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Mit 'sozialer Homöopathie' die gesellschaftliche Transformation erreichen …

Ich lese gerade das empfehlenswerte neue Buch von Christoph Pfluger: Die Strategie der friedlichen Umwälzung: Eine Antwort auf die Machtfrage . Kaum hatte ich den Artikel Homöopathie wirkt! veröffentlicht, kam das Thema auch in diesem Buch vor, aber mit einer völlig unerwarteten Perspektive: Als Kampfmittel gegen die aktuell Herrschenden inklusive ihrer Dogmen. Im Folgenden haben ich mir erlaubt, das Kapitel ‚Ähnliches mit Ähnlichem‘ hier ins Regal zu stellen. Der Herausgeber möge ein Auge zudrücken, vielleicht kauft ja der Eine oder Andere gerade dadurch auch das Buch 😉

Ähnliches mit Ähnlichem

In der nächsten Phase muss es darum gehen, den Gegner anzugreifen und dabei ein Feld zu wählen, auf dem er schwach ist und wir unverwundbar sind. Schwach ist er auf dem Gebiet des Geistes – deshalb versucht er ständig, uns emotional und intellektuell zu beeinflussen und deshalb werden abweichende Meinungen so scharf bekämpft, sobald sie «das System» infrage stellen. Unverwundbar sind wir, wenn wir nicht als Gegner auftreten, sondern gewissermaßen als Verbündeter. Und schließlich müssen wir, da gering an Zahl, darauf achten, mit möglichst wenig Aufwand möglichst große Wirkung zu erzielen.

Das Mittel erster Wahl, das alle diese drei Erfordernisse erfüllt, ist die soziale Homöopathie. Dieses Fachgebiet muss zwar erst noch er-forscht und entwickelt werden, aber seine erste Regel kann von allen angewendet werden, die etwas zur Gesundung der Gesellschaft beitragen wollen. Der Grundsatz der sozialen Homöopathie besteht darin, einen gesellschaftlichen Missstand nicht mit Gegenmaßnahmen zu behandeln, zum Beispiel mit Protest, Widerstand oder Sanktionen, sondern durch Injektion des krankmachenden Impulses in homöopathischer Dosis in den sozialen Organismus.

Begriff und Grundsätze der Homöopathie stammen von dem deut-schen Arzt Samuel Hahnemann (1755 bis 1843), der beobachtet hatte, dass Stoffe, die bei Gesunden Krankheitssymptome erzeugten, zur Hei-lung dieser Krankheiten eingesetzt werden können – daher das Prinzip der Ähnlichkeit. Um nicht krank zu machen, sondern die Selbstheilungskräfte anzuregen, müssen diese Arzneien potenziert, d. h. in geringsten Dosen verabreicht werden. Weil die Anwendung der Homöopathie auf soziale Phänomene so vielversprechend erscheint, möchte ich an dieser Stelle noch auf ein paar Hintergründe eingehen, die ich im August 2008 in einem Gespräch mit dem bedeutenden homöopathischen Arzt Jürgen Becker erfahren habe. Er erklärte mir:

«Die Homöopathie ortet die Lebensvorgänge auf fünf verschiedenen Ebenen, der materiellen, der vital-körperlichen, der emotionalen, der mentalen und der spirituellen Ebene des Lebens. Ein Vorgang wird in der Regel auf seiner eigenen Ebene im Gleichgewicht gehalten. Wenn das aus irgendeinem Grund nicht geschieht, müssen die Selbstheilungskräfte auf der nächsthöheren Ebene aktiviert werden. Das geschieht über potenzierte Naturstoffe, die in der entsprechenden Potenz bei Gesunden ähnliche Symptome erzeugen, wie der Kranke sie erlebt.

Wenn wir ein Problem auf irgendeiner Ebene nicht haben wollen, fällt es eine Etage tiefer und manifestiert sich dort als Symptom. Schließlich landet es im Körper. Das ist der Sack, der alles aufnehmen muss, dessen Sprache die Medizin aber leider nicht mehr versteht. Normalerweise haben wir kein Verständnis dafür, was ein bestimmtes Symptom ausdrückt und enthält. Die Aufgabe der Homöopathie ist es nun, das Geschehen rückwärts aufzuwickeln, die ins Körperliche verdrängten Vorgänge zu erkennen und auf der nächsthöheren Ebene wieder in Schwung zu bringen. Sie tut dies, indem sie das Symptom erst einmal auf der Ebene, auf der es erscheint, verdeutlicht und verschärft, sodass sich die Selbstheilungskräfte auf der nächsthöheren Ebene aktivieren.

