Startseite > Gesellschaft, Politik > Bürgerräte: Die Alternative zu Wutbürgern

Bürgerräte: Die Alternative zu Wutbürgern

Die Demokratie steckt in der Krise, auch in Deutschland: Viele Menschen steigen innerlich aus und erleben Politik als etwas, das nichts mehr mit ihnen zu tun hat. Immer wieder scheint es, als würden wichtige Themen nur zögerlich angegangen und Nachrangiges wochenlang im Fokus stehen.

Dabei arbeiten viele Politikerinnen und Politiker aus voller Überzeugung. Viele Bürgerinnen und Bürger haben den Wunsch, mitzugestalten und tun das auch in ihrem direkten Umfeld. Wir, die ganze Gesellschaft, brauchen ganz neue Ansätze, wenn wir politisch zusammenarbeiten wollen. Nur so können wir den Herausforderungen unserer Zeit wie begrenzten Ressourcen, wachsender Komplexität und Digitalisierung aller Lebensbereiche begegnen.

Deshalb müssen wir zunächst über die Demokratie selbst sprechen. Denn hier wird ausgehandelt, wie wir alle zusammen leben wollen und können. Mit dem „Bürgerrat Demokratie“ startet ein Modellprojekt – wir zeigen, wie Demokratie in Zukunft stattfinden kann.

Bürgerrat Demokratie“ – gemeinsam sind wir stärker

In den letzten Wochen und Monaten ist unübersehbar geworden: Die Politikerkaste hat schon wieder (?) keine Bodenhaftung mehr und agiert an den Bedürfnissen der Bürger vorbei. Zeit, Neues auf den Weg zu bringen. Könnte der Bürgerrat, wie hier beschrieben, etwas werden?

Den folgenden Text las ich gerade bei Human Connection dazu. Das wäre eine völlig andere Kultur, die hier entstehen würde. Ob sie das Potential hat, dass Herrschaftsgefälle auf den Kopf zu stellen?

Bürgerräte: Die Alternative zu Wutbürgern

1

Demokratie heißt: Die Bürger müssen für sich selber sorgen. – Doch wir haben das Sorgen delegiert an Parteien, Parlamente, Verwaltung, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft. Unsere Ideen, unser Wissen, unsere Vermutungen und unsere Lebenserfahrung bleiben weitgehend ungehört.

Der nächste Entwicklungsschritt unserer Demokratie könnte sein: daß Bürgerräte entstehen, die in der Öffentlichkeit eine unignorierbare Stimme haben. – Jeder Bürger, jede Bürgerin kann sich in Themen einarbeiten und mitdiskutieren. – Die von den Räten geschaffene informationelle Infrastruktur wird es ermöglichen, daß 2 bis 3 Stunden Zeitaufwand pro Woche dafür ausreichen werden, es wird nicht mehr nötig sein, fünf Zeitungen und sechs Internetportale zu verfolgen. Dann wird Demokratiepflege für alle so selbstverständlich sein wie Körperpflege.

2

Anders als Bürgerinitiativen treten die Bürgerräte nicht für Interessen ein, sondern recherchieren, klären auf, geben Rückmeldungen, kritisieren, stellen Fragen und entwickeln Ideen. Sie behaupten nicht: „Wir sind das Volk“, sondern bemerken bloß: „Wir haben da noch eine Frage“.

3

Der Journalismus wird der professionelle Erheber von Information bleiben. Aber Politik, Recht, Rundfunk, Verwaltung und Wirtschaft werden sich ganz anders der Öffentlichkeit stellen müssen, wenn wir Bürger an der Öffentlichkeit mitwirken statt sie wie bisher an den Journalismus zu delegieren.

Stellen wir uns doch einmal vor, es gäbe starke, in der Medienöffentlichkeit unüberhörbare Bürgerräte. Dann hätte es einen Aussagewert, wenn Spitzenpolitiker sich Interviews mit Räten verweigern würden. – Diese Interviews könnten ausführlich, eingehend, und sachlich ohne Rücksichten geführt werden – im Gegensatz zu den Rücksichten, die Journalisten ihrer Chefredaktion und den Formaten ihres Mediums gegenüber nehmen müssen.

