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Posts Tagged ‘Karl Marx’

Marx für Dummies – die Vierte

September 20, 2020 27 Kommentare

Dieser Artikel setzt die drei ersten Artikel 1, 2 und 3 fort:

Halle und Warenströme aus der Vogelperspektive

Karl Marx in der typischen
Pose eines Freimaurers
Foto: Wikipedia

Aus der Vogelperspektive auf die Halle geschaut, gehen dort Waren ein und aus. Im Marxschen Sinne Kapitalinvestition sind allein diejenigen Waren, die in die Halle eingehen, um dort (ab)genutzt oder verbraucht zu werden, nämlich Maschinen, Arbeitsmittel, Roh- und Hilfsstoffe plus die unmittelbar händisch warenproduzierenden Arbeitenden. Auch diese repräsentieren bei Marx Warenströme, nämlich die Ströme jener Waren, welche die Arbeitenden der Halle zur Aufrechterhaltung ihrer Arbeitskraft benötigen und von ihren Löhnen kaufen können. In der Person des Arbeitenden gehen quasi Waren in die Halle ein. Politisch-ökonomisch ist alles Warenstrom.

Der aus der Halle ausgehende Warenstrom verzweigt sich je nach Branche sehr verschieden. Konsumgüter gehen an Arbeiter, Angestellte, Unternehmer, Beamte, Freiberufler, Militärangehörige, Rentner, Arbeitslose, Privatiers, Kinder, kurz: an Alle, ob groß oder klein, jung oder alt. Investitionsgüter gehen an Staat und Unternehmen. Allen Warenströmen gemeinsam aber ist der Rückfluß von Geld vom Käufer an den Verkäufer. Mit diesem Rückfluß ist Konkretes zu Abstraktem geworden, Niederes zu Höherem, Materielles zu Geistigem. Aus Waren wurde Geld.

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Marx für Dummies – die Dritte

September 19, 2020 11 Kommentare

Dieser Artikel setzt die beiden ersten Artikel 1 und 2 fort:

Vor dem Kapital

Karl Marx in der typischen Freimaurerpose
Foto: Wikipedia

Die Schöpfungsgeschichten der drei großen Weltreligionen sind geist-materie-dualistisch. Gott schuf Himmel und Erde, das Höhere und das Niedere. Auch das Kapital kennt Höheres und Niederes, nämlich in den Gegensatzpaarungen Kapital <> Arbeit sowie Geld <> Ware. Die Parallelen von Religion und Kapital sind so wenig verblüffend, wie die von Religion und Kultur.

Ein Ding wird zur Ware, sobald es gegen ein anderes Ding oder Gut getauscht wird. Als es noch kein Geld gab, wurde Ware direkt gegen Ware getauscht. Später erst wurde Geld zum Tauschmittel für Waren. Wo Waren gegen Waren oder Geld getauscht werden, muß es ein Wertmaß geben, das zum Beispiel sagt, wie viele Paar Schuhe ein Faß wert ist. Ohne den Wert von Waren zu kennen, läßt sich nicht ohne Bauchgrimmen tauschen. Selbstredend handelt es sich bei dem gesuchten Maß für den Wert einer Ware um den zur Herstellung einer Ware durchschnittlich erforderlichen Gesamtaufwand an Arbeitszeit.

Alles war vor dem Kapital schon da: Wert bzw. Wertmaß, Ware und Geld. Und auch Ausbeutung und Unterdrückung gab es vor dem Kapital bereits, nämlich im Feudalismus. Doch der Feudalismus kannte so gut wie keine aufnahmefähigen großen Märkte. Da im Kapitalismus in großen Stückzahlen produziert wird, benötigt er eine entsprechend vielzählige Abnehmerschar. Diese bot zunächst nur der internationale Handel.

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Marx für Dummies – die Zweite

September 17, 2020 31 Kommentare

Dieser Artikel ist die erste Fortsetzung der Serie Marx kinderleicht. Hier geht es zum ersten Artikel, der Einleitung.

Eingangsbemerkung

Die drei Bände von <Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie> umfassen 2239 eng bedruckte Seiten. Trotz dieses geradezu biblisch anmutenden Umfangs läßt sich das wirtschaftswissenschaftliche Denken von Karl Marx sehr einfach darstellen und – falls keine Schulung in Marxismus-Leninismus vorausging – kinderleicht verstehen.

Politische Ökonomie = Lehre vom Wirtschaftsgeschehen
in großen öffentlichen Markträumen

Politisch ist Marx gescheitert, wissenschaftlich nicht. Auf seiner Werkbank liegt ein rätselvolles Ding, das den Willen in sich trägt, allem Geschehen in der modernen Welt den Takt anzugeben. Sein Name: Kapital. Marx zerlegt es, entdeckt einen Mechanismus und kommt dessen Funktionsweise und ihren Sonderbarkeiten auf die Spur. Und so zeigt er uns schließlich in nicht zu überbietender Klarheit, daß nicht das Böse die gewalttätige Welt des Kapitals, sondern das Kapital die gewalttätige Welt des Bösen hervorbringt. Seine Kernaussage: It’s the mechanism, stupid!

Die Teilnahme höchster Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an mörderischen satanistischen Kultveranstaltungen darf als gesichert gelten und soll hier nicht in Abrede gestellt werden. Von dem Historiker Wolfgang Eggert präsentiertes valides Quellenmaterial darf als Beweis gelten, daß Marx Kontakte zu Personen pflegte, die in dem Verdacht stehen, satanistischen Heilsideologien angehangen zu haben (siehe u.a. hier).

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Marx für Dummies – die Erste

September 16, 2020 30 Kommentare
Karl Marx in der typischen Freimaurerdarstellung
Foto: Wikipedia

Ich freue mich sehr, Euch wieder eine Serie von Artikeln ins Regal stellen zu dürfen, die wieder lehrreichen Inhalt verspricht. Ich oute mich mal vorab noch: ich habe das Kapital von Karl Marx nie komplett gelesen zu haben. Das meiste Wissen dazu habe ich mir durch Interpretationen und Auszügen angeeignet. Daher würde ich auch nie behaupten wollen, dass ich seine Thesen komplett durchdrungen haben. Und ich vermute, dass dies für den überwiegenden Teil der Menschheit gelten sollte. Die folgenden Artikel sind zwar auch wieder eine Interpretation, welche sich aber bemüht, dies auch für Laien durchdringbar zu machen. Ob ich hier zu viel verspreche? Schauen wir mal:

Marx kinderleicht
1867 – 2018: 151 Jahre

Einführung

Kapitalismus, den es wirklich gibt

Der Wind hatte sich gelegt, und über der angenehm kühlen Aussichtsterrasse des gepflegten kleinen Vororthotels wölbte sich ein wolkenloser Himmel. Bei seiner Ankunft hatte der bullige Kerl, der nun neben Peter saß, in nüchtern verhaltenem Stakkato „Wie es aussieht, der einzige noch freie Platz hier draußen“ festgestellt und sein vom Buffet mitgebrachtes Kaffeegedeck ohne Zögern – „Ich darf doch bitte!“ – auf dem Beistelltisch zwischen sich und Peter abgesetzt, genau mittig auf Peters Wall Street Journal. Das schwere Mahagonigestühl zurechtrückend, hatte er vernehmlich „Guten Morgen, Sir, ich störe hoffentlich nicht“ geächzt und sich dann vorsichtig in dem wuchtigen Sitzmöbel niedergelassen. „Ein wirklich herrlicher Platz! Wenn ich in der Gegend bin, ist dieses Haus mein Favorit. Ach, ich hab mich noch nicht vorgestellt: George Vanderbilt, Management-Consultant, Ohio.“

„Peter Bowman, Holzbau, sehr erfreut, George! Das Hotel gehört meinem Schwager Bill,“ hatte Peter aufgeräumt zurückgegrüßt, und ja – nach ein paar höflichen Erkundigungen über Peters Geschäft, erzählte Vanderbilt bald schon geschmeidig von seinem Arbeitsalltag als Unternehmensberater, kam von dort zu den exzellenten Aussichten für Wirtschaft und Handel, schließlich zu den zu erwartenden vielen neuen Stellen, und-und-und. In seiner Welt war alles rosarot. „Selektive Wahrnehmung,“ kam es Peter in den Sinn.

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