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Eltern wissen das nicht! – unsere Bildung betreffend

Januar 13, 2017 1 Kommentar
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Autor: Dr. Antonio Quanto

Ich wollte die Tage noch eine Rezension zu einem kleinen Büchlein mit dem Titel ELTERN wissen das nicht! verfassen, das den Weg in meinen Briefkasten gefunden hatte. Nun ist mir heute eine hereingekommen, die mir schon recht passend ist, daher hier direkt vorgestellt. Bevor es aber los geht, möchte ich noch von meiner Assoziation und die meiner besseren Hälfte zur Gestaltung von Titel und Umschlag erzählen:

Hallo, ich bin ELTERN und warum werde ich hier über den Kamm geschoren? Woher weiß der Autor das? Das ist aber jetzt herablassend … Und dann auch noch die Nationalflagge, die uns vermutlich mit Absicht auf dem Kopf stehend verpasst wurde 😦

Wenn ich nicht auch einen netten Brief mit dem Buch bekommen hätte, wäre ich vermutlich nich so schnell ans Lesen gegangen. Und ich habe doch noch Einiges neue über unser Bildungssystem erfahren, obwohl es ja hier regelmäßig Artikel dazu gab (wobei mir der mit am Besten gefällt: Der heimliche Lehrplan die Schulpflicht betreffend). Genug der Vorrede, hier nun die Rezension

ANTONIO QUANTO <Eltern wissen das nicht> -Kundenrezension einer Mutter (bei amazon)-

Der Titel hat mich angesprochen. Ich wurde hineingenommen in ein leicht lesbares, fiktives Gespräch, zu dem der Bundeselternrat eingeladen hat. Zwischen dem Referenten Dr. Antonio Quanto und den interessierten Eltern entwickelt sich ein Dialog über den “blinden Fleck” im Bildungssystem, der auch anderen Eltern die Augen öffnen könnte, — und auch Lehrern und hoffentlich auch Bildungspolitikern.

Drei Aspekte sind für mich neu:

  1. Es sind dies die zwei Prinzipien, die Dr. Quanto in die Diskussion einführt.
    Er nennt sie das “maskuline Bildungsprinzip” und das “feminine Bildungsprinzip”. Mir wurde plötzlich klar, dass gerade der Leistungsdruck, unter dem unsere Schulkinder leiden, der aber auch uns Eltern – als sog. “Hilfslehrer der Nation” – manches Mal zur Verzweiflung bringt, die Folgen eines maskulin orientierten Schulsystems sind. Wenn das Schwergewicht in der Schule auf der Beurteilung der Leistungen liegt und die Schulbildung im Hinblick auf Sozialkompetenz und Selbstkompetenz jede Menge Defizite aufweist, – ist das auf ein maskulin orientiertes Wertesystem zurückzuführen.
  2. Der zweite – für mich neue Aspekt – zeigt mir zum ersten Mal, wie die PISA-Studie als Ausdruck des maskulinen Prinzips eine Schulbildung verhindert, in der unsere Kinder auch in ihrer Persönlichkeit ernstgenommen und gefördert werden.
  3. Als dritten Aspekt und Lösung bietet Dr. Quanto die Grundlage eines jeden Bildungsprozesses, nämlich die “Anatomie des Selbst” nach Sören Kierkegaard. Er stellt sie in anschaulicher Form und in einer Sprache dar, die alle verstehen können.

Dieses Buch regt auf neue Weise zum Nachdenken über unser Schulsystem an und geht m. E. über die bereits bekannte Kritik an unserer Schulbildung hinaus.
Die tieferen Ursachen und historisch begründeten Bildungsprinzipien sind mir als betroffene Mutter besonders deutlich geworden und ich stimme mit dem Autor darin überein, dass die Bildung der Zukunft als Synthese von maskulinem und femininem Prinzip ganzheitlich sein muss, also integral.

Ich hoffe sehr, dass die verantwortlichen Bildungsexperten sich von den Thesen des Autors ansprechen lassen, – mit wachem Bewusstsein und offenem Herzen. Ich vertraue darauf, dass der Quantensprung in der Schulbildung bevorsteht und die Vorschläge des Autors für eine Bildungsrevolution Eltern und Elternvertretungen aufrütteln. Ich bin überzeugt, dass die bisherigen Bemühungen, mit denen in freien Schulen experimentiert wird, ein Schritt in eine integrale Zukunft sind und den Erfordernissen des dritten Jahrtausends gerecht werden.

Etwas befremdlich wirkt in unseren Tagen des Genderismus die Unterscheidung von maskulin und feminin. Der Autor führt uns Anfangs in die Weiterlesen …

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