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Posts Tagged ‘Erziehung’

Darüber, warum unsere Kinder nicht mehr erwachsen werden …

August 10, 2019 5 Kommentare
Ruhig dahin plätschernder Glessener Quellbach – Foto: Martin Bartonitz 2019

In der Erziehung geht es nicht darum, dem Kind etwas beizubringen! Es geht darum, emotionale und soziale Psyche zu bilden … es geht ums Anleiten, egal, ob beim Anziehen oder Aufräumen, oder in der Schule. Bis Mitte der 90er wurden Kinder ganz viel angeleitet. Deshalb haben sie auch eine solche Psyche bekommen. Und genau das tun wir heute nicht mehr, weil wir Kinder wie kleine Erwachsene sehen, die das alles schon selbst können.

Michael Winterhoff, zum Abschluss des folgenden Vortrags

Ich habe mir gestern während meiner Heimfahrt wieder einen sehr erhellenden Vortrag angehört, den ich gerne auch hier wieder ins Regal stellen möchte. Ich nehme seit einiger Zeit wahr, dass Unternehmer bemängeln, dass die Jugendlichen, die nun in die Lehre kommen, zunehmend nicht mehr in der Lage wäre, die grundlegenden Dinge zu beherrschen, um eine Lehre durchlaufen zu können. Neben mangelnder Sprachfähigkeit fehlt es häufig an der Fokussierung auf das, was gerade zu tun ist, am Mangel an Disziplin, etwas durchzuhalten.

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Das Begeistern meistern

Positive, Progressive, Produktive Pädagogik
Bewältigung ohne Vergewaltigung
Liebe des Lernens fürs Leben
Beginnen & Gewinnen

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Das Begeistern meistern

Gute Beispiele geben
für richtiges und gerechtes Leben.
Vorangehen, vorausgehen,
begehbare Wege weisen.
Nicht: Füge dich, befolge, begnüge dich!
Nicht: Eintrichtern, einbläuen, einschüchtern,
verdammen und verscheuen.
Nicht: Folge ohne Fragen.
Nicht: Unterdrückung des Denkens;
keine Verweisung eigener, anderer Gedanken.
Nicht: Akzeptiere, ohne Widerrede,
ohne berechtiges Klagen.
Nicht quälen,
sondern Prinzipien praktizieren.
Qualität statt Quantität.
Beinhaltung durch gute Gestaltung.
Nicht verwehren, sondern vervollständigen und vermehren.
Nicht: Geschmacklosigkeit aufoktroyieren,
sondern Appetit machen.
Hunger und Durst stillen.
Nicht: Forciertes Fressen.
Nicht: Fettendes Futtern und sinnloses Füttern.
Nicht: Maßloses Mästen und Überfüllen.
Nicht: Widerkauen und schlechtes Verdauen.
Unter Alternativen nicht nur das Gute
sondern das Beste auserwählen.
Erproben, berichtigen, bereinigen, verbessern, erneuern.
Erfahren, erleben, erklären, erfreuen.
Neugierde erwecken, Neues erkunden,
Unbekanntes entdecken.

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Ein jeder von uns

August 7, 2016 1 Kommentar

besteigt seine eigne Leiter im Leben…

Lebensleiter

höher und höher, weiter und weiter…
Rang um Rang, Jahr um Jahr, Stang um Stang…
mit erlerntem, erprobtem, geübtem
und mehr oder weniger geschultem Geschick…
mit viel Ausdauer, mit viel Geduld…
Man nimmt aber die Dinge auch so wie gegeben!
Man ist nicht allein!
Man wird ermutigt, man wird gut geleitet!
Man wird liebevoll beschützt und begleitet.
Man wird nicht nur belehrt
sondern wie so oft auch notwendig
in einer Mischung aus Tadel und Lob
gezielt geschupst und geschoben…
Mit festem Fuß, mit sicherem Griff, mit festem Halt
verkörpert ein jeder in der Zeit seines Lebens
eine kletternde Gestalt.
Auf diese Weise,
mit Gottes Gnade und Güte,
mithilfe vieler lieber gutgesinnter Menschen…
Familie, Freunde, Lehrer und Kollegen…
und mit sehr viel Glück…
geht es weiterhin nach oben…
Hoffnungvoll…
und hoffentlich in guter Gesundheit…
kommt man dann einmal…
irgendwo…irgendwann …
ganz oben an…

Gerhard A. Fürst
8.7.2016
Gedanken am Tag vor meinem 80.!

Illustrationen aus Internetquellen

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Wachsen unsere Kinder in einem zu großen Möglichkeitsraum auf?

... an die Hand nehmen ...

… an die Hand nehmen …

Oder lassen wir ihnen einfach nur zu wenig Zeit für Phantasiererei via Langeweile, weil wir sie mit zu viele Dingen ablenken wollen?

Ich las gerade den Artikel Wie wir das Leben unserer Kinder zerstören, ohne es zu merken, in dem u.a. zu lesen ist:

Payne führte eine Studie durch, in der er das Leben von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom vereinfachte. Innerhalb von nur vier Monaten wurden 68 Prozent der Kinder wieder als klinisch unauffällig eingestuft, bei denen vorher klinische Auffälligkeiten festgestellt worden waren. … Er stellte fest, dass viele Kinder aus wohlhabenden Familien die gleichen Verhaltensmuster zeigten wie die Kinder, die er in Kriegsgebieten beobachtet hatte. Warum wiesen diese Kinder, die in völliger Sicherheit lebten, ähnliche Symptome auf?

Heutzutage sind Kinder einer ständigen Informationsflut ausgesetzt

Payne erklärt, dass sie sich zwar körperlich in Sicherheit befänden, doch psychisch lebten sie ebenfalls in einer Art Kriegsgebiet. „…
Heutzutage sind Kinder einer ständigen Informationsflut ausgesetzt, die sie nicht verarbeiten oder rationalisieren können. Sie werden schneller erwachsen, weil wir sie in die Rolle von Erwachsenen drängen und unsere Erwartungen an sie erhöhen. Deshalb suchen sie nach anderen Bereichen ihres Lebens, die sie kontrollieren können. …
In Simplicity Parenting wird empfohlen, Kindern weniger Spielsachen zu geben, damit sie sich stärker mit dem Spielzeug beschäftigen, das sie haben. Laut Payne bestehen die vier Säulen des Überflusses aus zu viel materiellem Besitz, zu vielen Wahlmöglichkeiten, zu vielen Informationen und zu viel Geschwindigkeit.

Die Autorin des Artikels erzählt, Weiterlesen …

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Schule erzieht zur Dummheit durch Halten in Unwissenheit …

Antreiben

Antreiben

Die Menschen werden unwissend geboren.
Aber nicht dumm.

Dumm werden sie erst durch Erziehung.
Bertrand Russel

Und ein weiteres Mal möchte ich den heimlichen Plan unseres Bildungssystems aufgreifen. Conny Dethloff hatte uns vor einiger Zeit in seinem Artikel aufgezeigt: In der Schule verlernen Schüler das Denken. Und auch diese Kritik eines Lehrers am Schulsystem hatte es in sich.

Meine Meinung zum Schulsystem ist inzwischen, dass damals, als die Leibeigenen aus dem kleinen Käfig ihres Leibherren in die „Freiheit“ entlassen wurden, sie nur in ein größere Sklavenfarm gelangten, nur eben mit moderneren, weniger erkennbaren Gittern. Denn wer sich frei fühlt, der ist am Ende arbeitsamer, so die Idee dahinter. Und eines der Werkzeuge, sie zu noch besserem „Nutzvieh“ für die vielen „Ex-Leibherren“ gedeihen zu lassen, ist eben dieses zum gleichen Zeitpunkt eingeführte Schulsystem  (auch diese kleine Geschichte verdeutlicht den Hasenfuß der damaligen Gesellschaftstransformation).

