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Warum wir weder “Erziehung” noch “Führung” brauchen …

Februar 19, 2015 11 Kommentare

Der folgende Artikel eines „Stypes“ (= Selbstbestimmter Typ) passt sehr gut zu dem Thema des Lob und Tadels als Mittel unserer Erziehung. Ardalan Alexander Ibrahim geht mit dem Thema stark ins Gericht und zeigt zu dem noch auf, wie das in unserer Arbeitswelt in der Regel noch aussieht, wo Erwachsene häufig genug noch wie Kinder nach unserem gesellschaftlichen Erziehungskonzept betrachtet werden. Augenhöhe auf der menschlichen Ebene sei viel eher angebracht, so seine Meinung, der ich mich allzugerne anschließen mag, aber lest selbst:

Warum wir weder “Erziehung” noch “Führung” brauchen – Eine Ersetzung

“Erziehung” hat nicht mehr die Lobby, die sie mal hatte. Zu umfassend die Kritik an ihr, auch und gerade in populären Kinderbüchern wie in denen von Astrid Lindgren und Paul Maar. Zu offensichtlich ihre Zugehörigkeit zu überkommenen, autoritären Gesellschaftsformen, die nicht mehr funktionieren und in denen wir nicht mehr leben wollen.

Dennoch hält sich die Vorstellung, dass wir unsere Kinder irgendwie dann doch “erziehen” müssten. Und sei es, weil wir “Orientierung stiften” oder “Fehlentwicklungen verhindern” müssen, dass eben das zu unseren Pflichten als Eltern gehört, egal ob uns das angenehm ist oder nicht.

Aus meiner Sicht ist alles noch viel schlimmer:

Die Vorstellung von “Erziehung” hat heutzutage einen nicht immer ganz offensichtlichen Treiber: Den völlig nachvollziebaren Wunsch nach Entlastung.

“Erziehung” ist mittlerweile immer mehr ein Entlastungskonzept geworden. Das Entlastende für uns als überforderte Eltern besteht in der Vorstellung, wir müssten unseren Kindern nur ein paar Mal auf eine ganz bestimmte Art etwas sagen oder ein paar Mal auf eine ganz bestimmte Art reagieren, damit sich bestimmte Verknüpfungen bei unseren Kindern dauerhaft ankern und fortan ihr Verhalten bestimmen.

Das Problem dabei ist: Das funktioniert leider nicht (vielleicht auch: Gott sei Dank nicht). Denn DAS wäre viel zu einfach. Die Wahrheit über “Kinder beim Größer-werden begleiten” ist viel bitterer:

Kinder brauchen unsere offene Präsenz. Sie brauchen, dass wir hinreichend oft und hinreichend lange greifbar sind. Und sie brauchen, dass wir dabei eben offen sind, nicht den Kopf woanders oder übervoll haben. Und dass wir dabei nicht total gestresst sind, so dass wir nicht mehr angemessen auf sie reagieren können.

Und das heißt auch: Weiterlesen …

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Unternehmung 2.0 – geht es bald auch ohne Chefs?

Dezember 21, 2014 43 Kommentare

Dies ist der Artikel, den ich vor 4 Jahren auf dem Blog als ersten veröffentlichte. Bis dahin schrieb ich als Angestellter auf dem Firmenblog über Themen des Geschäftsprozessmanagements. Da diese aber zunehmend revolutionäreren, aber auch gesellschaftskritischeren Charakter bekamen, hatte ich entschieden, mich doch eher auf einem privaten Blog abzuarbeiten. Und das war der Einstieg, den ich im Rückblick inzwischen als eher harmlos ansehe:

Unternehmung 2.0 – geht es bald auch ohne Chefs?

Die Entscheider in Unternehmen seien zunehmend von der Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse und der Komplexität der Situation überfordert.

so schreibt Sven Astheimer in seinem Artikel „Entscheidungsfindung -Der Publikumsjoker für den Chef“ veröffentlicht im Online-Portal der Frankfurter Allgemeine.

Mich wundert es manchmal, dass sich überhaupt noch jemand traut, etwas zu entscheiden.

so Prof. Peter Kruse. Um wichtige Entscheidungen aber nicht zunehmend aus dem Bauch heraus treffen zu müssen, sei die Einbeziehung des Kollektivs die beste Alternative. „Wer das nicht hinkriegt, bekommt ein grundlegendes Problem in komplexen Situationen.

In dem Artikel Warum ist der Publikumsjoker stets erfolgreicher als der Expertenjoker, veröffentlicht in der November/Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Führung + Organisation (zfo) weist Heiner G. Koppermann, Managing Director der SwarmWorks Ltd. darauf hin, dass es mathematisch nachweisbar ist, dass bei einer genügenden Menge an Halbwissenden diese in Summe annähernd die notwendigen 100% Wissen zur Lösung eines Problems aufbringen.

Wenn Mitarbeiter nur an der seitens der Firmenleitung ausgegebenen Strategie Weiterlesen …

Sind wirklich 90% der Menschen so dumm, wie man uns weismacht?

November 6, 2014 55 Kommentare
... an die Hand nehmen ...

… an die Hand nehmen …

Ich habe die Diskussion zum Artikel Ein Plädoyer für die Neue Weltordnung der Herrschenden … zum Anlass genommen, auf Facebook die folgende Fragestellung zu posten:

Sind wirklich 90% der Menschen so dumm, dass sie einer Führung bedürfen, die sie besser beherrschen möge?

Ich lese letzte Zeit immer wieder, dass herablassend über Schlafschafe gesprochen wird, oder dass die NWOler meinen, dass das so wäre und sie deshalb via Krisen die Menschen in ihre vorgedachte Richtung bekommen wollen, weil sie sonst nicht zu ihrem Gemeinwohl bereit wären zu folgen. Ich bekam schon eine Stellungnahme, die mit Blick auf folgende pauschale Aussage kritisierte:

“Die Mehrheit der Menschen ist nun mal auf dem intellektuellen und geistigen Reifeniveau von Kindern. Es mangelt zu tiefst an Intelligenz, Selbstbeherrschung und Verantwortungsbewusstsein.”
Wißt Ihr, was das meiner Meinung nach ist? Der blanke Hohn, Verhöhnung pur. Erst werden Menschen vom Fluss der Lebensenergie abgeschnitten, bzw. bekommen sie nur noch tröpfchenweise. Daraufhin entsteht ein Mangel und der wird ihnen auch noch zum Vorwurf gemacht, bzw. sie werden dafür verhöhnt. Ich meine, wer sich so äußert, der hat auf seinem Gefühlsfeld noch ganz schön was zu ackern, um dem Mangel allda abzuhelfen.
Der erste Punkt an der Stelle scheint mir dem Gegenüber, den anderen Menschen (nicht Personen), Respekt zu zollen. Was nicht bedeutet mit ihrem Denken und Handeln einverstanden zu sein. Aber Jeder hat seine eigene Geschichte, die ihn genau an den Punkt geführt hat, an dem er jetzt steht. Und dem gebührt Respekt.“
[Einfügung: stammt von Maretina]

Dem kann ich mich nur anschließen. Denn wenn wir meinen, so wie uns die Medien das immer wieder vorführen, dass hier so viele dumme und damit nunnütze Menschen auf dem Planeten sind, und wir das so abnehmen, müssten dann die, die meinen, zu den eher Schlauen zu gehören, den Ideen der NWO besser folgen?

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass Jeder auf seine Art seinen Beitrag für die Gemeinschaft leistet. Aber vielleicht halte ich mich nur in entsprechenden Kreisen auf?

—–

Soweit die Frage, die ich auf Facebook gestellt habe. Nun die Diskussion, die sich innerhalb weniger Minuten entspann: Weiterlesen …

“Tell me Y!” – Der Kampf um die High-Potentials der Generation Y

Die gegenwärtige Generation der nach 1980 geborenen, die „Gen Y“, oder aufgrund ihrer Internet-Affinität manchmal auch „Digital Natives“ genannt, gibt so manchem Personaler Rätsel auf: „Wollen die auch arbeiten?“ titelte kürzlich die ZEIT bezeichnenderweise. Ja, sie wollen durchaus, und viele sind auch hoch qualifiziert und stark intrinsisch motiviert. Doch gerade hier liegt auch der Hase im Pfeffer, wenn es für die Unternehmen darum geht im „War for Talents“ am Ende die Nase vorn zu haben: die umworbenen „High Potentials“ sind einfach nicht bereit ihre Lebenszeit mit Nebensächlichkeiten wie dem Streben nach Geld, Status und Titeln zu verschwenden. Sie sind vor allem sinngetrieben und wollen ihre Energie am liebsten für Tätigkeiten einsetzen, die ethisch einwandfrei sind und die Welt ein Stückchen besser machen. Die Gleichung „Lohn = Schmerzensgeld“ geht nicht mehr auf. Entsprechend werden insbesondere diejenigen Unternehmen Wettbewerbsvorteile haben, die (abgesehen von fairer Entlohnung) diese Sinndimension authentisch bedienen können, d.h. einen Unternehmenszweck jenseits von reiner Profit- und Dividendenmaximierung vorweisen können. Diese Tendenz, althergebrachte Motivationen in Frage zu stellen veranlasste einige Kommenatoren bereits, die „Gen Y“ zu „Gen Why?“ umzutaufen.

Mehr als lesenwerter neuer Artikel von Dennis Wittrock auf dem Blog der Initiative Wirtschaftsdemokratie:

“Tell me Y!”  Der Kampf um die High-Potentials  der Generation Y

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Das Optimum ist keineswegs immer das Optimale!

Nick hat gestern auf der Initiative WirtschaftsDemokratie einen Artikel zum Thema Führung, Kontrolle und Optimierung veröffentlicht, in dem er die Zusammenhänge aus der Sicht eines Reiters diskutiert. Wie ich finde, eine passende Metapher, aber lest selbst:

Das Optimum ist keineswegs immer das Optimale!

Ehrlich – Ich mag diese schwammigen Anglizismenphrasen wie “leadership” etc. nicht mehr hören.

Als Reitlehrer kann ich nur fundiert aus meinem Berufsumfeld Paradigmen orten und zu übersetzen versuchen:

Als Reiter (Manager, Vorsitzender etc.) “führe” ich auch ein Pferd (Betrieb, System, Partei etc.).

“Führen” bedeutet hier aber zu keinem Zeitpunkt “etwas kontrollieren” im Sinne einer apodiktischen Prinzipalität.

Es heißt noch nicht mal “leiten” im Sinne von Direktiven oder auch nur Ratschlägen.

Es heißt: fortlaufende(dynamische)Stabilisierung des Kompensationsvermögens.

Das Kompensationsvermögen bezieht sich weiter auf WirDemo.

Sind Business Consultants Scharlatane?

Ich hatte gestern auf dem Blog der Initiative WirtschaftschaftDemokratie noch einen Artikel veröffentlicht, in dem ich  den Vortrag Why Management is Dispensable von Niels Pflaeging, gehalten auf der Stoos Connect! am 25.01.2013 in Amsterdam, aufgriff. In diesem hat er nicht weniger als zu einer Revolution aufgerufen, in etwa so:

  • Hört auf mit dem Command and Control in den Firmen sondern geht über zu Leadership.
  • Hört auf, die einzelnen Teile zu optimieren in der Hoffnung, dass das Ganze damit auch besser würde.
  • Gebt die Kontrolle an die Periphere, an jene Zellen, die mit dem Kunden in Kontakt stehen, und unterstützt ihre Arbeit von innen heraus.
  • Werft die hunderte von überflüssigen Steuerungsmethoden über Board, als da seinen z.B. das Budgeting, Projektmanagement, Personalmanagement, etc.
  • Schaut Euch an, wie das die Vorbereiter machen und lasst Euch von ihnen inspirieren.

Niels vergleicht die Scharlatanerie heutiger Business Consultants mit … weiter

Darüber, warum Kinder und Erwachsene wann lügen …

Dieses Prinzip kommt auch in unseren hierarchien Organisationen zum Tragen. In einer Kultur, in der es keine Fehler geben darf und nur positiv gedacht werden darf, werden die Manager ihre Bericht nach oben schön lügen. Und so geht es dann langsam den Bach runter. Wird Zeit für authentische Beziehungen und einer gelebten Fehlerkultur, die das Lernen erst richtig macht …

Das Familinelab will Eltern helfen, tragende Weiterlesen …

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