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Posts Tagged ‘Konstruktivismus’

Die kürzeste historische Darstellung der Erkenntnistheorien – wissen wir am Ende nichts?

In unserem letzten Artikel zur Wirklichkeit hatten wir unterm Strich festgestellt, dass bei Zurückhaltung von Information durch die Herrschenden unsere Realität weit weg von der Wirklichkeit liegen kann. Zur Vertiefung darüber, wie unmöglich es für uns ist, „die“ Realität wirklich zu erkennen, möchte ich zwei inspirierende Zitate, die ich als Kommentar in eine Facebook-Post erhielt, hier bringen. Der eine stammt von Gerhard Hoeberth, dessen Buch Evolutionärer Idealismus ich gerade lese. Er hat die für mich kürzeste historische Darstellung der Erkenntnistheorien verfasst:

Am Anfang war der „naive Realismus“, Philosophie war damals reine Ontologie. Dann kam das bürgerliche Ich und mit ihm die „Erkenntnistheorie“ – beginnend mit Rene Descartes „Dualismus“. Dem trat Spinoza mit einem „Pantheismus“ entschieden entgegen. Aber Kant erkannte, dass Descartes Recht hatte und entwickelte den „Transzendentalismus“. Darauf aufbauend setzte J.G.Fichte auf den „subjektiven Idealismus“, F.W.J.Schelling dann auf den „objektiven Idealismus“ und G.W.F. Hegel schließlich auf den „dialektischen Idealismus“. Aber für Karl Marx war das esoterische Augenwischerei und so stellte er Hegel wieder auf die Füße und sorgte für den „dialektischen Materialismus“. Husserl bemerkte aber, dass die Prämissen der Dualität falsch waren und stellte dem seine „Phänomenologie“ entgegen. Aber die Basis bröckelte mit K.Gödel. Wittgenstein und Jakobson erkannten die intersubjektive Relativität von Wirklichkeit und gründeten den „Strukturalismus“ und Varela und Maturana erkannten die Abhängigkeit der Wahrnehmung von der Körperlichkeit. Die Konsequenz war der „Konstruktivismus“. Schließlich aber entdeckten Lorenz und Popper die Abhängigkeit der Körperlichkeit vom raumzeitlichen Kontext und der Kreis schloss sich über die „evolutionäre Erkenntnistheorie“ zum – nun nicht mehr „naiven“, sondern jetzt „wissenschaftlichen“ – „Realismus“ 😉

Gerhard fasst seinen Artikel noch wie folgt zusammen:

Wir müssen also festhalten: Nicht die Tatsache, dass wir in der selben Welt leben, diese aber über unterschiedliche Sinnesorgane erfahren, sorgt für unterschiedliche Wirklichkeiten. Vielmehr sind es die speziellen und individuellen emotionalen Erfahrungen, die auch aufgrund der Artenzugehörigkeiten gemacht werden und die unterschiedlichen Entwicklungshöhen des Bewusstseins, aus denen die unterschiedlichen Interpretationsschablonen gefertigt werden. Die Konstruktion und die Art unserer Sinnesorgane ist weitgehend nebensächlich. Echte Empathie ist auch zwischen Lebewesen möglich, die sich körperlich vollkommen voneinander unterscheiden. Es besteht die prinzipielle Möglichkeit, sich in andere Wesen zuverlässig einzufühlen, auch in Fledermäuse. Es ist dem Menschen durchaus nicht prinzipiell verschlossen sich vorzustellen, wie es sich an fühlt, eine Fledermaus zu sein.

Was aus diesen wenigen Zeilen herauszulesen ist: es war bis hierher schon ein langer Weg und wir können davon ausgehen, dass wir noch immer am Anfang unserer Erkenntnisse stehen dürften. Und genau hier stach Nick Mott noch viel tiefer hinein: da wir so gut wie nichts wissen, und das schon gar nicht Weiterlesen …

Warum steht unsere Welt auf dem Kopf?

schwarz-rot-gold

schwarz-rot-gold

Auf die Idee zu diesem Artikel haben eine Reihe von Hinweisen beigetragen. Denn es läuft in unserer Welt so Einiges in die falsche Richtung, auf dem Kopf stehend quasi. Fangen wir mal mit was Einfachem, einer kurzen Wiederholung an.

Die Farben unserer Nationalflagge wurden 1815, als Napoleon das Land geschlagen verlassen musste, von der Urburschenschaft in Jena als Band erstmals getragen und später auch als Symbol für Freiheit auf dem Hambacher Fest genutzt, allerdings war die ursprüngliche Reihenfolge anders und aus den Befreiungskriegen heraus so gedeutet:

Aus der Schwärze (schwarz) der Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ans goldene (gold) Licht der Freiheit.

Vom Dunkeln ins Licht gewachsen, also von unten nach oben. Mit der Waimarer Republik wurden diese Farben dann als Nationalfahne verwendet, die bis heute, nur kurz durch das Dritte Reich unterbrochen, Bestand haben, nur auf dem Kopf stehend eben. Das Dunkle wirkt von oben und erdrückt das Gold, was so keine Chance hat, sich durchzusetzen, egal wie stark gekämpft würde. Was für ein deprimierendes Bild, wenn man es auf dem Hintergrund der ursprünglichen Symbolik betrachtet.

Zu abwegig: Wäre es möglich, dass den Menschen in Deutschland unterbewusst klar gemacht worden sein soll, dass sie als Verlierer der beiden Weltkriege (siehe Details weiter unten) nun mächtig werden zahlen müssen? Die letzten Raten haben wir vor 2 Jahren überwiesen. Und auch heute zahlen wir, wie im Grundgesetz fixiert, für die immer noch andauernde Besatzung.

Minoische Vase

Minoische Vase (Wikpedia)

Da gerade das Dritte Reich angesprochen war. Auch hier wurde ein seit ca. 6.000 Jahren weltweit positiv genutztes Zeichen, dass Sonnenrad Weiterlesen …

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