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Was bleibt vom Menschen dann noch übrig?

September 5, 2016 8 Kommentare

Guido schlug vor, dass dieser Kommentar vom Fingerphilosoph zu seinem Artikel Immer mehr Licht – und trotzdem tappen wir im Dunkeln  es wert sei, als eigener Artikel gebracht zu werden. Dem stimme ich zu:

Der aufrechte Mensch (Foto: Wikipedia)

Der aufrechte Mensch (Foto: Wikipedia)

Da muss ich wieder mal an das Schlussbild denken, das uns in der Bibel als „Erlösung“ und „Zielpunkt göttlicher Herrschaft“ genannt wird: die restlos von goldenen Kristallmauern umgebene Stadt, die weder der Sonne noch des Monds als Lichtquellen bedarf, denn es ist Gott selbst (das EGO?), der sie erleuchtet:

Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen keiner Leuchte und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offenbarung 22,5).

Es ist dies das große „innere“ Bild der Menschheit, das in seiner Umwendung in die Außenwelt nun konkret und damit sichtbar wird. Die Vision, die sich in der Innenwelt des menschlichen Kollektivs, des Gesamtbewusstseins (!)🙂 erhoben hat, konkretisiert sich in der Wirklichkeit als künstliche Elektrizität, als Stromnetz, als LEDs und OLEDs, als technisch-industrieller Moloch. Diese Stadt am Ende der Offenbarung ist das, was den Menschen vorantreibt, auch den östlichen, denn es stimmt ja, wenn Du die östlichen Megametropolen als Lichtorgien beschreibst. Der Mensch imaginiert sich nicht in die Natur, ins Paradies, in den Garten, zurück, sondern er imaginiert sich in diese goldene Stadt hinein, in die man „die Pracht und den Reichtum der Völker“ bringen wird. Das lässt nichts Gutes erahnen, wenn man denn bloß popeliges Mitglied eines der „Völker“ ist.

Ich frage mich, woher diese Vision kommt. Es ist nicht die Vision eines biologisch-körperhaften Wesens, denn für das Naturhaft-Ungeordnete ist in dieser Stadt kein Platz. Das angeblich lebendige Wasser ist klar wie Kristall. Physikalisch-tote Kristallstruktur, nicht die Winzlebewesen, die naturhaft billiardenfach im Wasser wuseln. Nicht vier Ströme wie im Paradies, sondern nur noch ein einziger. Vielleicht handelt es sich ja gar nicht um Wasser, wie wir es kennen, sondern um einen elektromagnetischen Strom. Rechts und links des Stroms, sauber angeordnet, Bäume des Lebens, die sich nicht mehr an den Naturzyklus halten und mehr an Reproduktionsfabriken erinnern als an „echte“ Bäume, da solche ohne Sonnenlicht ja rasch zugrunde gehen. Was passiert hier also?

Andreas Weber schlägt vor, Weiterlesen …

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