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Posts Tagged ‘Handel’

„Kapitalismus ist wie Krebs. Um permanent wachsen zu können, muss der Krebs sein Umfeld zerstören.“

Dr. Eugen Drewermann 1999, Theologe (Foto: Wikipedia)

Eben noch sahen wir die Unternehmer als Konkurrenten. Heute stehen die Arbeiter gegeneinander in der Konkurrenz um die billigsten Löhne.
Eugen Drewerman

Ich möchte einen weitere inspirierenden Vortrag empfehlen, der sich mit dem Zerstörungspotential eines Systems auseinandersetzt, das sich am Profit orientiert, aus Geld weiteres Geld zu machen, beim Handeln einen Vorteil zu erzielt, oder einfach nur aus Nichtshabenden Arbeit herauszuholen. Zu dem Vortrag ist auf Youtube geschrieben:

Neoliberalismus ist Krebs im Endstadium. Unter dem Tarnnamen Globalisierung haben es die Metastasen geschafft, das gesamte gesellschaftliche Leben ins Visier zu nehmen und zu unterwerfen. Ökonomie geht vor Würde. Jetzt bleibt nur noch die Eroberung des menschlichen Ichs. Dazu wird die Gesellschaft sukzessive atomisiert. Das Zerschlagen klassischer Gruppen in immer kleinere Einheiten fängt bei der Gewerkschaft an, geht über die Familie und endet im Menschen selber. Aus dem Ich wird eine Einheit, die wiederum in ihre Bestandteile zerlegt und kommerzialisiert werden kann.

Nach der Generation „Red Bull“ – „Wir realisieren Deinen Traum, und sei er noch so absurd“ – kommt jetzt die Generation „Selfie-Stick“. Nur wer sich permanent selbst inszeniert und dabei dem diktierten Trend der Industrie folgt, kann sich von der Lehre der völligen Konsumgesellschaft verschonen. Cloud-Persönlichkeiten.

Wo führt diese Highspeed-Autobahn des Zeitgeistes hin?
Ab wann führt die nicht-artgerechte Haltung des Menschen 3.0 zu seiner Zerstörung?
Was muss geschehen, damit eine im Konsumrausch dahinvegetierende Gesellschaft wieder erwacht, zu sich kommt?

Dr. Eugen Drewermann gehört zu den überzeugendsten Weiterlesen …

Grundrisse einer freien Gesellschaft

Dezember 29, 2014 10 Kommentare

aufbruch-ins-ungewisse

Das Verrückte … : Entgegen dem Augenschein werden nahezu zwei Drittel der gesellschaftlich notwendigen Tätigkeiten nicht in der Warenform (vulgo: bezahlt) erbracht, sondern … mehr oder minder freiwillig.

Ich möchte an dem Text Wenn der Handel ein Webfehler unserer gesellschaftlichen Ordnung ist, was dann? von Bernd Mullet anknüpfen, da auch der folgende Artikel von Stefan Meretz sich Gedanken darüber macht, wie eine gesellschaftliche Organisation zur Versorgung ihrer Bedarfe ohne Handel und Geld aussehen kann:

Grundrisse einer freien Gesellschaft (Quelle)

[Artikel aus: Aufbruch ins Ungewisse]

Viele Ansätze erdenken neue Gesellschaften, indem sie interessante aktuelle Entwicklungen prognostisch verlängern. Im Zentrum stehen meist neue Technologien – Jeremy Rifkin (2014) und Ludger Eversmann (2014) machen es vor. Ob die prognostizierte neue Gesellschaft wirklich “neu” oder doch nur eine modernisierte Variante des Gehabten ist, wird selten thematisiert. Doch was macht das Neue einer Gesellschaft aus? Was überhaupt ist eine Gesellschaft?

Gesellschaft ist der soziale Zusammenhang, in dem Menschen ihre Lebensbedingungen herstellen und den sie herstellen. Gesellschaft ist somit doppelt bestimmt. Sie ist Bedingung des Machens und Gemachtes. Als Vorfindliches ist sie Rahmen des Handelns, als Aktuelles ist sie Ergebnis des (all-)täglichen Handelns. Kapitalismus als derzeit dominante Weise der Herstellung der Lebensbedingungen ist keine Veranstaltung außerhalb von uns, sondern wir stellen die sozialen Formen, die den Kapitalismus ausmachen, her. Jeden Tag, mit Notwendigkeit.

Das Neue einer neuen Gesellschaft ist nun ebenso doppelt bestimmt. Neu ist eine Gesellschaft nur, wenn die Lebensbedingungen qualitativ auf andere Weiterlesen …

Wenn der Handel ein Webfehler unserer gesellschaftlichen Ordnung ist, was dann?

Dezember 28, 2014 24 Kommentare

Wir hatten schon das Zinsgeldsystem als auch die unbeschränkte Mehrung von Eigentum als einen Webfehler unserer gesellschaftlichen Ordnung erkannt(?). Als einen weiteren möchte ich die Erkenntnis von Bernd Mullet vorstellen, der den Handel von Waren, also dem An- und wieder Verkauf zum eigenen Nutzen als ein schädliches Element aufmerksam machen. Auf seiner „wertfreien“ Webseite Kein Handel schreibt er über sich:

Der Autor steht dafür, nicht nur das Geld, sondern auch den Handel abzuschaffen. Er ist der Meinung, Handel ist die Ursache für Armut, Krieg, Hunger, Umweltzerstörung und weiteres Elend.

Es gibt zu einer Gesellschaft, die auf Handel beruht, eine Alternative: Eine Gesellschaft, die auf Vertrauen basiert.

Ich möchte hier nicht seine Kritiken am Handel aufgreifen sondern seinen Vorschlag für die Versorgung der Menschen in einem System ohne Geld und Handel vorstellen. Bernd hat mir erlaubt, den folgenden Artikel hier nochmals zu veröffentlichen:

***

Versorgung (Quelle)

Selbstverständlich stellt sich die Frage, wie versorgt man sich, wie kommt man an Lebensmittel, Wohnung, Kleidung und das alles? Da es kein Geld mehr gibt, kann man ja nicht mehr einfach in den Supermarkt gehen und kaufen.

Stimmt. Soll man auch nicht. Ist auch nicht notwendig. Die Versorgung ist noch einfacher als in der aktuellen Gesellschaft. Statt Supermärkte gibt es Versorgungslager, die für alle Tag und Nacht zugänglich sind. Dorthin werden die Produkte aus den Werkstätten, Fabriken, Feldern gebracht und werden dort sachgerecht gelagert. Menschen, die sich die Verwaltung dieser Lager zur Weiterlesen …

Wird der Zins gebraucht, damit Geld umläuft und nicht gehortet wird – spielerisch an Monopoly erklärt

In diesem kleinen Vortrag versucht Prof. Dr. Wolfgang Ertel von der Hochschule Ravensburg im Rahmen von Themen wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstumszwang an den Spielregeln von Monopoly die Fehler im Kapitalismus und Kommunismus zu erklären und bietet mit dem Freigeld eine Alternative an:

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Bernd Mullet, der den Handel als eigentliche Ursache unserer gesellschaftlichen Schieflage sieht, ist mit den Inhalten des Vortags gar nicht einverstanden und kommentierte wie folgt auf Facebook (Text leicht „entschärft“).

Zinsen sind der Anreiz zum Geldanlegen.

Der Anreiz zum Geldanlegen ist der Gewinn. Damit kann man aber auch jeden monetären Gewinn als »Zins« deklarieren. Es ist also nicht nur der Zins, den ein Kreditgeber von Kreditnehmer erhält, es ist genauso die Maschine, welche 5 Arbeiter ersetzt, dadurch die Lohnkosten senkt und somit mehr Weiterlesen …

Vom Kaufen und Verkaufen – und Arbeiten

In „Trauer“ um unsere verlorengegangenen „Arbeit“ aufgrund eines verlorengegangenen Artikels, der sich mit der Erkenntnis, dass Arbeit unter gewissen Bedingungen Sklavenwerk ist, beschäftigte, möchte ich nochmals mit dieser kleinen Geschichte das Thema „Arbeit“ erneut aufgreifen.

Und ein Kaufmann sagte: Sprich uns vom Kaufen und Verkaufen.

Und er antwortete und sagte: Die Erde gibt euch ihre Frucht, und es wird euch an nichts mangeln, wenn ihr nur wißt, wie ihr eure Hände füllt. Im Austausch der Gaben der Erde werdet ihr Fülle finden und gesättigt sein.

Doch wenn der Austausch nicht in Liebe und in freundlicher Gerechtigkeit stattfindet, wird er bloß einige zur Gier und andere zum Hunger führen.

Wenn ihr Arbeiter des Meeres, der Felder und der Weinberge auf dem Markt die Weber, Töpfer und Gewürzhändler trefft, dann beschwört den höchsten Weiterlesen …

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