Gerade beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk besteht die Gefahr, daß Journalisten gezügelt werden bezüglich der unbequemen Fragen, weil die Politiker die Rundfunkgesetze machen. Abgesehen davon gibt es dort keine seriösen Interviews mehr, nur noch Kurz-Interviews, bei denen man frappiert ist von den Fragen, die nicht gestellt werden, stattdessen gibt es Talk-Shows, die schon vom Format her verhindern, daß Politikern „auf den Zahn“ gefühlt werden kann. – Auch in der Presse gibt es zuwenig Interviews und sie sind begrenzt und abgeschlossen. Das bedeutet: es geht über Statements und Schlagabtausche meist nicht hinaus. Es sind eher Bestandsaufnahmen als Argumentationen. – Schlimmer ist noch:

Der Journalismus unterliegt den Gesetzmäßigkeiten des Medienrummels: Er muß die Themen bedienen, die Aufmerksamkeit versprechen. Deshalb haken die Medien zu wenig nach und bleiben nicht dran an den Themen. Die Strategie der Politiker, unbequeme Themen „auszusitzen“ und darauf zu warten, daß der Medienrummel sich verflüchtigt, werden die Bürgerräte unmöglich machen. Sie werden am Ende jedes Interviews die offenen Fragen dokumentieren und die Politiker zu themenbezogenen Folgeinterviews einladen. In den Folgeinterviews bringen die Räte dann neue Recherchen ein und können die Politiker fragen, was sie selbst zur Beantwortung der Fragen mitgebracht haben oder beitragen wollen – oder aus welchen Gründen sie nichts mitgebracht haben oder beitragen wollen… – Und jede Dokumentation wird – wie Wikipedia – nur ein Klick weit entfernt sein…

4

Die Bürgerräte werden eine starke politische Kultur schaffen, in der sie ständig aus Interaktionen neu entstehen. Ihr Bestand besteht höchstens in den Kompetenzen und Erfahrungen der Teilnehmenden. – Sie sind nicht angewiesen auf Verwaltung, auf Verdienen von Geld, sie haben kein Konto und keine Zentrale. Das macht sie freier. – Journalismus und Nicht-Regierungs-Organisationen brauchen geschäftlichen Erfolg um ihren Bestand zu erhalten. Sie müssen Manches machen oder unterlassen, um ihren Bestand zu sichern. – Was ständig neu entsteht, muß nicht für seinen Bestand sorgen. Die Bürgerräte halten keine Spendenhand auf, sie haben kein Büro und kein Inventar und es gibt keine hauptberuflichen Funktionäre, es gibt niemanden, der davon lebt.

5

Die Räte werden Orte der Kultivierung „herrschaftsfreien Diskurses“ sein. – Herrschaftsfreiheit ist ein regulatives Ideal, das unerreichbar ist, aber einen Kurs vorgibt. Es bedeutet: niemandem werden Redebeiträge verwehrt und niemand wird wegen seiner Beiträge bewertet, belohnt, bestraft oder ausgeschlossen. Hier darf jeder mit seinen Gefühlen und Vorurteilen ankommen.

Wir Menschen brauchen einander, um den Kontakt zur Realität nicht zu verlieren, und je mehr mitdiskutieren, je weniger Chance haben Illusionen. Und egal wie idiotisch eine Befürchtung, ein Einwand oder eine Idee klingt: man weiß nie, was darin an Wahrem und Brauchbaren liegt. Das persönliche Befinden darf hier keine Ansprüche stellen bezüglich dessen, was gesagt werden darf und was nicht, geschweige denn bezüglich dessen, was bei der Argumentation herauskommen soll. Egal wie laut jemand schreit oder wie beleidigt und empört er sich fühlt: In den Bürgerräten darf alles gesagt werden und es zählt nur das bessere Argument.

6

Der Satz: „Das bringt doch nix“ wird hier blödsinnig sein. Wir werden eine neue Einstellung zur Zeit entwickeln: Erfolg wird definiert: als bestmögliche Erledigung der aktuellen Aufgaben, einerlei, ob wir in absehbarer Zeit damit meßbare Erfolge haben. – Bürgerräte schaffen Klarheit und Bewußtsein in der Öffentlichkeit. Das wirkt früher oder später immer.