Kalte Hände zum Beispiel sind ein Phänomen auf der materiellen Ebene. Wenn wir sie in kaltes Wasser tauchen – Verschärfung! -, wird die Zirkulation angeregt, ein Vorgang auf der vital-körperlichen Ebene, und die Hände werden wieder warm. Ein anderes Beispiel: Bei einem Menschen, der unter Depressionen leidet – emotionale Ebene – finden sich die Heilungskräfte auf der mentalen Ebene in unseren Glaubenssätzen. Wer sich dauernd mit anderen vergleicht und sich sagt , wird mit der Zeit depressiv. Und wenn sich die Depression chronifiziert, werden früher oder später körperliche Symptome auftreten.

Zu einer Störung kommt es nicht, indem wir an den Schwierigkeiten erkranken, die wir haben – mit denen haben wir nur unsere Schwierigkeiten -, sondern an denen, die wir nicht annehmen, die wir nicht haben wollen. Oder anders ausgedrückt: Wir leiden nicht an den Problemen, die wir haben, sondern an denen, die wir verdrängen. Krankheit verkörpert das, was weg sein soll. Da kann die Erkenntnis, dass die Krankheit wirklich da ist, den Selbstheilungsprozess schon fördern.

Die religiöse Ebene reguliert alle unter ihr liegenden. Es bleibt ein Geheimnis, dass auf dieser Ebene keine allgemeingültigen Aussagen möglich sind. Die Beziehung zwischen uns Menschen und dem Höheren ist dem Werkzeug der mentalen Ebene, dem Verstand, nicht wirklich zugänglich. Er kann sich der spirituellen höchstens annähern. Mit Sicherheit wissen wir nur, dass auch religiöse Überzeugungen einen großen Einfluss auf die Gesundheit haben. Das ganze Leben ist eben ein System von Selbstheilungskräften, auch der Tod. Letztlich heilt er alles.»

Wie können wir die soziale Homöopathie, dieses neue Werkzeug nun konkret einsetzen? Damit ließe sich eine Vielzahl von unerwünschten Zuständen behandeln, von der Konsumsucht über die Raserei bis zum Stress. Aber das muss noch erforscht und entwickelt werden.

Wir wollen mit der sozialen Homöopathie das Fundament des Gegners erreichen, wo er stark und gleichzeitig verletzlich ist: dem Glauben ans Geld. Dass es nicht mehr als ein Glaube ist, wissen wir inzwischen nicht nur, das zeigt auch die Symbolik der wichtigsten Geldscheine der Erde, des Dollars. «In God We Trust» — wir vertrauen dem Gott Mammon. Und das allsehende Auge! Schon die alten Ägypter sahen das Auge als göttliches Organ und Symbol der Gottheit. Der Name ihres wichtigsten Gottes «Osiris», des Herrschers über die Unterwelt und Hüters der Pforte zum Jenseits, bedeutet «Stätte des Auges». Und im Alten Testament bezeichnen die Israeliten ihre Propheten als «Seher». Geld ist also eine universelle Religion, die Banken sind ihre Kirche.

Diesen Glauben an das illusionäre Geld wollen wir mit einer einfachen Botschaft ins Wanken bringen:

«Glaubet ans Geld!»

Oder alternativ:

«Vertraut den Banken!»
Oder
«Besitz ist Glück!»

Dass diese Botschaften wirken, liegt nicht nur am homöopathischen Prinzip, sondern hat noch einen tieferen, gewissermaßen philosophischen Grund: Wenn wir etwas unbewusst und zwanghaft tun, dann ist der erste Schritt zur Ursächlichkeit, es bewusst und mit Absicht zu tun. Mit dieser einfachen Maßnahme werden wir wieder Meister unserer Gedanken.

Wir können diese Botschaften auf zig Arten unter die Leute bringen, die Kanäle sind da. Plakate, Flugblätter, Filme, aber auch Performances, Installationen (Kapellen zur Anbetung des Geldes), Aktionen (fiktive Bankruns), Statements an öffentlichen Veranstaltungen. Wichtig: möglichst öffentlich, möglichst direkt. Digitale Netzwerke halte ich für ungeeignet. Da schwimmen schon zu viele Substanzen mit unbekannten Nebenwirkungen (nicht selten als beabsichtigte Hauptwirkung) herum. Aber vielleicht finden wir auch dafür noch eine passende Arznei.

