Archiv

Posts Tagged ‘Bedingungsloses Grundeinkommen’

Das „Steuerspar-BGE“ in aller Kürze erklärt …

August 8, 2017 1 Kommentar

Den folgenden Text möchte ich allein schon deshalb bringen, da einigen Facebook-Benutzer der Account gesperrt wurde, nachdem sie ihn verbreiteten (Quelle mit etwas mehr Vorspann):

Tom Wellbrock stellte in seinem Artikel „Bedingungsloses Grundeinkommen: Der große Coup des Neoliberalismus?“ fest:

Ein wesentlicher Punkt fehlt beim BGE: Der Kapitalismus an sich. Der neigt nämlich nicht dazu, seine Arbeiter und Angestellten mit sozialen Wohltaten zu verwöhnen, das widerspricht seinem Wesen. Stattdessen geht es beim Kapitalismus und dem Neoliberalismus immer in erster Linie um Gewinnmaximierung.

Das „Steuerspar-BGE“ geht einen anderen Weg als alle anderen bisherigen Modelle: Es ist nicht bloß eine einzelne Maßnahme, sondern Teil eines alternativen Wirtschaftssystems. Um Sie als Leser mit diesem Blog-Artikel nicht zu erschlagen, erläutere ich kurz die wichtigsten Punkte und lade Sie ein, die Details auf der dazugehörigen Website zu vertiefen.

Es ist von der Grundidee her simpel, enthält aber die zur konkreten Umsetzung nötigen Details. Denn wenn ein Problem komplex ist, kann die Lösung nicht zu einfach sein. Das ist ein weiterer Unterschied zu anderen BGE-Modellen.

Wie funktioniert das „Steuerspar-BGE“?

Alles sollte so einfach wie möglich sein. Aber nicht einfacher.
Albert Einstein

Das „Economic Balance System„, zu dem das „Steuerspar-BGE“ gehört, enthält 8 Bereiche. Einer davon, das „Arbeitsmarkt Balance System“, beseitigt die Ursachen von Arbeitslosigkeit und Niedriglohn, indem es Geschäfte und Beschäftigung regional verknüpft.

Wie bekommt man Unternehmen dazu, etwas zu tun, dass sie von sich aus nie tun würden? Durch ein Anreizsystem. Genauer gesagt: Durch einen unwiderstehlichen steuerlichen Anreiz.

Das Schlüsselelement dazu ist die „Unterbeschäftigungssteuer“. Damit wird die Beschäftigungsintensität besteuert. Ist die Beschäftigungsintensität hoch genug (in den meisten Branchen: 8 Angestellte pro Umsatzmillion), liegt der Steuersatz bei Null. Ist sie zu gering, muss das Unternehmen eine Unterbeschäftigungssteuer von mehreren hundert Prozent auf seine Verkaufspreise aufschlagen. Das heißt: Wer im Verhältnis zum Inlandsumsatz zu wenige Angestellte auf der Gehaltsliste führt, ist komplett raus aus dem Binnenmarkt. Und damit nicht Billiglöhner die Gehaltslisten füllen, gibt es Mindestgehälter für verschiedene Arten von Angestellten. Zudem dürfen maximale Jahresarbeitszeiten nicht überschritten werden.

Die Details erläutern:

Unternehmen haben im Arbeitsmarkt Balance System die Wahl: Entweder machen sie glänzende Geschäfte am Binnenmarkt (in Deutschland: Über 7 Billionen €), oder sie sind raus aus dem Binnenmarkt und müssen ihre Inlands-Marktanteile der Konkurrenz überlassen. Wer Umsätze erzielen will, muss unbedingt die Unterbeschäftigungssteuer vermeiden.

Es gibt im Gesetzentwurf 5 Arten Angestellte, die Unternehmen von der Unterbeschäftigungssteuer absetzen können. Das Steuerspar-BGE ist eines davon: Weiterlesen …

Sahra Wagenknecht: «Bedingungsloses Grundeinkommen nicht die Lösung»

Sklave: unwirtschaftlicher Mitarbeiter

Sklave: unwirtschaftlicher Mitarbeiter (Bild: Wikipedia)

Um die Erörterung des Sinns eines Bedingungslosen Grundeinkommens als auch der Arbeit selbst ein wenig am Laufen zu halten, möchte ich einen Beitrag von Marigny de Grilleau bringen:

Schade, dass eine Sahra Wagenknecht auch hier nicht erkennt, dass die Erotisierung des Arbeitsethos, der auch schon unter Hitler erfolgreich war und als reines Herrschaftsinstrument schon immer dem herrschenden Establishment diente, nicht als das entlarvt – was es ist.

Sie will dieses Herrschaftsinstrument „Arbeit“ nicht aufgelöst wissen.

Die Infrastruktur der Bundesagentur für Arbeit mit ihren Vasalleninstituten, die man aus der Zeit des Nationalismus in die westliche Wertegemeinschaft überführt hat, wird ständig weiter ausgebaut und verfeinert. Diese Institutionen sind nicht zum Wohl einer Gesellschaft gedacht, um irgendwann ein Grundeinkommen auszubezahlen, vielmehr um mit juristisch politischem Druck, ergänzt mit der Politik des Hungers – eine entrechtete Dienstbotengesellschaft, Arbeit in sogenannten Wiedereingliederungsmaßnahmen simulieren zu lassen, quasi um das Herrschaftsinstrument „Arbeit“, dass das herrschende Establishment weiter schützt, und stützt zu „perfektionieren“. Das wird unsere Zukunft sein und keine Zukunft, die uns Existenzängste nehmen wird.

Zugegeben: Sahra Wagenknecht möchte da eine etwas humanere Lösung, doch wird sich dadurch nichts an den Verhältnissen ändern – es bleibt eben, wie es ist. Auch das Geldsystem hat sie in der Gänze nicht durchschaut. Und führt hier durch ihre Argumentation ihre Wählerschaft immer wieder aufs Glatteis. Doch ich will jetzt nicht abschweifen, ich möchte zu dem Thema „Arbeit“ Aristoteles, der den Zweck der Arbeit beschrieb und Holger Schatz hier noch einmal zu Wort kommen lassen: Weiterlesen …

Nachlese: Roboter werden Deinen Job vernichten – Federico Pistono

November 29, 2012 48 Kommentare
Federico Pistono

Federico Pistono trägt im Beta-Haus Köln vor

Ich hatte heute Gelegenheit, unsere inspirierende Jugend live zu erleben. Selten habe ich einen so authentischen, in sich ruhenden und lockeren, die mögliche zuträgliche Zukunft klar vor Augen und gleichzeitig so viel Lebensfreude austrahlenden junge Mann gesehen: Federico Pistono. Da kann man nur sagen, lass die Krise kommen. Es braucht sie für den Wachwechsel. Das Alte hat es bald hinter sich und das Neue steht in den Startlöchern (siehe auch: Schläfst du noch – oder lebst Du schon?).

Anlass war der Köln-Stop auf seiner Welt-Tour zur Buchvorstellung im Coworking Space Beta-Haus in Köln. Vor 4 Jahren kam er auf die Idee zum Buch Robots will steal your job but that´s OK. Einerseits führte er anhand einer Reihe von Beispielen aus (z.B. 2,5% der Bevölkerung lebt von Fahr-Jobs, die wegfallen werden), wie exponentiell immer stärker weitere Roboter eingesetzt werden, um die stubiden Arbeiten zu erledigen. Andererseits machte er klar, dass wir uns darüber freuen dürfen. Denn es ist an der Zeit für einen Paradigmenwechsel des Arbeitens. Wir werden nicht mehr arbeiten, um zu leben, sondern wir werden Tätigkeiten nachgehen, die uns Freude machen (siehe crealiity.com). Denn die Robeter werden zum überwiegenden Teil die Produkte unseres Bedarfs fertigen und zur Verfügung stellen.

Ich will gar nicht lange mehr erzählen und Euch lieber in den Genuss des folgenden Weiterlesen …

%d Bloggern gefällt das: