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Posts Tagged ‘Augenhöhe’

Geht das, Arbeiten auf Augenhöhe in der Verwaltung?

Während meiner Zeit des Ausgesperrtseins aus meinem Blog war ich nicht untätig. Ich unterstützte derweil eine Gruppe von Menschen, die das Forum Agile Verwaltung ins Leben gerufen haben, über das die Ideen der Agilität und des Arbeitens auf Augenhöhe auch in die öffentlichen Verwaltungen getragen werden soll. Auf dem Blog des Forums sollen Artikel mit entsprechenden Beispielen gepostet werden. Zudem ist ein Kongress für Anfang des nächsten Jahres geplant, auf dem jene Führungspersonen erreicht werden sollen, die spüren, dass die alten Methoden ausgedient haben und der Staub der Jahrhunderte aus den behördlichen Hallen gefegt werden sollten.

Schimpanse

Schimpanse

Zudem war ich gestern noch auf der Filmpremiere des zweiten Films AUGENHÖHE, der nun den Zusatz wege erhalten hat. Während der erste Film Menschen von Firmen vorgestellt hat, die Führung und Arbeit schon ganz anders gestalten (siehe), zeigt der neue Film, was Firmen unternommen haben, um dorthin zu kommen. Hier meine Nachlese von gestern. Ich sprach mit einem Mitarbeiter einer Aachener Verwaltung darüber, was denn der hemmende Faktor in den Behörden wäre, Arbeit anders zu gestalten, eben nicht Top-Down sondern selbstorganisiert in Teams. Seine Antwort war einfach: Weil es schon seit Jahrhunderten so gemacht wird und sich die Menschen darin definieren, womöglich auf der Karriereleiter ein paar Stufen erklimmen zu können uns so Reputation zu erlangen. Ich griff den Faden mit  der Geschichte über die fünf Affen auf, die zeigt, warum es so schwer ist, Gewohnheitspfade zu verlassen.

Nun könnte mir die Frage gestellt werden, warum ich mich denn noch immer im System bewege, wo ich doch so kritisch mit ihm bin. Ich könnte mich ja komplett raustziehen, so wie es z.B. die Freemen tun. Ich habe aber für mich entschieden, ein Sowohl als Auch zu leben. Ich nehme das was ist an und versuche in meinem kleinen Rahmen so zu wirken, dass das Leben möglichst zuträglich für alle mit mir zusammen Seienden ist. Dabei werde ich weiter unermüdlich das ins Licht rücken, was mit meiner bisherigen Erkenntnis für die Gemeinschaft auf Dauer eher unzuträglich.

 

Das Ende des Partiarchats

Nach Frau Prof. Dr. Claudia von Werlhof kann man das Patriarchat als die Idee einer Gesellschaft bezeichnen, die am Ende unabhängig ist von der Natur und der Mutter. Der Krieg sei die Geburtsstunde des Patriarchats, die egalitäre Gemeinschaften verdrängt haben. Das Patriarchat hat das Konzept des Eigentums erfunden. Hat man vorher etwas zum Nießbrauch besetzt, so wurde nun erobert, um sich etwas zu Eigen zu machen. Fortschritt der patriarchalen Gesellschaft war primär ausgerichtet auf die Optimierung von Raub und Profitmaxierung.

Auch die Vorstellung der Schöpfung hat sich zu diesem Zeitpunkt gewandelt. War es vorher ein Auffassung des Schöpfens aus sich selbst heraus, gab es nun den Vater, der die Welt mechanistisch herstellte. In dem Spruch „Der Krieg ist der Vater aller Dingen“ ist gut der männliche Aspekt herauszuhören, der bis hin unsere Art und Weise der Produktion zu erkennen ist. Wir zerstören das natürliche und transformieren in Künstliches. Es findet demnach eine dauernde Zerstörung statt, wie vieles Andere auch derzeit exponentiell, so dass auch der Letzte heute erkennen kann, dass unser Planet so bald am Ende ist.

