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Posts Tagged ‘Dummheit’

„Wer nachgibt, fördert den Krieg“

Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.
Marie von Ebner-Eschenbach

Der Fingerphilosoph hat heute einen Kommentar zum Artikel Sind wir wieder einmal so weit gepostet, den ich gerne wieder zur Diskussion stellen möchte, geht er doch u.a. dem großen Wunsch der Menschen nach Frieden auf den Grund. Und dem Aspekt des Nachgebens, um des guten Friedens willen:

Evolution geschieht im polaren Zusammenspiel gegensätzlicher Kräfte: Tag und Nacht, Winter und Sommer, Wüste und Regenwald, Mann und Frau, Überfluss und Hunger. Jedes Ding, jede Regung, jede Landschaft entfaltet und entwickelt sich im Wechselspiel mit seinem Gegenteil. Jedes Ding braucht notwendigerweise, um zu sein, sein Gegenteil. Aus dieser Erkenntnis heraus kam Heraklit zu seinem Spruch, dass „der Krieg aller Dinge Vater, aller Dinge König“ sei.

In Heraklits Augen haben diejenigen Unrecht, die ein Ende des Kampfes und den ewigen Frieden herbeisehnen. Denn mit dem Ende der schöpferischen Spannung, die aus der Auseinandersetzung des Gegensätzlichen entsteht, würde totaler Stillstand eintreten. Dieser Stillstand ist nichts anderes als ewiger Tod, ewiges Nicht-Sein.

Mit dem Gedanken des Zusammenspiels gegensätzlicher Kräfte hat Heraklit Recht, aber dieses Zusammenspiel muss nicht notwendigerweise Krieg oder Kampf sein. Krieg ist die Folge, wenn im Widerspiel gegensätzlicher Kräfte nicht angemessen mitgespielt wird.

Man kann das Zusammenspiel gegensätzlicher Kräfte auch als Liebe verstehen. Der von Heraklit beschriebene Ur-Gegensatz liegt im Wesen der Liebe selbst. Es geht nicht drum, den anderen Pol zu vernichten, zu ignorieren, umzuwandeln oder ihn sich einzuverleiben oder mit dem Gegensätzlichen zur Einheit zu verschmelzen, sondern die Spannung des Gegensätzlichen auszuhalten und sich in dieser Spannung zu bewegen.

Die schöpferische Spannung fokussiert vor allem um Grenzen. Zum einen geht es darum, Grenzen zu überschreiten, sich näher zu kommen, sich zu vereinigen. Zum anderen geht es darum, Grenzen zu setzen und sein Eigenes zu verteidigen. Diesem Widerspruch, der das Wesen der Liebe selber ist, gilt es, Leben einzuhauchen und Ausdruck zu verleihen. Für mich als Mensch heißt das sowohl entgegenkommend als auch standhaft, nachgiebig als auch wehrhaft zu sein.

Krieg entsteht aus einem Missverhältnis an Aggression und Nachgiebigkeit, nämlich dann wenn zunehmende Aggression auf der einen Seite mit zu großer Nachgiebigkeit auf der anderen beantwortet wird. Irgendwann wird der Nachgiebige merken, dass der Aggressor ihm mehr und mehr wegnimmt, bis ihm selber nichts mehr bleibt. Der Nachgiebige wird merken, dass der Agressor nicht von selbst aufhört und nicht von sich aus anfängt, den Nachgiebigen zu respektieren. Dann gerät der Nachgiebige in Panik und greift, in Sachen Wehrhaftigkeit ungeübt, zu gänzlich unadäquaten Mitteln.

Die Situation kann dann leicht eskalieren, zumal der Agressor durch bisher mangelnden Widerstand das Recht inzwischen natürlich sowieso auf seiner Seite wähnt. Und plötzlich ist der Krieg da. Wer Krieg wirklich vermeiden will, darf nicht allzu nachgiebig sein.
Nachgiebigkeit um des lieben Friedens willen in Kombination mit mangelnder Stärke führen automatisch zu Krieg.

Fingerphilosoph – Web-Seite

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Schule erzieht zur Dummheit durch Halten in Unwissenheit …

Antreiben

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Die Menschen werden unwissend geboren.
Aber nicht dumm.

Dumm werden sie erst durch Erziehung.
Bertrand Russel

Und ein weiteres Mal möchte ich den heimlichen Plan unseres Bildungssystems aufgreifen. Conny Dethloff hatte uns vor einiger Zeit in seinem Artikel aufgezeigt: In der Schule verlernen Schüler das Denken. Und auch diese Kritik eines Lehrers am Schulsystem hatte es in sich.

Meine Meinung zum Schulsystem ist inzwischen, dass damals, als die Leibeigenen aus dem kleinen Käfig ihres Leibherren in die „Freiheit“ entlassen wurden, sie nur in ein größere Sklavenfarm gelangten, nur eben mit moderneren, weniger erkennbaren Gittern. Denn wer sich frei fühlt, der ist am Ende arbeitsamer, so die Idee dahinter. Und eines der Werkzeuge, sie zu noch besserem „Nutzvieh“ für die vielen „Ex-Leibherren“ gedeihen zu lassen, ist eben dieses zum gleichen Zeitpunkt eingeführte Schulsystem  (auch diese kleine Geschichte verdeutlicht den Hasenfuß der damaligen Gesellschaftstransformation).

Nun habe ich noch einen Vortrag entdeckt, der aufzeigt, wie dieses Schulsystem wirkt, und was es mit den Menschen macht, die es durchlaufen. Freerk Huisken meint am Anfang zu obigem Zitat, dass Herr Russel einen guten Punkt trifft, aber es eine wichtige Ergänzung benötigt:

Die Menschen werden durch Erziehung nicht nur dumm gemacht sondern große Teil von ihnen werden durch Erziehung in  Unwissenheit gehalten. Und Unwissenheit sollte man nicht mit Dummheit verwechseln. Es fällt nicht unter Dummheit, wenn man die neue Rechtschreibung nicht be­herrscht, nur schlecht lesen und rechnen kann, die Nebenflüsse der Donau, die chemische For­mel von Schwefelsäure nicht kennt oder von Feuerbach noch nie etwas gehört hat. Das ist fehlendes Wissen, das kann man sich aneignen. Besser: das könnte man sich aneignen, wenn das Schulwesen tatsächlich das Anliegen verfolgen würde, den Nachwuchs solide in die „Kulturtechniken“ einzuführen und ihm gediegenes Wissen über Natur und Gesellschaft zu vermitteln. Tut es aber nicht.

Dummheit ist dagegen nicht das, was man nicht lernt. Unter Dummheit fällt vielmehr ziemlich viel von dem was man lernt, und zwar als Hauptschüler wie als Gymnasiast und als Student. Es fällt darunter die Ausstat­tung der Jugend mit einer Fülle falscher Urteile über Gott und die Welt. Das liegt nicht daran, dass sich Schulbuchverfasser und Lehrer ein­fach nur irren, wenn sie die Schüler mit ihren Lehren über Demokratie und Faschismus, über Geld und Markt, über Fa­milie und Staat traktieren. Das tun sie auch. Aber das trifft nicht die Sache. Dafür sind die Dummheiten viel zu resistent gegen Argumente und haben bereits zu viele Jahrzehnte in Schulbüchern überdauert. Die frühzeitige An­eignung einer gehörigen Portion Dummheit braucht es vielmehr für die geistige Ausstattung der Heranwachsenden. Gefordert ist sie für Leistungen, die mündige Bürger ständig zu erbringen haben: nämlich für die freiwillige Unterordnung unter alle Zwänge und Sachzwänge dieser Gesellschaft. Und weil die Lebensplanung aller Bürger in der Konkurrenzgesellschaft nicht aufgehen kann, deswegen gehört zu den Dummheiten, die man lernen soll, auch die Ausstattung des Verstandes mit lauter falschen Urteilen über die Gründe, warum das mit Karriere und Selbstverwirklichung so häufig nicht klappt. Dummheit ist also — zusammengefasst — die Summe parteilichen Denkens, mit der der erzogene Mensch es fertig bringt, alle politischen und ökonomischen Beschränkungen seiner Interessen zu verarbeiten und dabei brav zu bleiben.

Und so ist der überwiegende Teil der Menschen eben noch nicht in der wahren Wissensgesellschaft angekommen. Aber macht Euch wie immer selbst ein Bild von seinen Denkimpulsen. Über das Unterrichtsfach „Erziehung zum selbstbewussten Konkurrenzsubjekt„:

Sind wirklich 90% der Menschen so dumm, wie man uns weismacht?

November 6, 2014 55 Kommentare
... an die Hand nehmen ...