Nun habe ich noch einen Vortrag entdeckt, der aufzeigt, wie dieses Schulsystem wirkt, und was es mit den Menschen macht, die es durchlaufen. Freerk Huisken meint am Anfang zu obigem Zitat, dass Herr Russel einen guten Punkt trifft, aber es eine wichtige Ergänzung benötigt:

Die Menschen werden durch Erziehung nicht nur dumm gemacht sondern große Teil von ihnen werden durch Erziehung in  Unwissenheit gehalten. Und Unwissenheit sollte man nicht mit Dummheit verwechseln. Es fällt nicht unter Dummheit, wenn man die neue Rechtschreibung nicht be­herrscht, nur schlecht lesen und rechnen kann, die Nebenflüsse der Donau, die chemische For­mel von Schwefelsäure nicht kennt oder von Feuerbach noch nie etwas gehört hat. Das ist fehlendes Wissen, das kann man sich aneignen. Besser: das könnte man sich aneignen, wenn das Schulwesen tatsächlich das Anliegen verfolgen würde, den Nachwuchs solide in die „Kulturtechniken“ einzuführen und ihm gediegenes Wissen über Natur und Gesellschaft zu vermitteln. Tut es aber nicht.

Dummheit ist dagegen nicht das, was man nicht lernt. Unter Dummheit fällt vielmehr ziemlich viel von dem was man lernt, und zwar als Hauptschüler wie als Gymnasiast und als Student. Es fällt darunter die Ausstat­tung der Jugend mit einer Fülle falscher Urteile über Gott und die Welt. Das liegt nicht daran, dass sich Schulbuchverfasser und Lehrer ein­fach nur irren, wenn sie die Schüler mit ihren Lehren über Demokratie und Faschismus, über Geld und Markt, über Fa­milie und Staat traktieren. Das tun sie auch. Aber das trifft nicht die Sache. Dafür sind die Dummheiten viel zu resistent gegen Argumente und haben bereits zu viele Jahrzehnte in Schulbüchern überdauert. Die frühzeitige An­eignung einer gehörigen Portion Dummheit braucht es vielmehr für die geistige Ausstattung der Heranwachsenden. Gefordert ist sie für Leistungen, die mündige Bürger ständig zu erbringen haben: nämlich für die freiwillige Unterordnung unter alle Zwänge und Sachzwänge dieser Gesellschaft. Und weil die Lebensplanung aller Bürger in der Konkurrenzgesellschaft nicht aufgehen kann, deswegen gehört zu den Dummheiten, die man lernen soll, auch die Ausstattung des Verstandes mit lauter falschen Urteilen über die Gründe, warum das mit Karriere und Selbstverwirklichung so häufig nicht klappt. Dummheit ist also — zusammengefasst — die Summe parteilichen Denkens, mit der der erzogene Mensch es fertig bringt, alle politischen und ökonomischen Beschränkungen seiner Interessen zu verarbeiten und dabei brav zu bleiben.

Und so ist der überwiegende Teil der Menschen eben noch nicht in der wahren Wissensgesellschaft angekommen. Aber macht Euch wie immer selbst ein Bild von seinen Denkimpulsen. Über das Unterrichtsfach „Erziehung zum selbstbewussten Konkurrenzsubjekt„:

Lassen Sie Ihr Kind nicht alleine, wenn es weint!

Geborgenheit (c) Foto Helene Souza - pixelio.de

Geborgenheit (c) Foto Helene Souza – pixelio.de

Nur wer als Baby und Kind in Stress- und Angstsituationen erfahren hat, dass ihm jemand beisteht, entwickelt die Fähigkeit sich mit der Zeit selbst beruhigen zu können und kann Erregungszustände besser regulieren.

Dass etwas mit unserem Weltbild die Bildung betreffend nicht in Ordnung ist und das mit dem Entwickeln mündiger Bürger in unseren Schulen immer weniger gut gelingen scheint (u.a. weil der heimliche Plan hinter Aus-bildung ein ganz anderer als von uns angenommener war), haben wir hier schon reichlich angeschaut. Auch dass wir unseren Kleinen mit Blick auf Bindung und Abgabe in Kitas nicht wirklich etwas Gutes tun (hier, und hier). Und was passiert, wenn mit den Kleinsten ganz anders umgegangen wird, haben wir von Jean Liedloff kennen gelernt (hier).

Nun lasst uns auch nochmals einen Blick auf unsere aller Kleinsten werfen, den Babies. Auch hier ist wohl besser umzudenken. Ich habe es als 1958er noch erleiden müssen, was die Nazidoktrin zur Abhärtung von kleinen Mens-chen bedeutete, und habe das bei meinen Kindern schon anders machen können. Aber lest selbst:

Wenn ein Baby weint, dann gibt es hierfür immer gute Gründe.

Es hat entweder Angst, Durst, Hunger, Schmerzen, ist erschöpft, fühlt sich alleine, ist überstimuliert, ist gelangweilt, hat zu warm oder zu kalt oder spürt die Sorgen und Anspannung der Eltern. Manchmal ist es nicht zu enträtseln warum das Kind weint. Aber nie schreien Babys um Eltern zu ärgern, um Macht über Sie zu erlangen, aus Spaß oder aus Boshaftigkeit. Und doch, wie oft weinen Säuglinge im Kinderwagen oder nachts im eigenen Zimmer, ohne dass jemand kommt und es herausnimmt und es beruhigt.

Weinen ist ihre einzige Überlebensgarantie.

Weinen ist für Babys die einzige Möglichkeit ihr Unwohlsein zu zeigen. Wenn Babys weinen fühlen sie sich hilflos und alleine. Der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Karl Heinz Brisch schreibt in seinem Buch SAFE – sichere Ausbildung für Eltern: „Für Eltern ist es ausgesprochen wichtig zu wissen, dass Säuglinge selbst noch nicht in der Lage sind größeren Stress ausreichend zu regulieren, also auch nicht sich selbst zu beruhigen. Sie brauchen von Anfang an mindestens eine Bindungsperson, die durch feinfühligen Körperkontakt, etwa zärtliche Berührung, Blickkontakt und verständnisvolle Worte, ihren Stress mit ihnen zusammen reguliert und abbauen hilft. Auf diese Weise vermittelt die Bindungsperson ein Gefühl von emotionaler Sicherheit. Erst durch viele solcher hilfreichen Erfahrungen lernt der Säugling wie Stressregulation möglich wird.“

Was hilft am besten den Stress der Kinder zu beruhigen?

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Ist unser Denker das Problem?

Ich möchte einen Text nochmals zur Diskussion stellen, den einer der Kommentatoren hier hinterlassen hat:

IST UNSER DENKER DAS PROBLEM?

Gesetze und Moral kommen dann, wenn keine Liebe da ist. Deshalb gibt es die Zehn Gebote, das Grundgesetz und das moralische Selbstverständnis unserer Gesellschaft. Es sind vom Denken ergriffene Maßnahmen, um ein Desaster zu verhindern.

Das Denken hat die Nicht-Liebe erfunden, die Lüge, die Gewalt, die Gier. Ihm ist ein Dasein fremd, in dem es nur Wahrheit gibt, Liebe und Mitgefühl. Aber da Sie dem Denken verpflichtet sind, erzogen und konditioniert durch eine dem Denken unterworfene Gesellschaft, setzen Sie dieses Instrument ein, um das Schlimmste zu verhindern und erstellen Regeln. Die Liebe lässt sich aber nicht regeln oder herstellen. Wenn Ihr Bewusstsein sich nicht radikal ändert und sich dem Tieferen in Ihnen ergibt, wird es nie wissen, was Liebe ist.

Abhängigkeit, Besitzdenken und Eifersucht prägen die meisten Beziehungen und sind nicht Liebe. Das gegenseitige Gewähren von angenehmen Empfindungen und die Vermittlung des Gefühls von Geborgenheit haben nichts mit Liebe zu tun. Wer in Beziehung ist, um geliebt zu werden, um der Einsamkeit auszuweichen oder weil er das Alleinestehen nicht schafft, liebt nicht.

Schon als Kinder werden dazu gebracht, die Welt über das Denken wahrzunehmen, zu verstehen und zu interpretieren. Der Wert des sinnlichen Erlebens spielt eine untergeordnete Rolle. Und um die negativen Auswirkungen dieser Konditionierung im Zaum zu halten, werden sie erzogen und die Regeln der Gesellschaft und des Zusammenlebens beigebracht, deren Nichtbefolgung unter Strafe stehen. Das nennt man dann Zivilisiertheit, ein auf vernünftiger Einsicht beruhendes Verhalten.
Das auf dem Vorrang des Denkens beruhende Weltbild kann sich eine friedliche Welt ohne Gesetze und Strafen nicht vorstellen. Kriege, Ausbeutung, Gewalt, alles Leid entstehen dadurch.

Wer einen anderen Menschen fühlt, kann ihm nichts zu Leide tun. Diese Haltung liegt nicht nur den kriegerischen Auseinandersetzungen zugrunde, sondern ist in allen politischen, gesellschaftlichen Diskussionen zu sehen.

Diese “Menschheit” hat kein Überleben.“

Freundliche Gewalt

AngstIn Anknüpfung an Guidos letzten Artikel zur Propaganda möchte ich einen Artikel von Martin Scheuringer bringen, der die Auswirkungen der zunehmenden Manipulation unserer Kinder im kapitalistischen System anspricht und darauf aufmerksam macht, dass die Unterdrückung negativer Gefühle zum Tragen freundlicher Masken nicht gut ausgehen kann, aber lest selbst:

Freundliche Gewalt

Dem ausgebildeten eingewobenen Subjekt der kapitalistischen Weltordnung erscheinen die mit der abstrakten Arbeit einhergehenden Grässlichkeiten Krieg, Land Grabbing, Mobbing, Beschleunigung etc. als Folge unzureichender Vermarktung der sozialen Beziehungen sowie ihrer Trägereinheiten. Ungeheuerliche Mengen psychischer und physischer, latenter und manifester, chronischer und akuter Gewalt werden meist nicht wahrgenommen, selten ernst genommen, aber niemals ursächlich mit dem Kapitalismus in Verbindung gebracht.

Zähmung einer Delusion

Falschen Begründungen für Gewalt ist Tür und Tor geöffnet: Sie entstünde im schlecht erzogenen, seine Gefühle nicht beherrschenden Individuum. Voller Sorge vermeint ein von einer solchen Annahme geprägter Erwachsener Gewalt unterbinden zu können, wenn er die Äußerung aggressiver Gefühle bei Kindern verbietet. Voller Eifer werden die vermeintlichen Ursprünge von Krieg und Terror bekämpft, indem Kindern untersagt wird ihren Zorn, ihre Wut, ihren Frust oder ihren Hass zu zeigen. Voller Verblendung unterdrücken so aufgeklärte Erwachsene wesentliche Reaktionen ihrer Kinder auf die Zumutungen ihrer Einpassung. Durch Tabuisierung von Aggression wird mit Gewalt eine gewaltförmige Herrschaftsweise reproduziert. Kinder, die in einer bunten, glitzernden, von Spielzeug angefüllten Welt aggressiv auf die für sie unerträgliche Forderung der Subjektivierung reagieren und den kleinen Spielwaggon gegen die Wand schleudern, sind für Erwachsene kaum zu ertragen. (Vgl. Creydt, Streifzüge 60, S. 39)

Konform zum überlagernden dichotomen Bewertungsschema teilt das Subjekt seine Gefühle ein, wobei die guten (Fröhlichkeit) in die Scheinwelt des Distributionshimmels gehören und die schlechten (Neid, Zorn, Hass, Frust, Wut) im rückständigen Rest lokalisiert werden. Die als negativ abgewerteten Gefühle grantiger Kinder hätten in China, Brasilien oder Indien ihren berechtigten Ort, dort gibt’s ja Armut, Gewalt und kein Spielzeug, da darf das Kind schon mal wütend sein. Unfähig die Berechtigung des Weiterlesen …

Warum wir weder “Erziehung” noch “Führung” brauchen …

Februar 19, 2015 11 Kommentare

Der folgende Artikel eines „Stypes“ (= Selbstbestimmter Typ) passt sehr gut zu dem Thema des Lob und Tadels als Mittel unserer Erziehung. Ardalan Alexander Ibrahim geht mit dem Thema stark ins Gericht und zeigt zu dem noch auf, wie das in unserer Arbeitswelt in der Regel noch aussieht, wo Erwachsene häufig genug noch wie Kinder nach unserem gesellschaftlichen Erziehungskonzept betrachtet werden. Augenhöhe auf der menschlichen Ebene sei viel eher angebracht, so seine Meinung, der ich mich allzugerne anschließen mag, aber lest selbst:

Warum wir weder “Erziehung” noch “Führung” brauchen – Eine Ersetzung

“Erziehung” hat nicht mehr die Lobby, die sie mal hatte. Zu umfassend die Kritik an ihr, auch und gerade in populären Kinderbüchern wie in denen von Astrid Lindgren und Paul Maar. Zu offensichtlich ihre Zugehörigkeit zu überkommenen, autoritären Gesellschaftsformen, die nicht mehr funktionieren und in denen wir nicht mehr leben wollen.