7
Es gilt das Entbehrlichkeitsprinzip: möglichst viele von uns sollen hinreichend qualifiziert sein, um Diskussionen zu leiten, Streit zu schlichten, Interviews zu führen, Ideen und Anliegen zu vertreten usw.

8

Ungewohnt für unsere Zeit wird vor allem sein: anderen wertschätzend zu begegnen, mit Neugier und Vorfreude auf ihre Potentiale – statt mit Angst, davon in den Schatten gestellt zu werden.

9

Wir unterstellen keine Intentionen und fällen keine moralischen Urteile. Es wird davon ausgegangen, daß Fehler und Fehlentwicklungen kein moralisches Versagen sind sondern Ausdruck von Umständen, selbstverstärkenden Prozessen und „blinden Spiegeln“: defizitären Korrektiven.

Wir werden den Feind immer in Umständen sehen, nie in Menschen.

Die Anliegen, die alle Menschen teilen, sind größer als die, die sie trennen. Wir werden lernen, die gemeinsamen Anliegen herauszuarbeiten, für die es sich lohnt, Kriegsbeile zu begraben und zusammenzuarbeiten.

10

An der Stirn unserer Internetseiten wird der Satz prangen: „Finde heraus, was dagegen spricht, daß Du Recht hast!“

11

Wichtigste Bedingung ist: Die Arbeit wird so dosiert und verteilt, daß das bürgerliche Leben darunter nicht leidet, weder die Kinder, die Partnerschaft, die Erholung, die Interessen oder der Beruf. Die Räte dürfen so langsam sein, wie sie wollen. Niemand muß Angst haben, „sich eine Verpflichtung ans Bein zu binden“. Stressmacher sind unerwünscht.

12

Wieso ist aus den vielen engagierten Projekten von Mitbürgern bisher noch kein Bürgerrat entstanden? – Möglicherweise: Weil sie ein Anliegen haben und eine Botschaft – statt ergebnisoffen zu sein. – Weil man zu viel glauben muß. – Weil sie eher Gegnerschaft unterstellen als Kooperationsbereitschaft. – Weil zu viel Empörung im Spiel ist. – Weil sie Spenden akzeptieren (Spenden sind Delegationen!) – Weil sie sich nicht nur um die Sache sondern auch um den eigenen Bestand sorgen müssen. – Weil sie geschlossen sind: schreibt man hin, kriegt man meist keine Antwort.

Die Bürgerräte wollen kein Publikum, sondern diskutieren. Sie haben keine Ziele und Botschaften, sondern Fragen. Sie wollen nichts erreichen sondern was erkennen. Sie wollen keine Erfolge, sondern Antworten.

Ihre Chance, groß zu werden, liegt im Prinzip der „klugen Konvergenz“: Man tut sich zusammen, um zu recherchieren und Hypothesen zu entwickeln. Erreicht man auch nicht, gehört zu werden, wird man doch wenigstens klüger. Im Weg liegt schon genug Ziel.

13

Wie die Arbeit der Bürgerräte konkret aussehen soll? Wie extrem unterschiedlich eingestellte Bürger sich vertragen können sollen? Ob da nicht bloß linke oder rechte Echokammern entstehen, in denen Radikale die Führung an sich reißen? Ob da jemals was Gescheites oder Glaubwürdiges draus entstehen kann? Daß die Probleme unabsehbar sind und unlösbar erscheinen? – Alles richtige Fragen und Einwände. Aber was spricht dagegen, daß sich einfach mal ein paar Leute zusammensetzen und mit irgendwas anfangen? Ohne großen Anspruch, ohne großen Aufwand, einfach nur mal probeweise ein paar Schritte dranbleiben an der Beschäftigung mit einer gemeinsamen Frage und unter der Maxime: „was können wir dafür tun, herauszufinden, ob wir Unrecht haben“…

Überall wo zwei zusammen sind, die reden oder schreiben können, kann jederzeit die Keimzelle eines Bürgerrates entstehen.