… an die Hand nehmen …

Ich habe die Diskussion zum Artikel Ein Plädoyer für die Neue Weltordnung der Herrschenden … zum Anlass genommen, auf Facebook die folgende Fragestellung zu posten:

Sind wirklich 90% der Menschen so dumm, dass sie einer Führung bedürfen, die sie besser beherrschen möge?

Ich lese letzte Zeit immer wieder, dass herablassend über Schlafschafe gesprochen wird, oder dass die NWOler meinen, dass das so wäre und sie deshalb via Krisen die Menschen in ihre vorgedachte Richtung bekommen wollen, weil sie sonst nicht zu ihrem Gemeinwohl bereit wären zu folgen. Ich bekam schon eine Stellungnahme, die mit Blick auf folgende pauschale Aussage kritisierte:

“Die Mehrheit der Menschen ist nun mal auf dem intellektuellen und geistigen Reifeniveau von Kindern. Es mangelt zu tiefst an Intelligenz, Selbstbeherrschung und Verantwortungsbewusstsein.”
Wißt Ihr, was das meiner Meinung nach ist? Der blanke Hohn, Verhöhnung pur. Erst werden Menschen vom Fluss der Lebensenergie abgeschnitten, bzw. bekommen sie nur noch tröpfchenweise. Daraufhin entsteht ein Mangel und der wird ihnen auch noch zum Vorwurf gemacht, bzw. sie werden dafür verhöhnt. Ich meine, wer sich so äußert, der hat auf seinem Gefühlsfeld noch ganz schön was zu ackern, um dem Mangel allda abzuhelfen.
Der erste Punkt an der Stelle scheint mir dem Gegenüber, den anderen Menschen (nicht Personen), Respekt zu zollen. Was nicht bedeutet mit ihrem Denken und Handeln einverstanden zu sein. Aber Jeder hat seine eigene Geschichte, die ihn genau an den Punkt geführt hat, an dem er jetzt steht. Und dem gebührt Respekt.“
[Einfügung: stammt von Maretina]

Dem kann ich mich nur anschließen. Denn wenn wir meinen, so wie uns die Medien das immer wieder vorführen, dass hier so viele dumme und damit nunnütze Menschen auf dem Planeten sind, und wir das so abnehmen, müssten dann die, die meinen, zu den eher Schlauen zu gehören, den Ideen der NWO besser folgen?

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass Jeder auf seine Art seinen Beitrag für die Gemeinschaft leistet. Aber vielleicht halte ich mich nur in entsprechenden Kreisen auf?

—–

Soweit die Frage, die ich auf Facebook gestellt habe. Nun die Diskussion, die sich innerhalb weniger Minuten entspann: Weiterlesen …

Ist ein Intelligenzwesen logischerweise ein Sozialwesen? Oder hat es der Dumme damit leichter?

November 30, 2012 29 Kommentare

Ich definiere für mich “Intelligenz” als die Fähigkeit zur Erkenntnis und “Intellekt” als das unbedingte Wollen zur Erkenntnis.

Intellektuell ist für mich jeder, der wirklich “wissen” will, was sich hinter den Dingen verbirgt und auch nicht danach fragt, ob ihm die Erkenntnis schmeckt oder nicht.

Intelligenz besitzt prinzipiell jeder insoweit, als er in der Lage ist, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen – aber das bedeutet eben noch lange nicht, dass er es wissen will, sich mit dem gewonnenen Wissen abfindet (es als Faktum akzeptiert) und für sich/andere die richtigen Schlüsse daraus zieht UND diese folgerichtig umzusetzen bereit ist.

Ein echter Intellektueller würde die gewonnene Erkenntnis unabhängig von seiner subjektiven Betroffenheit als gegeben ansehen und dies respektieren, indem er danach konsequent sich ausrichtet und handelt.

Beides hat weder etwas mit dem Grad der akademischen (Un)Bildung noch mit Herkunftsabhängigkeit zu tun.

Es gibt den professoralen Ostküsten-Oberdepp genauso wie den genialen Überlebenskünstler im australischen Outback.

Insgesamt finde ich diesen bewussten Anteil des Wissensumgangs für hoffnungslos überschätzt.
Angesichts der Tatsache, dass wir nie mehr “wussten” als heute, aber gleichzeitig auch nie mehr Misere auf ALLEN Gebieten hatten als Weiterlesen …

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