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Ist sie nicht schön?

MiA

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Narren ohne Masken …

MaskenWir hatten hier auf dem Blog schon einmal wunderbare Worte des libanesischen Philosophen Khalil Gilbran genießen dürfen (Eure Kinder sind nicht Euer Besitz, sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst…). Ich fand heute morgen erneut Lesenswertes von ihm, das ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Du fragst mich, wie ich zum Narren wurde? Das geschah so: Eines Tages, lange bevor die vielen Götter geboren waren, erwachte ich aus einem tiefen Schlaf und gewahrte, daß meine Masken gestohlen worden waren – die sieben Masken, welch ich in sieben Leben verfertigt und getragen hatte. – Unmaskiert rannte ich durch die vollen Straßen und schrie „Diebe!, Diebe!, die verdammten Diebe!“
Männer und Frauen lachten. Einige liefen aus Angst vor mir in ihre Häuser. Als ich zum Marktplatz kam, rief ein Junge von einem Hausdach „Er ist ein Narr!“ – Ich blickte empor, um ihn zu sehen: da küßte die Sonne erstmals mein bloßes Antlitz. Zum ersten Mal küßte sie mein bloßes Antlitz und meine Seele entflammte in Liebe zu ihr, und ich wünschte mir keine Masken mehr. Wie in Trance rief ich: „Segen, Segen über die Diebe, die meine Masken gestohlen haben!“ So wurde ich zum Narren.
Und in meiner Narrheit fand ich Freiheit und Sicherheit: die Freiheit der Einsamkeit und die Sicherheit vor dem Verstanden werden. Denn diejenigen, welche uns verstehen, versklaven etwas in uns. Aber ich will nicht stolz sein auf meine Sicherheit. Denn auch ein Dieb ist im Kerker sicher vor einem anderen Dieb.

Das ist dem Vorwort aus dem Buch „Der Narr“ von Khalil Gibran entnommen. Es erinnert mich an eine Reihe von Interviews, die ich mit hochsensitiven Menschen geführt habe (siehe auch Hochsensitivität – das schwierige Leben in einer unehrlichen Welt). Alle sprachen davon, dass sie als Kind, das sich gerade bewusst wird, extrem verunsichert waren, erkannten sie doch, wie sich die Menschen, besonders die Eltern selbst belogen, eben weil sie eine Rolle spielten, um die Erwartungshaltung der Gesellschaft (nicht Gemeinschaft) an sie zu erfüllen …

Warum fällt mir eigentlich dazu ein, dass das Wort „Lügenpresse“ als Unwort des Jahres 2014 gekürt wurde?

Das Video befindet sich noch auf der Seite, auf der ich den Text fand:

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