Dennoch hält sich die Vorstellung, dass wir unsere Kinder irgendwie dann doch “erziehen” müssten. Und sei es, weil wir “Orientierung stiften” oder “Fehlentwicklungen verhindern” müssen, dass eben das zu unseren Pflichten als Eltern gehört, egal ob uns das angenehm ist oder nicht.

Aus meiner Sicht ist alles noch viel schlimmer:

Die Vorstellung von “Erziehung” hat heutzutage einen nicht immer ganz offensichtlichen Treiber: Den völlig nachvollziebaren Wunsch nach Entlastung.

“Erziehung” ist mittlerweile immer mehr ein Entlastungskonzept geworden. Das Entlastende für uns als überforderte Eltern besteht in der Vorstellung, wir müssten unseren Kindern nur ein paar Mal auf eine ganz bestimmte Art etwas sagen oder ein paar Mal auf eine ganz bestimmte Art reagieren, damit sich bestimmte Verknüpfungen bei unseren Kindern dauerhaft ankern und fortan ihr Verhalten bestimmen.

Das Problem dabei ist: Das funktioniert leider nicht (vielleicht auch: Gott sei Dank nicht). Denn DAS wäre viel zu einfach. Die Wahrheit über “Kinder beim Größer-werden begleiten” ist viel bitterer:

Kinder brauchen unsere offene Präsenz. Sie brauchen, dass wir hinreichend oft und hinreichend lange greifbar sind. Und sie brauchen, dass wir dabei eben offen sind, nicht den Kopf woanders oder übervoll haben. Und dass wir dabei nicht total gestresst sind, so dass wir nicht mehr angemessen auf sie reagieren können.

Und das heißt auch: Weiterlesen …

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Eure Kinder sind nicht Euer Besitz, sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst…

Khalil Gilbran (Foto: Wikipedia)

Ich hatte diesen Post vor zwei Jahren schon einmal gebracht und möchte ihn gerne für die neuen Leser nochmals hervorholen. Wir haben in den unterschiedlichsten Artikeln und kommentaren festgestellt, dass in unserer heutigen Welt Mechanismen wirken, die für uns und sie unzuträglich sind, sei es, dass wir unsere Kinder durch unsere Art der Erziehung und Ausbildung verbiegen, oder unsere Umwelt schädigen und unsere Gesundheit damit auf tönerne Füße stellen, stellt sich die Frage, was geändert werden müsste.

Nick hatte in einem herrlich genialen Kommentar zum freien Willen festgestellt, dass das Einfachste wäre, wenn wir anstelle des MACHENs lieber LASSEN würden. Karin Desai hatte zur gleichen Zeit auf Facebook zum Thema der Kindererziehung in einem Kommentar den obigen Titel hinterlassen. Neugierig geworden, habe ich dieses geniale Gedicht von Khalil Gibran gefunden, das zumindest klar macht, was unsere Kinder sind und was wir deshalb besser lassen sollten:

Von den Kindern

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch Euch aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

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Darüber, wie eine Meinung im Kopf entsteht …

Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden
Karl Marx – Komunistisches Manifest

Wir hatten uns schon einige Male angeschaut, wie wirklich unsere Wirklichkeit ist. Dabei sind gemachte Erfahrungen ein wichtiger Baustein. Und da wir Erfahrungen in unserer direkten Mitwelt (bekam heute den Vorschlag, diesen Begriff anstellen von Umwelt zu nutzen, da wir als Menschen viel zu abhängig für das eher abgrenzende „Um“ sind und es das einschließende „Mit“ viel besser träfe) machen, und als Kind besonders von Eltern und Lehrern „geformt“ werden, lohnt sich ein genauer Blick darauf, als auch, was unseren Staat und unsere Ökonomie ausmacht. Dazu möche ich ein Video vom Youtuber Strohmann vorstellen, das den Titel trägt:

Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht – Construction of citizens

Im Weiteren möchte ich das Wort an Mr. Chattison geben, der seinen Eindruck vom Video wie folgt in einem Kommentar dazu hinterließ:

Grundsätzlich, so denke ich, kann man die Aussagen stehen lassen.
Was mich jedoch stört, ist, dass der Kernpunkt – die Informationsverarbeitung des Einzelnen im Gehirn – in ihrer Natur leider völlig außer Acht gelassen wird, weswegen Schlußfolgerungen bezüglich sinnvollen Handelns zur Veränderung in die Irre gehen müssen und ergo nichts an der Misere ändern werden.

In der Neurophysiologie operiert man aktuell mit Modellen, in denen neuronale Cluster innerhalb desselben Gehirns konkurrieren. Diese Vorstellung lehnt sich an die Idee Richard Dawkin´s von den konkurrierenden Genen an, wobei alles, was wir an Formen und Funktionen beobachten, sozusagen Ausprägungen des konkurrenzbezogenen Arsenals der Gene, und hier, der Neuronen wären.

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Der ökonomische Imperativ – oder das moralische Leistungsgesetz

Pflicht ist, unter Zurückstellung eigener Neigungen
nach eigener Höchstleistungen zu streben
und die Erwartungen der Eltern und vor allem der Lehrer
und Vorgesetzten überzuerfüllen.
Wer das tut, den versetzen, befördern, bezahlen wir.
Wer sich nicht dafür aufopfert, muss gehen
oder in prekären Zuständen leben

In Fortführung zu meinem letzten Post, unsere Demütigungen betreffend, wird auch Prof. Gunter Dueck sehr deutlich. Er nennt es in seinem jüngsten TED-Vortrag  Das moralische Leistungsgesetz. Mal wieder ein Gedankenöffner, was wir mit unseren Kindern, aber auch mit uns selbst geschehen lassen. Sein Vorschlag:

besser eine Neugier-zentrierte Lehre.

Und ja, das kann ich auch unterstützen 🙂

Kinder brauchen eine starke Geborgenheit zu ihrer Potentialentfaltung

Kleine Kinder schon mit einem Jahr in die Krippe zu geben, befriedigt nicht das Bedürfnis der Kinder sondern die der Erwachsenen, die die „gemachte“ Erwartungshaltung der Gesellschaft erfüllen wollen.

… so Dagmar Neubronner vom Neufeld Insitute zur Erkaltung unserer Gesellschaft. Sie stellt fest, dass die Mütter danach lechzen, die Kinder möglichst schnell abzugeben, um gesellschaftlich teilzuhaben. Sie sieht Mechanismen des Teilens und Herrschens an dieser Stelle installiert: es wird so getan, als hätten nur die Mütter die Kinder erzogen, und so wäre es keine wertvolle Tätigkeit. Arbeit dagegen sei viel wertvoller (siehe auch Ist unsere Arbeit eine Religion: frohes Schaffen). Und da wird es Zeit, dass nun endlich auch die Frau sich dieser annehmen kann. Das Kind würde auch so groß werden.

Plakat von 1956

Plakat von 1956

Vor der Industrialisierung waren Mutter und Vater für die Kinder da, da dort gelebt wurde, wo die Arbeit zum Überleben anfiel. Kinder lernten dabei durch Zuschauen und Nachmachen. Seitdem der Vater nicht mehr zuhause arbeitet,  fehlt ihm etwas. Bei der Einführung der 5-Tagewoche wurde seitens der Gewerkschaften die Sehnsucht in der Werbung genutzt. Wer kennt noch das Plakat mit dem Slogan: „Samstags gehört Vati mir.“ Und nun soll auch die Mutter noch in den Arbeitsmarkt und von den Kindern getrennt werden.

