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Posts Tagged ‘Ausbildung’

Darüber, wie eine Meinung im Kopf entsteht …

Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden
Karl Marx – Komunistisches Manifest

Wir hatten uns schon einige Male angeschaut, wie wirklich unsere Wirklichkeit ist. Dabei sind gemachte Erfahrungen ein wichtiger Baustein. Und da wir Erfahrungen in unserer direkten Mitwelt (bekam heute den Vorschlag, diesen Begriff anstellen von Umwelt zu nutzen, da wir als Menschen viel zu abhängig für das eher abgrenzende „Um“ sind und es das einschließende „Mit“ viel besser träfe) machen, und als Kind besonders von Eltern und Lehrern „geformt“ werden, lohnt sich ein genauer Blick darauf, als auch, was unseren Staat und unsere Ökonomie ausmacht. Dazu möche ich ein Video vom Youtuber Strohmann vorstellen, das den Titel trägt:

Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht – Construction of citizens

Im Weiteren möchte ich das Wort an Mr. Chattison geben, der seinen Eindruck vom Video wie folgt in einem Kommentar dazu hinterließ:

Grundsätzlich, so denke ich, kann man die Aussagen stehen lassen.
Was mich jedoch stört, ist, dass der Kernpunkt – die Informationsverarbeitung des Einzelnen im Gehirn – in ihrer Natur leider völlig außer Acht gelassen wird, weswegen Schlußfolgerungen bezüglich sinnvollen Handelns zur Veränderung in die Irre gehen müssen und ergo nichts an der Misere ändern werden.

In der Neurophysiologie operiert man aktuell mit Modellen, in denen neuronale Cluster innerhalb desselben Gehirns konkurrieren. Diese Vorstellung lehnt sich an die Idee Richard Dawkin´s von den konkurrierenden Genen an, wobei alles, was wir an Formen und Funktionen beobachten, sozusagen Ausprägungen des konkurrenzbezogenen Arsenals der Gene, und hier, der Neuronen wären.

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Die mächtigste Waffe des Unterdrückers ist der Geist des Unterdrückten …

Die mächtigste Waffe des Unterdrückers ist der Geist des Unterdrückten.

Steven Biko

Zehn oder fünfzehn Jahre lang werden wir in Schulen und Vorlesungssälen eingesperrt, und wenn wir schließlich herauskommen, haben wir den Bauch voller Worte, ohne dass wir auch nur das Geringste wissen.

Ralph Emaldo Emerson

Nicht nur, dass man es in der Schule verabsäumte, mir das beizubringen, was man mir versprochen hatte, sondern man hielt mich sogar in einem Ausmaß vom Lernen ab, dass ich heute noch wütend werde, wenn ich daran denke, was ich alles zu Hause selbst hätte lernen können.

George Bernard Shaw

Schulen und Schulunterricht werden in zunehmendem Maß irrelevant für die große Reise unseres Planeten. Niemand glaubt heute noch daran, dass Naturwissenschaftler in Naturkundestunden, Politiker im Unterricht für politische Bildung und Dichter in Englischlektionen ausgebildet werden. In Wahrheit lehren Schulen nichts, außer wie man Anweisungen befolgt.

John Taylor Gatto

Die Menschen werden unwissend geboren, nicht dumm. Dumm werden sie durch die Erziehung.

Bertrand Russell Weiterlesen …

Gastbeitrag: Ich hasse Teams

Der folgende Beitrag inzwischen der zweite von Erich Feldmeier, ein sich auf mehreren Wissensgebieten bewegender selbstständiger Projektleiter und Berater für Innovation. Seiner erster Artikel hier Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt und ist einer der gern gelesenen Artikel hier. Auch dieser Artikel befasst sich indirekt mir dem Nachsehen der Leisen unter uns.

<<<< Beginn des Textes >>>>

Dies ist eine Rezension des Buchs Ich hasse Teams von Svenja Hofert und Thorsten Visbal (Eichborn, 2010). Es ist ein nützliches Buch aus der Praxis für die Praxis.

Im Buch ‚ich hasse teams – wie Sie die Woche mit Kollegen überleben‘ werden Beispiele aus der (Personal-)Berater-Praxis geschildert, die wahrscheinlich jeder schon mal erlebt hat. Die Kapitel sind in Wochentage und Personen gegliedert, was das Buch sehr anschaulich macht. Der Alltag im Unternehmen wird somit aus verschiedenen Perspektiven und der Sicht ‚Der Anderen‘ gezeigt.

Menschen sind -glücklicherweise- verschieden.

