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Posts Tagged ‘Eigentum’

Utopie Commons? … Über unsere Leitwerte …

Der folgende Text gehört zur Fortsetzung der Serie mit Betrachtungen darüber, ob das Konzept der Commons anstelle von Eigentum das Potential hat, den Niedergang der Menschheit, den wir in aktueller Zeit wahrnehmen (siehe z.B. hier), umzukehren. Also auch das ab ins Regal.

Wir können drei grundsätzlich verschiedene Arten von Werten bzw. Wertmaßstäben unterscheiden. Da wäre zuerst der naheliegende Gebrauchswert zu nennen. Er lässt sich sämtlichen Objekten (also allem Dinglichen, wie aber auch Immateriellem (z.B. Informationen)) zuordnen und gibt an, welchen individuellen Nutzen das Objekt für das jeweilige Individuum hat. Dabei ist entscheidend, ob dieses Individuum, dieses Objekt auch zur Funktion bringen kann und wie sehr sein Leben oder auch seine persönliche Entfaltung und
Tätigkeit unmittelbar davon abhängig sind.

Ein anderer, naturgegebener Wertmaßstab ist der des ideellen Wertes. Es ist vermutlich dieser Wertmaßstab, der den Menschen zum Menschen macht und von Natur aus vom Tier unterscheidet. Er existiert auf Grund unseres Weiterlesen …

Utopie Commoning? – Ein Blick zurück aus dem 22. Jarhundert

Dies ist der zweite Beitrag einer Serien von Texten, die ich zum Teilen mit Euch zum Thema Commoning erhielt (zum 1. Beitrag). Es ist eine Kurzgeschichte aus der Perspektive eines Mädchens, das sich im 22. Jahrhundert von ihrer Uroma das Leben aus ihrer Zeit erzählen, und dies auf dem Hintergrund ihres heutigen Lebens kaum verstehen kann. Lasst Euch überraschen: 

Ein historischer Tag

Lotte blinzelt noch etwas verschlafen, als sie die Sonnenstrahlen durch ihr Zimmerfenster an der Nase wach kitzeln. Langsam richtet sie sich in ihrem Bett auf und wirft einen Blick hinaus. Die Sonne lugt gerade zwischen einigen Wolken hervor und taucht den ansonsten noch relativ tristen Morgen des Frühjahrs in einen kurzen, fast sommerlichen Anblick. Die Bäume und Sträucher, die sie reichhaltig erblicken kann, sind tatsächlich schon ziemlich grün. Das war der Dreizehnjährigen bis zum Vortag noch gar nicht aufgefallen. Sie öffnet das Fenster und schaut hinaus in die Großstadt des 22. Jahrhunderts, in der sie lebt. Die Vögel zwitschern ihr alltägliches Morgenkonzert, ein paar Hasen und Eichhörnchen huschen umher, ab und an rollt fast lautlos ein kleines Auto vorbei, die vielen Fahrräder sind am Ende lauter. Doch am lautesten erscheinen letztlich die Vielzahl von Unterhaltungen der unzähligen Menschen unten entlang der einspurigen Straße, die sich zwischen weitläufigen Grünstreifen entlang schlängelt. Schließlich wohnen in der Stadt weit über 10 Millionen Menschen. Den Weckruf des Hahns im Garten des Nachbarblocks hat sie heute offenbar verpasst. Lotte atmet tief ein und glaubt, bereits den nahenden Frühling riechen zu können. Der Geruch frischer Blüte liegt jedenfalls in der Luft und gibt Lotte zusätzliche Kraft und Energie, um in den Tag zu starten.

„Mutti und Vati sind nicht in ihrem Zimmer. Offenbar sind sie bereits Weiterlesen …

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Über die Legalität von Eigentum und Commons

Auf meiner Finde nach einer besseren Welt hatte ich schon mehrfach hier bemerkt, dass der stärkste Webfehler unseres Systems das Konzept des unbegrenzten Eigentums ist. D.h. wenn ein Mensch mehr besitzt als er durch seine eigene Hände Arbeit erreicht hat. Ich möchte nun einen weiteren Text zum Thema einstellen, der aus der Commoning-Szene stammt, und auf dem es sich wieder genüsslich draufrumkauen lässt, oder?

