Archiv

Posts Tagged ‘Eigentum’

Würde eine Bodenwertsteuer für einen Ausgleich zwischen Arm und Reich sorgen?

Dezember 27, 2014 10 Kommentare

Bruno Moser

Es gibt keinen Zweifel darüber, dass alleine die Bodenrente für alle nötigen öffentlichen Ausgaben­ auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene ­ reichen würde.
NEULAND – Verein für menschengerechte Steuern in der Schweiz

Im meinem letzten Artikel war angesprochen, wie ein Staat mit einem umfassenden Freiheitsrecht auf Eigentumsverwendung zur fortwährenden Umverteilung von Arm = Nichteigentümer und Reich = Eigentümer sorgt. In diesem Artikel möchte ich auf ein Regularium hinweisen, wie in einem solchen Staat dennoch ein Korrektiv implementiert werden kann, so dass der Reichtum des Einen und die Armut des Anderen nicht ins Bodenlose fällt.

Bruno Moser, Volkswirt und Politologe,  spricht in dem folgenden Video über die Bodensteuer, die es in einigen Ländern gibt und dort für mehr Ausgleich in der Gesellschaft sorgt. Die Bodenwertsteuer ist in Veröffentlichungen des amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsethiker Henry George 1890 erstmals ausführlich beschrieben worden. Er ist der Frage nachgegangen, warum es bei so viel Fortschritt dennoch so viel Armut gab.

Welchen Vorteil neben der Entlassung vieler dann überflüssiger Steuerbeamter eine Steuer allein auf Boden hätte, will der Verein für menschengerechte Steuern in der Schweiz wie folgt sehen:

Von 1850 bis 1980 stiegen in der oberen Berner Altstadt die Bodenpreise um das 16’000fache. Allein in den folgen Boomjahren von 1980 bis 1990 stiegen die Baulandpreise gesamtschweizerisch im Durchschnitt nochmals um das Sechsfache. Die Bodenpreise, die Steuerlast auf Arbeit und Kapital und die munter privat abgeschöpfte Grundrente haben wesentlich zur Inflation beigetragen und stellten in mancher Hinsicht eine wirtschaftliche und soziale Belastung dar. Davon profitierte eine Minderheit. Dies war «vernachlässigbar», solange die Wirtschaft wuchs, die Umwelt ignoriert und der Staat sich weiter verschulden konnte. Wäre während der ganzen Periode der Ertrag aus Grund und Boden der Allgemeinheit zugeflossen, hätten wir vielleicht ein paar tausend Millionäre weniger. Dafür stünden Gemeinden, Städte, Kantone und Bund nicht vor dem Bankrott. Sie wären schuldenfrei, sozial gesund und wirtschaftlich stark.

Weiterlesen …

Das Konzept der Nation als Ideologie …

Dezember 26, 2014 8 Kommentare
Dr. Peter Decker

Dr. Peter Decker

Der Staat ist die politische Gewalt der kapitalistischen Gesellschaft.
Peter Decker

Ich habe mich in den letzten Monaten immer mal wieder mit dem Staat, unserer Verfassung, und speziell den Definitionen von Freiheit und Gleichheit im Kontext von Eigentum beschäftigt, da ich hier den Webfehler in unserer Gesellschaft vermute. Nun habe ich einen Vortrag von Peter Decker gefunden, der mir die Zusammenhänge recht gut zu erklären scheint und ich hier gerne in einer Zusammenfassung bringen möchte.

Anfangs stellt Herr Decker fest, dass der Staat die einzig legitime Gewalt sei. Polizei und Justiz haben die Staatsgesetze mit Gewalt durchzusetzen. Eine gewählte Obrigkeit zwingt die Menschen in einem Herrschaftsverhältnis zu etwas, was sie von sich in der Regel nicht wollen würden.

Wenn man sie aber fragt, so stellt Herr Decker fest, dann wollen die Menschen diesen Staat, was sie u.A. durch ihr Wählengehen ausdrücken. Die gewählten Verwalter des Staates würden dafür sorgen, dass sich die Menschen in diesem Staat vertragen, weil man annimmt, dass sie es sonst nicht täten. Der Staatsmensch denkt damit, dass sein gesellschaftliches Leben nur so zu schützen sei. Er muss halt nur auch selbst den Gesetzen gehorchen, egal wie sie ausfallen. Es ist damit eine Herrschaft, die Freiheit verordnet, durchsetzt und schützt, und so von den Untertanen akzeptiert und gewollt ist, und sorgt so für Stabilität. Wer diesen Staat ändern wollte, hat nicht nur die Obertanen sondern auch die Untertanen gegen sich. Die Menschen müssen ja schon frei sein, wenn sie diesen Staat so wollen.

Frei zu sein heißt: ich kann tun und lassen, was ich will.

