Archiv

Posts Tagged ‘Depression’

Macht Schule krank?

Lea Rademacher, mit frischem Abschluss des Masters in Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit 

Es muss hinterfragt werden, welcher Nutzen daraus resultiert, dass man den SchülerInnen heutzutage die Freude an der Schule nimmt, indem man gute Leistungsergebnisse als Grund für die eigene Bildung voraussetzt und nicht die Bereicherung durch die Wissenserlangung an sich. …
Insgesamt wäre es auch wünschenswert, wenn SchülerInnen mehr Entscheidungs- und Entwicklungsfreiräume gegeben werden und der momentane wirtschaftliche Fokus des Schulsystems einem sozialpädagogischen weicht.

Lea Rademacher, mit gerade abgeschlossenem Master in Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit 

Vor einiger Zeit hatte meine Stieftochter Lea hier auf dem Blog diesen Aufruf gestartet: Umfrage im Rahmen der Masterarbeit „psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern“. Nun ist die Arbeit ausgeführt und bewertet. Und da ich das Ergebnis als wissenswert für unsere Gesellschaft empfinde, habe ich Lea gefragt, ob sie uns eine Zusammenfassung schreiben möchte. Sie hat eingewilligt und hat mir gerade dankenswerter Weise den folgenden Text übermittelt:

Psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schüler

Depression ist eine Krankheit, von der immer mehr Menschen betroffen sind. Während sie lange als Tabuthema galt und von Betroffenen meist verschwiegen wurde, wird sie in den letzten Jahren jedoch mehr und mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft gerückt. Doch obwohl die Thematik immer präsenter wird, bleibt die Erkrankung im Jugendalter häufig unterschätzt. Insbesondere dadurch, dass Depressionen zu den internalisierenden Störungen zählen, was bedeutet, dass sich die Symptome im Inneren des Individuums abspielen und dadurch teilweise für die soziale Umwelt nicht sichtbar sind, bleibt die Krankheit in einigen Fällen unentdeckt (vgl. Bilz 2008, S.10). Dadurch werden depressive Episoden von Außenstehenden häufig erst dann erkannt, wenn der Schweregrad bereits deutlich fortgeschritten ist (vgl. Nevermann/Reicher 2009, S.54). Vor allem in der Schule fallen depressive SchülerInnen im Gegensatz zu Kindern und Jugendlichen mit Aggressivitätsproblemen oder Hyperaktivität selten auf, da sie im Unterricht angepasst und unauffällig wirken (vgl. Bilz 2008, S.9).

Weiterlesen …
Kategorien:Bildung Schlagwörter: , ,

Wichtige Nachricht an alle Freigeister, Lichtkinder, Freidenker usw <3

Dieser Text ist für alle Menschen, die sich auch immer so gefühlt haben, als seien sie nicht von dieser Welt, als würden sie hier nicht reinpassen.

Für all Jene, die einen starken Drang haben, etwas zu verändern, sich selbst zu verändern, zu erwachen und den Planeten Erde zu einem Paradies zu machen.

Liebes Lichtkind,

Wir wissen, wie es dir geht und dass diese Zeiten nicht leicht für dich sind. Du bist hier in diesem Leben und fragst dich oft, was das hier alles eigentlich soll.

Du schaust dich um und verstehst nicht, weshalb all die grausamen Dinge um dich herum passieren, weshalb die Menschen mit sich, mit einander und mit ihrer Umwelt so umgehen.

Vielleicht bemerkst du immer mehr, in welchem Gefängnis die Menschheit lebt, und möchtest nur noch ausbrechen und vielleicht auch alle anderen befreien.

Doch du weißt nicht wie, denn auch du wurdest in die Sklaverei geboren.

Trotz all dem scheinen die Meisten um dich herum zurechtkommen, sie schließen brav die Schule ab, leben ihr Leben für den Lebenslauf, gehen brav zur Arbeit und setzen sich dann zufrieden vor den Fernseher.

Zufrieden sind sie vielleicht nicht wirklich, es ist jedoch erträglich für sie.

Für dich ist es das nicht. Vielleicht fragst du dich, wie die Menschen so leben können. Wie sie einfach wegschauen können, wie sie sich einfach verbiegen lassen können.