Das Buch tappt lobenswerterweise nicht in die Falle, diese Perspektiven zu bewerten, bzw. in die alten Schwarz-Weiss-Muster Gut/Böse einzuteilen. Einige besonders lesenswerte Passagen kurz zusammengefasst. Mein persönlicher Schlüsselsatz -nachgewiesen aus dem Beratungsalltag- lautet etwa wie folgt:

Ein engagierter Projektmanager hat Mitarbeiter beobachtet, die zusammengerechnet nicht mehr als 20 Minuten am Tag ihrer Arbeit nachgingen … bei seinem Chef löste er Ärger(!!!) aus, so genau wollte er es gar nicht wissen. Das Wegsehen der Führungskräfte bei Weiterlesen …

Die Schule der Tiere

Die Schule der Tiere

Die Schule der Tiere

Ich bin gerade wieder durch das Bild mit der Nase auf diese schöne Geschichte gestoßen worden:

Es gab einmal eine Zeit, da hatten die Tiere eine Schule. Der Unterricht bestand aus Rennen, Klettern, Fliegen und Schwimmen, und alle Tiere wurden in allen Fächern unterrichtet.

Die Ente war gut im Schwimmen, besser sogar als der Lehrer. Im Fliegen war sie durchschnittlich, aber im Rennen war sie ein besonders hoffnungsloser Fall. Da sie in diesem Fach so schlechte Noten hatte, musste sie nachsitzen und den Schwimmunterricht ausfallen lassen, um das Rennen zu üben. Das tat sie so lange, bis sie auch im Schwimmen nur noch durchschnittlich war.

Durchschnittliche Noten waren aber akzeptabel, darum machte sich niemand Gedanken darum, außer: die Ente.

Der Adler wurde als Problemschüler angesehen und unnachgiebig und streng gemaßregelt, da er, obwohl er in der Kletterklasse alle anderen darin schlug, darauf bestand, seine eigene Weiterlesen …

Eigenverantwortung oder „Wer lenkt mein Leben?“

Dezember 22, 2011 26 Kommentare

Eine zentrale Erkenntnis – neben dem mehr notwendig bewussten Leben -, die in den vielen Diskussionen auf diesem Blog auf der Suche nach einer besseren Welt Struktur erhielt,  scheint mir das Zurückholen von Verantwortung zu sein. Nicht mehr auf „die da oben“, denen wir unsere Stimme gegeben haben und damit unsere Verantwortung abzugeben gemeint haben, zu warten, dass sie das korrigieren, was wir als falsch erkannt haben, sondern einfach beginnen, es selbst anders zu tun.

Ich habe gerade wieder einen Text gefunden, den ich hier wieder einstellen möchte, denn man muss ja das Rad nicht nochmals erfinden:

<<<<<< Beginn der Erkenntnis von Tom Tipu Pono >>>>>>

Eigenverantwortung oder „Wer lenkt mein Leben?“

Mein Weg führt mich gerade zurück in die Eigenverantwortung und ich werde mir immer mehr bewusst, dass mein ganzes Handeln Konsequenzen hat und dass jede unbewusste Handlung tendenziell unnötiges Leid erzeugt.

Sprich, wenn ich als zahlender Konsument unbewusst und unverantwortlich durchs Leben gehe, bestimmen unbewusste und unverantwortliche Konzerne die auf Profit ausgerichtet sind, was gut für mich und diesen Planeten ist..

Wenn ich als mündiger Bürger unbewusst und unverantwortlich durchs Leben gehe, bestimmen unbewusste und unverantwortliche Beamte die nach ihrem eigenen persönlichen Vorteil streben, was gut für mich und diesen Planeten ist..

Wenn ich als erfahrener Elternteil unbewusst und unverantwortlich durchs Leben gehe, bestimmen unbewusste und unverantwortliche Pädagogen die sich an einen einheitlichen Lehrplan halten was wichtig und gut für meine Kinder ist..

Wenn ich nicht selbst die Verantwortung für mein eigenes Weiterlesen …

Darüber, warum sich unsere Hierarchien auflösen werden – auf dem Weg in die Potentialkultur

Dezember 3, 2011 20 Kommentare

Ich hatte heute noch mit einer Kollegin gesprochen, deren beiden Jungen in der 7 und 10 Klasse extrem Probleme mit dem Druck von oben haben und entsprechende Ängste entwickelt haben. Und das ist kein Einzelfall in meinem Bekanntenkreis. „Und keiner geht auf die Barrikaden“, so Frau Margret Rasfeld. Mit einem Bericht über die real existierende Schule der Zukunft (mehr):

Meine älteste Tochter wäre dort auch gerne zur Schule gegangen. Leider ging es ihr nicht viel besser, als es in diesem sehr bewegenden Brief dieses Vaters an seine Tochter beschrieben wird:
Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung

Zum Nachdenken hatte mich zuvor schon dieses Video von RSA Animate gebracht, das sehr gut aufzeigt, was es mit unserem inzwischen 200 Jahre alten Ausbildungssystem auf sich hat. Wir können quasi von einer Veredelung (vergleichbar mit der Mast von Tieren für mehr Nahrung) der Menschen für den Wirtschaftsprozess der Profitmaximierung sprechen. Aber schaut selbst:

Und auch Prof. Dueck hat schon einige gute Ideen entwickelt, wie wir unser Bildungssystem umstellen sollten, auch wenn er „noch“ in der Profitmaximierungsgesellschaft festhängt:

