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Offener Brief von Prof. Dr. Bhakdi an Dr. Angela Merke, die Corona-Maßnahmen und -Daten betreffend

Vor wenigen Tage hatte ich ein Interview, dass Prof. Sucharit Bhakdi zur Corona-Krise gab, und die offizielle Datenlage dabei stark kritisierte gesehen. Anschließend gab es seitens des Mainstreams starken Gegenwind. Das ließ in wohl nicht ruhig und so hat er nun unsere Kanzlerin direkt angeschrieben und 5 wichtige Fragen gestellt, die ich auch hier nicht vorenthalten möchte, da ihre Beantwortung so überaus wichtig ist:

Prof. em. Dr. med. Sucharit Bhakdi

Prof. em. Dr. med. Sucharit Bhakdi

Frau Bundeskanzlerin Dr. rer. nat. Angela Merkel
Bundeskanzleramt Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin Kiel,
den 26. März 2020

Offener Brief (als PDF)

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,

Als Emeritus der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und langjähriger Leiter des dortigen Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene fühle ich mich verpflichtet, die weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die wir derzeit auf uns nehmen, um die Ausbreitung des COVID-19 Virus zu reduzieren, kritisch zu hinterfragen.

Es ist ausdrücklich nicht mein Anliegen, die Gefahren der Viruserkrankung herunterzuspielen oder eine politische Botschaft zu kolportieren. Jedoch empfinde ich es als meine Pflicht, einen wissenschaftlichen Beitrag dazu zu leisten, die derzeitige Datenlage richtig einzuordnen, die Fakten, die wir bislang kennen, in Perspektive zu setzen – und darüberhinaus auch Fragen zu stellen, die in der hitzigen Diskussion unterzugehen drohen.

Der Grund meiner Besorgnis liegt vor allem in den wirklich unabsehbaren sozio-ökonomischen Folgen der drastischen Eindämmungsmaßnahmen, die derzeit in weiten Teilen Europas Anwendungen finden und auch in Deutschland bereits in großem Maße praktiziert werden.

Mein Wunsch ist es, kritisch – und mit der gebotenen Weitsicht – über die Vor- und Nachteile einer Einschränkung des öffentlichen Lebens und die daraus resultierenden Langzeiteffekte zu diskutieren.

Dazu stellen sich mir fünf Fragen, die bislang nur unzureichend beantwortet wurden, aber für eine ausgewogene Analyse unentbehrlich sind.

Ich bitte Sie hiermit um rasche Stellungnahme und appelliere gleichsam an die Bundesregierung, Strategien zu erarbeiten, die Risikogruppen effektiv schützen, ohne das öffentliche Leben flächendeckend zu beschneiden und die Saat für eine noch intensivere Polarisierung der Gesellschaft säen, als sie ohnehin schon stattfindet.

Mit vorzüglicher Hochachtung,
Prof. em. Dr. med. Sucharit Bhakdi

  1. Statistik
    In der Infektiologie – begründet von Robert Koch selbst – wird traditionell zwischen Infektion und Erkrankung unterschieden. Eine Erkrankung bedarf einer klinischen Manifestation. [1] Deshalb sollten nur Patienten mit Symptomen wie etwa Fieber oder Husten als Neuerkrankungen in die Statistik eingehen.
    Mit anderen Worten bedeutet eine Neuinfektion – wie beim COVID-19 Test gemessen – nicht zwangsläufig, dass wir es mit einem neuerkrankten Patienten zu tun haben, der ein Krankenhausbett benötigt. Derzeit wird aber angenommen, dass fünf Prozent aller infizierten Menschen schwer erkranken und beatmungspflichtig werden. Darauf basierende Hochrechnungen besagen, dass das Gesundheitssystem im Übermaß belastet werden könnte.
    Meine Frage: Wurde bei den Hochrechnungen zwischen symptomfreien Infizierten und tatsächlichen, erkrankten Patienten unterschieden – also Menschen, die Symptome entwickeln?
  2. Gefährlichkeit
    Eine Reihe von Coronaviren sind – medial weitgehend unbemerkt – schon seit Langem im Umlauf. [2] Sollte sich herausstellen, dass dem COVID-19 Virus kein bedeutend höheres Gefahrenpotential zugeschrieben werden darf als den bereits kursierenden Coronaviren, würden sich offensichtlich sämtliche Gegenmaßnahmen erübrigen.
    In der international anerkannten Fachzeitschrift „International Journal of Antimicrobial Agents“ wird in Kürze eine Arbeit erscheinen, die genau diese Frage adressiert. Vorläufige Ergebnisse der Studie sind schon heute einsehbar und führen zu dem Schluss, dass das neue Virus sich von traditionellen Coronaviren in der Gefährlichkeit NICHT unterscheidet. Dies bringen die Autoren im Titel ihrer Arbeit „SARS-CoV-2: Fear versus Data“ zum Ausdruck. [3]
    Meine Frage: Wie sieht die gegenwärtige Auslastung von Intensivstationen mit Patienten mit diagnostizierten COVID-19 im Vergleich zu anderen Coronavirus-Infektionen aus, und inwiefern werden diese Daten bei der weiteren Entscheidungsfindung der Bundesregierung berücksichtigt? Außerdem: Wurde die obige Studie in den bisherigen Planungen zur Kenntnis genommen? Auch hier muss natürlich gelten: Diagnostiziert heißt, dass das Virus auch maßgeblichen Anteil an dem Krankheitszustand des Patienten hat, und nicht etwa Vorerkrankungen eine größere Rolle spielen.
  3. Verbreitung
    Laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung ist nicht einmal dem viel zitierten Robert-Koch-Institut genau bekannt, wie viel auf COVID-19 getestet wird. Fakt ist jedoch, dass man mit wachsendem Testvolumen in Deutschland zuletzt einen raschen Anstieg der Fallzahlen beobachten konnte. [4] Der Verdacht liegt also nahe, dass sich das Virus bereits unbemerkt in der gesunden Bevölkerung ausgebreitet hat. Das hätte zwei Konsequenzen: erstens würde es bedeuten, dass die offizielle Todesrate – am 26.03.2020 etwa waren es 206 Todesfälle bei rund 37.300 Infektionen, oder 0.55 Prozent [5] – zu hoch angesetzt ist; und zweitens, dass es kaum mehr möglich ist, eine Ausbreitung in der gesunden Bevölkerung zu verhindern.
    Meine Frage: Hat es bereits eine stichprobenartige Untersuchung der gesunden Allgemeinbevölkerung gegeben, um die Realausbreitung des Virus zu validieren, oder ist dies zeitnah vorgesehen?
  4. Mortalität Die Angst vor einem Ansteigen der Todesrate in Deutschland (derzeit 0.55 Prozent) wird medial derzeit besonders intensiv thematisiert. Viele Menschen sorgen sich, sie könne wie in Italien (10 Prozent) und Spanien (7 Prozent) in die Höhe schießen, falls nicht rechtzeitig gehandelt wird.
    Gleichzeitig wird weltweit der Fehler begangen, virusbedingte Tote zu melden, sobald festgestellt wird, dass das Virus beim Tod vorhanden war – unabhängig von anderen Faktoren. Dieses verstößt gegen ein Grundgebot der Infektiologie: erst wenn sichergestellt wird, dass ein Agens an der Erkrankung bzw. am Tod maßgeblichen Anteil hat, darf die Diagnose ausgesprochen werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften schreibt in ihren Leitlinien ausdrücklich: „Neben der Todesursache muss eine Kausalkette angegeben werden, mit dem entsprechenden Grundleiden auf der Todesbescheinigung an dritter Stelle. Gelegentlich müssen auch viergliedrige Kausalketten angegeben werden.“ [6]
    Derzeit gibt es keine offiziellen Angaben darüber, ob zumindest im Nachhinein kritischere Analysen der Krankenakten unternommen worden, um festzustellen, wie viele Todesfälle wirklich auf das Virus zurückzuführen seien.
    Meine Frage: Ist Deutschland dem Trend zum COVID-19 Generalverdacht einfach gefolgt? Und: gedenkt es, diese Kategorisierung weiterhin wie in anderen Ländern unkritisch fortzusetzen? Wie soll dann zwischen echten Corona-bedingten Todesfällen und zufälliger Viruspräsenz zum Todeszeitpunkt unterschieden werden?
  5. Vergleichbarkeit
    Immer wieder wird die erschreckende Situation in Italien als Referenzszenario herangezogen. Die wahre Rolle des Virus in diesem Land ist jedoch aus vielen Gründen völlig unklar – nicht nur, weil die Punkte 3 und 4 auch hier zutreffen, sondern auch, weil außergewöhnliche externe Faktoren existieren, die diese Regionen besonders anfällig machen.
    Dazu gehört unter anderem die erhöhte Luftverschmutzung im Norden Italiens. Laut WHO-Schätzung führte diese Situation 2006 auch ohne Virus zu über 8.000 zusätzlichen Toten allein in den 13 größten Städten Italiens pro Jahr. [7] Die Situation sich hat sich seitdem nicht signifikant verändert. [8] Schließlich ist es darüberhinaus auch erwiesen, dass Luftverschmutzung bei sehr jungen und älteren Menschen das Risiko viraler Lungenerkrankungen sehr stark erhöht. [9]
    Außerdem leben 27.4 Prozent der besonders gefährdeten Population in diesem Land mit jungen Menschen zusammen, in Spanien sogar 33.5 Prozent. In Deutschland sind es zum Vergleich nur sieben Prozent [10].
    Hinzu kommt, dass Deutschland laut Prof. Dr. Reinhard Busse, Leiter des Fachgebiets Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin, in Sachen Intensivstationen deutlich besser ausgestattet ist als Italien – und zwar etwa um den Faktor 2,5 [11].
    Meine Frage: Welche Bemühungen werden unternommen, um der Bevölkerung diese elementaren Unterschiede nahe zu bringen und den Menschen verständlich zu machen, dass Szenarien wie in Italien oder Spanien hier nicht realistisch sind?

Referenzen:

[1] Fachwörterbuch Infektionsschutz und Infektionsepidemiologie. Fachwörter – Definitionen – Interpretationen. Robert Koch-Institut, Berlin 2015. https://www.rki.de/DE/Content/Service/Publikationen/Fachwoerterbuch_Infektionsschutz.html (abgerufen am 26.3.2020)

[2] Killerby et al., Human Coronavirus Circulation in the United States 2014–2017. J Clin Virol. 2018, 101, 52-56

[3] Roussel et al. SARS-CoV-2: Fear Versus Data. Int. J. Antimicrob. Agents 2020, 105947

[4] Charisius, H. Covid-19: Wie gut testet Deutschland? Süddeutsche Zeitung. https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/covid-19-coronavirus-testverfahren-1.4855487 (abgerufen am 27.3.2020)

[5] Johns Hopkins University, Coronavirus Resource Center. 2020, https://coronavirus.jhu.edu/map.html (abgerufen am 26.3.2020)

[6] S1-Leitlinie 054-001, Regeln zur Durchführung der ärztlichen Leichenschau. AWMF Online, https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/054-002l_S1_Regeln-zur-Durchfuehrung-der-aerztlichen-Leichenschau_2018-02_01.pdf (abgerufen am 26.3.2020)

[7] Martuzzi et al. Health Impact of PM10 and Ozone in 13 Italian Cities. World Health Organization Regional Office for Europe. WHOLIS number E88700 2006

[8] European Environment Agency, Air Pollution Country Fact Sheets 2019, https://www.eea.europa.eu/themes/air/country-fact-sheets/2019-country-fact-sheets (abgerufen am 26.3.2020)

[9] Croft et al. The Association between Respiratory Infection and Air Pollution in the Setting of Air Quality Policy and Economic Change. Ann. Am. Thorac. Soc. 2019, 16, 321–330.

[10] United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division. Living Arrangements of Older Persons: A Report on an Expanded International Dataset (ST/ESA/SER.A/407). 2017

[11] Deutsches Ärzteblatt, Überlastung deutscher Krankenhäuser durch COVID-19 laut Experten unwahrscheinlich, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111029/Ueberlastung-deutscher-Krankenhaeuser-durch-COVID-19-laut-Experten-unwahrscheinlich (abgerufen am 26.3.2020)

Zum Abschluss noch das eingangs von mir erwähnte Interview:

Kategorien:Gesundheit Schlagwörter: , ,
  1. muktananda13
    April 3, 2020 um 4:00 pm

    Die Angst vor dem körperlichen Tod flattert wild wie eine Fledermaus durch die Gegend, obwohl man als Bewusstsein ungeboren und unsterblich ist!

  2. muktananda13
    April 3, 2020 um 4:04 pm

    Es sterben mehr Menschen durch eine jährliche Grippe und durchs Verhungern als durch „Corona“. Und wenn jemand dadurch doch umkommt, so lebt das Bewusstsein doch ewig.
    Nur die Narren glauben was anderes.

    • gabrielealt
      April 3, 2020 um 6:52 pm

      ganz genau, doch sehr viel verhällt sich schlimmer als tiere
      läuft einer, laufen sie alle
      kauft einer clopapier, kaufen sie alle clopapier……
      in der psychatrie wird noch normalität sein,
      ich komme mir vor wie im affenhaus wo alles durchdreht, weil keiner richtig nachdenkt und nur der herde folgt die am grössten ist

      • muktananda13
        April 3, 2020 um 7:25 pm

        Es herrscht meist die Herdenmentalität. Die Menschen begnügen sich damit, sich als Instinktwesen zurecht zu finden.
        Und Angst ist der beste und schnellste Züchter.

      • muktananda13
        April 3, 2020 um 7:30 pm

        Solange die Menschen nicht beginnen, LOGISCH und auch HERZMÄßIG zu denken, sind sie eher den Tieren als höheren, wissenden Wesen zuzuordnen.
        „Homo sapiens sapiens“ bleibt vorerst nur ein armseliger Titel.

        • gabrielealt
          April 3, 2020 um 7:37 pm

          selbst logisch und herzmässig denken, scheint beim grossteil weit entfernt, lieber werden die schon vorgekauten häppchen verschlungen

          • muktananda13
            April 3, 2020 um 7:47 pm

            Ja, leider ist es MOMENTAN der Fall, dass die Menschheit weit davon entfernt zu sein ERSCHEINT. Weil letztendlich die Momente, die unsere Ganzheit menschlicher Leben als Sequenzen ausmachen, sind Illusion!
            Einheit ist nicht trennbar, ist nicht zuschneidbar- obwohl sie so zu sein scheint.

            Die bitterste Lektion ist der süßeste Erfolg.
            Und vice-versa.

          • muktananda13
            April 3, 2020 um 7:50 pm

            Das Herz verbirgt mehr Wissen als alle Lernaufgaben des Gehirns zusammen. WORTWÖRTLICH.

            Weil das Denken stets an der täuschbaren und vergänglichen Individualität von Zeit-Raum verbunden ist.

          • gabrielealt
            April 3, 2020 um 8:02 pm

            auch nur zu erahnen das nur bewusstsein ist, lässt das schauspiel ertragen und wenn man wirklich genau schaut, ist klar das kann nicht echt sein

          • gabrielealt
            April 3, 2020 um 8:10 pm

            ja der verstand kann den sonnenuntergang nur beschreiben oder die gefühle dazu beschreiben und streicht man dieses weg, das ist das herz,
            ich wusste solange nicht was das herz ist

  3. muktananda13
    April 3, 2020 um 4:16 pm

    Der Körper und das Ego sind sterblich.
    Die Seele, das Bewusstsein dagegen- ewig.

    Wer das noch nicht verstanden hat, sollte endlich verstehen.

  4. Tula
    April 3, 2020 um 6:36 pm

    https://diebrueckenrede.wordpress.com/2013/08/30/futtere-dein-vertrauen-und-deine-erkenntnis/
    inkl. Kommentare

    FÜTTERE DEIN VERTRAUEN UND DEINE ERKENNTNIS

    Veröffentlicht am 30/08/2013 von Editor

    Weisheit ist eine eher einsame Materie. Wer sich die Bürde der Weisheit auferlegt, sollte bereit sein, diese Wahrheit zu akzeptieren. Mit dem, was du weißt, solltest du vorsichtig umgehen, denn das, was du in der realen Schöpfung weißt, hat Kraft. Die Gesamtheit der Richtung, auf die diese Kraft gerichtet wird, ist das, was du dir wünschst. Habe Vertrauen in das, was du weißt und was du lernst. Füttere dein Vertrauen und deine Erkenntnis durch Meditation. Je weiter du diesen Pfad entlang gehst, mein Freund, desto bedeutungsvoller wirst du diese einfache Aussage finden: meditiere. Was als ganz einfacher Vorgang beginnt, wird Schritt für Schritt zu einer neuen Art und Weise des Lebens. Beobachte es, während du fortschreitest auf deinem spirituellen Pfad.

    zitiert aus: Meditation

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