Matriarchat heißt nicht Herrschaft der Frauen über die Männer sondern es geht hier um ein Leben auf Augenhöhe. Die früheren Bauern zum Beispiel brauchten keinen Staat. Sie haben sich mit den Nachbarn geeinigt, wie sie mit den Allmenden umgingen. Das ging dann nach den Bauernkriegen im 15. Jahrhundert bei uns zu Ende. Die Herrschaft zog dann endgültig auch in unseren Landen ein und eignete sich die Allmenden an.

Die Frage ist, wie wir anfangen könnten, Herrschaft wieder aufzulösen. Darauf geht Frau von Werlhof am Ende ein. Wer Herrschaft und Kontrolle abgäbe, wird feststellen, dass sich Harmonie und Frieden um einen herum einfinden wird.

Aber hört selbst ein Mal rein:

Warum wir weder “Erziehung” noch “Führung” brauchen …

Februar 19, 2015 11 Kommentare

Der folgende Artikel eines „Stypes“ (= Selbstbestimmter Typ) passt sehr gut zu dem Thema des Lob und Tadels als Mittel unserer Erziehung. Ardalan Alexander Ibrahim geht mit dem Thema stark ins Gericht und zeigt zu dem noch auf, wie das in unserer Arbeitswelt in der Regel noch aussieht, wo Erwachsene häufig genug noch wie Kinder nach unserem gesellschaftlichen Erziehungskonzept betrachtet werden. Augenhöhe auf der menschlichen Ebene sei viel eher angebracht, so seine Meinung, der ich mich allzugerne anschließen mag, aber lest selbst:

Warum wir weder “Erziehung” noch “Führung” brauchen – Eine Ersetzung

“Erziehung” hat nicht mehr die Lobby, die sie mal hatte. Zu umfassend die Kritik an ihr, auch und gerade in populären Kinderbüchern wie in denen von Astrid Lindgren und Paul Maar. Zu offensichtlich ihre Zugehörigkeit zu überkommenen, autoritären Gesellschaftsformen, die nicht mehr funktionieren und in denen wir nicht mehr leben wollen.

Dennoch hält sich die Vorstellung, dass wir unsere Kinder irgendwie dann doch “erziehen” müssten. Und sei es, weil wir “Orientierung stiften” oder “Fehlentwicklungen verhindern” müssen, dass eben das zu unseren Pflichten als Eltern gehört, egal ob uns das angenehm ist oder nicht.

Aus meiner Sicht ist alles noch viel schlimmer:

Die Vorstellung von “Erziehung” hat heutzutage einen nicht immer ganz offensichtlichen Treiber: Den völlig nachvollziebaren Wunsch nach Entlastung.

“Erziehung” ist mittlerweile immer mehr ein Entlastungskonzept geworden. Das Entlastende für uns als überforderte Eltern besteht in der Vorstellung, wir müssten unseren Kindern nur ein paar Mal auf eine ganz bestimmte Art etwas sagen oder ein paar Mal auf eine ganz bestimmte Art reagieren, damit sich bestimmte Verknüpfungen bei unseren Kindern dauerhaft ankern und fortan ihr Verhalten bestimmen.

Das Problem dabei ist: Das funktioniert leider nicht (vielleicht auch: Gott sei Dank nicht). Denn DAS wäre viel zu einfach. Die Wahrheit über “Kinder beim Größer-werden begleiten” ist viel bitterer:

Kinder brauchen unsere offene Präsenz. Sie brauchen, dass wir hinreichend oft und hinreichend lange greifbar sind. Und sie brauchen, dass wir dabei eben offen sind, nicht den Kopf woanders oder übervoll haben. Und dass wir dabei nicht total gestresst sind, so dass wir nicht mehr angemessen auf sie reagieren können.

Und das heißt auch: Weiterlesen …

Kategorien:Ökonomie, Gesellschaft Schlagwörter: , ,

Wege in die Zukunft – Aufbruch 2012

Der Autor hat sich entschlossen, seine Artikel hier löschen zu wollen. Ich respektieren dies, auch wenn ich das als sehr schade erachte, waren sie doch ein echter Zugewinn.

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