Auch Prof. Peter Kruse, leider viel zu früh gestorben, geht der Entwicklung unseres sozialen Systems anhand der Besprechung von 5 Thesen nach:
These 1: Kampf kultureller Wertewelten – Warum polarisiert das Internet die Gesellschaft?
These 2: Verschiebung der Machtverhältnisse – Warum verändert das Internet Wirtschaft und Politik?
These 3: …

Zitate aus dem Vortrag:
„Werte muss man aushandeln.“
„Die Einen lieben das soziale Netz, die Anderen sehen es als Gefahr. Das birgt Konfliktpotential.“
„Selbst Experten streiten sich, daher: Liebe Experten, haltet die Klappe und lasst das Netz sich doch entwickeln.“
„Das Netzwerk führt zum Angriff auf Hierarchien. Das ist nicht mehr zu stoppen, außer man schaltet es ab.“
„Die Macht verschiebt sich vom Anbieter zum Anwender.“
„Das Netz führt zu Resonanzwellen, sowohl Empörung als auch Begeisterung.“
„Selbst-Bewusstsein der Gesellschaft wird gefördert. Konsequent daher eine Politisierung jenseits der Parteien.“
Max Winde auf Twitter: „Ihr werdet Euch noch wünschen, wir wären nur politikverdrossen.“
„Die Lawine ist im Rollen und ist nicht mehr aufzuhalten. Und bist Du nicht willig, so brauch ich … Geduld.“

Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung

Prolog vom 29.09.2013: Wenn ich nach den Klickraten dieses Artikels beurteilen sollte, ob das Thema Schule unter den Fingernägeln brennt, dann muss ich deutlich mit ja antworten. Über 115.000 Tausend Aufrufe bedeuten ein Fünftel aller Klicks auf diesem Blog. Der Frust, das Leid und die Empörung, die ja notwendig ist, dass sich was ändert, scheint nun Fahrt aufzunehmen. Ich wünsche allen unseren Kindern, aber auch den Eltern und Lehrern, dass wir unser Bildungssystem so umgestalten können, dass ein gesundes geistiges und soziales Wachsen die Regel wird!

Den Eltern und zukünftigen Eltern möchte ich die folgende Erkenntnis des Dichters von Gibran Khalil Gibran vor der weiteren Lektüre mit auf den Weg geben: Eure Kinder sind nicht Euer Besitz, sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst…

Und noch etwas: inzwischen gibt es eine ganze Reihe „Köpfe“, die zur Um-Bildung unseres Schulsystem aufrufen. BeGEISTerung solle im Vordergrund stehen. Siehe die Referenten des diesjährigen Vision Summit EduAction.

Den im Folgenden aus Gründen des Urheberrechts nur kurz hier wiedergegebene, sehr ergreifenden Brief, hat Henning Sußebach an seine Tochter geschrieben und auf Zeit Online veröffentlicht. Der Vater zeigt an vielen Punkte auf, woran so Vieles auch in der Aus-bildung krankt.

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Liebe Marie,

erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem wir das letzte Mal im Kino waren? An diesen Tierfilm, den Du so gerne sehen wolltest? Wie hieß der bloß noch? Ich glaube, Tiger, Bären und Vulkane, aber sicher bin ich mir nicht. Denn unser Ausflug liegt schon ein paar Monate zurück. Wir sind alle zusammen mit dem Auto in die Stadt gefahren: Mama, Henri, Du und ich. Es war Sonntag – und wir beide saßen mit Karteikarten auf der Rückbank und haben gelernt. Wie viel ist 172? Wie viel 56? Wie viel 28? Auf dem Weg nach Hause dann noch mal: 27 = 128, 182 = 324, 56 = 15625. Und noch mal. Und zur Sicherheit gleich noch mal.

Wir hätten so viel Sinnvolleres tun können auf unserem Heimweg! Den Bildern der Bären nachhängen und Bonbons lutschen zum Beispiel. In dem Zauber verweilen, den jeder kennt, der aus dem Kinodunkel ins Licht tritt – als laufe man erwachend durch einen Traum. Aber noch nicht mal an einem Sonntag ist es mir gelungen, Dich das Kind sein zu lassen, das Du sein solltest mit zehn Jahren.

Bitte mach mir diesen Mist nicht nach, wenn Du erwachsen bist, Marie!

Du merkst schon: Der Brief, den ich Dir schreibe, ist eine verzwickte Angelegenheit. Du wirst ihn genau lesen müssen, damit Du alles verstehst. Und dass Du verstehst, ist wichtig: Denn es geht um Dein Leben und um das, was wir Erwachsenen daraus machen.

Ich werde Dir von Schülern berichten, die krank werden vom dauernden Üben. Von Bildungsexperten, die Euch vorm Lernen warnen. Und von Eltern, die ihre Kinder trotzdem nicht Weiterlesen …

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