Denn du kannst es nicht.

Du fühlst dich oft deprimiert, unverstanden und vielleicht fühlst du dich, als würde etwas nicht stimmen mit dir. Du spürst in dir, was richtig ist und was dein Herz will.

Weiterlesen …

Anonym-Hierarchisch-Bürokratische-System-Zivilisation (AHBSZ)

November 30, 2014 56 Kommentare

Martin Sigl

Martin Sigl

Martin Sigl postete gerade auf Facebook einen Text, der Wolfgangs Thema der Kollektiven ZivilisationsNeurose (KZN) noch etwas anders fasst und klar macht, dass aufgrund unseres Raub- und Knechtungssystems die Süchte als Flucht weiter zunehmen werden.

Herrschaft und kein Ende

Die allermeisten Menschen leben in einer Welt, die ihnen vor allem widerfährt. Es ist eine Welt, in der ihre Gestaltungskräfte nicht mehr den Erdboden in einer Weise erreichen, wie sie früher schon deshalb üblich war, weil das ursprüngliche Leben gar nicht anders funktionieren konnte. Der Mensch stand mit beiden Beinen auf dem Boden. Diese Veränderung in der Erlebensweise der Welt führt dazu, dass ihre Empfindungen nicht mehr zu dem passen, was ihnen alltäglich widerfährt.

Dieses Auseinanderklaffen von Befindlichkeit und Sein könnte man sogar in der Formulierung ausdrücken: Viele, die erfolgreich sind, sind heimlich krank und viele die so zusagen „privat“ aber eben nicht „öffentlich“ krank sind, sind erfolgreich. Erfolg ist also nicht mehr nur damit gleichzusetzen, dass es den Erfolgreichen gut geht.

Dass dieses bei Menschen, die nicht erfolgreich sind, nicht anders ist, wird eher akzeptiert. Aber im Wesentlichen nehmen sich die beiden „Populationen“ – oder „Stichproben“ nichts.

Entsprechend dominieren zunehmend die chronifizierten psychosomatischen Krankheiten, die vorwiegend durch Psychopharmaka so weit gedämpft werden, dass die Menschen trotzdem oftmals bis ins hohe Alter damit lebensfähig sind. Hinzukommen dann mit der höheren Lebenserwartung kranker Menschen noch Weiterlesen …

Betroffen? – Depression

November 12, 2014 19 Kommentare

manisch-depressiv

manisch-depressiv

Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Das Thema Depression war eines der ersten, die ich auf diesem Blog bearbeitete (siehe). Mir war damals schon aufgefallen, dass egal, mit wem ich sprach, er von einen Fall in seiner Familie oder im engeren Bekanntkreis kannte. Es soll inzwischen jeder vierte von Depression oder Burn-Out betroffen sein. Ist es wirklich eine Krankheit oder zeigt die Psyche nur an, dass unsere Art der Gesellschaftsorganisation nicht gesund ist, wie es Jiddu im obigen Zitat formuliert, und sich dagegen wehrt? Einer Gesellschaft, in der es zunehmend um das Besiegen-sollen Anderer geht und damit der Gefahr, diesem Kampf nicht gewachsen zu sein? Die Erwartungshaltungen Anderer nicht erfüllen zu können, und sich so täglich der Angst  stellen zu müssen, selbst zum großen Heer der Verlierer zu gehören? Und am Ende in diesem ausgerechnet von der rot-grünen Regierung geschaffenen Hartz IV Sklavenfalle – Staatsterror eben – den Rest des Lebens zu fristen?

Ich bekam gestern mit der Erlaubnis der anonymen Veröffentlichung  einen Text zugesendet, der Einblick in die Psyche eines Betroffenen gibt:

Depression – Ein Erfahrungsbericht

Einer meiner facebook-Freunde hat heute einen Artikel über eine junge Frau gepostet, die über ihre Depressionen twittert. Ich lese solche Artikel gern, doch am liebsten lese ich Berichte von Betroffenen selbst. Oft finde ich mich in ihnen wieder und sie geben mir die Gewissheit: Ich bin nicht allein.

Denn ich fühle mich oft allein. Obwohl ich eine liebe Familie habe: Mutter und Vater, die für mich da sind und meine beiden Schwestern, für die ich sehr dankbar bin, dass es sie gibt. Viele Freunde habe ich nicht mehr, mit denen ich reden kann – eine häufige Begleiterscheinung der Depression.

Bekannten und meinen Kollegen habe ich lieber nichts von meiner Depression erzählt. Es gibt leider noch immer viele Vorurteile über diese Weiterlesen …

Kategorien:Erkenntnis Schlagwörter: , ,

Braucht es den richtigen Denkstil für eine gute Resilienz?

April 15, 2013 1 Kommentar

Ich möchte gerne meinen ersten Artikel zum Thema Resilienz weiter fortsetzen.

Woran liegt es, dass die Einen angenehmer durchs Leben kommen als die Anderen? Haben sie einfach mehr Glück? Ich empfehle das folgende Video mit einem Interview mit Dennis Mourlane. Er führt darin sehr schön aus, dass es der Denkstil eines Menschen ist, der ihn davor schützen kann, z.B. in eine Depression abzustürzen.

Positives Denken ist ein gängiger Begriff dazu. Auch das halb volle oder halb leere Gals ist uns allen bekannt. Das positive Denken wird im Kindesalter dann gut gelernt, wenn Kindern Problemlösungen nicht abgenommen werden sondern ihnen der Freiraum zu eigenen Erprobung gegeben wird. „Aus Fehlern wird man klug.“ Das haben inzwischen doch viele arg behütende Weiterlesen …

Kategorien:Bildung, Erkenntnis Schlagwörter: , ,

Brauchen wir den Eros zurück, um auf allen Ebenen zu gesunden?

Februar 26, 2013 3 Kommentare

Wir sind zu lebendig, um zu sterben, und zu tot, um zu leben.

Byung-Chul Han

Diesen Satz haben ich in einem Interview hier aufgeschnappt: Sieg des Eros über die Depression

Es ist ein kurzer Blick auf das neueste Buch von Byung-Chul Han Agonie des Eros, in er sich u.a. auch dem Thema der Depression annimmt (siehe auch: Hoher wirtschaftlicher Schaden wegen Depression: Über 3 Millionen Deutsche in Behandlung). Es sieht unsere Gesellschaft als erschöpft. War es früher so, dass Fremdausbeutung als solche erkannt werden konnte, so haben wir heute eine Selbstausbeutung, die man selbst nicht mehr wahrnimmt bzw. wenn der der Körper und oder die Seele am Ende ist.

Auf das Video bin ich gestoßen, weil Paola Kobler einen mutigen Artikel mit dem Titel Das EROS-Prinzip veröffentlicht hat, in dem sie darlegt, wie wichtig es ist, Eros in das Geschäftsleben zu bringen. Sie kommt zum Fazit:

… Ich behaupte, dass dies ein Beginn sein könnte, ausgelöst, oder besser ausgesprochen von einem Chef, seine eigene Liebe für sich selbst wahr zu nehmen, seine Liebe zu seiner Mitarbeiterin, die er als Mensch (das erwähnt er als erstes) und natürlich als Frau (das erwähnt er als zweites) zu zeigen und eine neue Kommunikationsform zu eröffnen, die vielleicht am Anfang für Weiterlesen …

Kategorien:Ethik, Gesellschaft, Gesundheit Schlagwörter: , ,

Mein Weg hin zum Inneren Wandel

Februar 11, 2013 17 Kommentare

Wolfgang hatte mir den Anstoß gegeben, doch einmal über die Thematik „Wandel im Inneren und Äußeren“ meine Gedanken aufzuschreiben – was ich hiermit dankbar annehmen möchte. Ausgangspunkt war der Artikel „Wie wir Bürger unsere Politiker überreden können, aus ihrem Dilemma der Konkurrenz zu kommen …in dem es – so meine Sicht, darum ging, wie wir einen Wandel im „Außen“ (Globale Verantwortung) bewirken könnten. Ich möchte kurz erklären was ich unter „Innen“ und „Außen“ im Kontext dieses Themas meine:

INNEN = Dinge, Handlungen oder mein Bewusstsein, auf die ich direkt Einfluss habe und selbst verantwortlich bin;

AUSSEN = Alles außerhalb von mir, dazu zählen Vereine, Organisationen, Regierungen, wo ich nur sehr bedingt oder keinen Einfluss habe, und letztendlich zählen dazu auch Freunde und Familie.

