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Posts Tagged ‘Krieg’

2% des BIP für die Kriegsindustrie … was ist das schon? Für Deutschland eben 80 Milliarden € … kein Pappenstiel! Nicht in meinem Namen!

Daniele Ganser spricht nach seiner Preisannahme ‚Mind Award‘ in Montabaur über das geschickte Framing zur irren Erhöhung des Kriegsetats. Deutschland würde damit auf Platz drei in der Welt kommen, dabei gab es in diesem Land mal die nachvollziehbare Überzeugung:

Nie wieder soll Krieg von deutschem Boden ausgehen!

Inzwischen verteidigen wir unsere Wirtschaft mit dem Votum auch der SPD und Grünen am Hindukusch, und deutsche Soldaten halten auch in Mali ihren Kopf hin, damit die Franzosen ihre Atomkraftwerke am Laufen halten können (siehe).

Schon mal darüber nachgedacht, was 2% BIP aussagt, und wie wir deutschen Bürger schon wieder hinter das Licht geführt werden, um den Militärisch-Industriellen Komplex, vor dem auch schon Eisenhower eindringlich gewarnt hat, weiter anfüttern zu können?

In dem folgenden Vortrag wird das gut sichtbar gemacht. Frage mich dabei, wo kann ich noch Mal angeben, wofür meine Steuern verwendet werden sollen?

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Tanz der Vampire … oder: jährliche „Sicherheitskonferenz“ in München

Februar 16, 2019 6 Kommentare

Lisa Fitz hat einen neuen Song rausgehauen, der es in sich hat, zensiert zu werden, greift sie doch mächtig die sichtbare Herrscherhandlanger an, ihr Kriegshandwerk betreffend. Sie nennen es, sich um Sicherheit zu kümmern. Wir wissen inzwischen, wie die letzten beiden Weltkriege von den Machern des Tiefen Staats vorbereitet wurden. Ob wir es schaffen, dass wir ihnen dieses Mal das Handwerk legen, bevor wieder Millionen Menschen ihr Leben für das weiter gesteigerte Leben der Superreichen hingeben müssen? Also ab ins Regal, vielleicht hilft es ja:

Und gerne auch noch als Text, wer lieber liest:

Weiterlesen …
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Führt der Pazifist den falschen Kampf?

Skulpturen auf der Museumsinsel Hoimbroich – Bild: Martin Bartonitz 2018

Ich habe gerade einen Text auf Facebook von Alexander Wölk als Kommentar erhalten, der sich lohnt, hier zur Diskussion zu stellen. Es geht um Jene, die sich für den Frieden einsetzen, sprich den Pazifisten. Es sieht so aus, dass er keinen Frieden erreichen wird, weil er das eigentlich Problem nicht sieht?

 Wie schafft nun der Pazifist die wirtschaftlichen Bedingungen für ein lebenswertes Leben? Wie beendet er den seit Jahrtausenden mit unverminderter Heftigkeit tobenden Bürgerkrieg, wie rottet er die Kapitalisten (Zinsgewinner) und das Proletariat (Zinsverlierer) gleichermaßen aus, wie verhält er sich gegenüber dem Zins, wie zum Privatgrundbesitz, wie zum Recht auf den vollen Arbeitsertrag?
Auf diese Fragen hat der Pazifist zu antworten, wenn er in den Kreisen derjenigen Eindruck machen will, die seit Jahrtausenden Krieg führen und seit Jahrtausenden besiegt am Boden liegen und geschlagen werden. Sieht der Pazifist diesen Krieg nicht, steckt er den Kopf in den Sand, um ihn nicht zu sehen, nun, so kann er einpacken. Das, was er dann noch zu sagen hat, interessiert nur noch die Leute, die nichts anderes wollen, als eine Organisation, und die dann schließlich noch den Krieg ihrer Organisation wegen nicht entbehren wollen, wie jeder Apotheker die Krankheiten, wie jeder Parteibonze die Soziale Frage verewigen möchte.
Es ist ja wahr, dass der Völkerkrieg mit seinen Giftgasen und weiten Schlachtfeldern auf naive Gemüter stärkeren Eindruck macht als der in den Eingeweiden der Staaten bohrende Bürgerkrieg, obschon die Opfer dieses Krieges ungleich zahlreicher sind und unendlich größer ihre Qualen. Denn der Bürgerkrieg erschöpft sich nicht in den täglichen Einzelgefechten, wo 10 bis 50 oder 100 Mann fallen; das sind nur die äußern Erscheinungen. Für den Bürgerkrieg sind die Waffen ohne Knall und Rauch schon längst erfunden in Gestalt von Hunger, Schmutz und Schwindsucht. Und dieser geräuschlose Vorgang ist nicht geeignet, die Aufmerksamkeit oberflächlicher Geister auf sich zu lenken, nicht wie es das Massenmorden der Feldschlacht tut.
Nichtsdestoweniger ist nicht an der Tatsache zu rütteln, dass der Bürgerkrieg die primäre Erscheinung ist und der Völkerkrieg die sekundäre. Der bürgerliche Kriegszustand ist es ja gewesen, der die Anregung dazu gab, die Staaten als Machtorganisationen auszubauen, und die Staaten sind es doch wohl, nicht die Menschen, die wegen der ewig auseinanderstrebenden Interessen zusammenprallen müssen. Ohne den bürgerlichen Kriegszustand wäre es darum auch niemals zu zwischenstaatlichen Kriegen gekommen. Die Staaten würden ebenso friedlich nebeneinander liegen wie die Gemeinden heute nebeneinander liegen. Die Pazifisten packen also das Friedensproblem beim Schwanz an.
Das Problem des Friedens heißt:

Wie schaffen wir bürgerliche Zustände, die den Staat als Machtorganisation überflüssig machen, sodass wir die öffentliche Macht entbehren, bis auf den Nachtwächter abbauen können?“

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Why: Armistice Day became Veterans Day …

November 15, 2018 5 Kommentare

“Lest we forget!”… It is often said…

Alas, much too much is not remembered, no longer known, never really learned, completely ignored, and totally forgotten…

This is the tragedy of “The Inconvenience of historical Truth!”…☹


“Today’s holiday originally was a worldwide call for peace that was spurred by universal revulsion at the huge slaughter of World War I back in 1918. After World War II, the U.S. Congress decided to re-brand November 11 as Veterans Day. Who could speak against that? But honoring the warrior quickly morphed into honoring the military and glorifying war. Armistice Day was flipped from a day for peace into a day for displays of militarism. This November 11, it is as urgent as ever to ring the bells for peace. We must continue to press our government to end reckless military interventions that endanger the entire world. We must call for an end to war.”

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Zeit der Erinnerung, des Reflektierens, und der Besinnung…

November 12, 2018 13 Kommentare

Wo aber ist die wirklich wahre, die aufrichtige
die notwendige menschliche Gesinnung?
Vor genau 100 Jahren endete
der angeblich „letzte Krieg“ aller Kriege…
Was sagte und schrieb man nicht alles
in den nachfolgenden Zeiten…
aber dann wurde bedauerlicherweise „entdeckt“…
genau dieser Krieg sollte allen weitern Kriegen,
allem weiteren Wahnsinn, aller weiteren Willkür
den Weg zu weiterem nationalen, regionalen
und globalen Blutvergießen bereiten…
Wer kann das schon vertuschen oder faktisch bestreiten?
Kriege „enden“ ohne Siege… ohne Sieger…
Die Konsequenzen der Kriege sind auch endlose Kosten…
Kriege erzielen nicht angeblich gesteckte Ziele…
Kriegsopfer gibt es dann zahllose, endlos viele…
Und sinnierende, erinnernde, seelisch leidende,
tragisch trauernde Krieger…
Kriege produzieren nur Verwüstung, Vertreibung,
Flehen, Fliehen, und Verderben…
Kriege werden nicht erlebt, sondern forciert aufoktroyiert,
erduldet und erlitten…
und auch die Überlebenden
werden Zeit ihres restlichen Lebens darunter leiden.
Kriege resultieren in Vernichtung,
in Tod durch jammervolles Sterben…
Alle Kriege, historisch verbucht, seien permanent verrucht… und
alle Kriegstreiberei sei hiermit verdammt!
Alle Kriegstreiber seien für ewig und alle Zeiten
absolut verachtet und verflucht!

Gerhard A. Fürst
11.11.2018

Gerhard A Fürst

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Beule im Auto, aber Freund gewonnen …

September 27, 2018 4 Kommentare

Gasse in Rovinj auf der istrischen Halbinsel in Kroatien – Foto: Martin Bartonitz

Ich habe die Tage abends mit einem 69 Jahre alten Kroaten aus Rovinj in Istrien beim Essen zusammen gesessen. Grund: er wollte sich für eine Beule, die er in mein Auto machte und mir so unangenehme Stunden bereitete, entschuldigen. Wir haben auch darüber gesprochen, was wir beruflich machen. Er ist mit seinen 69 Jahren immer noch aktiv in der Tabakbranche unterwegs. Er hätte sonst das Gefühl einzurosten. Und so ist er noch viel in der ganzen Welt unterwegs, bis weit nach Asien …

Besonders interessant fand ich aber Seine Erzählung darüber, was seine Antwort auf die Frage eines Holländers aus der Firma, in der er beschäftigt war, warum er damals nicht für Kroatien gekämpft hätte:

Für wen hätte ich kämpfen sollen? Ich wurde geboren, da hatten die Jugoslawen bei uns das Sagen. Als mein Vater geboren wurde, waren es die Italiener. Als mein Großvater geboren wurden, waren es die Österreicher. Als mein Ururgroßvater geboren wurde, war es Napoleon. Davor waren es Österreicher, Venezianer, sowie der bestellte kroatische König des Kaisers des heiligen römischen Reichs deutscher Nationen … Wir hier in Istrien fragen lieber, was Du und Deine Väter gemacht haben, um zu wissen, mit wem wir es zu tun haben.

Wenn ich mir die aktuelle Diskussion um eine nationale Identität hier in Deutschland und auch anderen europäischen Ländern anschaue, so muss ich doch bei diesem individuellen Blick auf die Welt deutlich schmunzeln … besonders, wenn ich dann noch daran denke, dass Mensch auf einer großen Farm lebt (siehe dazu: Die Matrix Staat als Menschenfarm?)

In Istrien leben übrigens noch immer viele Menschen, die mit Italienisch aufwachsen. Es hat zwar nach dem 2. Weltkrieg eine ethnische Säuberung unter diesen Menschen durch die Kommunisten gegeben, aber es doch auch heute noch so, dass auf der istrischen Halbinsel alle Ortschaften sowohl in Kroatisch als auch Italienisch beschriftet sind.

Die Altstadt von Rovinj vom Süden aus betrachtet – Foto: Martin Bartonitz

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„Ich kann mich nicht daran gewöhnen!“

Wer werden wir gewesen sein? Die, die zugeschaut haben, wie schon so oft? Werden wir die gewesen sein, die einfach weiter gemacht haben, weil es so bequem war? Oder werden wir die gewesen sein, die gerade nochmal rechtzeitig die Kurve bekommen habe und die die Reißleine gezogen haben, als es noch nicht zu spät war?

Zum Draufrumkauen mal wieder was von von Christoph Sieber, ergänzt mit links auf untermauernde Artikel:

„Ich will mich nicht gewöhnen, dass Deutschland Teil einer Kriegsmaschinerie ist. Ich will mich nicht gewöhnen, wenn der SPIEGEL schreibt, dass Deutschland endlich in der Normalität angekommen ist, wenn es sich an internationalen Kriegseinsätzen beteiligt.

Die Beteiligung an Kriegen darf nie Realität werden.

Ich kann es nicht glauben, dass Verteidigungsministerin von der Leyen, auf die Frage eines Journalisten, ob denn eine Fußball-WM 2018 in Russland tatsächlich denkbar wäre, antwortet:

Deutschland wird auf jeden Fall schießendes Personal schicken (hier).

Das ist nichts anderes als die Verharmlosung des Krieges.

Ich will mich nicht gewöhnen, dass in Europa das Recht des Stärkeren gilt, wenn Hunderttausenden der Zugang zu Gesundheit, Bildung und einem würdevollen Leben einfach verwehrt wird (siehe z.B. Butterwege).

Ich will mich nicht daran gewöhnen, dass die Würde des Menschen antastbar ist, denn die Würde des Menschen steht tagtäglich zu Zehntausenden bei der Tafel an, um unsere Reste zu essen (Die Tafeln betreffend: Weil mein Gewissen es mir befiehlt – offener Brief).

Die Würde des Menschen krepiert vor Lampedusa und die Würde des Menschen stirbt im Krieg und zwar in jedem Krieg, weil der Krieg keine Würde kennt, nicht die der Täter und nicht die der Opfer (An den Soldat: Bedenke, warum der großartige Ali nicht in den Krieg wollte …).

Ich will mich nicht an die Barbareien der globalisierten Welt gewöhnen, die Ausplünderung armer Länder, die Waffenlieferungen, die Unterstützung brutalster Despoten und Diktatoren, ich will mich nicht flüchten in den Zynismus derer die sagen: „Da kannst’e nichts machen, das war schon immer so“ (Auch der IWF ist ein Werkzeug für die Umverteilung von Arm nach Reich ….

Ich möchte mich nicht abfinden, dass es so etwas wie Alternativlosigkeit gibt, weil es immer Alternativen gibt, weil es das Wesen der Weiterlesen …

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