Was dann passiert, können wir nicht wissen. Es könnte mit einer Erstverschlechterung beginnen und vielleicht in eine um sich greifende Erweiterung des kollektiven Bewusstseins münden — der Anfang einer ansteckenden Gesundheit. Natürlich wird der Erfolg davon abhängen, wie viele Menschen sich als Barfußärzte dieser politischen Medizin verschreiben. Aber weil es eine ansteckende Gesundheit ist, braucht es für den Beginn nicht viele. Wenige mögen also genügen. Aber es braucht auch Qualität. Der gute Arzt geht nicht, sobald er die Arznei verabreicht hat; er überlässt den Heilungsprozess nicht sich selbst; er bleibt, bis der Patient gesund ist.

Die soziale Homöopathie ist eine (Heil-)Kunst, d. h. ihre Anwendung liegt in der Freiheit des Einzelnen. Aber es gibt Regeln der Kunst:

  1. Grundlagen der sozialen Homöopathie sind die heilende Absicht und die Liebe. Wer die Menschen verachtet, die unter einem bestimmten Impuls leiden, kann nicht heilend eingreifen. Aktionen ohne Liebe und heilende Absicht bleiben auf der Ebene der Provokation oder gar der Aggression stecken und sind kontraproduktiv. Je umfassender die Liebe und Verantwortung, desto größer der potenzielle Erfolg.
  2. Es gibt keine homöopathische Dosis, die in jedem Fall richtig ist. In jeder Gruppe gibt es Individuen, denen die Dosis entweder zu stark ist oder deren Reizschwelle nicht erreicht wird. Im Zweifelsfall ist die Dosis eher zu schwach anzusetzen, da auch ein Eingriff unter der Reizschwelle etwas bewirkt, nur liegt das Resultat unter unserer Wahrnehmungsschwelle.
  3. Weil es die richtige Dosis nicht geben kann, muss die soziale Homöopathie so erfolgen, dass individuelle Kommunikation möglich ist, um die Wirkung zu steuern, z.B. durch ein klärendes Gespräch, durch zusätzliche Information oder durch Wahrnehmung der Aktion aus verschiedenen Blickwinkeln.
  4. Der sozial-homöopathische Impuls wirkt in der Regel länger als die Dauer des Eingriffs. Die Praktizierenden müssen deshalb dafür sorgen, dass eine Nachbetreuung möglich ist, entweder durch Aussprache, eine Kontaktmöglichkeit oder sonst ein geeignetes Kommunikationsmittel.
  5. Die sozial-homöopathische Maßnahme erreicht oft auch Menschen, die einen solchen Eingriff ablehnen oder sich ihm nicht gegen ihren Willen aussetzen wollen. Die Aktionen sollten deshalb mit Humor gestaltet werden, dass sich die Betroffenen ihnen durch Lachen oder Spott entziehen können.
  6. Sozial-homöopathische Eingriffe können bei Einzelnen eine Erstverschlechterung auslösen, die sich in Aggression oder einer scheinbar gegenteiligen Wirkung äußert. Die Praktizierenden sollten solchen Reaktionen mit Offenheit und Liebe begegnen und nicht un-bewusst das Verhalten und die Emotionen der Menschen übernehmen, mit denen sie arbeiten.
  7. Sozial-homöopathische Maßnahmen werden bevorzugt von zwei oder mehreren gleichberechtigten Menschen durchgeführt. Damit soll einerseits Egoismen vorgebeugt und andererseits die Wahrnehmung verbreitert und vertieft werden. Zwei Menschen haben mehr als doppelt soviel Bewusstsein, nämlich dasjenige als Individuen und dasjenige als Gruppe. Zudem können sich mehrere Menschen bei Bedarf helfen.
  8. Das Hauptinstrument der Wahrnehmung ist die Intuition. Weil es in der sozialen Homöopathie vorab um innere Prozesse geht, liegt die Hauptebene der Realität im Inneren, wo die Phänomene viel früher wahrnehmbar sind, als äußere Zeichen sichtbar werden.
  9. Soziale Homöopathie darf nicht mit finanziellen Interessen verknüpft werden. Spenden und Geschenke ohne definierte Gegenleistungen sind die einzig tolerierten Zuwendungen. Gewinne jenseits der Lebenshaltungskosten sind ausgeschlossen.
  10. Die soziale Homöopathie steht jedermann offen. Die Berufsbezeichnung «soziale(r) Homöopath(in)» ist an eine entsprechende (zu schaffende) Ausbildung gebunden. Die Durchsetzung eines hohen Ausbildungsniveaus ist der einzige Eingriff in die Praxisfreiheit der Praktizierenden.

Die soziale Homöopathie ist die hohe Schule des friedlichen Angriffs. Daneben gibt es natürlich andere, bewährte und gewaltfreie Methoden, die wir keinesfalls vernachlässigen sollten, wenn es darum geht, die Kräfte des Gegners (den Irrglauben!) an vielen Fronten zu binden.

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