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Wenn – Staat und Politik – die Basis von „Zivilisation“ sind …

Eine Regierung muss sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, dass jeder einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, dass er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staate teilen muss.

Friedrich II. der Große 

Ich möchte mal wieder einen Text eines Libertären aufgreifen, der die Unterordnung der Menschen unter ein anonymes Staatswesen anprangert und aufzeigt, was dabei aus eigentlich kreativen Menschen wird, und dass am Ende ein totalitäres Ende kommen muss. Was meint Ihr, hat er Recht?


… oder Tod des Menschen durch Mutation zum politischen Staatsbürger

Wenn Andere es als Freiheit betrachten, gewaltsam in das Leben wieder Anderer und in ihre Eigentumsverhältnisse einzugreifen – das Leben und Eigentum der jeweils – meist vollkommen fremden – Anderen, die sie nach Belieben „in Schubladen“ kategorisieren – fern ab jeglicher Realität und fern ab jeglicher Anerkennung dessen, was die tatsächliche individuelle Natur des einzelnen und zum Bestandteil der künstlichen, toten Masse degradierter Menschen ist – was ist dann noch von der Freiheit übrig und was soll dann noch an Wahrem übrig bleiben? Was macht es dann für einen Unterschied, welche Partei regiert usw.? Ich behaupte: gar keinen. Wenn immer mehr Menschen politisch agieren, urteilen und fordern, ziehen sie alles in ihren giftigen Sog, weil auch immer mehr aus der steigenden Menge derjenigen Betroffenen, die nur in Ruhe gelassen werden wollen, mit einer steigender Wahrscheinlichkeit auch politisch werden, aus dem Gefühl der Ohnmacht heraus, sich ohne den Staat nicht befreien zu können … Der Staat selber wird selbstverständlich mit all seiner Kraft und Ideologie gegenüber der vollkommen fremden Masse immer die Positionen stützen, die ihm die Macht und den Profit erhalten und ausweiten. Ab dem Punkt ist jede Wahrheit hinfällig!

Der Mensch, schöpferisch, kreativ mit eigenen sozialen, wirtschaftlich dienlichen Fähigkeiten und Ideen wird in eine Zwangsjacke gezwängt. Er kann nicht mehr schöpferisch sein und sich mit seinen Ideen im sozialen Gefüge nicht mehr verwirklichen. So sieht er nur noch den politischen Weg. Er wird asozial, ist nicht mehr bereit, etwas freiwillig zu geben. Er verkümmert. Sein Sinn für Eigenverantwortung und seine Kreativität zur Entwicklung von Systemen der gegenseitigen Hilfeleistung und der Umsetzung sonstiger Ideen verkümmert in einem toten, kalten, eigennützigen, wachsenden, starren System der Bürokratie. Seine Energie und seine Kraft und seine Hoffnung verpuffen wirkungslos, bzw. noch schlimmer: kanalisieren sich in den Hass gegen die Feinde seiner Freiheit. Der Mensch wird zum Unmenschen, zum Politischen, der nur noch den Weg der (Staats-)Gewalt kennt. „Jeden“ züchtet der Staat zum Feind der Freiheit „der ANDEREN“.

So hängt das Maß an politischem Erfolg nur von dem Maß ab, in dem die jeweilige politische Kraft (bspw. eine Partei) das Potential hat, eine Staats-tragende Kraft zu sein, welche die Eigeninteressen des gewalttätigen Monsters Staat am besten befriedigt und nicht etwa die Interessen der sog. „Wähler“ oder „Staatsbürger“ (welche Begriffe man in dieser pervertierten Sprache auch immer verwendet). So sehen die überzeugten Jünger der sektenartigen Parteien-Konstrukte gerne ihren Erfolg darin, dass sie etwa recht hätten und auf dem richtigen Weg seien. Je wirtschaftlich abhängiger sie (bspw. als Abgeordneter) von der Partei sind, je tiefer ihre soziale Verflechtung innerhalb der Partei ist usw., desto geringer ist ihre Fähigkeit eigenständig zu denken, desto mehr werden sie „auf Linie gebracht“, desto mehr mutieren sie vom denkenden Menschen zum Politischen, desto größer ist die Gefahr der unerträglichen Isolation, wenn man – und sei es nur in kleinen Details – nicht auf Linie sein sollte, sodass man „abweichende Gedanken und Ansätze“ lieber gerne verwirft. Ein Selbstläufer.

Fast beliebig interpretier- und formbare „Eigenschaften“ und Schubläden wie „Links“ oder „Rechts“ spielen im Grunde genommen real gar keine wesentliche Rolle, mit der Ausnahme, dass sie eine vernünftige, objektive Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Gegebenheiten und wahren Ursachen verunmöglichen und ein max. Maß an Spaltung erzeugen sollen. Alle Radikalen unter den vom Menschen zu Politischen-mutierten wähnen sich zudem noch im Recht, wenn sie doch nur auf der richtigen Seite der politischen „Kriegsfront“ radikal sind, ungeachtet der Tatsache, dass die Radikalität einer beliebigen Seite immer vom Maß der Radikalität der jeweils anderen Seite abhängt. So ist der Beweis für die „Berechtigung der eigenen Radikalität“ auch wieder nur den Resultaten der eigenen Radikalität selber geschuldet. Bewusstlos schlägt man sich unter den Radikalen im Sinne des lachenden Dritten (Staat) die Köpfe ein.

Diese Wandlung des ursprünglichen Menschen zum Politischen schafft Bosheit und Probleme, die sich fortwährend destruktiv gegen „Alles und Jeden“ entladen. Er selber ist nun ein Politischer. Je politischer er wird und je mehr Verbote und Eingriffe er fordert, desto mehr sieht er in den Resultaten seiner eigenen politischen Aktivität – die er selber nicht als Resultate seines Handelns erkennt – einen Grund für noch mehr Politik und Zwang und Unterwerfung ANDERER. So entnimmt er selber fortwährend (in einer nie endenden Spirale) die Berechtigung und Notwendigkeit der Politik und eines immer totalitärer werdenden Staates aus den Resultaten des (und auch seines) politischen und staatlichen Handelns selber.

Je zentralisierter und planwirtschaftlicher über die Köpfe in ihren individuellen Gegebenheiten und Situationen und unter Missachtung ihrer unendlichen Vielfalt entschieden und diktiert wird, desto sicherer ist es, dass die Macher dieser Entscheidungen nur an einer Befriedigung der EIGEN-Interessen interessiert sind. Ganz einfach aus dem Grund, dass sie unweigerlich selber die Erfahrung machen müssen, dass es nicht funktionieren kann. Desto unglaubwürdiger werden sie für denjenigen, der diese Individualität der Situationen und der Menschen selber in der Natur erkennt.

Dem vom Menschen zum Politischen-mutierten, dürfte das jedoch nicht auffallen, da er selber nur noch Masse kennt und sein ganzes Denken von der Ideologie der Zentral-Macht „gekauft wurde“, wie die Seelen, die der Teufel kauft.

Selbstverständlich sind immer DIE ANDEREN böse, aus dem einfachen Grund: weil sie eben einfach nur böse sind. Und daher müsse man sie umso mehr ihrer Freiheit beschneiden.

Wie andere Marktteilnehmer nimmt der Staat die geforderten Aufgaben gegenüber der vollkommen anonymen und gesichtslosen Masse, an der seinerseits naturgemäß (in dieser Konstellation) gar kein persönliches Interesse bestehen kann, gerne an. Und zwar nur diejenigen Aufgaben, die seine Eigeninteressen am besten befriedigen. So bekommen nur bestimmte politische Stoßrichtungen Rückenwind und werden massiv von ihm gefördert, wobei seine angeblichen Interessen, wie „mehr Gerechtigkeit“, „mehr Frieden“, „mehr Soziales“ usw. nur noch zu Phrasen innerhalb seiner Ideologie verkommen. Er (der Staat) selber agiert, hinter jeder ideologischen Fassade, die er konstruiert oder konstruieren lässt, primär nur aus eigenen ökonomischen Interessen und nutzt seine Monopolstellung dazu, sich mit gewaltsamen Übergriffen die Arbeitsergebnisse Anderer anzueignen und zu verhindern, dass andere Marktteilnehmer mit ihm in Wettbewerb/Konkurrenz treten.

Jedem dürfte schnell klar werden, dass er aufgrund seiner Eigenschaften der ungeeignetste Marktteilnehmer zur Befriedigung anderer Interessen als der eigenen ist.

Niemand, der nicht reif für die Klapsmühle ist, würde mit irgend Jemanden, der diese Eigenschaften besitzt, freiwillig einen Vertrag abschließen, denn am schlechtesten wird das jew. Bedürfnis der Marktteilnehmer befriedigen, der die folgenden Eigenschaften erfüllt:

Ein Marktteilnehmer, der Konkurrenz verbieten dürfte, bei dem ich Zwangs-Kunde bin ohne Unterschrift, einfach nur weil ich in einem Gebiet xy geboren bin, der seine Preise beliebig erhöhen und seine Dienstleistungen beliebig verschlechtern darf, der schlichtweg selber einseitig die Konditionen diktiert und nach Belieben anpasst, der selber die Letztentscheidungsbefugnis in jedem Streit hat – selbst dem, den er selber anzettelt, der selber zu all dem noch als Einziger „legitim“ jedes erforderliche Maß an Gewalt anwenden darf, was erforderlich ist, um den „unwilligen Kunden“ zu unterwerfen.

Die Verteilung der Häppchen, die das gefräßige Monster noch übrig lässt, nachdem es die Not und Armut maßgeblich SELBST erzeugt hat, die Häppchen, die er (der Staat) dann unter den Bedürftigen seiner gespenstischen Masse verteilt, mit einem riesigen (Propaganda-)Rummel und Posaune darüber, wie sozial und notwendig er selber doch sei – diese Gaben sind dann der jämmerliche Rest am permanent versprochenen „Sozialem“, „Gerechtem“ usw., zu Gaben, die nur wieder seinem Selbstzweck dienten – seiner eigenen Ideologie.

Er selber macht aus eigenverantwortlichen Menschen jämmerliche, zum Betteln (selbstverständlich nur bei ihm, da er alle Systeme okkupiert, die ihm dienlich sind) gezwungene Bedürftige, um sie zuerst abhängig und gefügig zu machen (da der Staat ihre einzige Alternative bleibt) und anschließend in seiner eigennützigen Bürokratie zu zermalmen und zu zermürben – seiner fetten, aufgeblasenen, ineffizienten, nichts an Wohlstand generierenden, erstickenden, Energie-raubenden, abschreckenden und nur um ihrer selbst willen existierenden Bürokratie (Armutsmaschinerie), die auch andere abschreckt, kriminalisiert usw. und sie – so fähig sie in ihrem speziellen Gebiet auch sein mögen – daran hindert eigene Unternehmen zu gründen etc.

Das Spiel ist dann im Grunde immer dasselbe. Kern der Ideologie ist es, alle Probleme einem zu hohen Maß an Freiheit (ganz wichtig: der jeweils ANDEREN) zuzuschieben – etwa „dem Kapitalismus“ oder „dem freien Markt“. Es ist erstaunlich, wie lange diese Ideologie funktioniert und kann mittlerweile nicht mal mehr ausschließen, dass es selbst bei realen Abgabenquoten von 90 oder 95, statt derzeit rund 70% des Einkommens und einem noch höheren Maß an damit einhergehender Planwirtschaft noch immer bei vielen der bewusstlosen Politischen (links oder rechts oder grün, rot, blau … blaaaa) funktioniert.

Es gibt dann ab einer kritischen Schwelle nur noch einen Weg, den Weg – in immer größer werdenden Schritten – in den Totalitarismus. Es passiert unabhängig davon, ob es „die Politischen“ in ihrem Wahnsinn so wahrnehmen oder nicht, unabhängig davon, wie edel ihre Ziele auch sein mögen – sie werden zum Zerstörer jeglicher Wahrheit, jeglichen Friedens und jeglicher Freiheit.

Veröffentlicht von Hardy Schmidt auf Facebook

***

Und ich möchte gleich noch ein aktuelles Interview Markus Krall anhängen, der die obigen Aussagen unterstreicht und gleich noch einer bürgerlichen Revolution aufruft (wobei wir uns erinnern, dass auch schon die französische Revolution von den ‚Bürgern‘ mit Eigentum initiiert wurde, siehe):

  1. Dezember 31, 2019 um 7:40 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. Januar 1, 2020 um 9:55 am

    Allen ein

    💥 Frohes Neues Jahrzehnt! ✨ 🍸 🍾

    wünscht
    Nirmalo

  3. Martin Bartonitz
    Januar 1, 2020 um 11:36 am

    Johannes Bard kommentierte auf Human Connection zum Artikel:

    meiner Meinung nach wurde seitens Menschenskind schon kurz nach Start das Hemd schief geknöpft, weil:

    Freiheit und Eigentum geht nicht zeitgleich.

    wer sich für die Prinzipien des Eigentums entscheidet – wie geschehen -, der hat sich gegen Freiheit entschieden.

    eigentlich ganz einfach 😉

    • Martin Bartonitz
      Januar 1, 2020 um 11:54 am

      Dazu schrieb Andreas Perschke noch

      Aber sicher! Ich traf vor ca. 25 Jahren mal einen jungen Mann in einer Fußgängerzone, der nichts besaß außer den Habseligkeiten in seinem Rucksack. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir von seinem Leben. Ich bin nie einem Menschen begegnet der freier und zufriedener war. Beneidenswert. Beneidenswert deshalb, weil ich mich nie getraut habe ein solches Leben zu führen. Meine „Sicherheit“ war mir wichtiger.
      Aber auch heute noch, nach so vielen Jahren, habe ich den Mann und seine Lebensgeschichte nicht vergessen, nicht das Gefühl von Freiheit, das er mir vermittelt hat, und nicht die Zufriedenheit, die er ausgestrahlt hat.

      • Januar 1, 2020 um 12:00 pm

        So lange man jung und gesund ist, ist das bestimmt toll. Aber werde mal krank und abhängig, dann hört das ganz schnell von alleine auf.

        • Martin Bartonitz
          Januar 1, 2020 um 12:49 pm

          Das scheint mir ja gerade zur Freiheit zu gehören: Sich des Risikos der Krankheit bewusst so zu stellen, wie es auch die Tiere tun … wat kütt dat kütt, und wenn es dann eben der frühere Tod ist …

          • Januar 1, 2020 um 1:10 pm

            Das kann man nicht vergleichen, meine ich. Gründe: 1. Tiere haben bezüglich s so etwas kein Bewußtsein. Sie können nicht denken, in die Zukunft gucken und sich dann sagen: „Aber ich könnte ja auch krank werden“. Das ist völlig abwegig. Das Bewußtsein, die Intelligenz, in die Zukunft zu schauen und dahingehend auch zu planen, was ja nicht negativ ist, hat nur der Mensch. Watt kütt dat kütt, hört sich nicht nach Zukunft planen an. 2. Die meisten Leute, die sowas denken, haben eben keine Ahnung was es da für „nette“ Krankheiten so gibt. Davon stirbt man nicht unbedingt schnell, was ja noch je nach Situation des Einzelnen noch eine Erleichterung wäre. Viele Krankheiten gehen eben mit langer Erschöpfung, schließlich Bettlägerigkeit und dann erst irgendwann Tod einher, was so wohl auch kein Mensch bewußt einkalkulieren würde, würde er überhaupt diesbezüglich an die Zukunft denken.
            Nein, diejenigen die das freedoms just another word-Gefühl leben, sind meist jung und die denken einfach nicht so weit. Ist ja auch o.k.. Ändert sich aber meist, wenn man älter wird und „anfälliger“ für die üblichen Wehwehchen des Alters.

          • Januar 1, 2020 um 2:24 pm

            Martin: „Das scheint mir ja gerade zur Freiheit zu gehören: Sich des Risikos der Krankheit bewusst so zu stellen, wie es auch die Tiere tun“

            Zur Freiheit gehört auch, von der Klippe springen zu können. Tiere tun das meist aber nur dann, wenn ihnen zuvor Flügel gewachsen sind.

            Ja, du bist frei und kannst dich auf irgend einen Hügel setzen und auf den letzten Atemzug warten. Die Freiheit ist groß. Die Körper werden sterben. Aber bis dahin… können wir das Leben feiern.

      • Januar 1, 2020 um 2:17 pm

        Andreas Perschke: „Ich bin nie einem Menschen begegnet der freier und zufriedener war.“

        Vielleicht, weil du nicht offen warst dafür?

        Andreas Perschke: „Beneidenswert … weil ich mich nie getraut habe ein solches Leben zu führen.“

        In den Klöstern rund um den Globus wird so gelebt, nur etwas komfortabler als „auf der Straße“, aber ebenfalls ohne Geld, ohne Eigentum, ohne Bindungen, ohne Sorge und… bei aller Tätigkeit: Spirituell auf das Höchste ausgerichtet.

        Es gibt aber auch das zufriedene Leben MIT etwas
        Geld und MIT etwas Eigentum. – Kein Problem.

    • Januar 1, 2020 um 2:03 pm

      Johannes Bard: „Freiheit und Eigentum geht nicht zeitgleich.“

      Quark.

      Die Freiheit im Ausdruck kann dann beeinträchtigt werden, wenn das Ideen-Gebilde „Eigentum“ schädliche Auswüchse zeigt. Bei intelligenter Betrachtung sind diese auch schon vorzeitig zu erkennen.

      Das heißt, wir müssen genau definieren, was wir noch unter Eigentum (in freier Verfügungsgewalt) verstehen wollen und was nicht, weil es Gesellschafts-relevant ist.

  4. Januar 1, 2020 um 11:42 am

    Na ja, das kritisiere ich. Richtige Freiheit kann es nie geben innerhalb eines sozialen Systems. Es muß immer soziale Elemente geben, dh. zb. Fürsorge für die, die nicht mehr können. Das blenden diese Libertären ja gerne aus. Es gibt auch keinen freien Markt, kann es nicht geben, weil immer derjenige die meiste Macht hat, der die meiste Kohle hat. Und damit kauft er halt Andere. Deshalb bedeutet Geld immer Macht, und noch mehr Geld noch mehr Macht, was aber zwangsläufig so passiert in unserem Geldsystem.
    Um da was zu ändern, müßte das Geldsystem völlig reformiert werden, dazu aber auch die Eigentumsverhältnisse, so daß jeder Mensch von Geburt an nicht versklavt ist (wenn er nicht gerade reiche Eltern hat), Eigentumsverhältnisse von Geburt an, Grund und Boden – Besitz machen ja gerade unter anderem die Versklavung aus, denn irgendwo muß man ja wohnen, das ist das Unrecht.
    Diesen Gedanken verschließen sich Libertäre aber. Deshalb ist das alles irgendwie nicht glaubwürdig.

    • Januar 1, 2020 um 2:46 pm

      teutoburgswaelder: „Richtige Freiheit kann es nie geben innerhalb eines sozialen Systems.“

      Quark: Du kannst dich sogar in einer Gefängniszelle frei fühlen. Eine Frage der Reife und der Bewußtheit. Allein durch den Körper, allein aufgrund der Begrenzungen durch den sehr schmalen Spalt des Erlebens durch unsere Sinne ist unser Vermögen eng begrenzt. Aber ein „Teil“ in dir ist niemals unfrei gewesen.

      Wenn du dich mit einem System (welches auch immer) identifizierst, fühlst du dich natürlich unfrei. Aber du bist frei, das nicht zu tun. Eine Frage der Intelligenz… im Umgang mit dir selbst.

      Deine Zufriedenheit kann nicht durch äußere Veränderungen passieren. Der Verstand findet immer Gründe, zu lamentieren.

      teutoburgswaelder: „müßte das Geldsystem völlig reformiert werden, dazu aber auch die Eigentumsverhältnisse, so daß jeder Mensch von Geburt an nicht versklavt ist“

      Ja, zum Beispiel das Sklaventum, zeitlebens viel Geld verwalten zu müssen. Ist nicht zu unterschätzen, diese Bürde!

      Das Geld hehört selbstverständlich in die Obhut des Staates und nicht in private Hand. Eben, damit keine Machtkonzentrationen stattfinden können.

      Und ja: Grund und Boden darf kein Eigentum sein.

      Da wäre noch das Wasser…

      • Januar 1, 2020 um 2:55 pm

        Das ist objektiv gesehen falsch. Da jeder Mensch einen Körper hat mitsamt körperlichen Bedürfnissen, die auch befriedigt werden müssen zumindest in Grunddingen, ist kein Mensch frei.
        Das hat nichts mit „identifizieren“ zu tun. Es ist einfach so.

        Unter Sklaventum verstehe ich was anderes als Du.
        Geld verwalten zu müssen ist kein Sklaventum, denn man könnte ja das offensichtlich so böse Geld auch weggeben, verschenken, in den Kloo spülen etcpp. Zuviel Geld kann also keine Bürde sein und es macht auch nicht versklavt. Zu wenig zu haben um essentielle Bedürfnisse zu befriedigen (siehe Maslowsche Bedürfnispyramide) dagegen schon. Das macht extrem unfrei, weil man seine eigene körperliche Unversehrtheit für Drecksjobs unter Wert verkaufen muß, nur um etwas Geld zu verdienen – eine Falle, in der Millionen Menschen stecken und aus der sie auch nie rauskommen sollen. Einfach indem man ihre Löhne klein hält.

        Natürlich gehört Geld in die Obhut des Staates, schon gar nicht in die Hände von Einzelpersonen, so wie es derzeit ja ist. Die machen da in ihrer Gier nur Unsinn mit. Und nein, wir leben derzeit auch nicht im Sozialismus, falls Sie das noch behaupten wollen.

        • Januar 1, 2020 um 7:04 pm

          teutoburgswaelder: „Das ist objektiv gesehen falsch.“

          Hier liegt die erste Wachtel im Pfeffer, denn damit
          sagst du, daß meine Sicht auf die Dinge subjektiv sei, deine dagegen objektiv.

          Ich sage:
          1. Du hast deine Sicht auf die Dinge.
          2. Ich habe meine Sicht auf die Dinge.
          3. Die Sichtweisen müssen nicht kongruent sein.

          Eine Sichtweise kann NUR subjektiv sein.
          Wenn du sagst, „mein Blick auf die Dinge ist objektiv“, dann ist auch das deine subjektive Sichtweise.

          teutoburgswaelder: „Da jeder Mensch … ist kein Mensch frei. (…) Es ist einfach so.“

          Du hast deine eigene Logik.
          Andere nutzen eine andere.

          Innerhalb deiner Logik und unter deinen Prämissen, wird alles in sich schlüssig sein, dessen bin ich mir sicher (ohne sicher sein zu können).

          teutoburgswaelder: „Das macht extrem unfrei, weil man seine eigene körperliche Unversehrtheit für Drecksjobs unter Wert verkaufen muß

          Ich vermute, daß du die lebendigen Gegenbeispiele, die ich dir zeigen könnte, nicht sehen und/oder nicht wahrhaben wollen würdest. Weil sie dein „Feindbild“ nicht stützen würden und du nicht bereit bist (wie mir subjektiv scheint), deine Bewertung zu überprüfen, was eine mögliche Korrektur beinhalten würde.

          Teutoburgswaelder: „…falls Sie das noch behaupten wollen.“

          Legst du gesteigerten Wert auf das „Sie“ in der Anrede, oder können wir die übersteigerten Förmlichkeiten lassen? Das „du“ liegt mir einfach näher.

          PS: Wenn ich sage, „Das Geld gehört in die Obhut des Staates“ soll das nicht heißen, daß er keine Scheine und Münzen (die ja ausschließlich dem Staat gehören; uns gehört nur der ihnen immanente verabredete Wert) ausleihen soll. Das ist ja Sinn und Zweck des Geldes, einfachen Tausch von Waren und Dienstleistungen zu ermöglichen. Aber mit dem Geld dürfen keine Geschäfte gemacht werden, sondern nur mit Waren. Und es muß dafür gesorgt sein, daß die Akkumulation von Geld keine signifikante Macht generiert werden kann.

          Und daß Scheine & Münzen langsam verschwinden, ist einerseits segensreich…

          Einerseits. Anderseits werden die Gefahren nicht rechtzeitig erkannt werden können, weil die Abgeordneten im IT-Bereich nicht gerade die Elite abbilden, sondern leider… den Durchschnitt der Bevölkerung.

          Schönen Abend.

          • Januar 2, 2020 um 3:43 pm

            „Eine Sichtweise kann NUR subjektiv sein.“

            Streite ich nicht ab. Es gibt Millionen unterschiedliche Sichtweisen. Aber es gibt nur EINE Wahrheit. Diese Wahrheit lautet: Der Mensch als Gesamtheit inklusive Körper hat feststehende Bedürfnisse. Beachtet man diese nicht, dann stirbt der menschliche Körper. Oder aber er wird erstmal krank.

            Das gilt auch für Deine „lebendingen Beispiele“, daß es eben nicht so sei, daß man seine eigene körperliche Unversehrtheit nicht unter Wert verkaufen müsse.
            Dies ist, im Gegenteil, der Regelfall in diesem kapitalistischen System.
            Deine „lebendigen Beispiele“ zeugen von fehlenden Erfahrungen mit Armut. Deshalb taugen Deine Beispiele nichts. Sie sind nur Einzelerfahrungen. Keine Massenphänomene. Nicht geeignet, einen klaren Blick auf die Ursachen der Probleme der Menschhet zu werfen.

  5. Januar 1, 2020 um 12:58 pm

    Danke werter Martin,
    für diesen Blick und die „Integration“ des „alten Preußen-Königs“.

    Macht man noch einen weiteren Schritt weg von dem hier Beschriebenen,
    dann mag man recht schnell dieses „alte Muster“ erkennen, welches „früher“ wunderbar in die Definition (eben die alte und klare) des Faschismus paßt.

    Fehlt nur noch eine weitere Komponente, doch dafür wird gerade auf verschiedenen Ebenen und „Baustellen“ heftigst und augenscheinlich erfolgreich gearbeitet.
    Ich umschreibe es mal mit „Moralität basierend auf Spiritualität“, wo ja gerade auch an der einen, allumfassende, wie globalen „Lösung“ gearbeitet wird.
    Yepp, die eine Weltregierung, das eine Weltwirtschaftssystem samt Währung und dieses eine „geistliche Gebilde“ …

    Steht dann dieses „eiserne“ System, dann ist diese „eine Seite“ am Ziel und wir haben dann nicht mehr viel zu lachen, außer wir sind dermaßen käuflich, daß wir uns wegen „Kohle und Prestige“ freiwillig? in ihre Dienste stellen. Man könnte diese Menschen dann auch als kleine oder große „Legionäre“ benennen,
    wo dann auch noch der nette Wink versteckt ist,
    welches Vorbild denn für die netten, federführenden Faschisten maßgebend ist …
    Die Architektur mag da auch behilflich sein oder der WortStamm des „F-Wortes“ –
    führen doch alle Wege nach Rom, oder?

    Halten wir ergo die Augen offen …

    Alles Liebe,
    Raffa.

  6. Januar 5, 2020 um 1:42 am

    Anekdote vom Alten Fritz…
    https://philosophischereplik.home.blog/

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