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Posts Tagged ‘Agilität’

Buch-Rezension: Agile Verwaltung – Wie der Öffentliche Dienst aus der Gegenwart die Zukunft entwickeln kann

Dezember 15, 2018 3 Kommentare

Ich gehöre zu den Initiatoren des Forum Agile Verwaltung, einem damaligen Kreis von fünf ‚Verrückten‘, die meinten, dass es doch toll wäre,  wenn das, was schon in anderen Bereichen an neuer Arbeitshaltung mit viel Selbststeuerung doch auch in den Amtsstuben hilfreich wirken können sollte. So dass am Ende alle Beteiligten zu einem aktuelle Problem zu besseren Lösungen kommen können, besonders, wenn es mal komplexer ist.

Damit möglichst viele im öffentlich Dienst Stehende über die Möglichkeiten einer effektiveren Herangehensweise erfahren können, hatten wir als erste Maßnahme einen Blog begonnen, auf dem wir jede Woche ein oder zwei Artikel mit Beispielen und Methoden veröffentlichen. Inzwischen wird dieser rege besucht, d.h. es werden jeden Tag im Schnitt 300 Mal Artikel gelesen.

Dann hatten wir im Februar 2017 eine erste Konferenz veranstalten, an dem sich über über 40 Interessierte informierten. Aufgrund der guter Rückmeldung haben wir auch in 2018 eine Konferenz veranstaltet, mit über 90 Teilnehmern. In 2019 werden es schon 120 Teilnehmer sein.

Als dritte Maßnahme hatten wir uns entschlossen, da wir auf dem Blog schon so viel zu erzählen hatten, die wichtigsten Inhalten in ein Buch zu gießen. Unterstützt wurden wir hier auch durch Gastautoren. Nach über einem Jahr Arbeit daran, ist es nun auf dem Markt mit dem Title Agile Verwaltung: Wie der Öffentliche Dienst aus der Gegenwart die Zukunft entwickeln kann. Und ja, ich bin ein wenig stolz, da ich, kurz bevor ich auch das erst Mal Großvater werde, nun auch das erste Mal Herausgeber bin 🙂 .

Und da im Titel eine Buch-Rezension angekündigt ist: Die erste mir bekannte Rezension schrieb Matthias Jung hier. Besonders freue ich mich, da er auf einen meiner Artikel im Buch eingegangen ist:

Interessant fand ich den Hinweis von Martin Bartonitz zu unterschiedlichen Formen der Entscheidungsfindung in Teams. Entscheiden via Konsens und via demokratische Abstimmung war mir bekannt, aber im Umfeld von öffentlicher Verwaltung bringt Bartonitz auch das Entscheiden via Konsent ins Spiel. Dieses beruht im Kern darauf, nicht nach Mehrheiten oder Zustimmung zu suchen, sondern die Frage zu stellen, welche gravierenden Einwände es gegen einen vorliegenden Vorschlag gibt. Diese Methode hat den Vorteil, dass es keine „Verlierer/innen“ gibt, sondern der Widerspruch sich an einem sachlichen Einwand orientiert, der dann mit dem Ziel bearbeitet wird, den vorliegenden Vorschlag noch besser zu machen.

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Empfehlung: Konferenz „Agile Verwaltung 2017“

konferenz-agile-verwaltungFür Jene, die in der öffentlichen Verwaltung tätig sind und in der letzten Zeit begannen zu ahnen, dass die Arbeitsweisen hier völlig veraltet sind und eine Auffrischung gut stehen könnte, dem möchte ich die im Folgenden vorgestellte Konferenz „Agile Verwaltung 2017“ am 10. Februar in Stuttgart ans Herz legen. Hier soll erfahren werden können, wie Arbeiten selbstbestimmter gestaltet sein kann und dabei viel effektiver und gleichzeitig effizienter Ergebnisse für alle Beteiligten erzielt werden können.

