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Wenn mit Holz gebaut wird …

Alter Baum am Seerosenteich in Kölner Flora (Foro: Martin Bartonitz 2017)

Habt Ehrfurcht vor dem Baum, er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen von Minderwertigkeit eines Volkes und von niederer Gesinnung des einzelnen.
Alexander Freiherr von Humboldt

Den obigen Spruch hatte ich schon einmal in einem Artikel mit Bezug zu unserem Wald gebracht, siehe: Unser Fortschritt zerstört das Wood Wide Web – oder: vom geheimen Leben der Bäume. In dem folgenden Interview erfahren wir den Werdegang eines Försters zum Produzenten von Holzhäusern, die inzwischen mehrfach ausgezeichnet wurden, sei es in Bezug auf Dämmung oder Erdbebensicherheit. In dem Interview besonders spannend ist die Passage, wo es darum geht, wie sozial-intelligent Bäume sind. Zum Film finden wir auf Youtube folgende Infos:

Erwin Thoma ist ein Pionier in Sachen Holz. Er baut in 33 Ländern Häuser, die zu 100 % aus Holz gefertigt werden. Seine Konstruktionen sind erdbebensicher. Sie erfüllen deutlich höhere Brandschutzklassen als Häuser aus Stahl und Beton und hinterlassen, weder bei der Produktion, noch bei theoretischem Abriss, das, was man Müll nennt.

Häuser von Erwin Thoma orientieren sich an einer Kreislaufwirtschaft, die den Wald kopiert. Der Wald ist ein komplexer Lebensraum, der sämtliche Materialien selber erzeugt und zu 100 % recycelt. Kann der Mensch dieses System übernehmen?

Ja, das kann er, wenn er das System verstanden hat. Wenn er bereit ist, es zu kopieren und wenn er die Idee dahinter erkennt: Kooperation statt Konfrontation.

Enkelkompatible Wirtschaft und Nachhaltigkeit sind die Zukunft, will der Mensch als Spezies überleben. Ressourcenkriege wie in Middle East wären unnötig, würde man beginnen, komplett auf regenerative Energie umzustellen, würde man vor allem beginnen, Energie zu sparen.

Erwin Thoma

Thoma baut Häuser auch in der Alpenregion mit ihren klirrenden Wintern. Trotzdem kommen seine Gebäude OHNE Heizung aus.
Die Vollholzgebäude kopieren mit ihrer Klimatechnik die Idee von Ameisenhaufen. Strom wird über ein Solardach erzeugt – 100 % autark.

Diese Häuser sind weit mehr als Wohnorte. Sie sind gelebte Friedensbewegung, denn sie machen NATO-Beutezüge nach Gas und Öl unnötig. Aber Thoma ist mehr als ein Volkswirt, der das Jahrhunderte alte Wissen der Holzarbeiter von einst anwendet, um ganze Städte aus Holz zu bauen. Thoma war der jüngste Förster Österreichs. Er lebte zusammen mit seiner Frau im Karwendel-Tal und lernte dort nicht nur, das Wesen der Natur zu erkennen. Er lernte auch, als er regelmäßig eingeschneit über Wochen von der Außenwelt abgeschnitten war, sich selbst zu dechiffrieren – als Mensch.

Zum Video: Weiterlesen …

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