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Posts Tagged ‘Faschismus’

„Wenn wir den Tiefen Staat trocken legen können, dann werden wir ein friedliches 21. Jahrhundert erleben.“

Da ist sich Dr. Daniele Ganser, Historiker und Friedensforscher in der Schweiz, absolut sicher. Ken Jebsen hat ihn, einen weiteren Historiker und zwei Journalisten in seine Runde ‚Politik verstehen‘ eingeladen, um über Fakten zum Tiefen Staat (Die Unterwanderung der Demokratie durch Geheimdienste, politische Komplizen und den rechten Mob) und seine Fassadendemokratie (Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter) zu sprechen. Die Eingeladenen haben sich in ihrer beruflichen Laufbahn eingehend mit staatlichen Strukturen beschäftigt, die außerhalb des Rampenlichts manifest sind. Anhand zahlreicher Beispiele reißen sie dem Tiefen Staat seinen Tarnumhang vom Leibe.

Auf youtube wird wie folgt zusammengefasst:

Sie sind sich einig: Wer das Versteckspiel zwischen offiziellem und „inoffiziellem“ Staat beenden möchte, muss zu allererst für Transparenz sorgen. Dem Zuschauer wird schnell klar, dass der Tiefe Staat weit mehr als eine geheime Untergrundorganisation ist, die im Verborgenen die Fäden zieht. Ganz im Gegenteil: So spielen etwa der Tiefe Staat und repräsentative Demokratie in derselben Mannschaft. Ihre neoliberalen Mitspieler – u.a. die Geheimdienste oder Corporate Media – passen sich gekonnt die Bälle zu und bilden zusammen ein „Erfolgsteam“, neben dem selbst der FC Bayern nur wie ein Kreisliga-Team daher kommt. Weiterlesen …

Über die unheilige Allianz von Kapitalismus und Faschismus …

Februar 25, 2018 5 Kommentare

Kapitalismus und Faschismus haben mehr gemeinsam als man denkt.
von Chris Hedges

Chris Hedges, Pulitzerpreisträger

Hat sich der Kapitalismus der letzten demokratischen Reste entledigt, gedeihen nicht nur Kleptokratie, Korruption und Militarismus. Auch der Faschismus erhebt wieder sein Haupt — und hat überall dort leichtes Spiel, wo das Leben der Menschen zum Existenzkampf gerät. Pulitzerpreisträger Chris Hedges entdeckt Clara Zetkins „gespenstisch prophetische“ Beobachtungen zur Entstehung des Faschismus neu, die heute so aktuell sind wie einst.

Clara Zetkin in den 1920er Jahren, während ihrer Zeit als Reichstagsabgeordnete in der Weimarer Republik (Foto: Wikipedia)

1923 berichtete die radikale Sozialistin und Feministin Clara Zetkin bei der Kommunistischen Internationalen über die Entstehung einer politischen Bewegung namens Faschismus. Viele Liberale, Sozialisten und Kommunisten schrieben den Faschismus, der damals noch in den Kinderschuhen steckte, als bloße Pöbelherrschaft, Terror und Straßengewalt ab.

Doch Zetkin, eine deutsche Revolutionärin, erkannte seine Boshaftigkeit, sah, welche Verführung und welche Gefahr er darstellte. Sie warnte davor, dass der Faschismus umso attraktiver werde, je länger man dabei zusehe, wie eine dysfunktionale Demokratie stagniere und verkomme.

Und heute, da sich die kapitalistische Demokratie im Amerika des Weiterlesen …

Keine Reaktion ohne Aktion! – Treiben die Antifa-Aktivisten die Mitte nach Rechts?

Februar 17, 2018 24 Kommentare

Offizielles Logo der Antifaschistischen Aktion , leicht geändert zu jener aus 1932 (Quelle: Wikipedia)

Der neue Faschismus wird nicht sagen:
Ich bin der Faschismus. Er wird sagen:
Ich bin der Antifaschismus.
Ignazio Silone – Sozialist und Schriftsteller,
u.a. schrieb er das Buch Der Faschismus
– seine Entstehung und Entwicklung

Der Blogger Hadmut Danisch wunderte sich stark über die Verteidigung von Merkel durch Antifaschisten auf einer Demo ‚Merkel muss weg‘ in Hamburg (siehe z.B. hier) und nahm das zum Anlass, sich in die Geschichte der Antifaschisten einzuarbeiten. Als Ergebnis seiner Recherchen stellt er über seine beiden Artikeln 80 Jahre Antifa und Merkel, Antifa und Mussolini eine für mich schlüssige These auf und vergleicht die Trends von heute mit denen um 1933:

Die äußerst ruppigen Aktionen der Antifaschistischen Aktion und ihr Wille zur Schaffung einer Mischrasse in einer global regierten Welt treiben die verstörten Menschen, die der Mittelschicht zugerechnet werden, hin zu dem, was als Rechts bezeichnet wird: eine populistische Bewegung zur Sicherung der aktuell gelebten und gewohnten, eben nicht fremden Kultur in einer Nation.

Für mich ein weiteres Aha war die Erkenntnis, dass Faschismus von dem italienischen Bündel von Reisig abgeleitet wird. Jeder kennt das Bild, dass ein einzelnes Ästchen leicht geknickt werden kann. Aber mehrere lassen sich nur schwer beugen. Dieses Bild inspirierte die italienischen Sozialisten vor 80 Jahren zur   Benennung ihrer Kampfverbände. Und am Ende ist der Kampf von Faschisten und Anti-Faschisten ein Kampf unter sozialistischen Brüdern, wobei eigentlich gemeint ist, ein Kampf zwischen Kapitalisten und Anti-Kapitalisten. Und gleichzeitig der Kampf für Anti-Rassismus (Aktion) versus den für den Anti-Anti-Rassismus (Reaktion).

Ich finden die Schlüsse, die Hadmut zieht, bedenkenswert, und ich mag seinen ruhigen, unaufgeregten Schreibstil. Also stelle ich die beiden beiden Artikel 80 Jahre Antifa und Merkel, Antifa und Mussolini  auch hier mal ins Regal. Weiterlesen …

Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr …

Matthias Lubos Demokratie

Die Milieuforschung hat vielfältige Belege dafür geliefert, dass die Mitte der Bevölkerung überzeugt ist, man sei längst in nachdemokratische Zustände abgedriftet. Die Mitte wendet sich von der Politik ab. Und so sind Parteien nur noch Repräsentanzen siech vor sich hindämmernder Lebenswelten.
Wolfgang Koschnick

Fazit des sehr lesenswerten Artikels Die Demokratien zerlegen sich selbst von Wolfgang Koschnick, Autor des Buchs Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr: Abschied von einer Illusion:

Wenn man nämlich die Bürger befragen würde, würden die antworten: „Wir sind politikverdrossen, weil die Politiker aller politischen Parteien uns dafür Tausende von guten Gründen liefern. Nicht die Verdrossenheit ist das Problem, sondern eine Politik, die nur Verdruss bereitet.“

Die gewissermaßen urdemokratische Gesellschaft der Gleichen und vor allem Gleichberechtigten, die miteinander in einer horizontalen Sozialbeziehung standen, hat sich im Verlauf vieler Jahrzehnte zur Gesellschaft der Ungleichen und vor allem Ungleichberechtigten gewandelt, die in einer vertikalen Sozialbeziehung zueinander stehen. Historisch gesehen hat die Herrlichkeit der Illusion von demokratischer Gleichheit und Gleichberechtigung nur eine kurze Zeit gedauert. Dann sind die vordemokratischen Strukturen mit vollerer Wucht als je zuvor wieder durchgeschlagen.

Doch die in praktisch allen etablierten Demokratien herrschende und sich kontinuierlich weiter ausbreitende Politikverachtung kann nur Gründe haben, die im System der etablierten Demokratien selbst ruhen. Das System „repräsentative Demokratie“ selbst hat die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht. Und wenn sich die Verantwortungsträger weiter gegen die Erkenntnis wehren, dass der Niedergang der Herrschaftsform „Demokratie“ bereits in vollem Gange ist, dann wird das Ende der Demokratie unvermeidlich sein und gewissermaßen über Nacht über alle hineinbrechen. Und wenn sie sich einmal nicht mehr dagegen wehren sollten, ist es auch längst viel zu spät.

“Freiheit” ist für viele echtes Gift …

Chattison hat zum Artikel Meine Hypothese: Faschistoider Geist sitzt im Kern des Lebens einen Kommentar verfasst, der einen eigenen Artikel Wert ist, als:

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Ich greife mal das Stichwort “Muster” auf: “Aggression” = lat. aggredi = “ich gehe auf etwas zu”.

Das Muster der Aggression wäre demnach ursprünglich das eines Kontaktbestrebens.

Ein Kontakt wiederum ist immer eine Schnittstelle, über die Transformation durch Austausch läuft.
Im Austausch kommt es zu Vermischungen, Verwirbelungen, Integration, Desintegration, um bestehende Muster zu erhalten oder neue Muster zu erzeugen. (siehe Gene, siehe Luft-Wasser-Erde-Grenzflächen, siehe Kommunikation etc.).

Damit ist das Prinzip der Aggression ein unverzichtbarer Bestandteil der Erzeugung, des Erhalts und der Erweiterung des Lebens selbst.

Was ist nun mit der „faschistoiden“ Aggression?

Ein ursprünglich positives Moment kehrt sich hier in sein Gegenteil um.
Eine Abtrennung (quasi die Verweigerung oder zumindest Einschränkung der Kommunikation, des Wandels, der Integration etc.) ist für das Entstehen, den Erhalt und die Erweiterung des Lebens ebenfalls wichtig (z.B. Membrane, zur Entstehung/Erhalt von Potentialgefällen, Grenzflächen als Friktions- und damit auch Fraktalgenerator selbst).

Es liegt also eine “entartete” Aggression vor, dergestalt, dass die prinzipiell sinnvolle Balance zwischen Abgrenzung und Austausch gestört ist.
Sie wird unverhältnismäßig zu Gunsten der Abgrenzung verschoben (sozusagen statt Osmose/Semipereabilität nur noch Extremklausur – lässt sich ja auch schön an diversen Staatengebilden und Regierungsmustern beobachten).

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