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Posts Tagged ‘Markt’

Beruht der Reiz der #Bürokratie auf unserer Angst vor dem Spielen, das auch zu Willkür und Destruktivität führen könne?

Wo die Politik zum Dienstleister der Wirtschaft wird,
gerät die vermeintlich neutrale Bürokratie zur Interessenpolitik.
David Gräber

Bürokratie gilt zumeist als kalt und unpersönlich  (Quelle)

Doch insgeheim lieben wir die Bürokratie, zeigt der Ethnologe David Graeber in seiner Analyse: Ihr Reiz beruhe auf unserer Angst vor dem Spielen, das auch zu Willkür und Destruktivität führen könne.

In den Hochzeiten sozialer Gärung, also den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, blühte die Kritik der bürokratischen Reglementierung unserer Lebenswelt. Mittlerweile sei das Thema weitgehend aus dem zeitgenössischen Diskurs verschwunden, klagt der US-amerikanische Ethnologe David Graeber, vermutlich wegen der unheiligen Allianz von Politik und Ökonomie.

Wir hätten die neoliberale Propaganda verinnerlicht, die angeblich Deregulierung fordere, aber nur wirtschaftsfreundlichere Regeln meine. Tatsächlich sei die Bürokratie seit den Tagen von Reagan und Thatcher nicht etwa geschrumpft, sondern kräftig gewachsen.

Die Linke aber – und das enttäuscht den bekennenden Anarchisten Graeber (siehe) zutiefst – habe keine Bürokratiekritik mehr im Programm, nicht mal die einst so fruchtbare These von der „strukturelle[n] Gewalt, unter der ich tiefgreifende Formen der Ungleichheit verstehe, die durch Gewaltandrohung aufrechterhalten werden“. Jeder Zwang, auch bürokratischer, sei schließlich eine Form von Gewalt. Dass er von legalen Institutionen ausgeübt werde, mache ihn nicht besser oder auch nur legitimer.

„Kultur der Komplizenschaft“ von öffentlicher und privater Macht

Denn längst bildeten, so Graeber, öffentliche und private Macht eine „Kultur der Komplizenschaft“: Sie versuchen, statt eines Demokratie-konformen Marktes eine Markt-konforme Demokratie zu etablieren. Zu wessen Gunsten dann die Regeln, die Gesetze und die zu ihrer Durchsetzung nötigen Bürokratien geschaffen werden, liege auf der Hand.

Das gelte auch für Begriffe wie „Freihandel“ oder „freie Märkte“, die in Wirklichkeit „den Aufbau globaler administrativer Strukturen“ bezeichneten. Und selbst die neuen Kommunikationstechnologien, die angeblich Regeln spontan unterlaufen und umgestalten können, seien nichts anderes als eine weltweit verwaltete Kommunikation – also auch eine Form von Bürokratie.

Bürokratie verspricht Effizienz und Gleichheit Weiterlesen …

Über die illusorische Natur des Geldes in einem Fiat-Money-System …

Geld (Foto: common)

Geld (Foto: common)

Wie kommt es denn dazu, dass die ganze Welt einen Schuldenberg (Spekulationsblasen und Obligationen mit eingerechnet) von insgesamt 1500 Billionen € vor sich herschleppt, die weltweite wirtschaftliche Produktivität aber nur 42 Billionen € beträgt?

Ich möchte auch mal wieder die Kritik an unserem Geldsystem aufgreifen (ich hatte hier mal eine Sammlung begonnen, sowie eine von Bismarck beauftragte Studie, und ein fließendes Geld, das alle gewinnen lässt). Es ist eines unserer schwersten Fehler im Gesellschaftssystem und ist Teil unserer sich immer weiter verschärfenden Finanzkrise. Leider ist es so, dass die meisten Menschen noch nicht verstanden haben, wie das Strickmuster aussieht, das die Schere zwischen Arm und Reich, also zwischen Gewinnern und Verlierern immer weiter aufgeht, also lasst uns noch mal schauen, was Michael Whyman erkennt, wie

Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck die illusorische Natur des Geldes in einem Fiat-Money-System erläutert …

Selbst die großen Wirtschaftsexperten befinden sich im Streit darüber, ob dieses System noch haltbar ist oder nicht. Ein gutes Beispiel ist Joseph Eugene Stiglitz. Stiglitz ist ein US-amerikanischer Ökonom. Er war von 1995 bis 1997 der Vorsitzende und von 1997 bis 2000 Chefökonom der Weltbank, die ihm aufgrund seiner Kritik an ihr kündigte!

Man sollte sich durchaus mal etwas intensiver mit der Struktur und dem Mechanismus des Kapitalismus beschäftigen.

Wie kommt es denn dazu, dass die ganze Welt einen Schuldenberg (Spekulationsblasen und Obligationen mit eingerechnet) von insgesamt 1500 Billionen € vor sich herschleppt, die weltweite wirtschaftliche Produktivität aber nur 42 Billionen € beträgt?

Letztendlich müssen die Zinsen immer durch das Volk erarbeitet werden. Da sich aber auch das Zinsguthaben ebenfalls wieder verzinst, entsteht ein Schneeballeffekt, der dazu führt, dass die Produktivkraft des Volkes eines Tages nur noch für das Aufbringen der Zinsschuld eingesetzt werden muss. Das ist dann spätestens der Zeitpunkt an dem die Wirtschaft endgültig zusammenbricht. Um das zu verhindern, Weiterlesen …

Acht Orientierungspunkte für eine Transformation unserer Ökonomie hin zu Commons – über das Commoning

August 27, 2012 1 Kommentar

In vielen Artikeln haben wir fest gestellt, dass unsere neoliberale Ökonomie uns immer klarer aufzeigt, dass sie ein böses Ende nehmen wird. Also tun wir gut daran, uns nach anderen Ökonomien umzuschauen, die uns in ein nachträglich zuträglicheres Leben führen kann. Ich hatte schon einige Male auf die Commons geschaut. Hier ist man wieder einen Schritt weiter, geht es doch darum, die kleinen übrig gebliebenen Keime wieder zum Wachsen zu bringen. Stefan Meretz hat dazu den folgenden Artikel auf keinform.de veröffentlicht, den ich hier für weitere Ideen auch bringen möchte:

Wie sich Commons entfalten können, von Stefan Meretz:

Elinor Ostrom hat vor über 20 Jahren acht Commons-Prinzipien formuliert. Eine Arbeitsgruppe auf der ersten Commons-Sommerschule hat sich entschlossen, sie neu zu formulieren. Hier ist das Ergebnis. Unten folgt ein Kommentar von mir.

Acht Orientierungspunkte für das Commoning

Elinor Ostrom und andere haben Designprinzipien für die gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen formuliert. Sie sind die Essenz unzähliger Feldstudien. Sie wurden aus einer wissenschaftlichen Perspektive verfasst und bleiben für die Commons-Bewegung von großer Bedeutung.

Unsere Perspektive ist die der aktiven Commoners, der Menschen, die Commons machen. Uns geht es weniger um Institutionen, sondern um Räume der Gemeinschaftlichkeit und Kooperation, die wir uns schaffen. An den Ressourcen interessiert uns weniger ihre Beschaffenheit, sondern wie wir sie erhalten und nutzen können. Wir beziehen uns folglich sowohl auf materielle wie nicht-materielle Weiterlesen …

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