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Posts Tagged ‘Experten’

„Digitalisierung macht dumm!“

Handy-Zombie auf der Jagd nach Pokemons, mit einer APP des CIA, die kostenfrei Bilder der Umgebung einspielt.

Das ist das Fazit des ‚Gehirnforschers‘ Manfred Spitzer, der zugespitzt weiß:

Der übermäßige Gebrauch des Internets führt zu digitaler Demenz. Smartphones können abhängig und kurzsichtig machen.

Ich habe selten einen so kurzweiligen und mit vielen Schmunzlern begleiteten Vortrag über das Lernen  und Wissen verfolgt, wie den folgenden. Das für mich Spannendste ist die Erkenntnis, dass Mensch mit den Smartphones das Glückserlebnis genommen wird, das Mensch erfährt, wenn er sein eigenes Ding, sein Wollen durchzieht und erreicht. Denn wer in den Momenten, in denen gerade nichts zu tun ist, zum Smartphone greift und mal schaut, was es Neues gibt, sich eben nicht mit SEINEM DING beschäftigt. Inzwischen sagen Ausbilder:

Es ist gruselig mit den 16-Jährigen, die zu uns in die Ausbildung kommen! Die wollen nichts mehr!

Herr Spitzer weist auf einige wenige der negativen Einflüssen von Smartphones hin, und erzählt über eine Mail eines Vaters an ihn:

Herr Spitzer, ich war gestern Abend bei Ihrem Vortrag, und habe hinterher noch Ihr Buch gekauft, und danach mir meinen 15-Jährigen vorgenommen (Lachen) … Ich habe ihm gesagt, dass ich ein Buch hätte, das ganz interessant sei und er es lesen solle. Auf die Antwort, dass er es nicht lesen werde, macht ich ihm das Angebot, dass er pro gelesene Seite 1 € pro Seite bekäme. 2 Tage später kam er und sagte, dass ich ihm kein € geben müsse. Das Buch sei so spannend, dass er es freiwillig lesen würde. Und gestern kam er, und Sie werden es nicht glauben, und sagte: ‚Papa, ich habe mein Smartphone weggeworfen.‘

Ein weiterer wichtiger Aha-Effekt war für mich, dass das mit der Künstlichen Intelligenz ein Hype sei, und dass Mensch noch lange nicht Weiterlesen …

Unternehmung 2.0 – geht es bald auch ohne Chefs?

Dezember 21, 2014 43 Kommentare

Dies ist der Artikel, den ich vor 4 Jahren auf dem Blog als ersten veröffentlichte. Bis dahin schrieb ich als Angestellter auf dem Firmenblog über Themen des Geschäftsprozessmanagements. Da diese aber zunehmend revolutionäreren, aber auch gesellschaftskritischeren Charakter bekamen, hatte ich entschieden, mich doch eher auf einem privaten Blog abzuarbeiten. Und das war der Einstieg, den ich im Rückblick inzwischen als eher harmlos ansehe:

Unternehmung 2.0 – geht es bald auch ohne Chefs?

Die Entscheider in Unternehmen seien zunehmend von der Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse und der Komplexität der Situation überfordert.

so schreibt Sven Astheimer in seinem Artikel „Entscheidungsfindung -Der Publikumsjoker für den Chef“ veröffentlicht im Online-Portal der Frankfurter Allgemeine.

Mich wundert es manchmal, dass sich überhaupt noch jemand traut, etwas zu entscheiden.

so Prof. Peter Kruse. Um wichtige Entscheidungen aber nicht zunehmend aus dem Bauch heraus treffen zu müssen, sei die Einbeziehung des Kollektivs die beste Alternative. „Wer das nicht hinkriegt, bekommt ein grundlegendes Problem in komplexen Situationen.

In dem Artikel Warum ist der Publikumsjoker stets erfolgreicher als der Expertenjoker, veröffentlicht in der November/Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Führung + Organisation (zfo) weist Heiner G. Koppermann, Managing Director der SwarmWorks Ltd. darauf hin, dass es mathematisch nachweisbar ist, dass bei einer genügenden Menge an Halbwissenden diese in Summe annähernd die notwendigen 100% Wissen zur Lösung eines Problems aufbringen.

Wenn Mitarbeiter nur an der seitens der Firmenleitung ausgegebenen Strategie Weiterlesen …

Rezension – Evolutionsmanagement – Von der Natur lernen: Unternehmen entwickeln und langfristig steuern

September 23, 2012 1 Kommentar

Klaus-Stephan Otto, Uwe Nolting, Christel Bässler: Evolutionsmanagement – Von der Natur lernen: Unternehmen entwickeln und langfristig steuern, Hanser, 2007

Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht (Remo Largo).

Diese Erkenntnis aus dem Erziehungs- und Bildungsbereich ist direkt auf das Management von Unternehmen übertragbar. Die LeserInnen werden durch das einleitende Zitat mit einer alten Weisheit konfrontiert. Traditionell stammen betriebswirtschaftliche Erklärungsmuster eher aus dem Bereich Technik als aus
dem Bereich Biologie, erstaunlich, hat doch die Evolution erheblich mehr an ausgereiften und langjährig bewährten Weisheiten und Erfolgsmustern vorzuweisen.

Darüber geht es letztlich in dem Buch, innezuhalten und zu reflektieren, ob und wie sich Erklärungsmuster aus der Natur recht zwanglos für Organisations-Prozesse und Strukturen eignen. Die Zerlegung komplexer Sachverhalte in endlose Spezialisierungen macht Dinge nicht automatisch einfacher und ist oft mehr der Mentalität als der Realität geschuldet.

Nicht alle Kapitel können hier angesprochen werden, die wichtigsten Aspekte sind Weiterlesen …

Über das Ver-lassen auf unsere Experten, ein tiefgründiger Schmunzler …

August 28, 2012 2 Kommentare

Vor Jahren hatte ich diese kleine Geschichte erzählt bekommen, die einen kleine Hinweis darauf gibt, warum unsere Welt in die aktuelle Schieflage geraten ist, aber lest selbst:

Der Schäfer und …

In einer einsamen Berggegend hütet ein Schäfer seine Schafe. Er sieht von weitem ein Staubwolke auf dem Weg den Berg hinauf näherkommen. Einige Zeit später hält ein nagelneuer, roter Ferrari neben ihm. Der Fahrer, ein junger Mann in Brioni Anzug steigt aus, schaut sich um und fragt den Schäfer:

“Wenn ich errate, wie viele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eins?”

Der Schäfer schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe (es ist eine große Herde), und sagt ruhig “In Ordnung”.

Der junge Mann steigt wieder in seinen Wagen, verbindet sein Notebook mit dem Handy, geht im Internet auf eine NASA-Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS-Satellitennavigationssystems, öffnet eine Datenbank und 60 Excel Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schließlich druckt er einen 150-seitigen Bericht auf seinem Hi-Tech-Minidrucker, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt:

“Sie haben hier exakt 1586 Schafe.”

Der Schäfer sagt: “Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus.”

Der junge Mann nimmt ein Schaf und lädt es in seinen Ferrari. Der Schäfer schaut ihm zu und sagt:

“Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir das Schaf dann zurück?”

Der junge Mann antwortet: “Klar, warum nicht.”

Der Schäfer sagt: “Sie sind Weiterlesen …

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