Der Kongress wird vom Forum Agile Verwaltung (siehe Website) veranstaltet, der Anfang des Jahres gegründet wurde. Als Mitgründer bin ich hier aktiv und habe u.a. die Idee zur Keynote eingebracht. Wir wollten zu Beginn eine Organisation vorstellen, der es gelungen ist, sich komplett auf neue, agile Arbeitsmethoden einzulassen. Und so freue ich mich um so mehr, dass wir einen der Macher von Buurtzorg gewinnen konnten, selbst vorzustellen, wie die Reise dorthin gelang. Buurtzorg ist ein Dienstleister für Heimpflege in Holland, dem es doch seine unkonventionelle Art der Arbeitsorganisation gelingt, doch mehr Zeit für die zu Pflegenden aufzubringen, als es sonst üblich ist. So gelänge es, dass sich die Pflegenden viel besser auf die Bedürfnisse der zu Heilenden einlassen können und – man staune – schneller wieder ins normale Leben entlassen können, bzw. ihr Zustand sich deutlich bessert. Das Arbeitsklima bei Buurtzorg hat sich in Holland schnell rum gesprochen, so dass inzwischen fast 25% der Pflegenden den Weg zu Buurtzorg fanden, u.a. da auch die Krankenversicherung das Potential dahinter erkannten (ich schrieb schon einmal: Buurtzorg – Beispiel für die Neuerfindung von Organisation)

Anschließend wird  Weiterlesen …

Geht das, Arbeiten auf Augenhöhe in der Verwaltung?

Während meiner Zeit des Ausgesperrtseins aus meinem Blog war ich nicht untätig. Ich unterstützte derweil eine Gruppe von Menschen, die das Forum Agile Verwaltung ins Leben gerufen haben, über das die Ideen der Agilität und des Arbeitens auf Augenhöhe auch in die öffentlichen Verwaltungen getragen werden soll. Auf dem Blog des Forums sollen Artikel mit entsprechenden Beispielen gepostet werden. Zudem ist ein Kongress für Anfang des nächsten Jahres geplant, auf dem jene Führungspersonen erreicht werden sollen, die spüren, dass die alten Methoden ausgedient haben und der Staub der Jahrhunderte aus den behördlichen Hallen gefegt werden sollten.

Schimpanse

Schimpanse

Zudem war ich gestern noch auf der Filmpremiere des zweiten Films AUGENHÖHE, der nun den Zusatz wege erhalten hat. Während der erste Film Menschen von Firmen vorgestellt hat, die Führung und Arbeit schon ganz anders gestalten (siehe), zeigt der neue Film, was Firmen unternommen haben, um dorthin zu kommen. Hier meine Nachlese von gestern. Ich sprach mit einem Mitarbeiter einer Aachener Verwaltung darüber, was denn der hemmende Faktor in den Behörden wäre, Arbeit anders zu gestalten, eben nicht Top-Down sondern selbstorganisiert in Teams. Seine Antwort war einfach: Weil es schon seit Jahrhunderten so gemacht wird und sich die Menschen darin definieren, womöglich auf der Karriereleiter ein paar Stufen erklimmen zu können uns so Reputation zu erlangen. Ich griff den Faden mit  der Geschichte über die fünf Affen auf, die zeigt, warum es so schwer ist, Gewohnheitspfade zu verlassen.

Nun könnte mir die Frage gestellt werden, warum ich mich denn noch immer im System bewege, wo ich doch so kritisch mit ihm bin. Ich könnte mich ja komplett raustziehen, so wie es z.B. die Freemen tun. Ich habe aber für mich entschieden, ein Sowohl als Auch zu leben. Ich nehme das was ist an und versuche in meinem kleinen Rahmen so zu wirken, dass das Leben möglichst zuträglich für alle mit mir zusammen Seienden ist. Dabei werde ich weiter unermüdlich das ins Licht rücken, was mit meiner bisherigen Erkenntnis für die Gemeinschaft auf Dauer eher unzuträglich.

 

Projektmanagement ist eine Frage der Haltung

Hochrad. Aufnahme von 1886 (Quelle: Wikipedia)

Auch im Projektmanagement ist angekommen, dass die zunehmende Komplexität im Zusammenspiel mit dem Klein-Expertentum ein anderes Führen benötigt. Eines, das auf die Fähigkeit von Authentizität und Empathie setzt. Denn ohne Vertrauen werden ihm die wissensarbeitenden Team-Mitglieder zukünftig nicht mehr folgen wollen. So schreiben Marcus Raitner und Cüneyt Tural in ihrem neuen, sehr stark gelesenen Artikel Modernes Projektmanagement: Eine Frage der Haltung auf Initiative Wirtschaftsdemokratie u.a.:

Umgang mit Komplexität vor Effizienz

Projektorganisationen als soziale Systeme waren schon immer komplex und werden durch zunehmende Dynamik in ihrem Umfeld komplexer. Wichtiger als Effizienz ist daher die Effektivität, also das Finden der richtigen Lösungen zum richtigen Zeitpunkt und das Treffen der richtigen Entscheidungen in komplexem Umfeld. Im Vordergrund steht das Erkennen und Lösen von komplexen Fragestellungen im Team. Die Aufgabe des Projektmanagers ist es, als Coach das Team zur kreativen Bewältigung der Herausforderungen zu befähigen und zu führen.

Ich sehe inzwischen einen Schritt weiter: wir werden uns zukünftig viel mehr Projekt-orientiert organisieren, denn das Leben ist ein Fahrradfahren und benötigt laufend Weiterlesen …

Lebst du schon oder arbeitest du noch? Beispiel der zukünftigen Firmenkultur bei it-agile

November 6, 2012 6 Kommentare

Ich hatte schon mehrfach über den sich gerade vollziehenden Wandel unserer Firmenkulturen geschrieben. Weil unsere organisatorischen Hierarchien mit einer Befehlsstruktur von oben nach unten in den heutigen volatilen Zeiten nicht mehr effektiv sind, gehen immer mehr Firmen dazu über, ein Zellenmodell zu nutzen. Zellen, die sich selbst organisieren und sich informativ mit den anderen austauschen. Ich hatte mal wieder Gelegenheit, mit elf Menschen einen Erfahrungsaustausch zu machen, die schon mitten drin sind, in diesem Wandel. Einer davon, Christian Dähn gab mir einen Einblick in seinen „Arbeitgeber“ it-agile GmbH, den ich hier mit euch teilen möchte.

Die in Hamburg und München angesiedelte it-agile berät und unterstützt Firmen, auf agile Projektmanagementmethoden umzustellen. Darüber hinaus bauen sie aber auch selbst genau in dieser Weise für sie Software, getreu dem Motto “Eat your own dogfood”. Und für die Mitarbeiter ist das Agile genauso das eigene Programm:

Transparenz: sämtliche Firmendaten sind für alle Mitarbeitern zugänglich, jeder Umsatz und jede Ausgabe, bis hin zum Gehalt.

Augenhöhe: die derzeit 35 Mitarbeiter sind über eine Beteiligungsgesellschaft selbst Mitgesellschafter.

Entscheidungen: werden in den Teams von Weiterlesen …

Führen uns agile Methoden zu weniger Hierarchien in den Firmen?

Es sieht so aus, dass das Bewusstsein in den Firmen wächst, dass Diejenigen, die die Aufgaben erledigen, sprich die Indianer, am besten wissen sollten, wie die Arbeit zu schaffen ist und wie die Prozesse verbessert werden können. Selbstorganisation der Teams und das mit weniger langwieriger Planung ist ein Merkmal von Agilität.

Ich hatte gestern auf unserem Firmen-Blog getitelt: agiles Geschäftsprozessmanagement durch intuitive Improvisation a la SCRUM

Darin erklärt ein Geschäftsführer aus Hamburg, wie Weiterlesen …

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