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SELBSTBILD: Was weiß ich schon von mir …?

November 23, 2015 21 Kommentare

Erich Fromm (Foto: Wikipedia)

Was weiß ich schon von mir, wenn ich nicht weiß, dass das Bild, das ich von mir selbst habe, zum größten Teil ein künstliches Produkt ist und dass die meisten Menschen – ich schließe mich nicht aus – lügen, ohne es zu wissen?

Was weiß ich, solange ich nicht weiß, dass „Verteidigung“ Krieg bedeutet, „Pflicht“ Unterwerfung, „Tugend“ Gehorsam und „Sünde“ Ungehorsam?

Was weiß ich, solange ich nicht weiß, dass die Vorstellung, dass Eltern ihre Kinder instinktiv lieben, ein Mythos ist?

Dass Ruhm nur selten auf bewundernswerte menschliche Qualitäten und häufig nicht auf echte Leistungen gründet?

Dass die Geschichtsschreibung verzerrt ist, weil sie von den Siegern geschrieben wird?

Dass betonte Bescheidenheit nicht unbedingt ein Beweis für fehlende Eitelkeit ist?

Dass Liebe das Gegenteil von heftiger Sehnsucht und Gier ist?

Was weiß ich schon von mir, wenn ich nicht weiß, dass jeder versucht, schlechte Absichten und Handlungen zu rationalisieren, um sie edel und wohltätig erscheinen zu lassen?

Dass das Streben nach Macht bedeutet, Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe mit Füßen zu treten?

Dass die heutige Industrie-Gesellschaft vom Prinzip der Selbstsucht, des Habens und des Konsumierens bestimmt ist und nicht von den Prinzipien der Liebe und Achtung vor dem Leben, die sie predigt?

Wenn ich nicht fähig bin, die unbewussten Aspekte der Gesellschaft, in der ich lebe, zu analysieren, kann ich nicht wissen, wer ich bin, weil ich nicht weiß, in welcher Hinsicht ich nicht ich bin.

Erich Fromm – aus Vom Haben zum Sein: Wege und Irrwege der Selbsterfahrung

Ich möchte an dieser Stelle nochmals den genialen Vortrag von Vera F. Birkenbihl bringen, die sehr schön aufzeigt, wie uns geistige Viren bei der Konstruktion unseres Weltbildes zu schaffen machen:

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Wurden neben Körper, Verstand und Geist unsere Emotionen vergessen?

Februar 22, 2013 37 Kommentare
Die vier Himmelsrichtungen: Handeln, Denken, Fühlen und Sprechen

Die vier Himmelsrichtungen: Handeln, Denken, Fühlen und Sprechen

Ich hatte heute ein erkenntnisreiches Gespräch mit Kasriel, einem nativen Menschen mit Wurzeln bei den ursprünglichen Bewohnern Nordamerikas. Aufgewachsen ist er in Deutschland, ist Sozialarbeiter und lebt aber heute in Schweden, weil es ihm hier zu „eng“ wurde. Es war die Fortsetzung eines nächtlich-gestrigen ersten Gesprächs über den Blick auf unsere Welt durch die Augen einer anderen Kultur. Dazu kommt noch ein Artikel auf BUERGERSTIMME. Kasriel sagte in diesem Gespräch:

Nicht unser Geist, unser Denker ist unser Bewusstsein, sondern unsere Gefühle. In unserer westlichen Welt hat man uns diese vierte Säule unsere menschlichen Wesens vorenthalten.

Lieber Wolfgang, das war nun das letzte Puzzlesteinchen, Danke für Deine Geduld mit mir. Denn eigentlich es ist so einfach, das zu verstehen:

Vom Emotionalen Körper

Unser irdisches Leben beginnt als Embrio. Dieser wächst bekanntermaßen in unserer Mutter heran. Unser Geist ist hier noch nicht Weiterlesen …

Darf ein Macht-habender eine Kollektivschuld verhängen?

In der Schule lernen wir, dass ein Lehrer nicht die ganze Klasse bestrafen darf, wenn er den Schuldigen einer unzulässigen Tat nicht finden kann.

Lehrer haben Macht. Denn sie können Schüler ver-urteilen, indem sie schlechte Noten vergeben, wenn im das Verhalten eines Schülers nicht passt.

Allerdings ist dem Übermächtigsein des Lehrers inzwischen ein Riegel vorgeschoben, was die Kollektivbestrafung angeht, und das ist auch gut so.

Mir ist gestern aufgefallen, dass es auf unserer Erde dennoch laufend eine Kollektivhaftung gibt. Denn wer keine Macht über sich stehen hat, der kann sich das Verhängen einer Kollektivhaft erlauben, auch wenn es ethisch nicht vertretbar ist.

So zahlen Afghanistan, der Irak, aber auch Lybien dafür, dass sie „befreit“ wurden.

Auch wir wurden im zweiten Weltkrieg Weiterlesen …

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