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Gibt es Schutz vor “dem Bösen” und vor “Psychopathen”?

September 18, 2012 53 Kommentare

Quelle: http://www.kunstnet.de/werk/183168-dr-hannibal-lecterWas macht Menschen böse? “Das Böse” ist schwer greifbar und beherrscht eine unvorstellbare Palette der Destruktivität! Wir können uns nur schwer davor schützen. Schließlich gibt es auch in uns genügend Anteile, welche uns belasten. Vor allem, wenn wir unser Gewissen nicht schärfen, sondern es betäuben und so zu Co-Abhängigen werden. (Beispiel: Die Banalität des Bösen zeigte sich in tausenden willigen Helfern und Vollstreckern im Holocaustwahn des “dritten Reiches”). Unreifer Umgang mit der Anfälligkeit für das Böse in sich selbst, verhindert dass wir fähig werden für eigenverantwortliche Selbstsorge.

Eine besondere Rolle auf der “Bühne des Bösen” im Zusammenleben mit anderen spielen sogenannte Psychopathen“. In der Forensischen Psychologie und Psychiatrie wird damit eine schwere Form der dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung bezeichnet, die in ihrer Ausprägung die genannte Persönlichkeitsstörung übertrifft. In den Klassifikationssystemen DSM-IV und ICD 10 ist die Diagnose nicht aufgenommen!

Den typischen ”Psychopathen” gibt es also nicht. Jeder ist ein Unikat. Behandelbare Formen finden sich der ICD-10 unter F60 in der Kategorie “Persönlichkeitsstörungen”.

Die Komplexität wird vollends unüberschaubar, wenn es darum geht, die Weiterlesen …

Kategorien:Ethik, Gesellschaft, Politik Schlagwörter: ,

Empathie differenziert, denn Psychopathen sind es auch, nur nutzen sie das aus …

Mai 26, 2012 28 Kommentare

Prolog von Martin Bartonitz:  Der folgende Artikel hat der Autor als Kommentar zu einem anderen Artikel hinterlassen und da er aber das Thema Empathie nochmals grundiert und damit der Blick auf die Psychopathen ebenfalls schärft, soll der Text zur weiteren Diskussion nun hier nochmals gebracht werden.

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Es gibt sehr unterschiedliche Stufen der Empathie. Die einfachste Stufe ist, von der Empfindung eines anderen beeinflusst zu werden. Das ist sehr, sehr weit verbreitet, nicht nur unter Säugetieren. Eine höhere Stufe der Empathie ist die Fähigkeit, die Situation des anderen zu verstehen.

Es gibt eine kognitive und eine emotionale Empathie. So sprechen wir von kognitiver Perspektivübernahme, wenn wir wissen, dass der andere leidet, und das abstrakt als schlimm einschätzen, aber nicht mitfühlen.

Affektive Empathie bezeichnet dann wirkliche emotionale Resonanz, bei der jene neuronalen Netzwerke aktiviert werden, die auch den eigenen Gefühlen zugrunde liegen. Das ist dann wirkliches Mitfühlen, und es kommt auch zu einer assoziierten körperlichen Reaktion. Im Englischen nennt man das „embodied cognition“.

Es geht nicht um Kultur, sondern um Ven-Zellen. Ven-Zellen und Spiegelneuronen spielen eine Rolle. Wir wissen aus Experimenten der Neurowissenschaftlerin Tania Singer, dass, wenn ich Ihnen mit einer Nadel in den Arm steche, eine bestimmte Region Ihres Gehirns aktiviert wird, und dass genau dieselbe Region reagiert, wenn die Nadel in den Arm eines anderen gepiekt wird und Sie nichts spüren, aber sehen. Es ist glücklicherweise nicht dieselbe Reaktion. Sie merken schon, ob Sie selbst gepiekt werden oder ein anderer, aber Ihr Gehirn reagiert auch auf den Schmerz des anderen. Das ist eine biologische Reaktion. Ich bin sehr froh darüber. Wäre Empathie nur einekulturelle oder eine religiöse Errungenschaft, etwas, das wir irgendwann einmal erfunden hätten, dann könnte sie genau so auch wieder verschwinden. Man könnte Menschen dann – wie bei Orwell – dazu programmieren, nicht empathisch zu sein. Das scheint mir – auf lange Sicht jedenfalls – angesichts unserer biologischen Ausstattun Weiterlesen …

Kategorien:Gesellschaft
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