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Zeit für eine Begriffsklärung: Was genau ist eigentlich Faschismus?

Bild: Wikipedia

Inzwischen wird der Begriff des Faschisten dermaßen inflationär ohne wirkliche Schärfung benutzt, dass es mir ein Anliegen war, doch einmal genauer auf seine innere Bedeutung zu schauen. Und schon kam mir dieses Gespräch von Eva Herman mit Andreas Popp von der Wissensmanufaktur passend daher. Fazit: Faschismus bedeutet im Kern, die Bündelung vieler kleiner Kräfte zu einer großen. Spontan musste ich gar an den Slogan der Genossenschaftsbewegung denken:

Was einer allein nicht schafft, schaffen viele.

Im alten Rom wurde die Bündelung von Macht mit den Fasces symbolisiert. Auf Wikipedia lesen wir:

Die Fasces (lateinisch fascis, is m.: Bündel, i. d. R. Plural Fasces) sind ein Rutenbündel, in dem ein Beil steckt. Fasces waren das Amtssymbol der höchsten Machthaber bei den Etruskern und später im Römischen Reich. Die Rutenbündel wurden diesen von ihren Amtsdienern (Liktoren) vorangetragen, weshalb sie auch Liktorenbündel genannt werden. In neuerer Zeit wurde das Symbol in Staaten verwendet, die sich auf das alte Rom berufen, etwa von den Vereinigten Staaten von Amerika, dem republikanischen Frankreich sowie dem faschistischen Italien.

Eine mögliche Deutung könnte die Symbolik sein, dass ein einzelner Stab leichter zu brechen ist als ein Stabbündel. Das Beil stand als Symbol für die Todesstrafe, die von den Amtsträgern angeordnet werden konnte.

Zitiert aus Wikipedia

Und dann kommen wir doch ins Staunen, wer sich mit dieser Symbolik auf höchster Ebene behängt, sprich sich als Faschist outet: „In God we Trust“, so das US-Amerikanische Regierungssystem.

Obama flankiert von den Fasces, Symbol des Faschismus, der Bündelung von Kräften,
hier die vielen Bundesstaaten.

Also ist Faschismus in seinem Kern nicht wirklich als böse zu begreifen. Böses wird erst eine Ideologie, die sich dieser Methode des Mächtigwerdens durch Gleichschaltung des Denkens zu bösen Zwecken, z.B. des gemeinsamen Ausrichtens in Richtung Fremdenhass. Oder auch zur Ausbeutung Vieler durch Wenige, wie das von Mussolini formuliert wurde:

Der Faschismus sollte Korporatismus heißen, weil er die perfekte Verschmelzung der Macht von Regierung und Konzernen ist.

Mussolini, Zitat aus Dokumentarfilm „Freedom to Fascism“ von Aaron Russo

Nun, wenn wir eine Regierungsrückschau der Jahre nach dem Mauerfall halten, kommt lässt sich doch sehr deutlich erkennen, dass das, was Mussolini definierte, in unserem Staat eingetreten ist. Der überwiegende Teil der im Bundestag durchgewunkenen Gesetze haben sich gegen das Staatsvolk gerichtet, und wie es der Amtseid formuliert, dabei den Nutzen des Volkes für die Konzerne gemehrt.

Und wenn wir uns dann noch anschauen, dass dieser scheinbar(?) faschistische Staat es geschafft hat, die angebliche staatsfeindliche Antifa für ihre Zwecke auf die Straße zu schicken, sprich sie dort als Gegendemonstranten auftreten zu lassen, wo gegen das Tun der Regierung demonstriert wird, dann hatte Ignatio Silone wohl ziemlich Recht, wenn er feststellte:

Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus.
Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.
Ignazio Silone – Sozialist und Schriftsteller, u.a. schrieb er das Buch 
Der Faschismus – seine Entstehung und Entwicklung

Aber nun zu dem Gespräch von Eva mit Andreas. Viel Erkenntnisgewinn dabei:

Es ist also wie mit so vielen Begriffen, die uns von Social Designern auf den Kopf gestellt werden, wir erinnern uns:
Warum steht unsere Welt auf dem Kopf?

Und auch Lincoln stützt sich auf den Bund (Wikipedia)
Genauso wie George Washington zu beginn des USA (Wikipedia)
Französische Republik 1848, mit der Dame, die auch vor New York in die Welt schaut …
Sicher nicht im Namen des Volkes … Fundstelle

Und zum Abschluss noch ein Statement von einem, der auch spalten kann:

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