Das kann ein Mensch gut dort, wo kein anderer stört. In Gesellschaft geht das nicht mehr. Hier kann man in der Regel tun, was erlaubt ist. Es braucht also eine Weiterlesen …

Wem gehört die Welt – eine Fortsetzung

Monopoly-Spiel (Foto: Wikipedia)

Kaum hatte ich den gestrigen Artikel Wem gehört die Welt? mit Aspekten rund um das Konzept des Eigentums gepostet, bekam ich auf Facebook die folgenden Fakten präsentiert, der den historische Ablauf der Bankabhängigkeit der Staaten und damit der Welt aufzeigt. Zu-Fall?

Ich möchte vorab klar stellen: es geht mir hier nicht um ein Juden-Bashing. Dass viele der hier genannten Personen der jüdischen Gemeinde zugerechnet werden, erachte ich eher als Zufall. Es hätten in einem System der erlaubten Ausbeutung durch unbegrenzte Eigentumsmehrung genauso gut Vertreter aller anderen Ismen sein können. Es geht um das nüchterne Verstehen, wohin dieses Monopoly-Spiel läuft: ein mächtiger Sog zielt alles auf einen Punkt, während alle anderen leer ausgehen:

++ Rothschilds: Die mächtigste Familie der Welt ++

Die Rothschilds und ihre Freunde sandten ihre Vertreter, kurz Banksters, um Amerika zu erobern! Sie etablierten zwei Banken: JP Morgan und Kuhn & Loeb. Der erste Versuch, eine Zentralbank einzurichten, scheiterte jedoch am Widerstand von Präsident Jackson, und die „Bank of the United States“ wurde wieder geschlossen. Derweilen kauften die Banksters durch ihre Filialen halb Amerika: Die Stahlindustrie gehörte ihnen zu 70% (Carnegie), das Eisenbahnnetz zu 30% (Harriman), Telefongesellschaften (ATT, ITT), General Electric, General Motors, Du Pont, Presse, Filmstudios etc.

Jacob Schiff, ein alter Nachbar der Rothschilds aus Frankfurt, der gute Verbindungen zu Europa hatte, unter anderem zu Warburg, wurde der Vorsitzende von Kuhn & Loeb. Das durch die Schiff-Warburg Verbindung eingeschleuste Kapital Rothschilds ermöglichte es John D. Rockefeller, sein Standard Oil Imperium aufzubauen.

Weiterlesen …

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , ,

Wem gehört die Welt?

ego versus ecoIst das Grundübel für allen Neid, Hass, Gier etc. das Konzept des unbegrenzten Eigentums, das am Ende jene ausgrenzt, die nichts mehr besitzen und von den Almosen der Besitzenden maximal abhängig werden (siehe u.a. das römische Imperium)? In dem Artikel Die Konkurrenzlose Gesellschaft auf Ganzheitliches Bewusstsein ist wie folgt zu lesen:

Alte Vorstellungen von „Geistigem Eigentum“ erweisen sich nun, da man erkennt, dass alle Gedanken aus jenem großen Pool geschöpft werden, in dem alle Gedanken, die Menschen je dachten, die Basis allen Denkens sind, als obsolet und überholt. Keine moderne Komposition, keine neue wissenschaftliche Erkenntnis oder technische Erfindung kommt aus dem Nichts. Sie sind nicht wirklich Geistesprodukt dessen, der diese Musik, Erkenntnis, Erfindung in sich fand, sondern auf dem Humus aller menschlicher Erfahrung vor dem Hintergrund der kosmischen Seinswirklichkeit gewachsen. Kein Produkt eines Einzelnen also – sondern Gemeinschaftsleistung Aller. Anstatt über Urheberrechte zu streiten, wird Jeder, der seine Ideen aus diesem allen gemeinsamen Inspirationspool schöpft, danach trachten, bestmögliche Gedanken in diesen Pool hineinzudenken – zur Bereicherung des Allen gemeinsamen Ganzen. (Unabhängig davon, dass das Zitieren von Texten, die besser nicht auszudrücken sind, bitte mit Angaben der Quelle zu versehen sind).

Neben dem geistigen Eigentum, das als letztes Konzept von Besitz in die Welt kam, wird auch der Besitz an Land betrachtet: Weiterlesen …

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , , , ,

Über den Zweck von Grundrechten in einer Eigentumsgesellschaft …

Prof. Albert Krölls

Prof. Albert Krölls geht in seinem Staats-kritisierenden Artikel Glanz und Elend der bürgerlichen Grundwerte: Wozu taugen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit?  auch auf den Zweck von Grundrechten in einer Eigentumsgesellschaft ein, und regt zum starken Nachdenken an:

Die sozialen Grundrechte: die materiell-egalitäre Grundausstattung der Konkurrenzsubjekte im Dienste ihrer marktwirtschaftlichen Brauchbarkeit

Die diesbezüglichen Aktivitäten des Sozialstaates auf den Gebieten der Bildung, Arbeitsförderung, Sozialversicherung, des Gesundheitswesen und der Fürsorge etc. sind unter dem wohl klingenden ideologischen Namen der Stiftung realer Freiheit und Gleichheit bekannt.  Sie beinhalten freilich alles andere als eine Einschränkung oder gar tendenzielle Aufhebung der unbedingten Geltung des Prinzips der abstrakten Freiheit, d. h. der Abhängigkeit der Reproduktion der Gesellschaftsmitglieder von der Verfügung über das private Eigentum an den Mitteln der Lebensgestaltung. Sie haben entgegen  wohlmeinenden Vorstellungen auch nicht den Charakter eines Beitrages zur Herstellung sozialer Gleichheit im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der lohnabhängigen Bürger oder der Vergrößerung ihrer Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum.

Das Gegenteil ist der Fall:  Sie gewährleisten die unerlässlichen materiellen Grundvoraussetzungen der eigentumslosen Bürger zur Teilnahme an der Konkurrenz, die sich ihnen als der lebenslange Zwang präsentiert, ihren Lebensunterhalt durch die Verrichtung abhängiger Arbeit im Dienste der Vermehrung des Eigentums ihrer vermögenden Mitbürger zu verdienen. Und sie dabei immer wieder auf den Ausgangspunkt ihrer Anstrengungen zurückwirft: den systematischen Weiterlesen …

Was ist schon Heimat?

Heimat. Ich denke dabei an Flüchtlinge. Ich denke dabei an Fremdenfeindlichkeit. Ich denke dabei an das Heimatgefühl als einen energetischen Besitz, genauer, an eine energetisch Quelle. Für mich, ich betone das, ist diese Energiequelle eine künstliche angelegte, die sich aus der (fiktiven) Vorstellung speist, es gäbe Heimat. Klar ist, das Menschen diese Energiequelle für sich erschließen. Warum auch nicht, wenn sie künstliche Energie benötigen. Klar ist aber auch, dass es Menschen gibt, die (energetisch) sehr gut ohne die Vorstellung von Heimat leben können. Und ich halte es für sehr klug, nicht auf Energiequellen angewiesen zu sein, die mit einer relativen Beliebigkeit verschlossen werden können. Darum: Ich setze auf eine autarke Energieversorgung.

Heimat. Ein Begriff, der relativ räumlich begrenzt werden kann. Reduziert auf “My home is my Castle”, erweitert auf “my Dorf is my Himmel”, erweitert auf “Germany is overcomming me”. Mir persönlich ist es völlig egal, wie Menschen Heimat definieren. Mir kann man keine stehlen oder streitig machen, weil ich heimatlos bin, ganz im Sinne meiner Gewissenlosigkeit. Aber eine ethische Frage stellt sich doch: Hat die “Idee Heimat” oder der Heimatgeist die Entwicklung an den Rand eines Weiterlesen …

1. Mai – Tag der Arbeit – oder sind wir unterwegs in die Freizeitgesellschaft?

Ulrich Kampffmeyer bemerkte auf seiner Facebook-Seite zum Artikel Maschinen verdrängen Menschen auf Spiegel Online:
Was wir schon immer wussten – die Automatisierung der Arbeit durch Maschinen und Software verdrängt den Menschen. So gesehen sind Büros ohne Workflow, ohne Collaboration-Software, ohne elektronische Archivierung, ohne ECM … die letzten Paradiese der menschlichen Arbeit, Oasen des Wohlfühlens, wo der Mensch noch Mensch sein darf, wo menschliche Arbeit noch einen Sinn hat, … Es wird Zeit für eine Aufarbeitung der Auswirkungen der Informationsgesellschaft und der industriellen Automatisierung. Das menschliche Selbstverständnis ist in Gefahr. Der Sinn des Lebens reduziert sich auf Konsumieren und auf der Coach abhängen.

In einer der dann folgenden Bemerkungen hat Roman H. Lustig, der hier schon einmal zu Wort kam (siehe: das System versagt), folgende kleine aber bedenkenswerte Replik gegeben:

Die Befreiung breiter Massen von der Last des alltäglichen Broterwerbes wäre tatsächlich eine große Errungenschaft für die Menschheit und technisch in jedem Fall machbar, somit eine realisierbare Utopie. Allein infolge dreier maßgeblicher Problemkreise wird die an sich köstliche Suppe (bis dato) dann gründlich versalzen sein:

1. AUF GESELLSCHAFTLICHER EBENE ergibt sich insbesondere das von Herrn Caspers schon angesprochene „VERTEILUNGSPROBLEM“. Bis dato brachte noch jede historisch realisierte Gesellschaftsordnung (die gegenwärtige in den westlichen Demokratien inbegriffen) „Ungleichheit“ hervor, war somit ein Ungleichheitssystem, und zwar im größeren oder kleineren Ausmaß. Wir können nun annehmen, dass unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen die ungleiche Verteilung der Güter drastisch zunehmen wird, wenn nur noch wenige am Produktionsprozess beteiligt sind (zum einen als Eigner von Produktionsfaktoren wie Grund und Boden, Realkapital und monetäres Kapital, was insbesondere die Shareholder inkludiert; zum anderen als Weiterlesen …

%d Bloggern gefällt das: