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„Von der Göttlichkeit sind wir weniger weit entfernt, als vom eigenen Herzschlag“

Walter Russell
Foto: Wikipedia

Es ist mir ein Anliegen, dem verbreiteten Missverständnis entgegenzutreten, nach dem man zum Genie geboren wird. Mit „Genie“ meine ich eine Bewusstseinsqualität, wie sie so herausragende Genies wie Rubens, Leonardo, Tizian und Raphael besaßen; Philosophen wie Sokrates, Platon, Mark Aurel, Laotse und Konfuzius; Mystiker wie Buddha, Moses, Mohammed, Baha’u’llah und der größte Mystiker aller Zeiten, Jesus von Nazareth. Dann haben wir noch unsere modernen Genies wie Beethoven, Mozart, Chopin, Rachmaninow, Paderewski, Edison, Marconi, und ihresgleichen, wie sie insgesamt in den Jahrtausenden der Weltgeschichte nur allzu selten sind. Nichts ist in der Menschheit seltener als ein Genie. Unter Hunderten von Millionen gibt es eines. Wir können die Geschichtsbücher durchforsten und sie zählen. Sie passen alle zusammen auf eine sehr kleine Seite; und von diesen wenigen Einzelnen rührt die Kultur der Menschenrasse und ihre Auferstehung aus dem Dschungel her. Sie bilden unseren Pfad zu unserem höchsten Gipfel.

Walter Russell


Einerseits ganz schön, diese Schwärmerei, aber auch ein bisschen schräg.
Wir alle haben unser Potenzial. Das bereits vorhandene plus das zu entfaltende.
Wer bewusst sein Leben lebt oder liebend und staunend die Zeit verbringt, wird nicht in den Schlagzeilen und erst recht nicht in den Geschichtsbüchern erscheinen.
Das Genie wird überbewertet.

Der Bewunderung ihres Vermögens und der Dankbarkeit ihnen selbst gegenüber schließe ich mich gerne an, aber nicht der Überhöhung. All diese Genies haben getan, was sie konnten – mehr nicht.

Buddha zum Beispiel ist der größte Versager aller Zeiten. Was hat er nicht alles auf die Beine gestellt, um den Durchbruch zu erreichen. Nichts hatte funktioniert. Erst als er sich geschlagen gab, sich ermüdet unter einen Baum setzte und alle Ziele fallen ließ…

Und dass Jesus „der größte Mystiker aller Zeiten“ gewesen sein soll, ist Quatsch. Allein schon deshalb, weil der Walter dann ebenfalls mindestens (!) der größte Mystiker aller Zeiten gewesen sein müsste, um den „Grad der Erleuchtung“ aller Mystiker beurteilen zu können. – Als gäbe es hier ein Ranking!

Auch „die Größten aller Zeiten“ kochen mit Wasser und setzen ihre Hucken. Wohl kaum jemand von ihnen hat sich selbst für größer gehalten als seinen Nächsten. Denn die eigenen Fähigkeiten werden nicht als „besonders“ erlebt, sondern als „normal“, als unspektakulär.

Wir alle können malen, modellieren, singen, tanzen, musizieren und forschen. Wir können (wenn wir uns die Erlaubnis geben) frei denken und vorurteilsfrei beobachten und von der Göttlichkeit sind wir weniger weit entfernt, als vom eigenen Herzschlag.

Schönen Sonntag! 🌼
Euer Nirmalo

Kategorien:Erkenntnis Schlagwörter: ,
  1. Gerd Zimmermann
    August 8, 2020 um 10:43 am

    Ich musste von STAATS wegen mit der AK 47 schiessen.
    Gott sei Dank, nur auf dem Schiessplatz.

    Macht verdammt weh,
    So ein Ding,
    selbst noch nach 1000 Metern.

    Was soll dieser Irrsinn ?
    Du bist Tod und hörst den Schuss nicht einmal.
    7,62 mm, Anfangsgeschwindigkeit 796 m pro Sekunde.

    Oder so.

    Corona geht langsam.
    Wie Gottes Mühlen,
    sogar lautlos.

    Corona bringt uns nicht um,
    wie soll man immaterielles Bewusstsein umbringen ?

    Ein Ding der Unmöglichkeit.

  2. Gerd Zimmermann
    August 10, 2020 um 9:07 am

    Harald, weiß er es, oder weiß er es nicht.

    Jedenfalls sagt er es.

    Ich bin ein Teil des Teils, der Anfangs EINS war.

    Besser hätte Goethe das Bewusstsein nicht beschreiben können.

    Gut, es gibt Mitläufer und Mitwisser.
    Goethe, ein ganz grosser Mitwisser.

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