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Gratwanderung zum Zenit

Februar 3, 2015 14 Kommentare

Ich möchte kurz auf eine Gratwanderung hinweisen, die mir weniger bewusst scheint. Wenn wir das Kippeln des feindselig orientierten Systems registrieren, registrieren wir auch Wutbürger mit einer von Hilflosigkeit lange aufgestauten Aggression. Diese zu entschärfen halte ich für weit wichtiger als das eigentliche Zeerbrechen des Systems. Was kommt danach?

Auf „Propagandaschau“ fragte ein Kommentator nach dem Mechanismus der Feindseligkeit. Ich antwortete:

Wenn Sie etwas von den Funktionen des menschlichen Geistes verstehen möchten, empfehle ich, auf die psychiatrische Terminologie zu verzichten.

Rein von der Funktion her:
Es agiert feindseliger Geist von innen nach außen. Diese Feindseligkeit kann sich nicht reflektieren, sondern nur projizieren – sie kann sich nur auf Andere richten, aber wegen eines hohen Maßes an Feinseligkeit nicht auf die Existenz des Trägers der Feindseligkeit. Phänomenologisch geschieht dies auf der traumatischen Ebene.

Nur Menschen, die schwerstens traumatisiert sind, sind auch in der Lage, die abscheulichsten Verbrechen zu begehen. Ihnen fehlt die aktive moralische, ethische oder Gewissens-Instanz, die ja nur durch die Fähigkeit der Eigenreflexion bedient wird. Sie werden in allen gesellschaftlich macht-relevanten Positionen Menschen mit diesem “Strickmuster” identifizieren. Ihr Streben nach Demonstrieren von Macht ist der Fluch der relativen Nicht-Existenz von Geist. Folglich üben sie Macht nur aus, um überhaupt existent sein zu können. Schauen Sie mal genauer gewisse “Persönlichkeiten” an; sie erhalten sich mittels Hirngespinsten – auf der Ebene eines wahnhaften Irrsinns – der nur durch die Projektion eine (künstliche) Existenzfähigkeit erschaffen kann. Im Grunde ein Prinzip, und das sollte tröstlich sein, ein Luftballon, der sich mit fremder Energie selber aufbläst.

Ein anderer Herr antwortete zu der skizzierten Problematik: Weiterlesen …

Kategorien:Gesellschaft

Eine Gratwanderung in der Zeit

Februar 2, 2015 36 Kommentare

Fünfundzwanzig Jahre vergingen, seit ich diesen Satz schrieb:
„Die Aktion (gegen den Krieg) zum unrechten Zeitpunkt gestartet schickte die Massen nur wieder in einen neuen Krieg für ihren Frieden, der nicht möglich ist, solange das Universum es nicht erlaubt.“
Damals dachte ich auch kosmisch. Damals war ich fest verwurzelt in der Gemeinschaft eines kretischen Dorfes. Damals erlebte ich in meinem Umfeld persönliche Gratwanderungen sehr unmittelbar. Eine Gratwanderung zwischen Kosmos und mir gab es nicht, bis heute nicht. Wäre ich damals erfahrener gewesen, hätte ich gewusst, welche Gratwanderung auf mich zukommt. Sie steckt bereits in der zentralen Friedensbotschaft:

„Frieden zuerst muss im Menschen sein,
dann ist der Frieden auch in der Welt.“

Menschen können ihre Gratwanderung nicht bemerken, bis sich Eskalationspunkte bilden, bis sie zu Entscheidungen herausgefordert werden. Ob etwas noch geht oder nicht mehr, entscheidet sich daran, wie tragfähig, wie moderat oder wie ignorant ein Mensch konfiguriert ist. Warum Menschen entspannt sterben können, mag an dem Erscheinen von Bewusstsein über den Weg von ihrer Geburt bis zum Tod liegen: Bewusstsein über eine Abfolge von Gratwanderungen; das sicher nicht zu früh oder zu spät erscheint.

Dem Leben künstlich eine Harmonie zu implementieren, ist so genial wie irreal. Ganz gleich, ob der Mutige sein Hochseil zwischen Mt. Everest und Mt. Blanc spannt, oder der Ängstliche es auf den Balkon legt, wird es zu Schwankungen kommen – von Rechst nach Links und von Links nach Rechts. Aus eigenem Befinden und heraus aus der Befindlichkeit des Seils und seiner nur relativen Fixpunkte. Menschen erleben unausweichlich eine Gratwanderung zwischen ihrer inneren Disposition und der äußeren oder allgemeinen Dynamik.

Mit meiner auf Kreta formulierten Friedensbotschaft wurde ich in das Menschsein geworfen. Meine Mutter zwang mich zu dem Erkennen der Gratwanderung meines von Stalingrad geprägten Vaters. Er entschied gegen mich. Und entsprechend endete die Gratwanderung meiner Mutter, die sich gegen den letzten ihrer drei Söhne entschied. Sie starb friedlich in meinem Bett, damals, kurz bevor mir meine eigene Gratwanderung bewusster zu werden begann.

Aus meinem Tagebuch, 3. Januar 1997 (11. Kapitel aus dem 5. Buch meiner Aufzeichnungen:
„Psychogramm
Irgendwann wurde die Würde von O’Haras Geist zerbrochen. Da hätte er sich eigentlich sofort umbringen müssen. Als er es nicht tat, verriet er sich und verlor seine Ehre. Vielleicht zog er damals die Konsequenzen aus Feigheit nicht. Da entstand die tiefe Verletzung und hinterließ eine große Wunde. Um sein Verbrechen gegen sich selbst zu verbergen, musste er seine Wunde verstecken, baute hohe und dicke Mauern darum und stellte Kanonen darauf, aus denen er bei Bedrohung seine Gesetze abfeuert. Damit will er seinen Mitmenschen beweisen, dass er heil ist – weil die Kanonen funktionieren. Darum kann O’Hara keine Liebe fließen lassen, weil sie sein Bollwerk zerstören würde, und er sein Verbrechen bekennen müsste, und – sühnen durch Tod. Aber er, der Feigling, will leben, spielt mit falschen Karten rücksichtslos sein bereits damals verlorenes Lebensspiel zu Lasten anderer, kann niemandem vertrauen, weil er tief innen weiß, dass man ihm nicht vertrauen darf.“

Das Erkennen, dass ich mich auf einer Reise in der Welt der Traumata befand, ließ nicht lange auf sich warten. Die zweite Hauptperson des Dramas leitete zehn Jahre lang zwei psychiatrische Stationen.

Frieden MUSS zuerst im Menschen sein. Ihn zu erreichen wird stets von dem Anspruch genährt, diesen in einer Welt des Krieges zu erschaffen und zu bewahren. Das verstehe ich als die permanente und mehr oder weniger extreme Gratwanderung, auch und besonders für Menschen, die sich der traumatischen Implikationen in ihrem Ich und im Miteinander bewusst sind. Das ist DER Anspruch, auf dem Feld der Enttraumatisierung stehen zu bleiben und dem Wesen der Gratwanderung zwischen Krieg und Frieden Paroli zu bieten.

Die Auflösung der Ursachen für Krieg ist unausweichlich. Es sind allgemeine Ursachen, die sich nur in Menschen manifestierten. Insofern ist die Begleitung traumatisierter Menschen nur in sehr konkreten Einzelfällen möglich. Bei denen, die mehr wollen als eine persönliche Befreiung. Bei denen, die einen Willen haben. Bei denen, deren Wesen nicht fundamental gespalten ist. Begleitung zu entscheiden oder sie verweigern, ist eine Gratwanderung. Deren Gefährlichkeit nur aufzulösen ist, indem die Entscheidung darüber aufgelöst wird zu Gunsten einer allgemeineren Entscheidung: Bereit-zu-Sein, auch in einer verkehrten Welt das Richtige zu tun.

Euer
Wolfgang

Kategorien:Gesellschaft

Frieden

Februar 1, 2015 1 Kommentar

Im Sommer 1989 auf Kreta schrieb ich einen Text, den ich hier im Original veröffentliche:

Vielerlei Vorstellungen, die verschiedenfarbigsten Bilder werden mit diesem Wort verbunden. Was ich unter Frieden verstehe ist jedenfalls nicht eine Zeit menschlichen Zusammenlebens, in der die Waffen schweigen, die Konflikte der Parteien vorübergehend auf politischer Ebene ausgefochten werden. Als ich mit dem Fahrrad durch Deutschland fuhr, über meine Ideen in der Öffentlichkeit sprach, lautete die zentrale Aussage:

Frieden zuerst muß im Menschen sein,
dann ist der Frieden auch in der Welt.

Dazu stehe ich. Meine Arbeit dient allein diesem Zweck, dem Menschen einige mögliche Ursachen für seine eigene Disharmonie aufzuzeigen, ihn mit einer neuen Realität seiner Fremd- und Eigenbestimmung zu konfrontieren, mit der er übereinstimmen – also friedlich existieren kann. Ich halte es für den wesentlichen Schritt überhaupt, die Rolle klar zu definieren, die Existenzen in den verschiedensten Lebensformen spielen müssen und spielen können. Nur so lassen sich zum Beispiel die Ängste abbauen, wegen der so viele Grenzen nicht verschwinden, territoriale, ideelle und menschlich-brüderliche.

Der erste Schritt geht zurück in die Vergangenheit, sowohl für den einzelnen als auch für das System als Ganzes, um mit dem bereits Geschehenen Frieden zu schließen. Wegen der vorhandenen Strukturbedingungen mußte das Gestern und Vorgestern genau so sein, wie es war; es gab keinen anderen Weg. Weder der Einzelne, Organisationen, Staaten noch das ganze System konnten sich aus diesem Prozeß der Entwicklung, von seinen Bedingungen befreien, denn hätten sie es tun können, sie hätten es getan. Seit Anbeginn der Zeit steuert der Plan der Evolution lebendige Existenzformen hin zu mehr und mehr Erkenntnis, offenbart durch die Verschiedenartigkeit individueller Fähigkeiten und Ideen stets neue Vorschläge zur Lösung der alten Probleme, sortiert aus in brauchbar-lebensfähig und unbrauchbar-sterben. Die Welt geht ihren Weg nach einem Plan, der so alt wie das Universum ist, daß Individuum ging seinen Weg entsprechend der Zufälligkeiten der an seiner Position vorherrschenden Bedingungen. Daraus fließt dieser Frieden, mit der Unabänderlichkeit seines derzeitigen Entwicklungsstandes übereinzustimmen, zu bejahen, was in ihm gewachsen ist.

Der zweite Schritt betrachtet die Gegenwart, um Weiterlesen …

Kategorien:Gesellschaft

Der eigentliche Grund

Januar 31, 2015 43 Kommentare

In Anlehnung an das letzte Thema über „Fiskalisches Waterboarding“, erlaubt sich mir ein klarerer Blick auf das Wesen von Ablenkung, oder auch Täuschung und Tarnung des Wesentlichen.

Das Eigentliche meines Lebens stellte ich auf Kreta unter ein Motto

Frieden leben

In dieser Angelegenheit war ich unterwegs, mit Menschen und für Menschen. Das war nicht Alles, aber es war auch nicht Nichts.

Etwas Wesentliches zur aktuellen Lage schreibt mir ein Kommentator bei der „Propagandaschau“.
Ingo Heller:

Der eigendliche Grund warum man Putin in einen Krieg hineinziehen will, liegt daran,dass das Besatzungsstatut Polens (14.4.2015) und der ExDDR (spätestens am 8.5.2015) durch die Sowjetunion nicht mehr verlängert werden kann und Russland als Rechtsnachfolger des Zarenreiches sich weigert den Friedensvertrag von Brest Litowsk zu brechen, den es mit dem Kaiserreich geschlossen hat und das würde passieren wenn Russland die Besatzung verlängert damit sich diesen Teilen rechtmäßige staatlichen Strukturen bilden. Man hofft auf die “Deutsche Föderation” als souveränen Friedens Partner und Schutzgebiet Russlands. Polen und die ExDDR sind dann rechtlich in der Lage ohne BRD die Goldreserven zurückzufordern und Kassensturz per 18.7.1990 0:00 Uhr abzüglich 6 Mord DM Auslandsschulden zu fordern. Deshalb “droht” Russland nicht, sondern macht diese Gebiete souverän und stellt sie rechtlich bis zu einem Referendum außerhalb der EU und NATO. Das Ende des Besatzungsstatuts soll durch einen provozierten Krieg in der Ukraine verhindert werden, denn die BRD wäre sofort zahlungsunfähig, da die GEZ-Steuern und alle andern Steuern der ExDDR per 18.7.1990 nach HLKO glattzustellen sind. Man muss wissen, das das aktive Mandat der SU in die Hände Frankreichs gelangt ist und Frankreich die HLKO unterschrieben hat. Putin kann und muss per Stichtag das Besatzungsstatut in Polen am 14.4.2015 und spätestens am 8.5.2015 die ” Deutsche Föderation” als souverränes Teilgebiet, als Rechtsnachfolger des Kaiserreiches in die volle Souveränität entlassen wie es die Friedensbewegung der ExDDR ” Schwerter zu Pflugscharen” am 21.1.2012 bereits beantragt hatte, weil die BRD,das GEZ-System und die Kriegshetze gegen Russland sowie den Betrug mit Staatsangehörigkeit nach Artikel 116(1) GG ohne gültigen Einigungsvertrag mit der ExDDR nicht beenden wollte. Der Grund warum Russland in der Ukraine nicht intervenieren darf!

Meine Meinung
Die Griechen brockten sich im Zusammenwirken mit der EU etwas ein, und die EU brockte sich im Zusammenwirken mit Griechenland etwas ein. Deutschland ist weder Griechenland noch die EU. Deutschland ist nichts und bleibt nichts, wenn es nicht AUS EIGENEM ANTRIEB, das natürliche Miteinander gleichwertiger Völker befördert. Ich meine die Beförderung aus einem NATÜRLICHEN Antrieb heraus.

Bin gespannt auf Eure Meinungen.

Euer
Wolfgang

Kategorien:Gesellschaft

Mensch, Geist und das Bezichtigungs-Syndrom

Januar 30, 2015 78 Kommentare

Damit das hier bloß nicht vergessen wird, stelle ich die weisen, mitfühlenden Worte von Gerd Zimmermann an den Beginn meiner Gedanken:

„Kannst Du den Klang deines Freundes hoeren? Das Ganze?
Nein. Du waerst nicht so boese und urteilelend. Kastendenkenk. Schubladendenkenk.“

Danke lieber Gerd. Was wäre die Welt ohne Deinen Geist. Sinnlos.

Der Sündenfall als exponentiell-dynamisches Tieferfallen scheint – wir warten ja bislang vergeblich auf den erlösenden dritten Weltkrieg – noch nicht abgeschlossen. Wie der Fall endet ist mir weniger interessant, als zwei andere Aspekte:

WIE begann der Fall?

WARUM konnte er nicht aufgehalten werden?

Als ich vorhin den Kommentar von Petra zu „Schul-Käfig“ lesen wollte, las ich SchulD-Käfig. Erinnerte mich sogleich an die Bibelgeschichten vom Sündenfall, erinnerte mich an den Fluch, mit dem die „ersten“ Menschen bedacht wurden. Und frage mich jetzt, ob nicht erst nach der Verfluchung das eigentliche Menschenwerden begann. Im Anfang war der Fluch?

Wenn der Mensch von Grund auf und schon immer verflucht war, sollten wir klären, was ein Fluch überhaupt ist. Um darüber ins Gespräch zu kommen, schaute ich mal bei Wiki, weil selber fast Nullahnung – ein Voodoo-Jünger auf Kreta versuchte es vergeblich.

„Ein Fluch ist ein Spruch (gelegentlich auch mit einer zugehörigen Gestik verbunden), der ursprünglich auf ritualisierte (magische) Weise einer Person oder einem Ort Unheil bringen oder zur Sühne bewegen bzw. zwingen soll. Zorn oder der Wunsch zu strafen oder sich zu rächen können ihn begründen. Wer wirksam verflucht wird, muss dabei weder anwesend sein, noch von dem Fluch wissen.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Fluch

Zorn, Strafe, Rache? Wegen eines Ungehorsams, der von der Macht einer „Schlange“ ausging? Wer konnte wohl Interesse daran haben, Erkenntnis über „Gut und Böse zu verhindern? Die Schlange? Unter diesem Aspekt entwickelt sich eine spannende Geschichte. Wer schreibt sie?

Damit dieser „Fluch“ nur nicht in Vergessenheit geraten konnte, sorgte die geschriebene Geschichte von der Verfluchung UND eine organisierte, vom Verflucher autorisierte Geistesmacht für, …, ja, für was eigentlich? Den INFORMATIV IM Menschen sitzenden Fluch lebendig zu halten? Die Information immer wieder zu aktivieren und Muster willenloser Unterwerfung und eigenen Machtverzicht zu erzeugen? Die Gesellschaft zu spalten in die Herrscher über den Fluch und die Leidenden unter dem Fluch?

Die Leidensgeschichte des verfluchten Menschen und der Völker dauert an. Klar, die Herrscher über den Fluch herrschen ja fleißig und wachen über die Wirksamkeit des Fluches. Mit allen ihnen gebotenen nötigen und möglichen Tricks. Der Geist des Menschen ist zu verwirren, seine Angst zu schüren, und ein paar magische Sprüche, ein paar Lügen und Fälschungen, ein paar Demonstrationen ihrer Macht (Kriege, Gefängnissse, Folterungen), und Mensch ist nicht nur Sündenbock, auch gleich Opfer der vor Beginn der Zeiten ausgesprochenen Verfluchung.

Wo sitzt der Fluch informativ? In der Zelle, im Körper? Moment mal: Verfluchte Kirchen-Herrschaftsgeist gar den Körper, weil über den Körper der Fluch aufzulösen wäre?
Guido schreibt von den Einen und den Anderen. Wir berichten von einer Enttraumatisierung in der Natur. Herrschaftsgeist zerstört die Natur, Kinder werden denaturisiert, existenzielle Werte auf das Künstliche gerichtet und die körperliche Gesundheit auf vielfältige Weise zerstört und eine Gesundung auf vielfältige Weise verhindert. Hat das System eine sehr konkrete und verdeckte Absicht?

Verflucht und zugenäht?

Wie seht Ihr das Gewesene, das Gewordene und das Werdende?

Euer Wolfgang

Kategorien:Gesellschaft

Bildungsbewusstsein – Bewusstseinsbildung

Januar 28, 2015 45 Kommentare

Der Auftritt selbstbewussterer und dialogbereiterer Kommentatoren und das neue Thema „Was ist eigentlich gute Bildung“ ermunterten mich, einen weiteren Anlauf auf die Klärung des Phänomens Bewusstsein zu wagen.

Mein folgendes Erklärungsmodell stelle ich zur Diskussion.

Bildung entsteht durch Bilder. Ein Grund der Freude für mich, wenn ich Eltern mit ihren Kindern durch die Natur stromern sehe, Dort sind Bilder, und zwar natürliche Bilder. Die, das am Rande bemerkt, für die sogenannten indigenen Völker zum natürlichen und alltäglichen Bildungsverständnis gehören. Ich hatte hier vor Jahr und Tag bereits einen Bericht vom Verständnis der „Nubier“ zur gebotenen Kindespflegschaft gepostet.

Der Aufenthalt der Kinder in der Natur ist aus traumatischer Sicht unentbehrlich. Kinder SIND traumatisiert per Geburt, ihr Bewusstsein ist deswegen ausgeschaltet, bis sie dank fortgeschrittener Entwicklung beginnen, ein bewusstes Ich-Bewusstsein zu erschaffen. Um die Belastung durch das Geburtstrauma auflösen zu können, bedarf es einer Umgebung, in der sich die Energie von den Geburtsinformationen lösen kann. Zweckdienlichst dafür die Natur, die dem Menschen ein traumafreies Feld verfügbar macht. Weiterlesen …

Kategorien:Gesellschaft

Der Mensch – Existenz zwischen Wollen und Müssen

Januar 25, 2015 12 Kommentare

Das Konzept des Lebens- und Todestriebes wackelt nach meiner Kenntnis. Offen gesagt wüsste ich auch nicht, ob ich den Drang zur Arbeit zu rennen, dem einen oder dem anderen Trieb zurechnen sollte. Ebenso zweifelhaft die Selbsttötung, ob sie ein Versuch ist, sich in eine andere Lebenswelt zu retten, oder nur Ausdruck ist eines bereits vollzogenen inneren Gestorben-Seins.
Als Eingangs-Hypothese biete ich an:
Es gibt einen natürlichen Wunsch nach Existenz und einen künstlichen Herrschaftstrieb.

Frisch geschlüpftes Blaupfeil-Weibchen

Existenz ist unabdingbar verbunden mit Energie. Woher diese kommt, vom Körper generiert, von der Psyche verfügt oder von Geist beschafft, spielt eher eine sekundäre Rolle Das Beschaffungs-Prinzip ist wichtig: Nutzt Mensch fließende Energie (Sog), oder muss er sich aus Angst sorgen, sich aus Not kümmern, sich anstrengen, auch Gewalt anwenden (Druck)

Die Energie-Systematik des Menschen funktioniert. Entscheidend ist die Bedienung des Systems. Sie geschieht mittels Vorstellungen, mittels Möglichkeiten und mittels Gewohnheiten. Bedient werden die verschiedenen energetischen Formen, Energiequellen, deren Erregungsformen wir hier Empfindungen (Körper), Psyche (Emotionen) und Gefühl (Wesen) nennen.

Brauner Waldvogel (Schornsteinfeger)

Wenn alle Energiequellen maximal sprudeln, ist Schicht, Exitus – wenn die Quellen versiegt sind, ebenfalls. Körperlich bedarf es einer Minimal-Versorgung, und auch emotional braucht die menschliche Existenz einen Antrieb jenseits der Apathie. Was das Gefühl betrifft, entsteht hier das sinnhafte Existieren. Ein echter Luxus, den Körper über die Runden zu bringen, funktioniert auch ohne Glücksgefühl.

Es gibt Menschen, die in eine suizidale Existenzlage gerieten. Keine Lust (Körper) mehr, keine Freude (Psyche) und kein Sinn (Gefühl). Das Bild einer wertlosen Existenz baut sich auf. Oft ohne Ausweg, aber es gibt Schlupflöcher. Eins ist die Wut (Emotion) auf das eigene Versagen, eins ist die Nicht-Akzeptierbarkeit (Ratio) des Verlierens. Wer Opfer wurde, kann sich auch mit der Rache (Emotion) am Täter aus dem Abgrund retten.

Gebänderte Prachtlibelle beim Ablaichen

Einige suizidgefährdete Menschen suchen, auch aus Angst vor dem Tod, Hilfe in der Psychiatrie. Was dort geschieht und nur geschehen kann ist das konzeptionelle und medikamentöse Überwinden der Lebendigkeitskrise. Die Suche nach den Ursachen (mindestens zwei!, logisch?) kann nicht erfolgen, weil das Personal weder kompetent ist, noch Zeit hat, noch der Patient in einer Verfassung sein kann, in der er an den Ursachen für seine existenzdesolate Verfasstheit arbeiten könnte.

Wenn ein suizidal gefährdeter Patient die Psychiatrie verläst, ist für ihn NICHTS geregelt. Er ist darauf angewiesen, sich ein künstliches Konzept zur Stabilisierung seiner Existenz zu basteln. Dass seine Existenz von der Richtigkeit seiner Existenz-Konstruktion abhängt, weiß er nicht, spürt es aber als bedrohlich, wenn daran gerüttelt wird. Das ist ungefähr so, als lebte jemand von seiner Vorstellung, er sei weltbester Schwimmer, und dann kommt ein Beobachter und sagt: Hier ist eine Wüste, und du bist gelähmt.

Westliche Keiljungfer

Schauen wir kurz auf das Lemming-Syndrom, das eine kollektive Selbsttötungs-Aktion beschreibt. Tut es das? Was Lemminge

mit ihrem Weg in den Tod machen, geschieht aus rationalem Motiv: Wir sind zu viele, wir opfern uns für die Erhaltung unserer Art; wir sind ja nicht blöd. Dieses rationale Motiv kennt der Mensch nicht. Woraus sich eigentlich nur eine Schlussfolgerung anbietet: Die Dämlichkeit des Menschen ist für die Entfaltung der sehr speziellen Lebensform Mensch unentbehrlich. Ebenso unentbehrlich, wie sich die Freude am Leben zu erhalten, kreativ, sportlich und auch willentlich mit der Absicht, dem Sinn des Lebens zu folgen.

Ich werde das Thema nicht diskutierend begleiten.

Euer Wolfgang

Kategorien:Gesellschaft
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