Bürgerräte könnten z.B. entstehen für die Themen: Öffentlich-Rechtlicher-Rundfunk bzw. Medien überhaupt (damit beschäftige ich mich seit einiger Zeit, dazu später mehr) – Afrika: Wieviel Blut klebt an unseren Smartphones? – Überwachung: Wohin steuert Big DataKI und wie weit ist es schon? – Finanzwirtschaft: Wie hat der Staat sein Staatsversagen aufgearbeitet? Was bleibt zu tun? usw. usw. – Ein Einzelner kann sich darüber doch gar nicht mehr auf dem Laufenden halten! Und was entsteht dann in den Köpfen der Einzelnen? Richtig: Pessimismus und in Folge Unterstellungen und Wut – und damit: Verkennung der Realität…

Die „Ideen“ werden fortgesetzt, nicht rasch aber stetig…

Bürgerräte bei der Recherche
  1. Martin Bartonitz
    Februar 9, 2020 um 2:18 pm

    Thomas Michel hat sich für den Verein Forum Agile Verwaltung, dessen Mitinitiator ich bin, auch schon Gedanken dazu gemacht und schrieben den Artikel:

    Agile Verwaltung und Politik: Mit Scrum und Bürgerräten politische Entscheidungen vorbereiten

  2. henningnaturdesign
    Februar 9, 2020 um 3:28 pm

    Die Zeichen für mehr Frieden auf der Erde werden immer deutlicher. Ich habe vor kurzem, mit den einfachen Ergebniss zu der Minimierung von Gewalten, eines handelnden Menschen in der Erklärung der energetischen Wandlungsprozesse, das magische Dreieck der Gewalten von Johan Galtung in seiner Trinität und Einheit mit den Kurven der Komplexität der Gewalten ergänzt und erweitert, für den Weg in ein Paradies.

    Ich habe einen Vertrag mit der Mutter Erde für Lebenswert geschlossen, der unverhandelbar und unveräusserlich ist. Aus diesem Grund lebe ich seit 2014 aus Überzeugung eine Lebensform rein energetisch mit der Natur, mit energetisierten Trinkwasser und ohne energielosen Fiktionen, in Augenhöhe und Konsens im Miteinander mir umgebenen, liebevollen Mitmenschen, in der Schöpferkraft. Das ist auch ein Ergebnis der Erkenntnis der auch ein Teil der Lösung auf dem Weg zum Paradies ist.
    Hierzu mehr in den Links

    https://independent.academia.edu/HenningPapendorf

  3. Februar 9, 2020 um 3:57 pm

    Martin: „Die Politikerkaste…“

    Du formulierst manipulativ… im Gestus der „Aufklärung“: Du weißt, daß die Abgeordneten keine (qua Geburt) homogene Gruppe sind und sich folglich nicht pauschal als Feindbild eignen.

    Martin: „dass Herrschaftsgefälle…“

    Wenn du von „Herrschaftsgefälle“ sprichst, hast du es noch drauf, das Herrschaftsdenken (von unten). Denn wenn du nicht selbst „Herrschender“ bist (was ich mal annehme), steckst du noch drin, im Denken, Opfer von Herrschaft zu sein.

    Doch selbst wenn ich der Einzige sein sollte: Mich mußt du aus der Opfergruppe der „Beherrschten“ heraus nehmen. 😆 Bin unbeherrscht.

    Der anonyme Mann vom „Bürgerrat“: „wir haben das Sorgen delegiert an Parteien, Parlamente, Verwaltung, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft.“

    Ein Mißverständnis. Denn Leben müssen wir schon selbst, das können wir nicht delegieren. An den Staat delegiert werden muß nur, was der Bürger nicht allein regeln oder organisieren kann.

    Der anonyme Mann vom „Bürgerrat“: „Unsere Ideen, unser Wissen, unsere Vermutungen und unsere Lebenserfahrung bleiben weitgehend ungehört.“

    Ja hier gibt es inzwischen ein Manko: Es bedarf es der Echten (!) Bürgerbeteiligung.

    Dazu hier eine Skizze:
    https://nirmalo.wordpress.com/category/buergerbeteiligung/

    Der anonyme Mann vom „Bürgerrat“: „Der Journalismus wird der professionelle Erheber von Information bleiben“

    Was heißt denn hier „bleiben“? Er muß es erstmal „werden“!

    Leckeren 🍰
    Sonntagskuchen
    wünscht Nirmalo

  4. Februar 9, 2020 um 4:05 pm

    Ich habe nur den Titel gelesen, den Beitrag nicht. Der Titel besagt, dass sich die Demokratie in der Krise befinde.
    Da dreh ich ab. Gehts denn noch? Welche Demokratie ist gemeint? In welchem der 200 Staaten der Erde ist Demokratie? Ich bin Schweizer, doch auch die sogenannte Schweizerdemokratie ist durchlöchert als wie ein Emmentalerkäse.
    Demokratie etwa in Deutschland? Die BRD sei jemals Demokratie gewesen??
    Ich fass es nicht.
    Den Leuts werden Kompletthirngewaschene als Kandidaten auf Listen präsentiert, und die Leute können dann ankreuzeln nach Farbe, rot, gelb, schwarz oder blau oder so. Das ist BRD Demokratie.
    Die Angekreuzelten verdienen danach verdammt sauviel Geld, beschimpfen Gegenparteien als wie Dummweibergekeife, klatschen, wenn einer der ihren plappert, buhen, wenn einer der andern plappert, Affengebare,
    nie bieten sie Vorschläge, was zu tun sei,
    nie beleuchten sie konstruktiv kritisch irgend ein dringendes Projekt,
    sie verhalten sich äffischer denn Affen, einzig Geld und Macht pfründend. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Wer davon spricht, dass in der BRD eine Demokratie flöten gehe, verkennt die Verhältnisse in Deutschland. Aber komplett. Sollte bei Adam und Eva anfangen, sprich, mal die offizielle, tatsächlich aufgedrückte deutsche Geschichte hinterfragen.

  5. Februar 9, 2020 um 4:06 pm

    Vergass „folgen“ anzukeuzelelelen.

  6. Februar 9, 2020 um 4:10 pm

    Habe nun den Artikel überflogen. Klingt in meinen Ohren gut. Danke, Martin, für die Veröffentlichung.

  7. henningnaturdesign
    Februar 9, 2020 um 4:23 pm

    Demokratie ist die Diktatur der Dummen sagte einst Friedrich von Schiller
    https://www.academia.edu/36719622/Demokratie_ist_die_Diktatur_der_Dummen_das_sagte_einst_Friedrich_von_Schiller

    Die Menschen werden politisch verkaspert und verblendet für Ausbeutung

    Eigentum ist Diebstahl sagte einst Pierre-Joseph Proudhon im Jahr 1840
    https://www.academia.edu/41230460/Eigentum_ist_Diebstahl_sagte_einst_Pierre-Joseph_Proudhon_im_Jahr_1840

    • Februar 9, 2020 um 4:52 pm

      henningnaturdesign: „Demokratie ist die Diktatur der Dummen sagte einst Friedrich von Schiller“

      Er sagte wohl dieses:

      Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn.
      Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
      Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen.
      Der Staat muß untergehn, früh oder spät,
      wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.

      – Friedrich Schiller

  8. Februar 9, 2020 um 4:25 pm

    Weltfremd. Nicht nur die Frage der Demokratie stellt sich, wir haben nämlich keine solche, sondern auch der Satz: „Dabei arbeiten viele Politikerinnen und Politiker aus voller Überzeugung“, ruft in mir nur Kopfschütteln hervor.
    So geht Veränderung nicht.
    Aus welcher Überzeugung sollen die denn angeblich arbeiten? Für ihren jeweiligen „Verein“ das beste zu tun? Schafft doch erst mal die Parteien ab, wählt unabhängige Direktkandidaten OHNE „Berater“ und OHNE Korruption dann sehen wir weiter. Aber ich wette, es wird schwer werden, überhaupt Leute zu finden, die nicht bestechlich sind. Diese Parteienfuzzies sind alle von in der jeweiligen Hierarchie ihrer Partei eingebunden und innerhalb dieser auch bestechlich – selbstständiges Denken kann man da nicht erwarten.

    • Februar 9, 2020 um 4:34 pm

      teutoburgswaelder: „Schafft doch erst mal die Parteien ab, wählt unabhängige Direktkandidaten OHNE „Berater“

      Dem ersten Teil stimme ich zu. Parteien stören bloß die konstruktive Arbeit und rauben Energie in jeder Form.

      Gegen „Berater“ ist meines Erachtens nichts einzuwenden, sofern die Beraterschaft transparent geschieht.

      • Februar 9, 2020 um 4:44 pm

        Wenn kein Geld im Spiel ist, o.k. Es ist aber immer Geld oder andere Vorteilsnahme im Spiel. Es macht ja keiner mehr was unentgeldlich fürs Gemeinwohl.

  9. Elsfleth
    Februar 9, 2020 um 6:09 pm

    Erinnert mich ein wenig an die Anfänge der Piraten. Das Ende kennen wir. Es wurde alles totgeschwatzt und mit Karrieristen unterwandert außerdem. Ohne „Befreiung der Deutschen wird sich wohl nichts ändern. Und wenn ja, dann nicht zum Guten.

  10. E. Duberr
    Februar 9, 2020 um 6:54 pm

    DUMMOKRATIE ÜBERALL ! GEHT NICHT MEHR ZUR WAHL .

    • Februar 10, 2020 um 12:26 am

      Falls es ohne diese albernen Plakat-Wahlen nicht geht, sollten sich diejenigen, die sich für eine Wahl aufstellen lassen, rechtzeitig einem Bewerbungsverfahren stellen müssen. Erste Vorschläge hier:

      https://nirmalo.wordpress.com/eignung/

      Gute Nacht. ✨

  11. Februar 10, 2020 um 1:11 am

    Ich übersetze das Zitat mal mit meinen Worten. Es besagt ungefähr…

    Gebt den Leuten ein Spielzeug, mit dem sie sich lange genug beschäftigen können, gebt ihnen „Politische Parteien“! Dann werden sie ihre ganze Energie und Klugheit in der sinnlosen Beschäftigung mit Personen und vielen anderen Belanglosigkeiten verballern. So werden sie uns nicht weiter stören und wir können nach Gutdünken unsere Geschäfte betreiben.
    Damit ihnen das Spielzeug aber nicht irgendwann zu langweilig wird und die Unzufriedenheit der Bevölkerung zu weit hochkocht, muß in regelmäßigen Abständen ein rituelles Spiel zwecks kathartischer Funktion als Druckventil eingebaut werden.
    Wir nennen es „Parlamentswahlen“, das klingt bedeutungsvoll. Anschließend ist für die nächsten vier Jahre wieder Ruhe, zumal alle glauben, sie selber hätten etwas entschieden.😆
    Die Medien? Die spielen – ohne, daß sie es bemerken – ganz von allein unser Spiel mit. Gelegentlich geben wir ihnen einen Happen, wenn wir eine uns missliebige Person oder Gruppe funktionell ausschalten wollen. Dann sind sie zufrieden und die Bevölkerung ebenfalls; haben sie doch etwas, worüber sie sich das Maul zerreißen können.

    • Ela
      Februar 10, 2020 um 2:00 pm

      Hans Joachim Müller

    • Februar 11, 2020 um 6:04 pm

      „Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem können wir sie dazu bringen, ihre Energie für Kämpfe aufzubrauchen; für Fragen, die keinerlei Bedeutung haben.“

      Keine Idee, aus welchem Raum das Zitat stammen könnte? Römisch-Katholische Kirche, Englische Bank, Deutsche Regierung, Amerikanische Wirtschaft?

      • Martin Bartonitz
        Februar 11, 2020 um 6:38 pm

        Englische Bank

        • Februar 11, 2020 um 6:49 pm

          Tadel gibt´s, falls du geguggelt hast! 😎

          Lob, falls nicht, 🌿 denn ja, es war Montagu Collet Norman, der damalige Gouverneur der Bank of England bei einer Ansprache vor der Bankiersvereinigung in New York 1924.

          • Martin Bartonitz
            Februar 11, 2020 um 7:31 pm

            OK, ich oute mich: Hatte das Zitat schon vor Jahren mal gesehen 🙂

          • Februar 11, 2020 um 11:40 pm

            👍

          • Februar 16, 2020 um 1:38 pm

            Ist es nicht interessant, daß trotz aller Erfahrung und täglicher Berichterstattung kaum jemand bemerkt, was die tatsächliche Funktion der Parteien ist? Nämlich die Entwicklung und Umsetzung guter Ideen zu verhindern, oder mindestens erfolgreich zu blockieren.

            Und wenn jemand wie Montagu Collet Norman die Dinge so unverblümt deutlich ausspricht, selbst dann wird es nicht verstanden.

          • tula
            Februar 16, 2020 um 1:52 pm

            ohja Nirmalo, das erkennen bei uns so gut wie Alle.
            Viele Köche verderben den Brei, das ist die Politik der Parteien, ob absichtlich oder unabsichtlich, das Ergebnis zählt, bzw. das Nicht-Ergebnis, das ist den meisten klar, also ich kenne jetzt keinen der das nicht kapiert hat.

          • Februar 16, 2020 um 2:30 pm

            @ Tula
            Dann hab ich die konstruktiven alternativen Vorschläge, Skizzen und Entwürfe hier wohl nur nicht gefunden?

            Ich „folge diesem Blog zusammen mit 3.158 weiteren Personen“. Wenn also nur 1% aller Mitläufer alle paar Wochen einen eigenen selbst-entwickelten oder auch nur angedachten Vorschlag machte…

            Wo wurden sie versteckt?

          • tula
            Februar 16, 2020 um 2:36 pm

            Die meisten Menschen die ich kenne, ist das klar und ich kenne sehr viele Menschen.

            Hier am Blog kenne ich sie ja nicht, für diese Menschen kann ich nicht sprechen.

          • Februar 16, 2020 um 2:53 pm

            Also ist von dir…
            nichts zu erwarten?

            Die Frage war an Martin und die Konstruktiven (!) unter den Followern gerichtet.

          • tula
            Februar 16, 2020 um 2:59 pm

            Den meisten Menschen dich ich kenn ist das klar…….so muss es heißen.

            was willst du mit deiner Antwort sagen?????????????

  12. Ela
    Februar 10, 2020 um 8:05 pm

    Faszination Mensch quer gelacht.

    Ich finde, es wird alles viel zu ernst genommen.

    Ersichtlich an den Ausführungen von Hans Joachim Müller in seinem täglichen „Denkwerk“. Jeder kann sich dieses Wissen erarbeiten. Doch leider interessieren sich die meisten Leute nicht mal näher für Nahestehende. Ein tiefer Blick in die Seele der Anwesenden? Fehlanzeige. Es werden nur eigene Ziele verfolgt und außerhalb scheint nichts zu existieren.

  13. Ela
    Februar 11, 2020 um 10:34 am

  14. Februar 16, 2020 um 1:20 pm

    Zu 9: „Wir unterstellen keine Intentionen“

    Was soll das heißen? Überall, wo Menschen agieren, sind Intentionen (Absichten) im Spiel. Selbst im Spiel.

    Zu 9: „Wir werden den Feind immer in Umständen sehen, nie in Menschen.“

    Warum denn überhaupt einen „Feind“ sehen wollen? Warum nicht Umstände, Herausforderungen und Möglichkeiten sehen?

    (Mal davon abgesehen, daß wir nur in entschlossen zielorientierten Menschen oder Tieren einen „Feind“ ausmachen können)

    Zu 9: „Anliegen herauszuarbeiten, für die es sich lohnt, Kriegsbeile zu begraben“

    Wie tief? 😲 Die Kriegssprache jedenfalls… ist noch saftig.

    Zu 10: Macht das Sinn? Wenn ja, welchen?

    Zu 11: „Die Arbeit wird so dosiert und verteilt…“

    Das klingt nach einer eher alten Struktur…

    Zu 11: „Stressmacher sind unerwünscht.“

    Mag sein, daß sie unerwünscht sind, doch diese Art Leute fühlt sich so… erst recht eingeladen. 😆 Man kann sie nicht verhindern. Wir müssen lernen, mit ihnen zu leben.

  15. muktananda13
    Februar 16, 2020 um 1:49 pm

    Wenn Politik als Manipulation nicht verstanden wird, so heißt sie Wählerschaft.

  16. muktananda13
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: