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Posts Tagged ‘Kommunikation’

Rückschrittlichkeit?

August 11, 2019 4 Kommentare

Ah, ja, genau so isses…
Die Dekadenz ist „in!“…
denn notwendiges, erforderliches Denken
macht zu vielen Leuten
allzu viel “Mühe”…
und ist möglicherweise
nach so mancher „Meinung“…
ohne allzu große Bedeutung,
ohne brauchbaren Sinn?
Nur so ’ne Schinderei,
ohne sichtbaren, zählbaren Gewinn?

Man sieht diese Massen
von tastenden, tappenden Typen
tagtäglich durch die Gegend tippeln…
gebeugt und gebückt,
fest fokussiert auf ihr „handy“
oder auf ihr “E-phone,”
diese Hilfsmittel (oft hilflos),
fest in den Händen haltend…
und darauf herumtippend…
und sie widmen ihrer Umwelt
kaum einen erkennenden,
aufmerksamen Blick…
und machen dabei nur noch
kaum verständliche Laute…
in täglich neuerfundener Symbolik…
Sind das noch wirkliche Gespräche?
Übt man dabei die Sprache,
oder ist das nur noch Geplapper?
Lernt man mit dieser Methodik
das gute, gesellschaftliche Sprechen,
oder ist das nichts andres als ein
linguistisches Verbrechen?
Nichts als Banalität!
Man spricht nicht mehr wirklich
miteinander oder zueinander.
Man palavert an einander vorbei?
Und was lernt man dabei?
Is das noch ein Gedankenaustausch,
oder nur so nebensächlicher,
oberflächlicher, unsinniger Plausch?

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Es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis darüber, was „Zuhören“ ist …

Logo des Projekts ‚Talent‘

Ich habe Mal wieder ein Leckerbissen eines Blogger-Kollegen, der als Führungsberater aktiv ist, und sich aber auch viele Gedanken über eine wirklich funktionierende Demokratie macht, eine, in der anstelle für Wenige möglichst für Alle gesorgt wird. In dem Artikel untersucht er ein Thema, das wir von unseren Politikern letzte Zeit so häufig hören: man müsse mehr zuhören. Wie schwierig das ist, besonders in hierarchischen Umgebungen, und wann das gut funktionieren kann … unsere Institutionen wären wohl umzukrempeln. Aber lest Mal rein:

Die unterschätzte Kraft des erkennbaren Zuhörens (Quelle)

Uns wird viel zugemutet in Sachen Zuhören heutzutage. Alles mögliche müssen wir uns anhören, ohne dass wir uns leicht dagegen verwehren können. – Das beginnt nicht erst in der Schule. Und es endet nicht in unseren Ausbildungen, Studien und Betrieben. Auch im öffentlichen Raum, an unseren Wohnungstüren, auf unseren Online-Kanälen und unseren Festnetzanschlüssen werden wir zugeknallt mit Dingen, „die wir uns mal anhören sollen“.

Gleichzeitig werden wir permanent dazu ermuntert, „besser zuzuhören“. Weil das ja so unglaublich segensreich für Alle sei.

Mein Eindruck als Jemand, der zu viel spricht, weil er sich zuviel anhören musste, ist ja: Es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis, was „Zuhören“ ist und wie es sich auf die daran beteiligten Menschen auswirkt.

Am besten bekommt man dieses Unerhörte ins Ohr, wenn man vom „Erkennbaren Zuhören“ spricht. Was ist damit gemeint?

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Kopfkino kann zu Gewalt führen – oder eben auch nicht …

Kopfkino gewaltfreie Kommunikation
Ich beobachte mich zunehmend selbst, warum ich auf bestimmte Dinge eher genervt oder gar aggressiv reagiere. Häufig genug liegt es daran, dass mir mein Erfahrungshorizont einen Streich spielt. Ich höre und sehe etwas und interpretiere etwas hinein, was mein Gegenüber ganz anders gedacht hat. Auch wenn ich mir hier auf dem Blog so einige Diskussionen anschaue, ist dieses Muster immer wieder zu erkennen. Der eine sagt etwas, und ich wundere mich über die pikierte Antwort, da ich etwas ganz anderes in der Mitteilung erkennen zu meinen.

Hier ist ein weiteres schönes kleines Beispiel, das mir seitens Gewaltfrei miteinander vor die Brille kam. Manchmal hilft der Gedanke am Ende …:

Gestern im Supermarkt ist es mir wieder einmal so bewusst geworden, wie wenig ich doch wissen kann, was der andere denkt oder fühlt. Während ich an der Kasse stehe, vor mir ein anderer Kunde und davor eine ältere Dame. Ich lächele freundlich durch die Gegend, sie guckt mich an, ich lächele immer noch, dann schaut sie auf das Band vor sich, guckt mich wieder an und sagt „Hey, hey. Pech gehabt!“

Ich war mächtig irritiert und fragte nach „Wie bitte?“, weil mir gar nicht klar war, worauf sie sich jetzt bezog und auch nicht 100% sicher, ob ich sie überhaupt richtig verstanden hatte. Die Dame wiederholte jedoch noch einmal „Hey, hey. Pech gehabt!“ Fast genauso unverständlich wie zu vor. Da war ich erstmal sprachlos!

Ich rätselte eine Weile vor mich hin, ob sie sich wohl noch darüber ärgerte, dass eine Flasche im Getränkeautomat nicht berechnet wurde? Da hatte ich sie zuvor gesehen. Dann merkte ich, dass aus den unzähligen Möglichkeiten, die ich mir ausdachte beinahe jede das Potential hatte in mir Ärger hervorquellen zu lassen.

Während ich weiter wartete, wurde ich mir meiner Gedanken bewusst und sagte innerlich „Stopp, Du hast gute Laune, bist entspannt und was immer die Dame vor Dir gerade dazu bewogen hat sich so zu äußern, es ist ihr Thema nicht Deins!“
– Was für eine wohltuende Erkenntnis einmal mehr nicht meinen Gedanken nachzugeben und einfach bei mir zu bleiben.

Gelingt es Euch auch hier und da einfach mal inne zu halten? Die Gedanken wahrzunehmen, dann aber doch ziehen zu lassen?

Dabei habe ich doch reichlich Übung. Ich arbeite in der Software-Branche und präsentiere immer Mal wieder unsere Software. Dabei versuche ich mich möglichst gut in die Gedankenwelt meines Gegenüber zu versetzen und einzuschätzen, was er schon weiß, so dass ich mit dem richtigen Tempo und mit den gerade passenden Ergänzungen herüber komme. Meist gelingt mir das In-den-Anderen-hinversetzen recht gut. Dennoch tappe ich immer wieder in die Falle und ärgere mich meist grundlos. Besonders im Fall von E-Mail-Kommunikation. Hier fehlen die zwei Dimensionen Stimmlage und Körperhaltung. Und schon interpretiere ich mehr hinein als da ist. In solchen Fällen habe ich mir angewöhnt, die Antwort zu schreiben, aber noch nicht zu senden. Ein Schlaf drüber lässt dann so manche Korrektur am Morgen zu, die einen ganz anderen Ton erzeugt …

Alles ist Klang

Unser Fortschritt zerstört das Wood Wide Web – oder: vom geheimen Leben der Bäume

Förster Peter Wohlleben

Förster Peter Wohlleben

Habt Ehrfurcht vor dem Baum, er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen von Minderwertigkeit eines Volkes und von niederer Gesinnung des einzelnen.
Alexander Freiherr von Humboldt

Guido hat in vielen seiner letzten Beiträgen darauf hingewiesen, dass unser technologische Fortschritt uns immer weiter von all den ANDEREN entfernt. Ich habe nun ein sehr schönes Beispiel dafür gefunden, was passiert, wenn wir unseren Wald nur noch als eine Plantage zur Generierung von Profit betreiben. Der Förster Peter Wohlleben – nomen est omen – spricht in dem folgenden Interview darüber, wie der natürliche Wald funktioniert, wie die jungen Bäume von den alten „gesäugt“ werden, wie schwache Bäume von den gesunden gepflegt werden, und besonders spannend, wie sie miteinander kommunizieren. Aber hört mal selbst rein:

Peter Wohlleben hat eine Reihe interessanter Bücher inzwischen über all sein Wissen geschrieben, so dass der Interessierte sich weiter einleisen kann.

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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Eure Diskussion über die Sprache erinnert mich an manches, worüber ich schon seeeeehr lange nachdenke – natürlich nicht kontinuierlich, aber es kommt immer mal wieder – wie auch hier, während ich Eurer Diskussion zuhörte, nein zulas – wie will ich dieses stille Mitlesen nennen, da es mir doch gleichzeitig – während des Lesens – scheint, Eure Stimmen zu hören? Freilich, es ist meine innere Stimme, die ich höre oder aber meine Vorstellung Eurer Stimmen, die ich höre, während ich lese, was Ihr schreibt…

Sprache – ist sie entstanden, als wir den Dingen Namen gaben, um sie benennen zu können, damit alle wussten, was und wer, vor allem wann gemeint war? Geschah dies, weil wir die direkte Kommunikation miteinander verlernt hatten, die in Bildern ablief und die darum viel genauer, viel schneller und viel präziser sein konnte/ist als die Sprache und entstand die Sprache vielleicht, weil diese direkte Kommunikation keine zeitliche Differenzierung kennen konnte!? Und weil den Zusammenhang der übermittelten Bilder (und damit den Zeitpuntkt der Handlung) darum nur kennen und verstehen konnte, wer das miterlebt hatte, also Außenstehende vom vollständigen Verstehen ausgeschlossen waren, mit den Bildern nichts anfangen konnten, Sprache also notwendig wurde, um wesentlich mehr Menschen an dem Geschehenen Weiterlesen …

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Es sieht zwar alles sehr bunt hier im Internet aus, aber die Zensur hat schon längst begonnen …

Oktober 30, 2012 18 Kommentare

Ich würde gerne die interessante Diskussion um das Thema Soziale Netzwerke – auf der Suche nach wirklichen Freunden in der realen Welt um meinen Senf erweitern. Ich fang´ mal an mit:

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Ich arbeite und lebe mit Computern, seit dem C16 von Commodore. Mir ist es immer sehr leicht gefallen, diese “Apparate” (wie meine Mutter sie nannte) gut zu verstehen. In der Funktionsweise und auch in der Bedienung. Das sind zwei unterschiedliche Dinge.

Ich schlitterte in die Werbung, lernte Mechanismen und Märkte kennen.

Ich merkte schnell, EDV war genau das richtige Wort. Daten werden elektronisch verarbeitet. Fakten, Statistiken, Wissen, Kommunikation, Persönliches. Einfach jede Form der Information lässt sich verarbeiten.

Der schwierige Umgang mit Technik

Schön und gut. Ich bemerkte jedoch, dass viele meiner Mitmenschen Schwierigkeiten haben mit dem Umgang der Technik. Ich versuche es mal so zu beschreiben:

  • Es gibt Menschen, die können etwas Abstraktes gedanklich auf etwas Abstraktes übertragen.
  • Es gibt Menschen, die können etwas Natürliches gedanklich auf etwas Abstraktes übertragen.
  • Es gibt Menschen, die können einen viereckigen Klotz nicht in ein achteckiges Loch stecken.
  • Es gibt Menschen, die es nicht schaffen, einen Weiterlesen …

Das Dilemma der Eliten: ihre notwendige Globalisierung führt zur Vernetzung, damit Transparenz, am Ende zur freien Gesellschaft

Kann es sein, dass die Eliten (=1%), die mit der Globalisierung ihren Profit auf Kosten der Löhner (=99%) noch weiter gesteigert haben, genau damit dafür sorgen, dass am Ende eine neue Gesellschaft entsteht? Eine komplett vernetzte und damit transparente? Alle Daten werden auf dem Tisch liegen und von allen einsehbar sein. Und genau damit hört die Konkurrenz auf, die sich darauf stützt, dass der jeweils Andere Daten nicht besitzt. Wenn A bisher günstig von B kaufen und es C teuerer verkaufen konnte, weil C von B nicht wusste, konnte A von der Differenz profitieren. Wenn aber alle Daten bekannt sind, wird es die Profiteure dazwischen nicht mehr geben.

Auf diese Überlegungen bin ich während des Anschauens des Mitschnitts eines Vortrags auf dem ZDAY 2012 von Ex-Uni-Prof. Dr. Franz Hörmann gekommen. Der ZDAY wurde veranstaltet von der Zeitgeist Bewegung. In seinem Vortrag zur Ressourcen-basierten Wirtschaft (ich hatte schon mal darüber geschrieben) beschreibt Herr Hörmann eine neue Ökonomie und Gesellschaft mit Ansätzen, wie wir sie hier im Blog schon häufiger diskutiert haben. Es ist ein sehr inspirierender Vortrag, zumal er kein Blatt vor den Mund genommen hat und auch die Finger tief in die Wunden unseres heutigen Systems gesteckt hat.

Er beginnt über die derzeitige Asymmetrie unserer Informationen und erklärt, warum Weiterlesen …

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