Die Krippe soll es nun richten. Nur, kann sie das wirklich? Kann sie das tiefe Weiterlesen …

Lob und Tadel – die Selbstvertrauen zerstörende Kraft

November 1, 2012 5 Kommentare

Seit ich beobachten durfte, wie sich Menschen hinsichtlich ihrer Motivation positiv verändern, wenn sie sich innerhalb eines SCRUM-Prozesses im Team selbst organisieren können, hat mich das Thema Lob und Tadel noch mehr gefesselt. Meine Eltern hatten für uns Kinder, drei an der Zahl, ein Belohnungssystem für gute Zensuren in Klassenarbeiten und Zeugnissen eingeführt. Resultat: es wurde nun mehr für das Geld als für das eigene Interesse an den dem Erkenntnisgewinn durch das Erlernte gearbeitet. Da ich das nachträglich intuitiv als nicht zielführend erachtete, habe ich das meinen drei Kindern nicht mehr angeboten. Sie sollten es allein als subjektiv-eingefärbtes Feedback für ihren Arbeitsstand auffassen.

Nun hat Hannelore Vonier einen weiteren wichtigen Artikel auch zu dieser Thematik auf ihrem Blog veröffentlicht, den ich hier ebenfalls nochmals bringen möchte. Reiht er sich doch gut in die Schaffung einer zuträglicheren Bildung und Organisation ein, aber lest wieder selbst:

Lob und Tadel – die Selbstvertrauen zerstörende Kraft, von Hannelore Vonier

Yequana-Kinder

Yequana-Kinder

Kinder verhalten sich von sich aus sozial. Eine Vorstellung, die uns fremd ist. Durch Erziehung wird das natürliche Sozialverhalten untergraben.

Im Dschungel Venezuelas trifft eine junge Amerikanerin auf die Yequana-Indianer. Fasziniert vom offenkundigen Glück dieser “Wilden”, bleibt sie insgesamt zweieinhalb Jahre bei dem Stamm und versucht, die Ursachen dieses glücklichen Zusammenlebens herauszufinden. Vertraute Denkweisen werden ihr dabei immer fragwürdiger, immer größer wird ihre kritische Distanz zu Zivilisation. Sie erkennt, wie unsere Gesellschaft in jedem Menschen neu die angeborenene Glücksfähigkeit zerstört, und schreibt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine Kindererziehung ohne Zivilisationsneurosen. Mit ihrem Buch wurde Jean Liedloff weltbekannt.

Jean Liedloff schreibt viel über die das Selbstvertrauen zerstörende Kraft von Lob und Tadel. Hier ein Ausschnitt:

Ich war Zeuge der ersten Augenblicke im Arbeitsleben eines kleinen Mädchens. Die Kleine war ungefähr zwei Jahre alt. Ich hatte sie bei den Frauen und Mädchen gesehen; während diese Maniok in einen Trog rieben, spielte sie. Jetzt nahm sie ein Stück Maniok vom Haufen und rieb es an dem Weiterlesen …

Über die Macht unserer Worte

Dezember 29, 2011 40 Kommentare

Und wieder bin ich einen Schritt weiter, was die Betrachtung von Energie angeht. Diese Mal geht es um den guten Ton beim Umgang miteinander. Wir kennen Sprüche wie „So wie es in den Wald hinein schallt so schallt es heraus.“, die uns sagen, dass wir auf die Wortwahl achten sollten, da sie verletzen können. Ich hatte vor einigen Tagen vom vielfach wiederholten Reis-Experiment nach dem Wissenschaftler Masaru Emoto gehört und heute mal ein wenig im Internet gesucht. Was ich gefunden habe, ließ mich staunen und bestätigte das, was ich intuitiv als wichtig für ein Miteinander erachte, und was ich auch schon in dem Buch „Wahnsinnskarriere“ als die fünfte von siebzehn Regeln angeboten bekam: „Sei gut zu Menschen“. Die erste lautete übrigens: „Arbeite nie selbst an einem Computer“ 😉

Das Reis-Experiment geht ganz einfach. Man koche Reis gar und fülle jeweils einen gleichen Teil in jeweils ein sauberes und verschließbares Glas. An das eine Glas schreibe man einen positiven Spruch, z.B. „Danke“ und an das andere z.B. „Idiot“. Nun lasse man die Gläser nebenander für 30 Tage stehen. Während dieser Zeit spreche man gelegentlich zu den Gläsern. Zu dem einen positiv und zu dem anderen negativ. Am Ende gibt es immer das gleiche Ergebnis. Das positive Glas zeigt Weiterlesen …

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