Noch vor Jahren, als ich mich sehr stark mit den Missständen in der äußeren Welt beschäftigt habe, so z.B. unser Geldsystem, den Bilderbergern, Uranmunition, Qualität unserer Lebensmittel und anderen Themen, hatte ich auch immer wieder versucht, meine Mitmenschen über gewisse Missstände aufzuklären. Das Problem war nur, dass, auch wenn ich den ein oder anderen meiner Mitmenschen erreichen konnte, die wahrnehmbaren Probleme in der äußeren Welt nicht etwa verschwanden, sondern in ihrer Dramatik weiter zunahmen. Infolge dessen machte sich bei mir Ohnmacht (das Gefühl ohne Macht zu sein) breit, lähmte mich in meiner ganzen Lebensenergie und führte zu einer tiefen Weiterlesen …

Das Demokratievakuum – ein Plädoyer für demokratische EntscheidungsKulturen in Unternehmen.

November 14, 2012 28 Kommentare

Das höchste Gut

Was ist in unserer „westlichen“ Gesellschaft das höchste Gut? Es ist das Fundament zu so vielen anderen Annehmlichkeiten, die wir fast täglich genießen: Unsere Demokratie. Wir sind nicht mehr Sklaven, Leibeigene, Geknechtete, tumbe Masse. Wir dürfen uns jederzeit, sofern wir die (verfassungs-)rechtlichen Spielregeln einhalten, erheben und unsere Meinung sagen. Wir dürfen nicht nur, wir sind sogar aufgefordert, regelmäßig unsere Landes- und Bundesregierungen und deren zahlreiche Varianten in diversen Ländern frei ohne Furcht zu wählen. Sobald die Wahlbeteiligung niedrig ist, kritisieren wir dies. Sollten wir nicht einverstanden sein mit dem, was eine Regierung leistet, dann wählen wir sie ab. Ob dadurch unsere Vorstellungen und Ziele besser vertreten werden, ist eine andere Frage. Unbenommen bleibt die wertvolle Freiheit, mitzugestalten. Und wem das Wählen oder die Meinungskundgabe alleine nicht reicht, kann jederzeit selbst die politische Bühne betreten. Wer gegen die demokratische Grundordnung agiert, bekommt ein Problem. Zu Recht. Oder möchte jemand von Euch das Feudalsystem, die Monarchie oder vielleicht gleich am besten eine Tyrannei reaktivieren?

Das Demokratievakuum

Irrwitzigerweise haben wir aber kollektiv eine gewaltig globale Ausnahme geschaffen: Unsere Unternehmen. Der passende Spruch dazu wird gleich gratis mitgeliefert: „Das hier ist keine demokratische Veranstaltung!“ Ein markiger Spruch, dreisterweise noch in den Mantel der Aufklärung gehüllt.

Ist es nicht im höchsten Maße erstaunlich, dass wir berechtigterweise stolz sind auf unsere demokratische Gesellschaft und dies als zentralen Wert feiern, in der täglichen Arbeit aber plötzlich wieder zu alter, längst überkommener Ungleichheit greifen? Nur kurz zur Erinnerung: Weiterlesen …

Kooperation statt Konkurrenz?

September 11, 2012 13 Kommentare

Wolfgangs neuer Leitsatz „So wenig Konkurrenz wie nötig, soviel Kooperation wie möglich.“ hatte mich inspiriert, den folgenden Artikel für das Online Magazin Open Source Sponsoring – the knowlegde Magazin zu schreiben:

Kooperation statt Konkurrenz?

Yin und Yang - polar einander entgegengesetzt und dennoch aufeinander bezogene Kräfte

Yin und Yang – polar einander entgegengesetzt und dennoch aufeinander bezogene Kräfte

Der Volksmund spricht: „Konkurrenz belebt das Geschäft“.
Götz Werner, Gründer der Drogeriekette DM, ergänzt: „…, keine noch mehr“.

Von Kindesbeinen an lernen wir, besser sein zu müssen.
Denn der Ernst des Lebens beginnt spätestens nach der Ausbildung, so wird uns eingetrichtert.
Und wer es sprichwörtlich nicht bis zum Meister schafft, findet sich schnell am unteren Ende der Gesellschaft wieder.

Das Hartz-IV-Schwert hängt imaginär über unseren Köpfen.
Also sehen wir zu, dass wir im Hamsterrad ordentlich zu Recht kommen.
So beginnt der Leistungskampf um die besten Plätze inzwischen schon im Kindergarten.

Aufgrund der aktuellen Krisen, deren Ende nicht in Sicht ist, überdrehen aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, immer mehr …

Bitte lest weiter auf dem Online-Magazin

Hier geht es noch zur Facebook-Gruppe Kooperation statt Konkurrenz

Ich werde am 25.09.2012 einen Vortrag mit dem Titel Kooperation und Konkurrenz auf der Veranstaltung Jack in the City in Köln halten.

Christian Felber hat ein Buch Kooperation statt Konkurrenz – 10 Schritte aus der Krise geschrieben, in der er auf die Deregulierungen des Finanzmarktes eingeht und am Ende sagt, was jede und jeder Einzelne dazu beitragen kann, damit wir es möglichst rasch – gemeinsam statt gegeneinander – aus der Krise schaffen.

Nachtrag vom 30.12.2013: Ich habe aus dem Buch die 5 Mythen der Konkurrenz kurz hier zusammengefasst:
Über die Mythen der Konkurrenz

Fazit: Wettbwerb ist ein hochgradiges Charakter-, Beziehungs- und Gesellschaftsgift.

Impressionen einer Dienstreise: vom NEIN, über Puderzucker-, Pinkel-, Glassplitter- bis zu Venus-Bildern

Dezember 15, 2011 2 Kommentare

Heute will ich mal eher kurzweilig schreiben, dennoch dabei auch die hier bewegten Kritiken an unserem System nicht aus den Augen lassen. Ich war die letzten beiden Tage auf einer Dienstreise nach Liechtenste. Dabei sind zwei Personen von Düsseldorf und zwei von Berlin nach Zürich geflogen, mit dem Mietwagen nach Liechtenstein gefahren und dort übernachten, um am nächsten Tag drei Personen zu erklären, welchen Nutzen unsere Software zur Verbesserung der Prozesse haben würden, in denen 10.000 Mitarbeiter der Firma eingesetzt werden, würde sie dort eingesetzt. Also viel Ressourcenverbrauch, den auch zwei weitere Firmen vor uns schon auf sich genommen hatten, denn Konkurrenz belebt ja das Geschäft.

Während dieser Reise gab es aber auch viel persönlich Erhellendes, von dem ich hier berichten möchte. Eines meiner Themen ist ja das Phänomen der Volkserkrankung durch Burn-Out und Depression. Auch die mich begleitenden Personen konnten von Fällen in ihrer direkten Umgebung berichten. Also defintiv keine Einzelfälle, wie ich schon mehrfach berichtete. Aber kommen wir eher zu den schönen Dingen. Zuerst ein Schmunzler.

Wir tranken zu später Stunde noch ein Bier und als wir uns um Mitternacht zur Bettruhe begeben wollten, machte mich einer der Kollegen auf den folgenden netten Song aufmerksam, dem NEIN in meinem Titel:

Weiterlesen …

Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung

Prolog vom 29.09.2013: Wenn ich nach den Klickraten dieses Artikels beurteilen sollte, ob das Thema Schule unter den Fingernägeln brennt, dann muss ich deutlich mit ja antworten. Über 115.000 Tausend Aufrufe bedeuten ein Fünftel aller Klicks auf diesem Blog. Der Frust, das Leid und die Empörung, die ja notwendig ist, dass sich was ändert, scheint nun Fahrt aufzunehmen. Ich wünsche allen unseren Kindern, aber auch den Eltern und Lehrern, dass wir unser Bildungssystem so umgestalten können, dass ein gesundes geistiges und soziales Wachsen die Regel wird!

Den Eltern und zukünftigen Eltern möchte ich die folgende Erkenntnis des Dichters von Gibran Khalil Gibran vor der weiteren Lektüre mit auf den Weg geben: Eure Kinder sind nicht Euer Besitz, sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst…

Und noch etwas: inzwischen gibt es eine ganze Reihe „Köpfe“, die zur Um-Bildung unseres Schulsystem aufrufen. BeGEISTerung solle im Vordergrund stehen. Siehe die Referenten des diesjährigen Vision Summit EduAction.

Den im Folgenden aus Gründen des Urheberrechts nur kurz hier wiedergegebene, sehr ergreifenden Brief, hat Henning Sußebach an seine Tochter geschrieben und auf Zeit Online veröffentlicht. Der Vater zeigt an vielen Punkte auf, woran so Vieles auch in der Aus-bildung krankt.

—–

Liebe Marie,

erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem wir das letzte Mal im Kino waren? An diesen Tierfilm, den Du so gerne sehen wolltest? Wie hieß der bloß noch? Ich glaube, Tiger, Bären und Vulkane, aber sicher bin ich mir nicht. Denn unser Ausflug liegt schon ein paar Monate zurück. Wir sind alle zusammen mit dem Auto in die Stadt gefahren: Mama, Henri, Du und ich. Es war Sonntag – und wir beide saßen mit Karteikarten auf der Rückbank und haben gelernt. Wie viel ist 172? Wie viel 56? Wie viel 28? Auf dem Weg nach Hause dann noch mal: 27 = 128, 182 = 324, 56 = 15625. Und noch mal. Und zur Sicherheit gleich noch mal.

Wir hätten so viel Sinnvolleres tun können auf unserem Heimweg! Den Bildern der Bären nachhängen und Bonbons lutschen zum Beispiel. In dem Zauber verweilen, den jeder kennt, der aus dem Kinodunkel ins Licht tritt – als laufe man erwachend durch einen Traum. Aber noch nicht mal an einem Sonntag ist es mir gelungen, Dich das Kind sein zu lassen, das Du sein solltest mit zehn Jahren.

Bitte mach mir diesen Mist nicht nach, wenn Du erwachsen bist, Marie!

Du merkst schon: Der Brief, den ich Dir schreibe, ist eine verzwickte Angelegenheit. Du wirst ihn genau lesen müssen, damit Du alles verstehst. Und dass Du verstehst, ist wichtig: Denn es geht um Dein Leben und um das, was wir Erwachsenen daraus machen.

Ich werde Dir von Schülern berichten, die krank werden vom dauernden Üben. Von Bildungsexperten, die Euch vorm Lernen warnen. Und von Eltern, die ihre Kinder trotzdem nicht Weiterlesen …

Wie ethisch kann ein Manager sein, der Profit machen und die Konkurrenz ausstechen soll?

Der Mensch ist ein faszinierendes Wesen, mit hoher(?) Intelligenz ausgestattet und mit den diametralen Eigenschaften der Konkurrenz und der Kooperation. Gerade die Eigenschaft der Konkurrenz könnte dazu geführt haben, dass wir so intelligent sind (siehe: Der verloren gegangene Schatz Darwins: die sexuelle Selektion – Wir haben ein großes Gehirn, weil der Mann buhlt und die Frau wählt). Die wertvolle Kooperation dagegen hat uns lange Jahre überleben lassen. Es beschlich mich das ungute Gefühl, dass uns unsere auf Konkurrenz beruhende Wachstumsreligion genau nicht mehr überleben lassen wird.

Nicht nur, dass die Schere zwischen wohlhabend und arm immer weiter auseinander geht. Viel schlimmer ist, dass uns der Konkurrenz- und damit Leistungsdruck in unserem Inneren eine bisher stumme, aber nun nach außen tretende dumpfe Angst beschert, und schon 3 Millionen von uns depressiv gemacht hat.

Was mich aber immer mehr beschäftigt ist, was der Konkurrenzdruck mit unseren Managern (und Politikern) macht. Können Manager überhaupt ethisch agieren, wenn Weiterlesen …

%d Bloggern gefällt das: