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Keyword: ‘Matriarchat’

Ein Plädoyer für die Verwendung des Begriffs „Matriarchat“

Januar 30, 2011 9 Kommentare

Der Begriff Matriarchat ist genauso wie der Begriff der Anarchie in unserer Gesellschaft völlig fehlverankert, wie noch gerade in den ZDF-20-Uhr-Nachrichten vom Sprecher selbst für den aktuell chaotischen, nicht ohne Gewalt ablaufenden Protest in Ägypten, fälschlich anstelle von Anomie verwendet. Warum dies so ist, kann ich noch nicht nachvollziehen. Da dem aber so ist, versuchen viele Forscher, dem Kind einen anderen Namen zu geben, um nicht selbst in einem negativen Rampenlicht zu stehen, da die Begriffe derzeit falsch beleuchtet werden.

Die 1986 gegründete, internationale Akademie HAGIA setzt sich für die Weiterverwendung des Begriffs Matriarchat ein, auch wenn er derzeit noch mit der Herrschaft der Frau verwechselt wird, da ähnlich dem Patriarchat ableitbar. Es wäre besser, den schon einmal verankerten Begriff weiterzuverwenden und ihn „nur“ umzudefinieren, nämlich stehend für eine mütterlich=sorgsam, im Gleichgewicht miteinander umgehende Gesellschaft. Weitere Details sind dem Artikel der Akademie zu entnehmen, deren Lektüre ich empfehle: Warum der Begriff Matriarchat?

Nachtrag vom 25.10.2011:

Jede Meinung hält sich so lange, wie neue Informationen das Bild ins Wanken bringen. Mit diesem Artikel wurde ich nun überzeugt, dass es besser ist, nicht für das kooperative Zusammenleben ohne Hierarchien den Begriff des Matriarchats zu verwenden. So schreibtGerhard Bott in seinem Artikel
Zum Wortstamm „arché“ im Begriff „Matriarchat“

Das Argument der deutschen „Matriarchatsforschung“ , dass „archy“ zwar immer Herrschaft bedeutet , nur bei matriarchyangeblich nicht, entbehrt jeder Logik.  Ein so unlogischer deutscher Sonderweg hat deshalb , auch seiner Provinzialität  wegen, keine Chancen , wissenschaftlich ernst genommen zu werden. Nichts hat dies ja deutlicher gemacht als die „Anti-Gimbutas-Kampagne“. (vgl. dazu meinen Essay in diesem Blog  ).  Dies ist auch der Grund, warum sich so bedeutende Wissenschaftlerinnnen wie Marija Gimbutas und Gerda Lerner ausdrücklich von dem  Begriff   „Matriarchat“  distanziert haben.

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Über „männliches“ und „weibliches“ Denken — und was Tieftemperatur-Physiker dazu zu sagen haben

Schloss Mespelbrunn mit Spiegelbild. In meinem Geburtsjahr wurden hier Aufnahmen zum schwarzweiß Film „Wirtshaus im Spessart“, einer so genannten Räuberpistole mit Musik und Gesang und mit Lilo Pulver gedreht. – Foto: Martin Bartonitz

Das „männliche“ Prinzip ist das des zergliedernd analytischen bzw. logischen Denkens. Das „weibliche“ Prinzip das des erzeugend-schöpferischen, intuitiven und zusammenführenden Denkens. Wie alles, haben auch diese beiden Prinzipien und die Seltsamkeit, ihnen ein biologisches Geschlecht zuzuweisen, eine Geschichte. Hier ist sie:

Menschheitsfrüh gab es zunächst totemische gesellschaftliche Organisation, die der besitzlosen Sammler und Jäger. Verwandtschaftsbeziehungen waren nicht über Blutlinien konstituiert. Stattdessen wies ein zufällig männlicher oder weiblicher Schamane dem Neugeborenen irgendeines der mehreren Toteme eines Stammesverbands zu. „Verwandtschaft“ war etwas allein Spirituelles. Das damals herrschende Prinzip war das der spirituell-geistigen Offenbarung (durch Schamanen). Denken in unserem heutigen Sinne bzw. nach einem „männlichen“ oder „weiblichen“ Prinzip gab es noch nicht.

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Zivilcourage zwischen Ehrenmedaille und Knast

Dr. Kerstin Schön, Erfurter Bürgerrechtlerin
und Psychiaterin

Ich möchte auf einen weiteren Fall hinweisen, der gut aufzeigt, wie gut ‚geschützt‘ Kindesvergewaltiger in unserer Gesellschaft sind. Getroffen hat es die Psychiaterin Dr. Kerstin Schön, einer geehrten Erfurter Bürgerrechtlerin. Nach einer intensiven innerfamiliären Gesprächsrunde zum Zweck eines Täter-Opferausgleichs kam es am Ende zu Anzeigen seitens der Täter gegen sie.

Aber zuerst etwas zur Genese. Frau Schön promovierte in der DDR und war dort als Aktivistin während der Wendezeit für die Belange der Frauen aktiv, u.a. besetzte sie mit anderen die Erfurter Stasi-Büros, um die Vernichtung von Akten zu verhindern. Nach der Wende erfuhr sie in ihren Gesprächen mit Patientinnen immer wieder von Vergewaltigungen, die im Kindesalter stattfanden. Als sie bei verantwortlichen Stellen in der Stadt und im Land Thüringen versuchte, Gehör für diese Clienten zu finden, schlug ihr eisige Kälte entgegen bis hin zu Morddrohungen (siehe). Ihr wurde klar, dass sie in einer Gesellschaft voller Traumatisierter lebt, wo die Opfer selbst wieder zu Täter werden, meist in wichtigen Schaltstellen der Gesellschaft. Das war für sie schwer zu ertragen, daher entschieden sie und ihre Lebensgefährtin nach Schweden zu ziehen und dort Forschungen darüber zu betreiben, wie diese Traumatisierungen zu lösen seien. So forschte sie u.a. auch zum Thema Matriarchat, das ich auf dem Blog schon mehrfach antönen ließ (siehe).

Danach hielt sie sich in Nordamerika bei indigenen Frauen auf, um sich auch hier entsprechend weiterzubilden. Sie war allerdings erschrocken feststellen zu müssen, dass es auch bei diesen doch sehr Natur-nah lebenden Menschen zu den sexuellen Übergriffen auf Kinder wie bei uns kommt (siehe).

Inzwischen lebt Kerstin mit ihrer Lebensgefährtin wieder in Deutschland, praktiziert jedoch nicht mehr als Psychiaterin, auch wenn sie nach wie vor approbiert ist, sondern

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432 Hertz – Die Bedeutung der Zahlen „Drei, Sechs und Neun“ als Schlüssel zum Universum

Oktober 27, 2018 41 Kommentare

Gefühle sind weder positiv noch negativ; sie sind Elementarkräfte mit ihren eigenen Schwingungen und Funktionen in unserer Lebensenergie. Für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sind sie notwendig. Angst beschützt uns, Zorn verteidigt uns, Traurigkeit befreit uns, Freude baut uns auf und Mitgefühl verbindet uns.
Gabrielle Roth, Totem, Gelebter Schamanismus

Ich hatte das Thema der Umstellung des Kammertons A von 432 auf 440 Hz schon einmal hier aufgegriffen. Nun gibt es ein erhellendes Video, das die mathematischen Zusammenhänge beleuchtet und mal wieder klar macht, wie uns die Hintertanen unserer Welt diese immer mehr auf den Kopf stellen. Während Musik, die auf Basis eines Kammertons 432 gespielt wird, heilend wirkt, wird mit der 440er Aggressivität stimuliert. Was die Frequenz 432 mit dem Schlüssel zum Universum zu tun hat, erfahren wir nun, unterlegt mit einer Fülle von interessanten Bildern … also ab ins Regal damit:

Wer Probleme mit dem Englisch hat, dem diene die folgenden Übersetzung, den ich von Georg Eitelgeorge, einem Schüler von Joseph Beuys, der einer kleinen ‚unbeherrschten‘ Enklave auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten lebt, erhielt: Weiterlesen …

Kategorien:Erkenntnis, Gesellschaft

Degradieren sich Viele selbst, wenn sie sich hinstellen und rufen: „Wir sind das Volk“?

September 4, 2018 33 Kommentare

Blick von Glessen auf Brauweiler vor Regenguss – Foto: Martin Bartonitz 2018

Ich möchte gerne einen Artikel hier nochmals bringen, der auf dem Blog What you read is what I’ve felt veröffentlicht wurde und eine interessante Perspektive auf den Begriff ‚Volk‘ wirft. Aber zuvor schauen wir auch noch, woher denn dieses Wort kommt und welche Bedeutung diesem früher zukam:

Der Ausdruck Volk (über mittelhochdeutsch volc aus althochdeutsch folc, dies aus urgermanisch fulka „die Kriegsschar“) ist erstmals im 8. Jahrhundert belegt und bedeutet „viele“. Zu Grunde liegt dieselbe indogermanische Wortwurzel, von der auch die Wörter „voll“ und „viele“ abgeleitet werden können; auf die ursprüngliche Bedeutung „Kriegsschar“, „Kriegerhaufen“ weist auch die slawische Wortwurzel pulk- hin, die allgemein als frühe Entlehnung aus dem Germanischen gilt, und später ins Deutsche mit spezieller Bedeutung als Pulk zurückentlehnt worden ist.

Der Begriff tönt bei mir ambivalent an. Einerseits ist eine Kriegsschar streitbar, eben nicht wehrlos. Auf der anderen Seiten ist das der Haufen, der zu gehorchen hatte. Und wenn wir schauen, dass ab dem 9. Jahrhundert die Leibeigenschaft = Sklaverei in Europa Einzug hielt und für 1.000 Jahre dafür sorgte, dass die Landesherrn ein Volk voller ‚folg-ender‘ Untertanen besaßen, dann hat das ein wenig gutes Geschmäckle. Und nun schauen wir uns mal an, wie der Kollege auf diesem Begriff herumkaut:

„Volk“ und „Bürger“ – Eine Unterscheidung (Quelle)

Ein „Volk“ ist ein Haufen von Menschen, die auf einem Platz herumstehen oder herumsitzen, während vorne ein Einzelner irgendwelche Sachen brüllt.

„Bürger“ sind die gleichen Menschen, wenn sie sich in ständig neu durchmischenden Kleingruppen wechselseitig austauschen, beraten, einander zuhören und dann gemeinsam Entscheidungen treffen, die besser sind als die, die irgendein Einzelner jemals hätte treffen können.

Ein Volk besteht niemals aus Bürgern.

Bürger bilden niemals ein Volk.

Man könnte den „Bürger“ geradezu auf folgende Weise definieren:

Ein „Bürger“ ist das Individuum, das einer Gemeinschaft angehört, die allen anderen Gemeinschaften übergeordnet ist, das aber zugleich als Teil dieser übergeordneten Gemeinschaft nicht in einer Masse untergeht, sondern das vielmehr mit seiner ganz speziellen Stimme gut hörbar bleibt und dessen aktiver Beitrag für das Zustandekommen und den Erhalt dieser Gemeinschaft als unerlässlich und unersetzbar gehalten wird.

„Volk“ und „Bürger“ sind keine Weiterlesen …

Wenn wir unsere Welt nur gemeinschaftlich denken: gibt es Raubtiere erst, als der Mensch begann, Fleisch zu essen?

Blick in einen Teil der besuchenswerten Museumsinsel Hombroich – Bild: Martin Bartonitz 2018

Ich habe mal wieder ein äußerst Gedanken-erfrischendes Video gefunden, das mit einer für unsere Welt äußerst steilen These daher kommt, aber in meinen Augen durchaus schlüssig argumentiert. Es geht um nicht Anderes, als dass der Mensch scheinbar erst nach der Sintflut damit begann Fleisch zu essen, sprich dafür Tiere zu töten.

Ich bin auf das Video über ein anderes vom gleichen Macher gestoßen. In ‚Die gefälschte Bibel‚ ist neben den Aspekten der Fälschungen besonders immer wieder darauf hingewiesen worden, dass die Ur-Christen Fleisch verabscheuten, weil sie den inzwischen verloren gegangenen Berichten von Jesus folgten. Denn in diesen Schriften war überliefert, dass Jesus davon überzeugt war, dass Gott den Fleischkonsum nicht gut hieß. Erst die Katholiken, also die herrschenden, Fleisch genießenden Römer haben dafür gesorgt, dass die Veganer verfolgt und quasi ausradiert/umgedreht wurden.

In dem Video, das ich hier empfehle, geht der Autor dem Thema Jagd und Fleischverzehr weiter auf den Grund. Es waren anscheinend die Priester, die über das Tieropfer ‚legitim‘ an das Fleisch herankamen und so den Rest allmählich auch dazu brachten. Das ist die eine Seite der Überlegung. Die Frage, die der Autor sich stellt, ist, ob in der früheren Zeit, in der das Konzept der Herrschaft über andere, sei es Mensch oder Tier, nicht gegeben hatte Weiterlesen …

Die globale Stammesgesellschaft

Oktober 26, 2015 66 Kommentare

Sippenhaus der Minangkabau auf Sumatra / Indonesien

Sippenhaus der Minangkabau auf Sumatra / Indonesien

Den folgenden Text hat Zeitzeuge_ww3 am Artikel Gaddafis Libyen war Afrikas reichste Demokratie hinterlassen und ich möchte ihn an dieser Stelle nochmals als eigenständigen Artikel zur Diskussion stellen, geht er doch auf ein Abstimmungsverfahren ein, dass die Machtpyramide „auf den Kopf stellt“. Das zahlenmäßig mit 5 Millionen Menschen größte noch nach den folgenden Prinzipien lebende Volk sind die Minangkabau auf Sumatra (siehe hier und hier):

Die globale Stammesgesellschaft

Ideen sind gefragt, wie wir unser Zusammenleben nach dem Zusammenbruch gestalten wollen, ohne in die Fallsticke zu geraten, die uns den fatalen Zustand unserer Gegenwart gebracht haben.
bedeutet: ich halte mich nur an Regeln, die ich akzeptiere. Kann ich am Zustandekommen einer Regel nichts beitragen, so sinkt die Chance, dass ich dieser Regel folge. Ergo muss ein jeder Mensch bei der Entscheidungsfindung beteiligt werden. Aber wie soll das gehen, bei Millionen von Menschen, funktioniert doch diese Form der vollendeten Demokratie nur im kleinen Masstab. Hier die Idee:

Einer von hundert.

Die Drunbar-Zahl ist eine physiologische Grenze unseres Verstandes, wonach uns es nur möglich ist, mit 100-150 Person direkte soziale Kontakte aufzubauen, darüber hinaus versagt unsere biologische Bauweise. Dementsprechend muss das soziale Miteinander an dieser Erkenntnis ausgerichtet sein.

Die Menschen organisieren sich basisdemokratisch in kleinen Gruppen zu 100 Personen und entscheiden über ein Problem. Ist die Entscheidung getroffen, so wird Weiterlesen …

Das Ende des Partiarchats

Nach Frau Prof. Dr. Claudia von Werlhof kann man das Patriarchat als die Idee einer Gesellschaft bezeichnen, die am Ende unabhängig ist von der Natur und der Mutter. Der Krieg sei die Geburtsstunde des Patriarchats, die egalitäre Gemeinschaften verdrängt haben. Das Patriarchat hat das Konzept des Eigentums erfunden. Hat man vorher etwas zum Nießbrauch besetzt, so wurde nun erobert, um sich etwas zu Eigen zu machen. Fortschritt der patriarchalen Gesellschaft war primär ausgerichtet auf die Optimierung von Raub und Profitmaxierung.

Auch die Vorstellung der Schöpfung hat sich zu diesem Zeitpunkt gewandelt. War es vorher ein Auffassung des Schöpfens aus sich selbst heraus, gab es nun den Vater, der die Welt mechanistisch herstellte. In dem Spruch „Der Krieg ist der Vater aller Dingen“ ist gut der männliche Aspekt herauszuhören, der bis hin unsere Art und Weise der Produktion zu erkennen ist. Wir zerstören das natürliche und transformieren in Künstliches. Es findet demnach eine dauernde Zerstörung statt, wie vieles Andere auch derzeit exponentiell, so dass auch der Letzte heute erkennen kann, dass unser Planet so bald am Ende ist.

Matriarchat heißt nicht Herrschaft der Frauen über die Männer sondern es geht hier um ein Leben auf Augenhöhe. Die früheren Bauern zum Beispiel brauchten keinen Staat. Sie haben sich mit den Nachbarn geeinigt, wie sie mit den Allmenden umgingen. Das ging dann nach den Bauernkriegen im 15. Jahrhundert bei uns zu Ende. Die Herrschaft zog dann endgültig auch in unseren Landen ein und eignete sich die Allmenden an.

Die Frage ist, wie wir anfangen könnten, Herrschaft wieder aufzulösen. Darauf geht Frau von Werlhof am Ende ein. Wer Herrschaft und Kontrolle abgäbe, wird feststellen, dass sich Harmonie und Frieden um einen herum einfinden wird.

Aber hört selbst ein Mal rein:

Ernährung durch Licht und Lebensenergie bei Ureinwohnern

Ubuntu: ich bin, weil wir sind

Ubuntu: ich bin, weil wir sind

Das Bedürfnis nach gefühlsmäßiger Versicherung ist bei den Yequana ein anerkannter Teil der menschlichen Natur, einer, an dessen Berücksichtigung die Gesellschaft ein Interesse hat. Es ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme dagegen, dass irgendeines ihrer Mitglieder, durch den Druck von Umständen auf sein natürliches Sozialverhalten, sich in Konflikt zur Gesellschaft entwickelt.
Jean Liedloff über die südamerikanischen Yequana

Ich möchte wieder einmal einen Artikel von Hanelore Vonier hier erneut veröffentlichen, verdeutlicht er doch unser Thema des Gelingens von Gemeinschaft, aber lest selbst:

Ernährung durch Licht und Lebensenergie bei Ureinwohnern – von Hannelore Vonier

Die meiste Arbeit in einem Clan oder Stamm bei Ureinwohnern wird gemeinschaftlich erledigt. Das Ziel ist weniger seinen Job gut zu verrichten, sondern genug gemeinschaftliche Energie freizusetzen, so dass sich alle durch das, was sie tun, genährt fühlen.

Jedes Mitglied möchte die Empfindung von Fülle haben, sich erfüllt fühlen.

Wohlstand bedeutet für indigene Menschen Fülle; es ist eine Empfindung, die von Sorgen befreit und entsteht, wenn man in Verbindung mit der Natur ist, in Verbindung mit dem Ursprung. Die Arbeit oder die Liebe zur Arbeit ist genau genommen die Liebe zu dieser Art Wohlstand, den man nur durch die Gemeinschaft mit anderen Menschen empfängt.

Arbeit bezieht sich in den Sozialverbänden der Ureinwohner immer auf Subsistenzwirtschaft, also Selbstversorgung. Es wird niemals mehr produziert, als verbraucht und gebraucht wird. Häufig sind in den Gesellschaften der Ureinwohner die Frauen für das leibliche Wohlergehen der Gemeinschaft zuständig. Sie sammeln Pflanzen, Nüsse, Wurzeln, fangen Kleintiere oder bearbeiten den Boden in Ackerbaugesellschaften. Sie sammeln Kräuter und stellen Medizin her. Sie bereiten das Essen zu und verteilen es. Auch die dazugehörigen Keramikgefäße, Töpfe, Bretter zum Mahlen und andere Kochutensilien und Werkzeuge entwickeln und schaffen sie sich selber. Männer tragen durch Fischen und Jagen zur Ernährungsvielfalt bei, bzw. kümmern sich um die Landwirtschaft. Sie haben ansonsten Aufgaben, die außerhalb der Ernährung durch Essenliegen.

Ernährung geht über das Körperliche hinaus

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Davon, wie Kinder selbstbestimmt werden bzw. bleiben …

Januar 18, 2015 2 Kommentare

 Was ist die Rolle der Väter in einem Matriarchat?
Haben sie eine Beziehung zu „ihren“ Kindern?

Ich möchte gerne einen Dialog hier einstellen, den ich auf Matriarchat.Info fand, und der uns einiges erklärt, wie Kinder aufwachsen könne, um selbstbestimmt zu werden. Die Frage stellte Mika ein alleinerziehender Vater einer Tochter und die Antworten gab Hannelore Vonier (ihr Bog: rette sich wer kann), die wir hier auf dem Blog schon mehrfach lesen konnten. Vorab möchte ich nochmals darauf aufmerksam machen, dass Matriarchat nicht meint, dass das Oberhaupt des Clans eine Frau ist, denn auch das wäre ein Patriarchat. Ein Matriarchat ist eher mit den Ideen einer Anarchie zu erklären, in der ohne Herrschaft mit einander gelebt wird. Matriarchat bezieht sich auf die Matrilinearität von Clans, in der die Frauen beim Clan bleiben und die Männer zu den Clans ihrer Frauen wechseln. In diesen Strukturen spielen alle Mitglieder des Clans ein wichtige  Rolle in der Hege der Kinder. Aber lest selbst (Quelle: Matriarchat.info):

Mika

Hannelore Vonier

Das Wort „Vater“ in seiner heutigen Bedeutung ist neu und erst mit dem Beginn des Patriarchats entstanden (indoeurop. peter, lat. und gr. pater). Es bezieht sich auf die gesellschaftliche Stellung des Vaters als Hausherr und Herr über die Großfamilie.Das alte Wort lautet atta, ist ein Lallwort der Kindersprache und bedeutet „Vater, Mutter“, hat sich aber mit der Entwicklung des Patriarchats allein auf „Vater“ verlagert, weil auch gleichzeitig die Väter allmählich die alleinige Fürsorge für „Kind und Kegel“ übernahmen. In vielen Sprachen gibt es Beispiele für dieses familiäre Wort: gotisch. atta, neuengl. daddy, frz. und neuhochdeutsch Papa usw.

In matriarchale Sprachen von Ureinwohnern hat diese Bedeutungs-Verschiebung nicht stattgefunden. Es kümmern sich alle Personen einer Gemeinschaft auf die gleiche Weise um die Kinder. Alle verhalten sich „mütterlich„. Größere Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer, alte Frauen und alte Männer haben alle eine Hege- und Pflege-Beziehung zu den Jüngeren. Sie spielen, kuscheln, sprechen mit ihnen und lehren sie.

Die Bezeichnungen für Männer sind Bruder und Onkel, wobei das auch die Cousins, Großonkel usw. einschließt. Will man eine Person exakter bezeichnen, so sagt man z.B. Mutter-Bruder.

Da in Matriarchaten Kinder im Fokus der Gemeinschaft stehen (nicht die Frauen!), sind alle, neben der Güter- und Lebensmittelbeschaffung (Subsistenz), damit beschäftigt, die Bedürfnisse der Individuen und eben auch auch der Kinder zu erfüllen. Kinder werden als selbstbestimmte Persönlichkeiten eher beobachtet als bevormundet, d.h. dass die Initiative hauptsächlich beim Kind liegt. Es geht auf die männliche oder weibliche Person seiner Wahl zu, wenn es Hunger oder eine Frage hat, Hilfe benötigt oder sich einfach auf den Schoß setzen will.

Kindern wird niemals gesagt, oder gar befohlen, was sie tun sollen. Es gibt auch kein System von Lob und Tadel, weil das die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit verhindern und zu Fremdbestimmung führen würde.

Die Antwort auf die Frage ist also: In Matriarchaten haben „Väter“, besser Männer, zu den Kindern eine Hege-Beziehung, während das im Patriarchat nicht der Fall ist; dort haben Väter die Verfügungsgewalt über Kinder in Form einer Hierarchie-Beziehung, die Kinder als Eigentum behandelt, Gehorsam von ihnen fordert und eine Entfaltung der Persönlichkeit nicht zulässt.
Danke für die rasche Beantwortung. Allerdings missverstehe ich die Antwort entweder oder ich halte eine solche Art Umgang mit Kindern für unmöglich, ja höchst gefährlich.Nur die Kinder dürfen also auf die Erwachsenen (oder gilt das nur für die Männer) zugehen?

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Kategorien:Gesellschaft

Sind Saaten ursprünglich Produkte der Gewalt?

Dezember 20, 2014 8 Kommentare

In meinem letzten Artikel habe ich das Thema Nationalstolz in die Diskussionsrunde geworfen. Heute bekam ich dazu noch den folgenden Text von Joachim Weiß, der sich damit befasst, wie sich das Staatswesen entwickelt hat. Hier kommen weitere interessante Gedanken zur Entstehung von Staatswesen hinzu, u.a. wie Menschen früher über ihre Führer gedacht haben, inkl. der Herleitung von „Heil“:

SIND STAATEN URSPRÜNGLICH PRODUKTE DER GEWALT?

Wie ist der Übergang vom herrschaftsfreien Urzustand zum Zustand Herrscher/Beherrschte zu erklären? Warum haben die herrschaftsfreien Menschen sich auf diesen Übergang überhaupt eingelassen? Das ist bis heute noch nicht vollständig geklärt und es gibt verschieden Theorien.

Die meisten „Staaten“ in der Geschichte waren Gottkönigtümer („Monarchien“). Die Bevölkerung nahm dort den Herrscher gerade NICHT als Unterdrücker wahr, sondern als vom Himmel eingesetzten und des öfteren auch einen Himmelsgott vertretenden, der sie nicht etwa unterdrückte, sondern ihnen Heil brachte und für Ordnung in der Gesellschaft und analog im Universum sorgte, den sie also dringend zu brauchen meinten.
Diesen Staaten sind Konsenstheorien der Staatsentstehung meineswissens auch fremd. Das Königtum kam für diese Leute ganz klar nicht von den Menschen, sondern vom Himmel.

Der Nutzen bestand höchstwahrscheinlich darin, eine gemeinsame Weiterlesen …

Die lange Liste tausende Jahre regierender sumerischer Könige – auch vor der Sintflut

Oktober 17, 2014 33 Kommentare

weld_blundell

Weld Blundell Prisma

Ich las vorgestern als Nachtlektüre in meinem neu erstandenen Buch Kartenhaus des Glaubens von Barry Jünemann von der langen Liste der sumerischen Könige (auch akkadische …, auch als babylonisches Reich bekannt). Sie wurde aufgeschrieben auf einem 20 cm hohen und 9 cm breiten Tonwürfel.

Geschaffen wurde das Weld-Blundell Prisma etwa um 1800 v. Chr. in der babylonischen Stadt Larsa am Euphrat. Heute befindet sich das Weld-Blundell Prisma im Ashmolean Museum in Oxford, Großbritannien. (Quelle)

Das erstaunliche an den Daten der Könige ist die immer größer werdende Regierungszeit der Könige je weiter in die Vergangenheit zurück geschaut wird. Das kennen wir aber auch von den Protagonisten des alten Testaments. Je näher es zu Adam und Eva kommt, desto länger haben unsere „Vorfahren“ gelebt, bis um die 1.000 Jahre. Nur dass es die ersten sumerischen Könige um die 30.000 Jahre schafften. Das erinnert dann auch an die mythologische Smaragd-Tafel von Thoth, dem Atlanter, dessen Regierungszeit ähnlich lange andauerte.

Der Autor Barry führt die lange Regierungszeit darauf zurück, dass die ersten Mischlinge der Kinder der außeriridischen Anus (-> Anunnaki: Enki, Enlil, …) mit den von ihnen nach ihrem Abbild (wie war das noch in der Bibel? …) geschaffenen Menschen noch ähnliches Lebenspotential wie die „Götter“ die vom Himmel herab kamen, hatten. Und je mehr die Herren sich mit den Menschendamen mischten, desto weniger lange lebensfähig waren ihre Nachkommen.

Hier nun die Königsliste, die ich auch im Internet fand: Weiterlesen …

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Was sagen uns Mythen über Lilith, Adam, Eva, Maria, Horus …

August 26, 2014 64 Kommentare

In den vergangenen Wochen tauchten hier in Nebensätzen immer mal wieder alte Mythen auf, bei denen ich das Gefühl habe, dass wir ihren Sinngehalt zu einseitig sehen. Mir persönlich sind uralte Menschheitsmythen Energien die mit den Informationen die sie transportieren bis zu uns gelangten, so dass wir sie vielleicht teilweise entschlüsseln und ihre archaischen Aussagen in uns integrieren und leben können.

Auge des Horus mit Heqat-Einteilungen(Wikpedia)

Dazu fällt mir das „Auge des Horus“ ein. Interpretiert wird es ziemlich oft als das „Allsehende Auge“ an der Spitze der Pyramide, als Zeichen der Freimaurer und anderer geheimer Gruppen, die die Menschheit auslöschen, mindestens aber ausbeuten wollen. Übersehen wird dabei, dass sich die Formen des Horusauges und unserer Zirbeldrüse, dem Organ unserer Intuition, ähnlich sind. Stellt sich doch die Frage warum wir das nicht erkennen können und wollen.

Ein berühmter ägyptischer Mythos berichtet von einem Streit zwischen Horus und seinem Widersacher Seth, dem Gott der Finsternis. In einem Kampf schlug Seth dem Horus ein Auge aus und zerschmetterte es, so dass es in sechs Teile zerfiel. Thoth, der Gott der Magie und der Heilkunst, sammelte die Teile des Auges auf und fügte sie zusammen. Das geheilte Auge übergab er dann wieder dem Horus. Statt es aber selbst zu benutzen, opferte Horus sein Auge. Er setzte es seinem Vater Osiris, dem ägyptischen Totengott, als drittes Auge ein. Damit erweckte er in Osiris ein neues Bewusstsein und brachte Licht in die Dunkelheit der Unterwelt. Aus diesem Mythos entwickelte sich die Hieroglyphe des Horusauges, das ein Symbol für alle Opfergaben und Sinnbild für Licht, Ganzheit und Heilung wurde.

Sumerische Göttin – Lilith? (Foto: Wikpedia)

Meine Einlassungen heute beziehen sich auf Lilith. Im vergangenen Frühjahr habe ich mich länger und tiefgründiger mit den Informationen, die über sie zu finden sind, beschäftigt. Lilith wird immer noch verschwiegen oder dämonisiert als kinderfressendes Ungeheuer. Dem ist nicht so. Mir repräsentiert sie die weibliche Energie in all ihren Facetten. Ob Frau oder Mann, wir tragen diese Energien, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen, in uns. Daher mag es sich lohnen die Perspektive zu ändern, den Blick auf sie breiter zu fassen, für Frauen, für Männer. – Mir ist sie nah, mir ist sie fern. Ich mag was sie repräsentiert, die Bandbreite weiblicher Existenz.

Lilith die erste Frau Adams, erschaffen aus dem gleichen Material, ihm ebenbürtig und gleichwertig steht für die starke , selbstbewusste, eigenständige Frau.
Spuren finden sich noch im Sohar, einem der drei heiligen Bücher der Hebräer.-
Ein Terrakottarelief aus 2.000 vor Christus zeigt Lilith als sumerische Göttin die auf einem Löwenthron steht, Zeichen der Macht. Eulen rahmen den Löwenthron ein, Zeichen der Weisheit. Sie trägt als Göttin Flügel, was bedeutet sie ist fähig die Grenzen von Zeit und Raum zu berschreiten, eine schöne nackte Frau, so wie sie sein soll, Nacktheit steht für Reinheit, nichts verbergend, nicht furchteinflößend. Die Füße Vogelkrallen, was ein Hinweis ist, dass ihre Heimat eher der Himmel als die Erde ist. Die ganze Gestalt wehrhaft und fluchtbereit.
Im Sohar steht weiter, dass sie den Namen Gottes anrief, als Adam von ihr verlangte “unten zu liegen”, wozu sie nicht bereit war. Wie hätte sie Gott beim Namen rufen können, hätte sie nicht in starker Verbindung zu ihm gestanden. Im anderen Fall wäre ihr der Name nicht bekannt gewesen. Ein Zeichen starker spiritueller (geistiger) Verbindung, ihrer Ebenbürtigkeit.

Und weiter steht dort, dass Weiterlesen …

Paidoarchat – Das Zeitalter des Kindes

Februar 7, 2014 3 Kommentare

Bernard Gregor Dietrich

Bernard Gregor Dietrich

Paidoarchat ist der Name des neuen Zeitalters. Das Matriarchat, in dem der Mensch noch wie ein Kind unter der Mutter Natur lebte und ihr gehorchte, ging zu Ende, als die Griechen die eigene Individualität unter Sokrates, Platon, Sophokles, Aristoteles und Alexander der Große entwickelten. Damals begann das Patriarchat, das bis heute vorherrscht. Der Mensch sah sich mehr als Herr der Natur. Doch diese Zeit geht jetzt zu Ende.

Kapitel  1. Einleitung

Das Patriarchat, das Zeitalter, in dem der Mensch versucht, über der Natur zu stehen, ja sie auszubeuten, herrscht bis heute vor. Heute spüren wir aber, dass dieses Zeitalter nicht mehr weiter gehen kann. Die Umweltkatastrophen, Krankheiten und Krisenherde überall auf der Erde, all dies deutet auf das Ende des Patriarchats hin. Das neue Zeitalter des Kindes, das Paidoarchat, wie ich es nenne, das Zeitalter des Kindes, beginnt – so nennen es die Dichter und Denker – jetzt. Der Name Paidoarchat (gr. das Zeitalter – Arché, des Kindes – paidos) klingt zunächstbefremdlich. Aber das Paidoarchat ist die konsequente Fortführung der beiden ersten Zeitalter.

Zuerst gab es das Matriarchat, das Zeitalter, in dem die Menschen noch unter der Weiterlesen …

„Hallo Zentrale – Ich habe kein Problem!“

Januar 25, 2014 10 Kommentare

kein ProblemDie Menschheit nebst Nacktmull und Konsorten fliegt mit ziemlich großer Geschwindigkeit auf einem ziemlich kleinen Planeten durch ein ziemlich großes Universum:

Hallo Zentrale, hier Planet Erde, ich habe kein Problem.

Menschen produzieren ziemlich große Müllberge in ziemlich kleinen Portionen in ziemlich unterschiedlicher Qualität: Hallo Zentrale, hier Meier von nebenan, ich melde keine Probleme beim Müllsortieren.
Menschen machen sich ziemlich viele Gedanken in ziemlich kleinen Köpfen wegen ziemlich großer Probleme:

Hallo Zentrale, noch mal Meier, mein Denken funktioniert auch problemlos.

Wenn ich mal sagte, wir Menschen haben mit uns selber, mit der Gesellschaft als Gemeinschaft und mit der Natur ein psychologisches Problem, möchte ich das mal etwas genauer beschreiben dürfen.

Wenn sich die Zeitalter verdunkelten, Weiterlesen …

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