Archiv

Autor-Archiv

Wahrheit – Schönheit- Güte oder Vergangenheit – Gegenwart- Zukunft

Januar 2, 2015 7 Kommentare

In einem Nachlass fand ich die Sütterlin-Mitschrift eines Steiner-Vortrags von 1923 zum Thema “Wahrheit – Schönheit – Güte” bzw. “Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft”. Betrachtet wird die Bildung / Entwicklung von menschlichen Qualitäten unter dem Aspekt der Zeit, auch in ihren geist-seelischen Zusammenhängen. Meiner Meinung nach findet sich hier eine Anregung das Thema Zeit aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten.
Martin bat mich den gesamten Vortrag hier einzustellen, was ich gerne tue.

Wahrheit, Schönheit, Güte
Im Kopfe Glaubenskraft
Im Herzen Liebesmacht
Im vollen Menschen starkes Hoffen
Hält und trägt das Leben.

(Vortrag von Dr. Rudolph Steiner am 19. Januar 1923)
Als die drei großen Ideale der Menschheit werden durch alle Zeiten hindurch, in welchen die bewusste menschliche Entwicklung läuft, genannt: „ Das Wahre, das Schöne, das Gute“, man kann sagen: diese drei Ideale, Wahrheit, Schönheit, Güte, sie werden aus einem gewissen Instinkte heraus genannt als die großen Ziele, oder besser gesagt, die großen Charaktere des menschlichen Strebens.
In älteren Zeiten wußte man allerdings mehr über das Wesen des Menschen und seinen
Zusammenhang mit der Welt, und dadurch war man auch in der Lage, wenn man von solchen Dingen sprach wie Wahrheit, Schönheit, Güte Konkreteres zu meinen als das heute in unserer das Abstrakte liebenden Zeit der Fall ist. Und anthroposophische Geisteswissenschaft ist wiederum imstande auf solches Konkreteres hinzuweisen! Allerdings kommt man damit nicht immer einer Neigung unserer Zeit entgegen; denn unsere Zeit liebt das Ungenaue, das Unbestimmte, das Nebulöse in dem
Augenblick wo es sich darum handelt, über das Alltägliche hinauszugehen.
Machen wir uns heute einmal klar wie der Inhalt der Worte Wahrheit, Schönheit, Güte
zusammenhängt mit dem Wesen des Menschen. Wenn wir das Wesen des Menschen uns vor das Seelenauge stellen, so müssen wir ja zunächst auf den physischen Leib des Menschen hinschauen.
Dieser physische Leib des Menschen wird eigentlich heute nur noch nach äußerlicher Weise betrachtet. Man hat kein Bewusstsein davon wie dieser physische Leib in dem vorirdischen Dasein aufgebaut wird in seinen Einzelheiten, in Bezug auf seine Form, in Bezug auf seine Betätigung. Gewiß lebt der Mensch in seinem vorirdischen Dasein in einer rein geistigen Welt. Aber in dieser geistigen Welt arbeitet er. – Das habe ich ja in den Vorträgen, die vor kurzem erst von mir gehalten worden sind, gesagt.- im Vereine mit höheren Wesenheiten den geistigen Prototyp, die Geistgestalt des
physischen Leibes aus. Und dasjenige was wir hier als physischen Leib um uns tragen, das ist ja einfach ein Abbild, ein physisches Abbild dessen, was als eine Art Geistkeim im vorirdischen Dasein vom Menschen selbst ausgearbeitet wird.

Weiterlesen …

Kategorien:Gesellschaft

Was sagen uns Mythen über Lilith, Adam, Eva, Maria, Horus …

August 26, 2014 64 Kommentare

In den vergangenen Wochen tauchten hier in Nebensätzen immer mal wieder alte Mythen auf, bei denen ich das Gefühl habe, dass wir ihren Sinngehalt zu einseitig sehen. Mir persönlich sind uralte Menschheitsmythen Energien die mit den Informationen die sie transportieren bis zu uns gelangten, so dass wir sie vielleicht teilweise entschlüsseln und ihre archaischen Aussagen in uns integrieren und leben können.

Auge des Horus mit Heqat-Einteilungen(Wikpedia)

Dazu fällt mir das „Auge des Horus“ ein. Interpretiert wird es ziemlich oft als das „Allsehende Auge“ an der Spitze der Pyramide, als Zeichen der Freimaurer und anderer geheimer Gruppen, die die Menschheit auslöschen, mindestens aber ausbeuten wollen. Übersehen wird dabei, dass sich die Formen des Horusauges und unserer Zirbeldrüse, dem Organ unserer Intuition, ähnlich sind. Stellt sich doch die Frage warum wir das nicht erkennen können und wollen.

Ein berühmter ägyptischer Mythos berichtet von einem Streit zwischen Horus und seinem Widersacher Seth, dem Gott der Finsternis. In einem Kampf schlug Seth dem Horus ein Auge aus und zerschmetterte es, so dass es in sechs Teile zerfiel. Thoth, der Gott der Magie und der Heilkunst, sammelte die Teile des Auges auf und fügte sie zusammen. Das geheilte Auge übergab er dann wieder dem Horus. Statt es aber selbst zu benutzen, opferte Horus sein Auge. Er setzte es seinem Vater Osiris, dem ägyptischen Totengott, als drittes Auge ein. Damit erweckte er in Osiris ein neues Bewusstsein und brachte Licht in die Dunkelheit der Unterwelt. Aus diesem Mythos entwickelte sich die Hieroglyphe des Horusauges, das ein Symbol für alle Opfergaben und Sinnbild für Licht, Ganzheit und Heilung wurde.

Sumerische Göttin – Lilith? (Foto: Wikpedia)

Meine Einlassungen heute beziehen sich auf Lilith. Im vergangenen Frühjahr habe ich mich länger und tiefgründiger mit den Informationen, die über sie zu finden sind, beschäftigt. Lilith wird immer noch verschwiegen oder dämonisiert als kinderfressendes Ungeheuer. Dem ist nicht so. Mir repräsentiert sie die weibliche Energie in all ihren Facetten. Ob Frau oder Mann, wir tragen diese Energien, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen, in uns. Daher mag es sich lohnen die Perspektive zu ändern, den Blick auf sie breiter zu fassen, für Frauen, für Männer. – Mir ist sie nah, mir ist sie fern. Ich mag was sie repräsentiert, die Bandbreite weiblicher Existenz.

Lilith die erste Frau Adams, erschaffen aus dem gleichen Material, ihm ebenbürtig und gleichwertig steht für die starke , selbstbewusste, eigenständige Frau.
Spuren finden sich noch im Sohar, einem der drei heiligen Bücher der Hebräer.-
Ein Terrakottarelief aus 2.000 vor Christus zeigt Lilith als sumerische Göttin die auf einem Löwenthron steht, Zeichen der Macht. Eulen rahmen den Löwenthron ein, Zeichen der Weisheit. Sie trägt als Göttin Flügel, was bedeutet sie ist fähig die Grenzen von Zeit und Raum zu berschreiten, eine schöne nackte Frau, so wie sie sein soll, Nacktheit steht für Reinheit, nichts verbergend, nicht furchteinflößend. Die Füße Vogelkrallen, was ein Hinweis ist, dass ihre Heimat eher der Himmel als die Erde ist. Die ganze Gestalt wehrhaft und fluchtbereit.
Im Sohar steht weiter, dass sie den Namen Gottes anrief, als Adam von ihr verlangte “unten zu liegen”, wozu sie nicht bereit war. Wie hätte sie Gott beim Namen rufen können, hätte sie nicht in starker Verbindung zu ihm gestanden. Im anderen Fall wäre ihr der Name nicht bekannt gewesen. Ein Zeichen starker spiritueller (geistiger) Verbindung, ihrer Ebenbürtigkeit.

Und weiter steht dort, dass Weiterlesen …

%d Bloggern gefällt das: