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Auf jeden Fall mehr Arbeitsplätze!

September 7, 2016 24 Kommentare

karriereleiterEs ist ein wenig frustrierend.

Ich glaube, wenn ich noch einmal höre wie jemand, der den Kapitalismus kritisiert, die Zerstörung der Welt kritisiert, den Raubbau und die Ausbeutung kritisiert im nächsten Atemzug beklagt, wie irgendwo irgendwem Arbeitsplätze verloren gehen, dann muss ich den oder die leider verprügeln.

Nein, ich werde es vermutlich nicht tun. Aber mal ganz ehrlich, liebe Leute, ist 2+2 denn immer noch eine so furchtbar komplizierte Sache, dass man sich dem nicht mal einen flüchtigen Gedanken lang widmen kann? Oder ist die Flüchtlingsproblematik mittlerweile so präsent, dass auch flüchtige Gedanken bei uns in Fluchtgedanken umschlagen?

Wenn wir einen gesellschaftlichen Umschwung wollen, hin zu einer gerechten, sozialen und nachhaltig geführten Welt, dann brauchen wir definitiv NICHT mehr Arbeitsplätze. Zumindest nicht generell. Wir brauchen vielleicht mehr Krankenschwestern, Altenpfleger, so Leute halt, aber wir brauchen nicht mehr von allem in jedem Bereich.

Das ist keine Lösung, wovon ihr da labert, dass ist Teil des Problems! Ein elementarer Teil des Problems ist, dass wir in einem System leben, in dem trotz überpotenter Produktivität Einkommen an einen Arbeitsplatz gekoppelt ist und ein noch elementarerer Teil des Problems ist, dass viel zu viele Menschen das auch in ihrem Kopf fest miteinander verschweißt haben. Und da mitzurudern, dass wird diese Probleme nicht angehen, geschweige denn lösen.

Wofür zum heiligen Waldwieseneber brauchen wir mehr Arbeitsplätze? Gibt es irgendeinen Alltagsartikel den ihr im Supermarkt nicht zuverlässig und regelmäßig bekommt? Habt ihr je keine Milch mehr bekommen, weil nicht genug nachproduziert wurde? Selbst wenn ihr ausnahmsweise mal 2 Märkte aufsuchen musstet? Oder keine Batterien für euren Vibrator oder eure (Vibratoren-) Fernbedienung? Oder keinen neuen Memory-Stick? Wo bitte herrscht denn Mangel, der dringend durch weitere Kapazitäten abgedeckt werden müsste (abgesehen von bereits erwähnten “zwischenmenschlichen” Berufen etwa)?

Im Gegenteil, schon jetzt sind Unmengen an Arbeitsplätzen völlig sinnfrei und überflüssig (siehe: sinnlose Arbeit), zum Teil gesellschaftlich weit eher schädlich, als nützlich. Jeder Arbeitsplatz etwa erfordert in irgend einer Weise Weiterlesen …

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Sahra Wagenknecht: «Bedingungsloses Grundeinkommen nicht die Lösung»

Sklave: unwirtschaftlicher Mitarbeiter

Sklave: unwirtschaftlicher Mitarbeiter (Bild: Wikipedia)

Um die Erörterung des Sinns eines Bedingungslosen Grundeinkommens als auch der Arbeit selbst ein wenig am Laufen zu halten, möchte ich einen Beitrag von Marigny de Grilleau bringen:

Schade, dass eine Sahra Wagenknecht auch hier nicht erkennt, dass die Erotisierung des Arbeitsethos, der auch schon unter Hitler erfolgreich war und als reines Herrschaftsinstrument schon immer dem herrschenden Establishment diente, nicht als das entlarvt – was es ist.

Sie will dieses Herrschaftsinstrument „Arbeit“ nicht aufgelöst wissen.

Die Infrastruktur der Bundesagentur für Arbeit mit ihren Vasalleninstituten, die man aus der Zeit des Nationalismus in die westliche Wertegemeinschaft überführt hat, wird ständig weiter ausgebaut und verfeinert. Diese Institutionen sind nicht zum Wohl einer Gesellschaft gedacht, um irgendwann ein Grundeinkommen auszubezahlen, vielmehr um mit juristisch politischem Druck, ergänzt mit der Politik des Hungers – eine entrechtete Dienstbotengesellschaft, Arbeit in sogenannten Wiedereingliederungsmaßnahmen simulieren zu lassen, quasi um das Herrschaftsinstrument „Arbeit“, dass das herrschende Establishment weiter schützt, und stützt zu „perfektionieren“. Das wird unsere Zukunft sein und keine Zukunft, die uns Existenzängste nehmen wird.

Zugegeben: Sahra Wagenknecht möchte da eine etwas humanere Lösung, doch wird sich dadurch nichts an den Verhältnissen ändern – es bleibt eben, wie es ist. Auch das Geldsystem hat sie in der Gänze nicht durchschaut. Und führt hier durch ihre Argumentation ihre Wählerschaft immer wieder aufs Glatteis. Doch ich will jetzt nicht abschweifen, ich möchte zu dem Thema „Arbeit“ Aristoteles, der den Zweck der Arbeit beschrieb und Holger Schatz hier noch einmal zu Wort kommen lassen: Weiterlesen …

Geht das, Arbeiten auf Augenhöhe in der Verwaltung?

Während meiner Zeit des Ausgesperrtseins aus meinem Blog war ich nicht untätig. Ich unterstützte derweil eine Gruppe von Menschen, die das Forum Agile Verwaltung ins Leben gerufen haben, über das die Ideen der Agilität und des Arbeitens auf Augenhöhe auch in die öffentlichen Verwaltungen getragen werden soll. Auf dem Blog des Forums sollen Artikel mit entsprechenden Beispielen gepostet werden. Zudem ist ein Kongress für Anfang des nächsten Jahres geplant, auf dem jene Führungspersonen erreicht werden sollen, die spüren, dass die alten Methoden ausgedient haben und der Staub der Jahrhunderte aus den behördlichen Hallen gefegt werden sollten.

Schimpanse

Schimpanse

Zudem war ich gestern noch auf der Filmpremiere des zweiten Films AUGENHÖHE, der nun den Zusatz wege erhalten hat. Während der erste Film Menschen von Firmen vorgestellt hat, die Führung und Arbeit schon ganz anders gestalten (siehe), zeigt der neue Film, was Firmen unternommen haben, um dorthin zu kommen. Hier meine Nachlese von gestern. Ich sprach mit einem Mitarbeiter einer Aachener Verwaltung darüber, was denn der hemmende Faktor in den Behörden wäre, Arbeit anders zu gestalten, eben nicht Top-Down sondern selbstorganisiert in Teams. Seine Antwort war einfach: Weil es schon seit Jahrhunderten so gemacht wird und sich die Menschen darin definieren, womöglich auf der Karriereleiter ein paar Stufen erklimmen zu können uns so Reputation zu erlangen. Ich griff den Faden mit  der Geschichte über die fünf Affen auf, die zeigt, warum es so schwer ist, Gewohnheitspfade zu verlassen.

Nun könnte mir die Frage gestellt werden, warum ich mich denn noch immer im System bewege, wo ich doch so kritisch mit ihm bin. Ich könnte mich ja komplett raustziehen, so wie es z.B. die Freemen tun. Ich habe aber für mich entschieden, ein Sowohl als Auch zu leben. Ich nehme das was ist an und versuche in meinem kleinen Rahmen so zu wirken, dass das Leben möglichst zuträglich für alle mit mir zusammen Seienden ist. Dabei werde ich weiter unermüdlich das ins Licht rücken, was mit meiner bisherigen Erkenntnis für die Gemeinschaft auf Dauer eher unzuträglich.

 

Was passiert, wenn Menschen nur noch zum Ausbeuten da sind ….

Ilija Trojanow

Ilija Trojanow, Schriftsteller (Foto: Wikipedia)

… so beginnt Martin Schenk sein Gespräch mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow.

Wer nichts produziert und nichts konsumiert, ist überflüssig.

Das sei die gefährliche Logik des Spätkapitalismus, die Ilija in seinem Buch Der überflüssige Mensch analysiert.

Ich möchte Euch einladen, Euch das Gespräch anzuhören, unterstreicht es doch ein weiteres Mal, das es Zeit zum Wandel wird. Die folgenden Themen werden angesprochen:

Gratissitzen und – stehen von Müßiggängern würde zunehmend verboten. Die Wegnahme des öffentlichen Raums erfolgt durch die Ersetzung durch Security-Kräfte. Der einmal „privatisierte Raum“ wird durch die Macht des Reichtums für immer durch „Legionen“ verteidigt.

Die Anzahl der Gefängnisinsassen nimmt zu, während die Anzahl „wirklicher“ Verbrechen abnimmt, sprich die Intoleranz nimmt zu.

 

Der Arbeitslose werde zunehmend beschuldigt, dass er aus der Arbeitswelt herausfällt, anstatt festzustellen, dass das System nicht in der Lage ist, für Vollbeschäftigung zu sorgen.

Wir haben die Freiheit, an uns selbst zu arbeiten.
Dazu steht uns ein großer Umfang an Angeboten zur Verfügung.

Diese Selbstoptimierung reicht vollständig in die Freizeit hinein, so dass die gleiche BeWERTungen hier trainiert werden wie in der Beschäftigung in der Ökonomie. (Siehe auch: Selbstausbeutung: das neue Leiden des 21. Jahrhunderts?).

Die Automatisierungen sorgen dafür, dass sich der Mensch zunehmend der Konkurrenz mit der Maschine stellen muss, um nicht auch aus dem Arbeitssystem zu fallen (siehe auch: Robots will steal your job, but that’s OK).

Der Arbeitsmarkt wirkt durch den Billiglohn-Mechanismus ausgrenzend, was die Gewerkschaften Weiterlesen …

Der erfolgreiche Manager

Es war einmal ein erfolgreicher Manager. Jahrelang hat er hart gearbeitet und vieles entbehrt, um die Karriereleiter emporzuklettern. Unzählige Überstunden in Kauf genommen … auch seine Familie musste einiges an Mangel ertragen. Jetzt endlich wurde er befördert, was mit einer großen Gehaltszulage samt Firmenwagen belohnt wurde. Er fühlte sich am Ziel seiner Träume. Um diesen Erfolg gebührend zu feiern belohnte er sich selbst mit einer Fernreise. Nur das beste Hotel sollte es sein, mit allem Luxus und Komfort.

An dem Urlaubsort angekommen, spürte er einen Drang auch außerhalb der Ferienanlage Land und Leute kennenzulernen. Er lieh sich für einen Tag einen Jeep und machte sich allein auf Achse. In einem kleinen Dorf angekommen merkte er sofort den Unterschied zu seiner Hotelanlage – er befand sich hier wahrlich in der Dritten Welt. Als er dann die meisten Dorfbewohner beim geselligen Beisammensein sah, wie sie palaverten, mit den Kindern spielten oder einfach nur in der Hängematte lagen, war ihm sofort klar, wieso diese Menschen so arm waren.

Er nahm sich vor, diesen Menschen auch etwas an seinem Wohlstand teilhaben zu lassen. Sie sollten erfahren, wie er sich von ganz unten nach oben gearbeitet hatte. Wie er selbst zu einer Führungskraft wurde, dem seine Mitarbeiter folgten. Wie er es geschafft hat, inzwischen nur edelste Hotels nutzend, fremde Länder bereisen zu können. Wie ihm aller Luxus förmlich zuflog.

Schnell fand er einen Mann, der alleine in seinem Schaukelstuhl saß, welcher bei jeder Bewegung vor Altersschwäche knarzte. Routiniert nahm er das Gespräch auf: „Es ist noch nicht einmal Mittag und sie können sich bereits ausruhen. Wie kommen Sie über die Runden?“

Der Mann im Schaukelstuhl wandte sich seinem Gast zu und sagte: Weiterlesen …

Das Konzept der Nation als Ideologie …

Dezember 26, 2014 8 Kommentare
Dr. Peter Decker

Dr. Peter Decker

Der Staat ist die politische Gewalt der kapitalistischen Gesellschaft.
Peter Decker

Ich habe mich in den letzten Monaten immer mal wieder mit dem Staat, unserer Verfassung, und speziell den Definitionen von Freiheit und Gleichheit im Kontext von Eigentum beschäftigt, da ich hier den Webfehler in unserer Gesellschaft vermute. Nun habe ich einen Vortrag von Peter Decker gefunden, der mir die Zusammenhänge recht gut zu erklären scheint und ich hier gerne in einer Zusammenfassung bringen möchte.

Anfangs stellt Herr Decker fest, dass der Staat die einzig legitime Gewalt sei. Polizei und Justiz haben die Staatsgesetze mit Gewalt durchzusetzen. Eine gewählte Obrigkeit zwingt die Menschen in einem Herrschaftsverhältnis zu etwas, was sie von sich in der Regel nicht wollen würden.

Wenn man sie aber fragt, so stellt Herr Decker fest, dann wollen die Menschen diesen Staat, was sie u.A. durch ihr Wählengehen ausdrücken. Die gewählten Verwalter des Staates würden dafür sorgen, dass sich die Menschen in diesem Staat vertragen, weil man annimmt, dass sie es sonst nicht täten. Der Staatsmensch denkt damit, dass sein gesellschaftliches Leben nur so zu schützen sei. Er muss halt nur auch selbst den Gesetzen gehorchen, egal wie sie ausfallen. Es ist damit eine Herrschaft, die Freiheit verordnet, durchsetzt und schützt, und so von den Untertanen akzeptiert und gewollt ist, und sorgt so für Stabilität. Wer diesen Staat ändern wollte, hat nicht nur die Obertanen sondern auch die Untertanen gegen sich. Die Menschen müssen ja schon frei sein, wenn sie diesen Staat so wollen.

Frei zu sein heißt: ich kann tun und lassen, was ich will.

Das kann ein Mensch gut dort, wo kein anderer stört. In Gesellschaft geht das nicht mehr. Hier kann man in der Regel tun, was erlaubt ist. Es braucht also eine Weiterlesen …

Repariert nicht, was euch kaputt macht!

… 5.

Kapitalistische_Demokratie_Kapitalismus_Entdemokratisierung_Volksverdummung_-300x245Wir protestieren nicht, darüber sind wir hinaus. Wir möchten nicht Demokratie und Politik neu erfinden. Wir kämpfen nicht für Gleichheit und Gerechtigkeit und wir berufen uns auf keinen freien Willen. Auch auf den Sozialstaat und den Rechtsstaat wollen wir nicht setzen. Und schon gar nicht möchten wir mit irgendwelchen Werten hausieren gehen. Die Frage, welche Werte wir brauchen, ist einfach zu beantworten: Keine!

Wir stehen für die restlose Entwertung der Werte, für den Bruch mit dem Repertoire der Hörigen, die gemeinhin Bürger genannt werden. Dieser Status ist zu verwerfen. Ideell haben wir das Herrschaftsverhältnis schon gekündigt. Der Aufstand, der uns da vorschwebt, gleicht einem paradigmatischen Sprung.

Wir müssen raus aus dem Käfig der Weiterlesen …

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