume un-normal?

Blume un-normal?

Auf meinem Balkon ist der Vogel los. Normalerweise sitzen hier sechs Dompfaffkinder, und wenn sie hier nicht sitzen, sitzen sie normalerweise woanders oder fliegen herum, so, wie das ihre Art ist. Normalerweise kommen die Blaumeisen und Kohlmeisen im Trupp angeflogen, fünf oder zehn gleichzeitig. Sie setzen sich niemals auf den gleichen Platz, da ist ja nur für eine Meise Platz, und sie verhalten sich normalerweise sehr unterschiedlich, mal mehr spielerisch und mal mehr hungrig. Was für die kleinen Vögel üblich ist: sie sind sehr flexibel, hopsen mal hier und mal dort hin und essen mal von den gemahlenen Erdnusskernen, mal von den geschälten Sonnenblumenkernen, und mal haben sie auch Bock drauf, die ungeschälten Sonnenblumenkerne wie wild aufzuhacken. Normal für mich ist, das Treiben meiner Freunde zu genießen.

Im wirklichen Leben sieht das Treiben etwas anders aus. An unserem Teich stehen normalerweise etwa dreißig sehr schöne Bäume – standen, nu sind sie wech. Warum fragt normalerweise niemand, und normalerweise fragen auch die Männer mit der Säge nicht, warum das völlig unsinnige Absägen von Bäumen normal ist, so wie der in Reih und Glied marschierende Soldat auch nicht fragt, was er da macht. „Das WIRD gemacht, und gut ist’s“. In meinem Verständnis ist der Mensch im Allgemeinen Spielball fremder Weiterlesen …

Entfremdung, oder der verlorene Himmel

September 14, 2013 22 Kommentare
Foto: federleicht-leben

Foto: federleicht-leben

Stellen wir uns die Frage, ob das Streben nach Sicherheit etwas Natürliches, etwas natürlich, selbstbestimmt Gedachtes ist, oder ob eher der Wandertrieb, das Interesse an der Vielfalt der Optionen und Buntheit des Erschienenen dem „Wesen“ des Menschen entspricht. Was ist das für eine Stimme, die Menschen an das Alte, Bekannte, Gewohnte, Vertraute bindet oder aber sie in fremdländische Abenteuer, das Unbekannte und Geheimnisvolle zu schicken vermag? Und was ist mit denen, die, wie mein Berliner Freund einst resignierend konstatierte, er sei überall zu Hause, nur nicht dort, wo er gerade sei?

Schauen wir auf die Geburt eines Kindes, auf den Beginn eines Lebensweges. Das Geburtstrauma bewahrte es vor seinem vorzeitigen Tod, die lebensfeindlichen Erfahrungen informativ abgeschottet kann es eine Existenz wie neugeboren beginnen. Und ich meine sagen zu dürfen: Dieses Kind ist nicht entfremdet, ist trotz völliger Unkenntnis seiner Selbst eins mit sich, ist eins mit der Welt, auch wenn es sie nicht mal im Ansatz kennt. Spannend, gell. Wie kann das Unmögliche möglich sein? Doch fragen wir erst mal nach dem weiteren Kindeswerden.

Babys sanfte Blicke berühren die Erwachsenen, als würden sie an etwas erinnert. Was nicht sein darf, und schon beginnt das Zahnen im Innen und das Ausrichten auf die Realität durch äußere Eingebungen. Und Kleinkind fängt das Weiterlesen …

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