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Archive for the ‘Ökonomie’ Category

Fremdbestimmung – Ja, bitte!

Marianne Gronemeyer, emiritierte Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften

Der Unterschied zwischen selbstbestimmter und fremdbestimmter Arbeit ist unkenntlich geworden, und das ist ganz im Sinne derer, die das Sagen haben. Es kann ihnen gar nichts Besseres passieren, als wenn die Untergebenen sich ihrer Willensfreiheit rühmen und an ihre Entscheidungsfreiheit glauben. Betrug und Selbstbetrug wirken da einträchtig zusammen. Denn natürlich möchte man sich lieber als Herr im eigenen Hause fühlen denn als Knecht unter fremder Knute.
Marianne Gronemayer

Ich habe Mal wieder einen sehr inspirierenden Text von Marianne Gronemeyer gefunden. Es ist das Skript zu einem Vortrag, den sie anlässlich des 10. Todestages von Ivan Illich am 1. Dezember 2012 auf der Veranstaltung „Narrenfreiheit in Absurdistan“ hielt.

Sie hält ein Plädoyer, die Fremdbestimmung nicht grundsätzlich zu verurteilen. Dabei zeigt sie auf, wie das Leben in Selbstbestimmung den Menschen in seiner Entfaltung eher nicht voran bringt. Marianne zeigt wunderbar auf, was passiert, wenn Jemand für eine herausfordernde Aufgabe vertrausensvoll berufen, also bestimmt wird.

Was diesen Artikel für mich auch so besonders macht, ist ihre Systemanalyse mit Blick auf die Lohnarbeit. Also ab ins Regal und lasst Euch inspirieren:

Fremdbestimmung – Ja, bitte! (Quelle)

Da scheint sich ein Masochist zu Wort zu melden, der ergebenst um Prügel bittet; oder vielleicht ein Zyniker? Oder ein Witzbold? Oder einer, der auf der ‚Flucht vor der Freiheit’ (Erich Fromm) ist und sich lieber unter fremdes Kommando stellt, als sich den Gefahren der eigenen Entscheidung auszusetzen? Normal ist es jedenfalls nicht, um Fremdbestimmung zu betteln, und wer halbwegs bei Courage und Verstand ist, votiert für Selbstbestimmung. Nicht einmal diejenigen, die daraus Kapital schlagen, dass sie Andere nach ihrer Pfeife tanzen lassen können, finden ein ungeteiltes Vergnügen an der Fremdbestimmung. Wer einen Anderen fremdbestimmt, muss mit dessen Widerwillen rechnen, und der hat viele Spielarten: Aufsässigkeit, Rebellion, Nachlässigkeit in der Auftragserfüllung, Flucht in die Krankheit, insgeheime Verweigerung, wenn nicht gar Sabotage. Fremdbestimmung ist selbst aus der Perspektive der Mächtigen immer auch kontraproduktiv, weil demotivierend.

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Migration ist der falsche Pakt!

November 7, 2018 18 Kommentare

Udo Rohner hat zu dem im Zitat von Harald Martenstein angespielten Migrationspaket, der aktuell sehr kontrovers diskutiert wird, den in meinen Augen wichtigsten Beitrag dazu gebracht. Jene Menschen, die von einem Menschenbild ausgeht, dass alle Menschen wohlwollend miteinander umgehen, formulieren schon mal in Richtung auf die Kritiker des Migrationspakts:

Wer dem Pakt nicht zustimmt, gehört nicht nach Europa!

Dagegen warnen die Kritiker, dass Menschen, die vor den Auswirkungen ihrer Kultur fliehen, ausgerechnet ihre Kultur hierher tragen und sich diese damit auch hier ausbreiten würde. Man könne an den Fingern abzählen, wann der Umkipppunkt erreicht wird, dass unsere Kultur der offenen Gesellschaft von einer Kultur der Intoleranz ersetzt würde (siehe).

