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Posts Tagged ‘Leistungsstreben’

Das deutsche Schulsystem macht uns stumm

August 10, 2018 7 Kommentare

Ich bin ein einziges Zahnrad in diesem Komplex und habe Angst, nicht mehr laufen zu können. Und ich sehe diese Jugend ohne Worte, wie sie tonlos funktioniert, als Zahnräder sich dem großen Ganzen fügt und dabei jeder für sich so viel Individualität und damit ein Stück Menschlichkeit verliert.

Dafür sehe ich andere Merkmale wie schwarze Blumen aus unseren Seelen spießen: Angst. Verzweiflung, Konkurrenz. Wettbewerb. „Leistung“ steht da in Großbuchstaben auf meinem Körper geschrieben. Darüber prangt mein Gütesiegel. Wir werden organisiert aussortiert und bleiben tonlos!

Vielleicht ist das einer der Nebeneffekte dieses Prozesses: Wir werden stumm. Sind so mit Erwartungen und Druck gefüllt, dass wir am Ende des Tages zu müde sind, um auf die Straße zu gehen und für unsere Werte aufzustehen. Unsere Köpfe rauchen, wie Schornsteine einer Massenfabrik. Wir sehnen uns doch alle nur nach Freiheit.

Fundstelle: „Unser Schulsystem braucht Kreativität statt Auswendiglernen!“
Harte Kritik am deutschen Schulsystem übt die Abiturientin Anna. Schule in Deutschland mache junge Menschen zu Maschinen, sagt sie – und bietet drei Alternativen an.

Hier klagt noch Jemand das Schulsystem an:

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Ich schäme mich also bin Ich

Oktober 13, 2014 305 Kommentare
Wolfram Kölling

Wolfram Kölling

Ich wundere mich nicht, daß die Menschen böse sind,
aber ich wundere mich häufig, daß sie sich nicht schämen.
Jonathan Swift

Über die mit Marietta Weiser (siehe ihren Artikel hier) gegründete Facebook-Gruppe Kooperation statt Konkurrenz habe ich von den nachdenkenswerten Aspekten unseres gesellschaftlichen Konzepts der Scham immer wieder etwas von Wolfram Kölling erfahren dürfen. Er hat uns nun einen kurzen Überblicksartikel zur Verfügung gestellt, der den Zusammenhang von Scham, Trauma und Herrschaft aufzeigt. Vielen Dank dafür:

Ich schäme mich also bin Ich

Schamgefühle sind natürliche, menschlich notwendige Gefühle. Als Signalgefühle zeigen sie uns, wenn unser Selbst scheinbar oder tatsächlich angegriffen oder verletzt wird. Gleichzeitig sind  sie aber auch für unser Leben sehr hilfreich, indem sie uns dabei unterstützen, uns in unserer menschlichen Unvollkommenheit anzunehmen und zu achten. Sie sind also ein wesentlicher Teil unserer Selbstliebe.

Allerdings führen heftige Erschütterungen unseres Selbst, unseres Selbst- oder Selbstwertgefühls auch zu extremen Schamgefühlen, die sofern sie in unserer Kindheit und Jugend häufig erlebt werden, starke Schamprägungen bilden. Zu diesen Erschütterungen des Selbst kann es durch die unterschiedlichsten Verletzungen kommen wie Demütigungen, Erniedrigungen, traumatische Erfahrungen, entwürdigendes und respektloses Verhalten, Missachtung und Missbrauch oder Gewalterfahrung und dominantes und beherrschendes Machtverhalten.

Wir sehen also, dass es natürliche Scham und krankmachende Scham gibt. Angemessene Beschämungen können zur Veränderung führen und sind für das Lernen und damit für jede Entwicklung durchaus sinnvoll. Das bedeutet überhaupt keine „Erschütterungen“ in der Sozialisation, also Verwöhnung, Grenzenlosigkeit und absolute Fürsorge oder völlige Unverbindlichkeit und eine Erziehung ohne Werte führen zu vergleichbaren Schamprägungen oft in dem Sinne, dass gar keine Scham gelernt wird. Diese Menschen gelten dann oft als „schamlos“, obwohl auch sie in der Tiefe ihrer Seele in einer bestimmten Art schamempfindlich sind, meist reagieren sie auf Begrenzung oder Kritik sehr empfindlich.

Die Beschämungen sind allerdings grundsätzlich Weiterlesen …

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