Was ist die Matrix?

Was du weißt, kannst du nicht erklären, aber du fühlst es. Du hast dein ganzes Leben lang gespürt, dass mit der Welt was nicht stimmt. Du weißt nicht, was es ist, aber du weißt, es ist da, wie ein Splitter in deinem Verstand, der dich zum Wahnsinn treibt. 
Morpheus im Film Matrix

Unser Verstand ist manipuliert. Nein, es folgt nun keine Verschwörungs-, sondern eine Systemtheorie.

Es gibt etwas, an das wir alle glauben, was uns von Kind an erzählt und beigebracht wurde, was die meisten von uns wohl noch nie in Frage gestellt haben und als unumstößliche Gesetzmäßigkeit hinnehmen. Jedoch ist die Vorstellung von Eigentum, das hier gemeint ist, lediglich ein Konstrukt des menschlichen Verstandes und kommt ansonsten in der Natur eigentlich gar nicht vor. Deshalb ist es eben auch kein unabänderliches Naturgesetz, das gilt, egal ob wir wollen oder nicht, sondern ein juristisches Gesetz, in dem es um das Verfügungsrecht geht.

Was mir gehört, über das darf ich ganz allein bestimmen und andere auch davon ausschließen!

Von Verfügung über Menschen selbst, was man als Sklaverei bezeichnet, haben wir uns weitgehend emanzipiert [Anmerkung: zumindest, was die direkte Sklaverei betrifft]. Jedoch ist die alleinige Verfügungsgewalt – und damit Macht (!) – über gegenständliche Objekte und Dinge bis heute noch immer völlig legal. Problematisch wird es im Grunde ja auch erst dann, wenn Weiterlesen …

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Unser Planet gehört niemandem, sondern uns allen gemeinsam

Oktober 28, 2016 5 Kommentare

Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen »Dies gehört mir« und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wieviel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: »Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört«.
Jean-Jacques Rousseau, schweizerischer Philosoph, Schriftsteller und Staatstheoretiker, * 28.06.1712, † 02.07.1778

Egon Vouilléme

Egon Vouilléme, Autor und Weltverbesserer

Dass es in der Welt mit der Verteilung der Ressourcen ungerecht zugeht und es Reformen bedarf, darüber haben wir hier schon einige Texte gelesen, z.B. Würde eine Bodenwertsteuer für einen Ausgleich zwischen Arm und Reich sorgen?, aber auch die Wissensmanufaktur hat mit ihrem Plan B aufgezeigt, wie es mit einer Neuordnung zu mehr Gemeinsinn und -wohl kommen kann. Nun hat mir Egon Vouilléme dankenswerterweise erlaubt, seinen Artikel zum Thema auch hier nochmals zu veröffentlichen. Spannend auch seine Gedanken zum Thema Erbschaft:

 Unser Planet gehört niemandem, sondern uns allen gemeinsam – (Quelle)

Ist es richtig, dass einzelnen Menschen, Unternehmen oder Nationen Teile unseres Planeten gehören und wenn ja, wer verteilt mit welchem Recht den Planeten, die Natur und an wen? Wem gehört die Antarktis und die dortigen Bodenschätze? Der Grund und Boden sowie die „Schätze des Bodens“ sind Grundlagen des Lebens aller Menschen und im Grunde ein Geschenk an die Menschheit als ganzes. Sie sind derzeit jedoch größtenteils nicht mehr allgemein verfügbar sowie durch übermäßige Ausbeutung und Vergiftung massiv bedroht. Immer weniger Menschen kommen in den Genuss dieses Geschenks, obwohl der Boden direkt oder indirekt die Grundlage allen Lebens ist.

Der Sparzwang vor allem in Europa führt uns allen vor Augen welche Naturgüter (Wälder, Seen und sogar Schutzgebiete) plötzlich im Angebot sind und als Privateigentum vermutlich bald dem öffentlichen Zugriff entzogen werden. Flankiert wird diese Entwicklung durch die weltweit zunehmende Bodenspekulation (Stichwort Landraub).

Boden ist aber nicht durch menschliche Leistung entstanden und auch nicht vermehrbar. Das Naturgut Boden ist das Weiterlesen …

Eigentumsverhältnisse …

September 24, 2016 9 Kommentare

Ich teilte heute auf Facebook das folgende Sprichwort der australischen Aborigines:

Wenn Jemand glaubt, ein Stück Land gehöre ihm,
ist das genauso lächerlich, wie wenn ein Floh glaubt,
der Hund, auf dem er sitzt, sei sein Eigentum.

Dazu bekam ich noch folgende Dreingabe von Udo Rohner:

Korrekt – es ist im Prinzip genau anders herum und darüber hinaus eine enge Wechselbeziehung:

Der Floh „gehört“ zu dem Hund den er sich mehr oder weniger freiwillig als Lebensraum gewählt hat und der Hund wird dadurch, ob er will oder nicht, zum Besitz des Flohs, da dieser ihn mit seinen Kollegen „besetzt“ hat.

Und weil es nun mal zur Eigenart des Hundes gehört ein beliebter Lebensraum für Flöhe zu sein, wird der Floh als Besitzer des Hundes zu dessen Eigentum.

Einem Buchenwald „gehört“ natürlich auch nicht das Land auf dem er wächst, vielmehr „gehört“ der Wald zu jenem Land das so beschaffen ist, dass es dem Wald gelingt es zu besetzen, weil dieser ganz nach seiner Eigenart den Lebensraum beherrscht und dadurch zum Eigentum des Landes wird.

Der Mensch unterscheidet sich vor dem Hintergrund dieser Betrachtung im Wesentlichen nicht von seinen Mitgeschöpfen, mit denen er sich von Natur aus gleichberechtigt den Lebensraum Erde zu teilen hat!
Denn wer hätte schon das Recht der Menschheit oder einer bestimmten Gruppe von Menschen oder gar einem Einzelnen, mehr Rechte auf die Nutzung des gemeinsamen Lebensraumes einzuräumen als dem Floh, dem Hund, dem Wald oder irgendeinem anderen Lebewesen auf diesem Planeten?

„Macht Euch die Erde untertan ….“
soll ein göttliches Wesen vor ein paar Jahren mal der Menschheit verkündet haben.

Ich aber sage Euch 🙂

Wenn die Quelle dieses Spruches eines göttlichen Wesens Geist wäre, dann muss er unterwegs wohl Opfer eines menschlichen Übersetzungsfehlers geworden sein – denn wirklich Sinn würde der Spruch nur machen, wenn man das kleine Wörtchen „die“ durch ein „der“ ersetzt.

Langer Rede kurzer Sinn: Weiterlesen …

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#TTIP, #CETA, #ISDS – Sind die Konzerne wuchernde Krebszellen unseres von Grund auf kranken Gesellschaftssystems?

Februar 23, 2015 44 Kommentare

Schmerz ist das Zerbrechen der Schale,
die dein eigenes Erkennen umgibt.
Kahlil Gibran

In letzter Zeit bewegte mich zunehmend mit Blick auf TTIP und CETA (in wenigen Sekunden erklärt)  das Thema der sich immer weiter unserer Erde bemächtigenden Konzerne (siehe u.a.:Heimliche Bodenreform: Spekulanten kaufen in großen Stil deutsches Ackerland). Am Ende sehe ich nun das Bild der Konzerne als Krankheitssymptom eines zutiefst kranken Organismus. Sprich, wir könnten das, was wir in unserer Gesellschaft beobachten auf unseren menschlichen Körper beziehen.

