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Posts Tagged ‘gewaltfreie Kommunikation’

Kopfkino kann zu Gewalt führen – oder eben auch nicht …

Kopfkino gewaltfreie Kommunikation
Ich beobachte mich zunehmend selbst, warum ich auf bestimmte Dinge eher genervt oder gar aggressiv reagiere. Häufig genug liegt es daran, dass mir mein Erfahrungshorizont einen Streich spielt. Ich höre und sehe etwas und interpretiere etwas hinein, was mein Gegenüber ganz anders gedacht hat. Auch wenn ich mir hier auf dem Blog so einige Diskussionen anschaue, ist dieses Muster immer wieder zu erkennen. Der eine sagt etwas, und ich wundere mich über die pikierte Antwort, da ich etwas ganz anderes in der Mitteilung erkennen zu meinen.

Hier ist ein weiteres schönes kleines Beispiel, das mir seitens Gewaltfrei miteinander vor die Brille kam. Manchmal hilft der Gedanke am Ende …:

Gestern im Supermarkt ist es mir wieder einmal so bewusst geworden, wie wenig ich doch wissen kann, was der andere denkt oder fühlt. Während ich an der Kasse stehe, vor mir ein anderer Kunde und davor eine ältere Dame. Ich lächele freundlich durch die Gegend, sie guckt mich an, ich lächele immer noch, dann schaut sie auf das Band vor sich, guckt mich wieder an und sagt „Hey, hey. Pech gehabt!“

Ich war mächtig irritiert und fragte nach „Wie bitte?“, weil mir gar nicht klar war, worauf sie sich jetzt bezog und auch nicht 100% sicher, ob ich sie überhaupt richtig verstanden hatte. Die Dame wiederholte jedoch noch einmal „Hey, hey. Pech gehabt!“ Fast genauso unverständlich wie zu vor. Da war ich erstmal sprachlos!

Ich rätselte eine Weile vor mich hin, ob sie sich wohl noch darüber ärgerte, dass eine Flasche im Getränkeautomat nicht berechnet wurde? Da hatte ich sie zuvor gesehen. Dann merkte ich, dass aus den unzähligen Möglichkeiten, die ich mir ausdachte beinahe jede das Potential hatte in mir Ärger hervorquellen zu lassen.

Während ich weiter wartete, wurde ich mir meiner Gedanken bewusst und sagte innerlich „Stopp, Du hast gute Laune, bist entspannt und was immer die Dame vor Dir gerade dazu bewogen hat sich so zu äußern, es ist ihr Thema nicht Deins!“
– Was für eine wohltuende Erkenntnis einmal mehr nicht meinen Gedanken nachzugeben und einfach bei mir zu bleiben.

Gelingt es Euch auch hier und da einfach mal inne zu halten? Die Gedanken wahrzunehmen, dann aber doch ziehen zu lassen?

Dabei habe ich doch reichlich Übung. Ich arbeite in der Software-Branche und präsentiere immer Mal wieder unsere Software. Dabei versuche ich mich möglichst gut in die Gedankenwelt meines Gegenüber zu versetzen und einzuschätzen, was er schon weiß, so dass ich mit dem richtigen Tempo und mit den gerade passenden Ergänzungen herüber komme. Meist gelingt mir das In-den-Anderen-hinversetzen recht gut. Dennoch tappe ich immer wieder in die Falle und ärgere mich meist grundlos. Besonders im Fall von E-Mail-Kommunikation. Hier fehlen die zwei Dimensionen Stimmlage und Körperhaltung. Und schon interpretiere ich mehr hinein als da ist. In solchen Fällen habe ich mir angewöhnt, die Antwort zu schreiben, aber noch nicht zu senden. Ein Schlaf drüber lässt dann so manche Korrektur am Morgen zu, die einen ganz anderen Ton erzeugt …

Alles ist Klang

Lob! Ein Irrtum?

Ich hatte vor einiger Zeit den wie ich finde sehr inspirierenden Artikel von Hannelore Vonier hier gepostet: Lob und Tadel – die Selbstvertrauen zerstörende Kraft. Nun hat dieses Thema einer der Autoren des Blogs Initiative WirtschaftsDemokratie ebenfalls aufgegriffen. Georg setzt mit seinem Artikel fort, was er mit einer Serie zum Umgang mit Wut und Ärger begonnen hat. Es geht um Grundideen der Gewaltfreien Kommunikation:

Lob! Ein Irrtum?

In meiner letzten Infoveranstaltung habe ich darüber gesprochen, dass die Gewaltfreie Kommunikation das Loben (als positives beUrteilen oder beWerten) ablehnt. Da war das Erstaunen und die Überraschung groß. “Wie, Lob wird abgelehnt?”, “Und wir erzählen unserern Teilnehmern loben, loben, loben”, und andere Aussagen waren zu hören.

Ich möchte dies zum Anlass nehmen um aufzuzeigen, was Lob anrichten kann und wie es auch anders geht.

Loben

den Anderen (positiv) beurteilen oder bewerten

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Wohin mit meinem Ärger? Wohin mit meiner Wut?

Auf keinen Fall unterdrücken!

Wut und Ärger sind ein Produkt unseres Denkens, unserer Sprache, die uns beigebracht wurde, die Art, zu kommunizieren. Und nicht zuletzt auch inwieweit uns die Fähigkeit beigebracht wurde, in Spannungssituationen nach möglichen Strategien/Lösungen zu suchen.

Es ist gefährlich zu glauben, Wut und Ärger unterdrücken zu *müssen*. Wut und Ärger seien etwas *Schlechtes*. Wut und Ärger sind Alarmsignale! Unser Schutzmechanismus ist auf *high sensitive* und meldet uns, dass *irgend etwas* unser Wohlbefinden massiv beeinträchtigt.

Das jetzt hinunterzuspülen, zu unterdrücken, kann eines Tages einen sehr hohen Preis einfordern.

Interessiert, was Gerg Mouratidis zum Umgang mit unserer Wut zu sagen hat? Dann weiter auf dem Blog der Initiative Wirtschaftsdemokratie

Neger, Neger, Schornsteinfeger – politisch korrekt, oder was?

Januar 30, 2013 9 Kommentare
Alexander Daus nahm gerade Stellung zu einem meiner Posts auf Facebook, bei dem es um Feindbilder und Beschimpfungen geht:
Das “automatische Ausblenden” der eigentlichen Ziele des folgenden verbalen Geballers ist nichts anderes als eine der Konfliktwahrnehmung immanente Verhaltensstrategie – mit der Folge des “Tunnelblicks”. Gott sei Dank haben sich infolge einiger Weltkriege auch Kulturtechniken entwickelt, die der Ausprägung von Feindbildern und Vernichtungsplänen (mundtot machen gehört dazu) überlegen sind – zum Nutzen beider Seiten. (Quelle: Neger, Neger, Schornsteinfeger)
und die ich hier zu einem weiteren wichtigen Thema unnützer Verkrampfungen/Tabuisierungen als Denkanstoß bringen möchte:
Hatte erst vor ner Stunde eine kleine Diskussion darüber mit meiner ehem. Professorin… möglicherweise ist es ein Generationen- Ding oder es sind einfach verschiedenen Biografien… ich als weißer Mann, weitestgehend der Deutschen Sprache mächtig, bin kaum Ziel von Diskriminierung… ich merke viel mehr wie es in den Kreisen ( Akademkier und Künstler), in denen ich verkehre, Rassismus/ Sexismus nicht wirklich ernst genommen wird und wir ihn eher als Spielerei oder Ironisch kommentieren … uns ist glaub ich häufig nicht klar, wie real und bestialisch er „woanders“ noch auftritt … und wir können uns sicher nicht davon freisprechen, auch Unterscheidungen zu treffen und irgendwo Vorurteile nicht ganz Weiterlesen …
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