Im Migrationspakt wird dafür geworben, dass die Aufnahme von Migranten viele Chancen zur Weiterentwicklung böten. Allerdings macht Norbert Hering auf eine Passage aufmerksam, die klar macht, wer von diesen Chancen profitieren wird:

Überprüfung und Revision bestehender Optionen und Wege für reguläre Migration, mit dem Ziel, die Fähigkeitszuordnung auf den Arbeitsmärkten zu verbessern (…), in Einklang mit der Nachfrage am lokalen Arbeitsmarkt und in Konsultation mit dem Privatsektor und anderen relevanten Interessenträgern. (Quelle)

Nun zum Beitrag von Udo Rohner, der klar macht, wie unsinnig es ist, einen solchen Pakt aufzulegen und welcher stattdessen  viel zuträglicher sei: Weiterlesen …

Fließendes Geld für eine gerechtere Welt …

Oktober 31, 2018 7 Kommentare

Zins bringt Geld prinzipiell immer dahin , wo es schon ist, und nimmt es dort weg, wo es fehlt
Günther Moewes

Ich bekam vor einiger Zeit die Anfrage, ob ich gerne ein neues Buch lesen möchte, das eins der kritischen Themen streift, wenn nicht gar das kritischste Thema auf meinem Blog ist: Das Geldsystem. Steffen Henke, Finanzkaufmann und Personalcoach, Geschäftsführer der „Neues Geld gemeinnützige GmbH“ Leipzig, geht in seinem fundierten Sachbuch auf 464 Seiten so richtig tief in die Eingeweide unseres Geldsystem. Er zeigt sehr gut auf, wie es entstand, welche Strukturen heute wirken, zeigt auf, wo der Fehler ist, und zeigt zum Schluss einen Weg auf, wie es funktionieren sollte, ohne dass am Ende wie beim Monopoly einige Wenige Alles besitzen und der Rest leer ausgeht.

Bevor ich etwas mehr über meine Ahas während der Lektüre seines von mir sehr empfohlenen Buchs Fließendes Geld für eine gerechtere Welt: Warum wir ein alternatives Geldsystem brauchen, wie es funktioniert und welche Auswirkungen es hat eingehe, möchte ich Steffen in dem ersten Teil einer Video-Sequenz bringen, die er vor 6 Jahren ins Netz gestellt hat:

Dieses wird ein lebender Beitrag, denn ich werde nach und nach einige sehr erhellende Passagen und Zitate aus seinem Buch bringen. Fangen wir also, auch diesen Teil des Regals mit seinen Gedanken und Erkenntnissen zu füllen:

Was ist eigentlich Geld? Spontan würde Mensch vermutlich sagen: Alles, was nicht Ware ist, aber womit ich Waren kaufen kann. Also einerseits Scheine, Münzen, und das, was ich auf dem Konto einer Bank liegen habe, um per Überweisung einkaufen zu können. Im ersten Tel erfahren wir, dass es allerdings gar keine klare, internationale Definition gibt und es daher schwer ist, wissenschaftlich das Thema Geldsystem korrekt aufzubereiten.

[…] eine Menschheit, die nur zum Ziel hat, mehr Geld aus Geld zu machen, wird logischerweise sozial unempfindlich, kulturell verarmt und ökologisch Raubbau treiben.
Margrit Kennedy

Ich hätte nun vermutet, dass Steffen zuerst auch aufzeigt, dass die Geldschöpfung zum größten Teil bei den Banken liegt, d.h. das Giralgeld erzeugt wird, wenn ein Kredit gewährt wird. Ganz im Gegenteil zeigt er Weiterlesen …

Schamlose Schändung

September 14, 2018 21 Kommentare

Wer in der Natur willkürlich und wahnsinnig wühlt…
Wer Wälder, Wiesen und Felder schindet,
schändet, erniedrigt, beschädigt, zerstört,
und all ihrer natürlichen Schätze beraubt…
Wer dadurch den Wert und die Qualität des Lebens
in all seinen natürlichen Formen und Arten
ausbeutet, bekämft…p
local… national… regional… continental… global…
Wer dabei auch die Notwendigkeit
und das Wohlwollen das Menschseins verachtet…
Wer sich die Politik kauft und die Justiz betört…
Von dem werden auch alle angeblich garantierten
und international anerkannten Menschenrechte
sehr bewußt und gezielt gebrochen…
und der manipuliert, malträtiert… und „regiert”…
nur noch mithilfe von brutaler Gewalt…
ohne jegliches Gewissen…. ohne Achtung und Ehre…
in absolut totalitärer, übler Gesinnung…
getrieben von grotesker Geldgierde…
und persönlicher Profitmichelei…
ohne jegliches Gefühl der Scham oder Schande…
gelenkt, geleitet von der Monetenmafia…
& dirigiert von der Bankerbanditenbande…

Gerhard A. Fürst
14.9.2018

 

Kategorien:Ökologie, Ökonomie Schlagwörter:

Worum es beim Commons-Public-Partnerships (CPP) geht …

In diesem Modell werden – im Gegensatz zu den Private-Public-Partnerships ( = PPP, oder auf Deutsch Öffentlich-Private-Partnerschaft = ÖPP ) – die Gemeindeverantwortungen nicht privatisiert, sondern nach dem Vorbild der Freiwilligen Feuerwehren in Bürgerhand gegeben. Dabei unterstützt die Kommune die aktiven, selbstorganisierten Bürger/innen zum Beispiel mit Sachmitteln und Finanzen.

Ich wurde von meinem Commons-Kontakt auf diesen relativ neuen Begriff aufmerksam gemacht. In ihrem Artikel Commons Public Partnership. Zeit für etwas Neues weist Silke Helfrich darauf hin, dass er seit über 10 Jahren herumschwirrt, aber völlig unterbestimmt.

Wer gerne auf die Schnelle nochmals die Argumente der Finanzeliten erfahren möchte, warum es für die Armen von Vorteil sei, wenn ihr Geld für sie wirken solle, der mag sich diesen kleinen Werbefilm anschauen.

In der Studie ‚Gemeinwohl als Zukunftsaufgabe – Öffentliche Infrastrukturen zwischen Daseinsvorsorge und Finanzmärkten‚ von Jana Mattert, Laura Valentukeviciute und Carl Waßmuth äußern sie, warum ÖPP/PPP nur ein weiteres Mittel zur Umverteilung von Arm nach Reich ist:

… weil darüber Gewinne privatisiert und Risiken sozialisiert werden, weil die Kosten, die ÖPPs verursachen, für die Allgemeinheit langfristig nicht niedriger, sondern höher sind, und weil Politik und öffentliche Verwaltungen an Einfluss Vorwort Gemeinwohl als Zukunftsaufgabe Öffentliche Infrastrukturen zwischen Daseinsvorsorge und Finanzmärkten verlieren und Kernkompetenzen, etwa an private Beratungsfirmen übertragen und große Konzerne Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Mittelstand erlangen können.

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Commons: Lasst uns die Regeln ändern!

Reise nach Jerusalem – Foto: Wikipedia

Ich habe gerade einen weiteren Text zum Thema Commoning erhalten, den ich hier sehr gerne wieder ins Regal stellen möchte, geht es doch um ein angstfreies miteinander Wirken und was passiert, wenn diese Grundlage vorhanden ist oder eben auch nicht vorhanden ist:

Lasst uns die Regeln ändern!

Am ersten Juniwochenende lud man ins idyllisch gelegene thüringische Pfarrkesslar zum Seminar „Anders wirtschaften“ ein. Hier wollte nicht nur das Konzeptwerk Neue Ökonomie die Idee von Degrowth näher bringen, es wurden auch Zielsetzungen und Perspektiven des „Buen Vivir“ thematisiert und die Commons sollten einen Raum zur Vorstellung finden. Letzterer Aufgabe widmete sich die in der Szene bekannte Commons-Aktivistin Silke Helfrich persönlich, was auch für mich eine zusätzliche Motivation darstellte, das Seminar zu besuchen, um sie persönlich kennenzulernen. Schließlich beschäftigte ich mich schon länger mit den Commons und war bereits für deren transformatives Potenzial sensibilisiert. Mein persönliches Anliegen war dabei, nicht nur eine Reihe von gesammelten Fragen an die langjährig erfahrene Referentin zu richten, sondern auch die Spannung darauf, wie man in der nur sehr knappen Zeit von ca. drei Stunden Menschen, die damit noch keine bewusste Berührung hatten, eine Commonswelt eröffnet und vielleicht sogar schmackhaft macht, denn ich hielt dies für ein fast aussichtsloses Vorhaben.<

Wie sich am Vortag der Commons-Einheit herausstellte, hatte auch Silke noch keinen festen Plan und spielte gedanklich mit einer Vielzahl an Möglichkeiten. Abends am Lagerfeuer lud sie sogar die Teilnehmer dazu ein, mit ihr gemeinsam darüber nachzusinnen und stellte in den Raum, ein Spiel dafür zu nutzen. Eine Idee, die sie aus einem Erlebnis in Griechenland mitbrachte und die sie bisher allerdings noch nicht selbst umsetzen und anleiten durfte. In dieser Sekunde war ich ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht. Nicht nur, dass ich sowieso nicht unbedingt ein Mensch für Gruppenspiele bin und mir dabei immer etwas kindisch vorkomme, sondern, dass sie damit vielleicht sogar viel kostbare Zeit verplempert, die man doch auch gut und gern mit ernsthaften Erklärungen nutzen könnte…

Nach einer morgendlichen Meditationsübung im Freien für die gesamte Gruppe durfte Silke dann endlich durchstarten und wirkte auch ein wenig aufgeregt und angespannt. Nach der Begrüßung lud sie uns – ebenfalls unter freiem Himmel – zu ihrem vorbereiteten Spiel ein: dem Stuhltanz, den viele vielleicht auch unter dem Namen „Die Reise nach Jerusalem“ kennen. Sie hatte sich dafür eine Helferin organisiert, die in ihr Vorhaben eingeweiht war. Die Aufgabe für die Teilnehmer bestand zunächst lediglich darin, Weiterlesen …

„Es ist eine Welt, in der Administratoren Götter werden“

Ich habe heute einen Artikel in die Hand bekommen, den ich gerne selbst geschrieben hätte, kann ich doch hinter jeder einzelnen Zeile stehen. Das Original ist in Englisch und ich habe mir einfach mal die Mühe gemacht, diesen ins Deutsche zu übersetzen. Viel mehr, ich habe Google Translator mal wieder bemüht. Und ich bin so was von platt. Entweder schreibt der Autor genial gut, oder so wie es der Translator eben braucht, denn ich habe, wenn es hoch kam, etwa 5% feinjustieren müssen.

Der Text spürt vier Falschdarstellungen der Globalisten aka New-World-Oder-Aktivisten nach. Und wie er das macht, lohnt sich zu lesen. Also, viel Spaß dabei:

Wie das betrügerische Globalisierungspiel zur  ‚Neuen Weltordnung‘ führt – von Brandon Smith

Wenn Globalisten öffentlich über eine „neue Weltordnung“ sprechen, sprechen sie in ihrem kleinen elitären Kult von etwas sehr Spezifischem und ziemlich Heiligem. In ihrer Vorstellung wandelt sich Zivilisation nicht einfach so; Globalisierung ist für sie eine gerichtete und konstruierte Vision – eine Welt, die nach ihren Regeln gebaut wurde, keine Welt, die sich natürlich nach Notwendigkeit entwickelt.

Es gibt andere Namen für diese konstruierte Vision, einschließlich des „global economic reset“ oder des allgemeineren und harmloseren Begriffs „Globalismus“, aber die Absicht ist dieselbe. Das ultimative Ziel der neuen Weltordnung als Ideologie ist die totale Zentralisierung der wirtschaftlichen und Regierungsgewalt in die Hände einer aus internationalen Finanziers bestehenden, ausgewählten und unverantwortliche Bürokratie. Dies ist die Regierungsgewalt gemäß den Gesetzen von Platons ‚Republik‘; eine wahnhafte Fantasiewelt, in der wohlmeinende Philosophenkönige, angeblich klüger und objektiver als der Rest von uns, von oben mit wissenschaftlicher Genauigkeit und Weisheit regieren. Es ist eine Welt, in der Administratoren zu Göttern werden.

Eine solche Präzision und Objektivität in menschlichen Systemen ist natürlich nicht möglich. Menschen sind viel zu Weiterlesen …

Kategorien:Ökonomie, Gesellschaft Schlagwörter: , ,
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