Die nach außen scheinenden Krankheitssymptome sind nach neuesten Erkenntnissen Signale, die anzeigen, dass etwas Grundsätzliches im Körper nicht mehr ordentlich funktioniert. Viele unserer Krankheiten sind leicht und die Symptome verschwinden wieder schnell. Eine unserer schwerwiegenderen Krankheiten mit zunehmender Tendenz ist der Krebs. Es deutet alles darauf hin, dass Krebes besonders bei schlechter Nahrung, giftiger Umwelt und bei viel Stress im Alltag auftritt. In der Regel frisst der Krebs sich stetig vermehrend alles Gesunde um sich auf, bis er durch den Tod des Menschen selbst sterben muss.

Aber es gibt Hoffnung: Menschen, die ihre Lebensweise mit Auftreten des Krebses komplett umstellen und sich auch auf positive Gefühle einstellen, scheinen via Selbstheilungskräfte diesen Krebs besiegen zu können (siehe Beispielund wer am Krebs „totsicher“ verdient …).

Für mich deutet alles darauf hin, dass unsere seelenlosen, ja psychopathisch wirkenden Konzerne den unkontrolliert wachsenden Krebsgeschwüren gleichen, die gerade im Sinne der Gewinnmaximierung dabei sind, unsere Erde zu Weiterlesen …

Würde eine Bodenwertsteuer für einen Ausgleich zwischen Arm und Reich sorgen?

Dezember 27, 2014 10 Kommentare

Bruno Moser

Es gibt keinen Zweifel darüber, dass alleine die Bodenrente für alle nötigen öffentlichen Ausgaben­ auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene ­ reichen würde.
NEULAND – Verein für menschengerechte Steuern in der Schweiz

Im meinem letzten Artikel war angesprochen, wie ein Staat mit einem umfassenden Freiheitsrecht auf Eigentumsverwendung zur fortwährenden Umverteilung von Arm = Nichteigentümer und Reich = Eigentümer sorgt. In diesem Artikel möchte ich auf ein Regularium hinweisen, wie in einem solchen Staat dennoch ein Korrektiv implementiert werden kann, so dass der Reichtum des Einen und die Armut des Anderen nicht ins Bodenlose fällt.

Bruno Moser, Volkswirt und Politologe,  spricht in dem folgenden Video über die Bodensteuer, die es in einigen Ländern gibt und dort für mehr Ausgleich in der Gesellschaft sorgt. Die Bodenwertsteuer ist in Veröffentlichungen des amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsethiker Henry George 1890 erstmals ausführlich beschrieben worden. Er ist der Frage nachgegangen, warum es bei so viel Fortschritt dennoch so viel Armut gab.

Welchen Vorteil neben der Entlassung vieler dann überflüssiger Steuerbeamter eine Steuer allein auf Boden hätte, will der Verein für menschengerechte Steuern in der Schweiz wie folgt sehen:

Von 1850 bis 1980 stiegen in der oberen Berner Altstadt die Bodenpreise um das 16’000fache. Allein in den folgen Boomjahren von 1980 bis 1990 stiegen die Baulandpreise gesamtschweizerisch im Durchschnitt nochmals um das Sechsfache. Die Bodenpreise, die Steuerlast auf Arbeit und Kapital und die munter privat abgeschöpfte Grundrente haben wesentlich zur Inflation beigetragen und stellten in mancher Hinsicht eine wirtschaftliche und soziale Belastung dar. Davon profitierte eine Minderheit. Dies war «vernachlässigbar», solange die Wirtschaft wuchs, die Umwelt ignoriert und der Staat sich weiter verschulden konnte. Wäre während der ganzen Periode der Ertrag aus Grund und Boden der Allgemeinheit zugeflossen, hätten wir vielleicht ein paar tausend Millionäre weniger. Dafür stünden Gemeinden, Städte, Kantone und Bund nicht vor dem Bankrott. Sie wären schuldenfrei, sozial gesund und wirtschaftlich stark.

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