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Die verhinderte Demokratie

Foto: Anton Watman/Shutterstock.com

Nach der Wiedervereinigung eroberten die Sieger die Deutungshoheit und vereitelten so die historische Chance eines wirklichen Neubeginns.

Der folgende Text stammt von Rainer Mausfeld und wurde auf Rubikon unter einer Lizenz veröffentlicht, die es mir erlaubt, ihn auch hier ins Regal zu stellen. Es geht um den Zustand der Eliten!-Demokratie speziell hier in Deutschland. Nach allem, was ich bisher recherchiert habe: ziemlich gut auf den Punkt gebracht:

Eine Vereinigung — das wäre eigentlich ein Vorgang der Kompromissfindung, bei dem beide Seiten ihre Vorstellungen und Erfahrungen einfließen lassen. Aus These und Antithese könnte eine Synthese entstehen, die das Beste aus beiden Welten auf einer höheren Ebene vereinigt. Während des Wendeprozesses 1989/90 war vor allem Ostdeutschland ein Laboratorium kreativer Ideen, das Hoffnung auf die Schaffung einer wirklichen sozialen Demokratie weckte. Aber die Ostdeutschen wurden bewusst mit den Lockungen der Warenwelt eingekauft; die westdeutschen Lämmer schwiegen, eingelullt vom Versprechen des „Weiter so“. Der Endsieg des profitgetriebenen Kapitalismus erstickte alle Ansätze zu wirklich Neuem im Keim. Weder gab es eine gesamtdeutsche Verfassung noch ein Zusammenwachsen der beiden unterschiedlichen Mentalitäten. All das geschah auch, weil das Hauptwerkzeug eines sanften Totalitarismus, die West-Medien, in den Hirnen und Herzen der Deutschen ganze Arbeit geleistet hatte.

Das Schweigen der Lämmer ist kein unabwendbares Schicksal. 1989 hat das Volk sich selbst zum Sprechen ermächtigt und seine Stimme gegen die Zentren der Macht politisch wirksam werden lassen. Es hat den alten Hirten die Gefolgschaft gekündigt — und sich neue gesucht, die seine „Vertreibung ins Paradies“, so das treffende Bild von Daniela Dahn, organisierten: das Paradies der kapitalistischen Warenwelt, der grenzenlosen Reise- und Redefreiheit; das kapitalistische Paradies der individuellen Bedürfnisbefriedigung, der bunten Medienvielfalt und der unerschöpflichen Zerstreuungs- und Unterhaltungsindustrie. Keine Frage: Nach den Kriterien des westlichen Vorbilds ist der Lebensstandard für eine Mehrheit der Menschen in Ostdeutschland gestiegen — und mehr noch das Ausmaß sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Spaltungen.

Für den Sieger war dies ein überwältigender Sieg. Und da Geschichte bekanntlich von den Siegern geschrieben wird, kann es keinen Zweifel geben, wer der Sieger ist. Der Sieger des historischen Augenblicks ist die kapitalistische Wirtschaftsordnung und mit ihr die Lebensformen und Annehmlichkeiten des Konsums, die sie ermöglicht.

Bleibt noch die Frage, wer oder was eigentlich die Verlierer der Ereignisse von 1989 sind. Über den Hauptverlierer gibt es wohl ebenfalls keinen Zweifel: Es ist der real existierende Sozialismus. Er hatte schon früh gezeigt, dass er bereit ist, seine emanzipatorischen Versprechen zu verraten und zu missbrauchen. Auch hat er in der jahrzehntelangen Systemkonkurrenz mit dem US-geführten Kapitalismus und ihren brutalen ökonomischen und militärischen Spielregeln nicht vermocht, eine Lebensrealität anzubieten, die die Bevölkerung über diesen Verrat hätte hinwegtäuschen oder sie dafür hätte entschädigen können.

1989 hat das Volk sein Veränderungsbedürfnis klar artikuliert und sich für einen besseren, demokratisch reformierten Sozialismus ausgesprochen. „Ich wollte immer in einer Demokratie leben, aber nie im Kapitalismus“, schreibt Daniela Dahn in ihrer soeben erschienenen Abrechnung mit der Einheit, die den Titel trägt: Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute — eine Pflichtlektüre für alle, die die Hintergründe der sogenannten Wiedervereinigung besser verstehen wollen und zugleich mehr erfahren wollen über die Persönlichkeit des Wiedervereinigers, also die Bundesrepublik.

Nach einem zunächst verheißungsvollen Aufbruch oppositioneller Gruppen in der DDR, die einen Demokratisierungsdruck aufzubauen suchten, der auch auf den Westen übergreifen sollte, wurde jedoch die „friedliche Revolution“, die keine Revolution war, regelrecht aufgekauft — der Kapitalismus hat bekanntlich einen großen Magen.

Wie die Geschichte ausging, ist bekannt: Die historische Chance auf eine gesamtdeutsche Verfassung, die, wie es in Paragraf 146 des Grundgesetzes heißt, „von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist“, also die Chance einer wirklichen Demokratisierung in beiden Teilen wurde in rigoroser Siegermentalität blockiert. Und damit auch die Chance, sozialen Grundrechten Verfassungsrang zu geben.

In diesen Siegesstunden bewies der Kapitalismus noch einmal, dass ihm kein ideologisches System an illusionserzeugender Kraft gleichkommt. Keine andere autoritäre Herrschaftsform verfügt über so ausgefeilte Mittel, Menschen zu ihrer freiwilligen Knechtschaft zu verführen. Dazu gehören insbesondere Mittel zur Spaltung der Gesellschaft und zur Zersetzung von Dissens. All diese Mittel konnten 1989 höchst wirksam zur Anwendung gebracht werden, dazu noch mit singulären Renditen für die Kapitalbesitzer. Die Stimmen einer demokratischen Revolution verhallten und der kapitalistische Weg war frei zu einer, in Daniela Dahns prägnanter Formulierung, „feindlichen Übernahme der DDR auf Wunsch der Übernommenen“. Auch das war Demokratie, nur eben „kapitalistische Demokratie“, über die noch zu sprechen sein wird.

Sieger und Verlierer lassen sich also leicht identifizieren, wenn man nur bereit ist, die Perspektive auf die historische bipolare Systemkonkurrenz von real existierendem US-Kapitalismus und real existierendem Kommunismus zu verengen. Doch genau eine solche Perspektivenverengung blockiert ein tiefer gehendes Verständnis, denn tatsächlich geht es um sehr viel mehr als um eine solche Alternative.

Wir sollten daher bei der Suche nach den Verlierern nicht an der Oberfläche der offiziellen Rahmengeschichte bleiben. Denn die Sieger stehen hier berechtigterweise in dem Ruf, in globalem Maßstab Verlierer zu produzieren. Auf materieller Ebene ist der Kapitalismus schon seiner Funktionslogik nach darauf angelegt, Verlierer geradezu im Überfluss zu produzieren. Wie dies ganz konkret funktioniert, hat die ostdeutsche Bevölkerung nach 1990 in einem von den westdeutschen Eliten veranstalteten Crashkurs lernen können. Zu den verordneten Lerneinheiten gehörte die systematische Zerstörung der ostdeutschen Volkswirtschaft, die Privatisierung ihres Volkseigentums, bei der 80 Prozent des von der Treuhandanstalt verwalteten ehemals ostdeutschen Produktionsvermögens an Westdeutsche und nur sechs Prozent an DDR-Bürger fielen sowie der Verlust von mindestens 2,5 Millionen Jobs.

Aus Sicht der Sieger haben diese gesellschaftlichen Verwüstungen übrigens rein gar nichts mit der Funktionslogik des Kapitalismus zu tun, sondern sind — wie der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, jüngst feststellte — schlicht eine Konsequenz daraus, „dass die Ostdeutschen das Pech hatten, 40 Jahre auf der falschen Seite der Geschichte gestanden zu haben.“

Ein erfolgreiches Verbrechen zeichnet sich bekanntlich gerade dadurch aus, dass es dem Täter gelingt, den Opfern die Überzeugung zu vermitteln, dass sie ihr Schicksal verdient hätten.

Zu den traumatischen Lehreinheiten gehört auch die Erfahrung, dass Korruption nicht einfach zu den Auswüchsen des Kapitalismus zu zählen ist, sondern dass sie Teil seiner natürlichen Funktionsweise ist. — Es waren wahrlich paradiesische Zeiten für westdeutsches Kapital, in denen sich die Funktionslogik des Kapitalismus ungehemmt offenbaren konnte.

Dennoch müssen wir bei der Suche nach den Verlierern von 1989 noch tiefer unter die Oberfläche dringen, denn es geht um mehr: Es geht um den Verlust an mühsam errungener zivilisatorischer Substanz. Der folgenschwerste Verlust betrifft die zivilisatorische Leitidee von Demokratie — einen der bedeutendsten zivilisatorischen Schutzbalken gegen das rohe Recht des Stärkeren.

Nachdem die Bemühungen um eine wirkliche Demokratisierung innerhalb der DDR an den machtpolitischen Realitäten zerschellt waren, erhielten die Neubürger einen weiteren Crashkurs im Fach „kapitalistische Demokratie“. Dabei konnten nun diejenigen, die sich das Wort „Demokratie“ nicht durch eine pervertierte Verwendung enteignen lassen wollten, selbst erfahren, wie weit das demokratische Leitideal und die Realität der „kapitalistischen Demokratie“ auseinander liegen. Diese Diskrepanz ist eigentlich nicht überraschend, denn es gehört gerade zum Wesensmerkmal einer „kapitalistischen Demokratie“, dass sie keine ist. Der Widerspruch ist so offenkundig, dass er sich nur mit ausgefeilten Techniken der Indoktrination unsichtbar und undenkbar machen lässt.

In ihrem Wesenskern und in ihrer Funktionslogik sind Demokratie und real existierender Kapitalismus in fundamentaler Weise unverträglich miteinander. Die kapitalistische Eigentumsordnung verpflichtet alle, die über kein eigenes Kapital verfügen, für fremdes Eigentum zu arbeiten, und überführt damit Arbeit in Lohnarbeit. Arbeit im Kapitalismus bedeutet also Unterwerfung unter die Verwertungsbedingungen des Akkumulationsprozesses und damit unter die Machtverhältnisse, die eine Minderheit von Besitzenden über eine Mehrheit von Nichtbesitzenden ausübt. Der Kapitalismus ist also darauf angewiesen, die Minderheit der Besitzenden strikt vor den Veränderungswünschen der Mehrheit zu schützen. Daher kann er auch aus sich heraus sich niemals eine demokratische Legitimation verschaffen. Das ist eine Binsenwahrheit der politischen Wissenschaften. Schon Aristoteles lehnte die Demokratie ab, weil sie die Möglichkeit beinhaltet, dass „die Armen, weil sie die Mehrheit bildeten, das Vermögen der Reichen unter sich teilten“, was Aristoteles als Unrecht ansah.

Dass Kapitalismus und Demokratie in fundamentaler Weise unverträglich miteinander sind, ist also seit ihren historischen Anfängen bekannt, sodass es danach nur noch darum ging, wie sich geeignete Mittel finden lassen, mit denen sich dieses Spannungsverhältnis so lindern oder verdecken lässt, dass eine Herrschaft der Besitzenden nicht gefährdet ist.

Seit je haben also die Besitzenden großen Aufwand betrieben, solche Mittel zu schaffen. — Ohne eine massive Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch geeignete Formen der Indoktrination würde in einer „kapitalistischen Demokratie“ rasch offenkundig, dass es sich in Wahrheit gar nicht um eine Demokratie handelt. Historisch gingen daher die Entwicklung „kapitalistischer Demokratien“ und die Entwicklung immer wirksamerer Techniken der Indoktrination Hand in Hand.

Seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts wurde und wird in den USA mit hohem finanziellem Aufwand und unter massiver Beteiligung der Sozialwissenschaften und der Psychologie ein breites Arsenal von Techniken der Meinungs- und Affektmanipulation entwickelt. Die riesigen Fortschritte, die in hundert Jahren intensiver systematischer Erforschung von Manipulationstechniken erreicht wurden, lassen sich besser ermessen, wenn man sich die Fortschritte vor Augen führt, die in diesem Zeitraum in der Entwicklung der Unterhaltungstechnologie erreicht wurden. Der Entwicklungsabstand vom alten Stummfilmkino über den 3D-Digitalfilm bis zu einem Virtual Reality-Setting lässt vielleicht erahnen, wie groß der Entwicklungsabstand von traditioneller Propaganda zu modernen Indoktrinationstechniken ist.

Zu den Verfeinerungen von Propaganda gehört nicht zuletzt, dass sie sich heute nicht mehr als Propaganda bezeichnet — sie trägt heute Namen wie Perception Management oder Soft Power — und dass sie Formen annimmt, die für die Bevölkerung immer weniger sichtbar und erkennbar geworden sind. Wie wirksam mittlerweile moderne Propagandatechniken geworden sind, lässt sich daran erkennen, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung dem Trugbild erlegen ist, in einer Gesellschaft zu leben, die frei von Propaganda sei.

Zu diesen Indoktrinationsmethoden gehört es auch, dem Wort „Demokratie“ in Orwellscher Weise neue Bedeutung zu verleihen, die geradezu das Gegenteil von dem bedeutet, was mit Demokratie ursprünglich gemeint ist. In der von George Orwell in seinem Roman „1984“ beschriebenen Gesellschaft werden zentrale politische Begriff ihres Sinnes entleert und zur Stabilisierung von Machtverhältnissen mit einem neuen Sinn belegt: „Krieg ist Frieden; Freiheit ist Sklaverei; Unwissenheit ist Stärke.“

Wer die Sprache beherrscht, beherrscht die Gehirne — und damit auch uns.

Was bei Orwell für den Leser noch leicht durchschaubar ist, wurde mittlerweile so perfektioniert, dass es uns gar nicht mehr auffällt. Denken Sie etwa an all die Begriffe aus dem großen neoliberalen Falschwörterbuch, wie „Reformen“ oder „Bürokratieabbau“, die für die Bevölkerung positiv und sinnvoll klingen sollen, tatsächlich jedoch bedeuten, Konzerne und Reiche vor einer demokratischen Verantwortung und Kontrolle zu schützen und eine Umverteilung von unten nach oben und von der öffentlichen in die private Hand voranzutreiben.

Auch das Wort „Freiheit“ wurde im Neoliberalismus umdefiniert. Heute bedeutet es vor allem die Freiheit der ökonomisch Mächtigen. Für den Rest der Bevölkerung besteht Freiheit darin, sich als Konsument und als flexibel fremdverwertbares Humankapital den Bedingungen des „freien Marktes“ — ein weiteres Beispiel aus dem Falschwörterbuch — zu unterwerfen. Freiheit im Neoliberalismus bedeutet also, sich dem Markt unterwerfen zu müssen, um die eigene Fremdverwertbarkeit zu optimieren. Heute ist das Orwellsche Freiheit ist Unterwerfung — nicht nur für diejenigen, die in dem großen Niedriglohnsektor arbeiten — längst alltägliche Realität geworden.

In gleicher Weise wurde auch die Bedeutung des Wortes „Demokratie“ geradezu in ihr Gegenteil verkehrt. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurde in Orwellscher Weise „Demokratie“ in systematischer und ganz expliziter Weise so umdefiniert, dass sie nun nicht mehr Volksherrschaft, sondern Elitenherrschaft bedeutet. Man spricht seitdem von „Elitendemokratie“. In einer Elitendemokratie ist das demokratische Element im Wesentlichen darauf reduziert, dass das Volk in periodischen Abständen Vertreter aus einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen darf. Dadurch sollte der Einfluss des Volkes im Wesentlichen auf seine Rolle als Zuschauer begrenzt werden. Im Kapitalismus könne, so Walter Lippmann, einer der einflussreichsten politischen US-Intellektuellen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, Demokratie nur „Zuschauerdemokratie“ bedeuten. Von einer wirklichen politischen Partizipation müsse das Volk ausgeschlossen sein.

Diese Auffassung fand begeisterte Zustimmung in den relevanten Kreisen und wurde, in unterschiedlichen Varianten, in allen kapitalistischen Demokratien umgesetzt. Daher hat Wolfgang Schäuble deskriptiv recht, als er 2015 bemerkte: „Es darf nicht zugelassen werden, dass Wahlen etwas an der Wirtschaftspolitik ändern.“ Das gilt freilich nicht nur für die Wirtschaftspolitik. Groß angelegte empirische Studien renommierter US-Politologen haben gezeigt, dass der Einfluss der unteren 70 Prozent auf der Einkommensskala mit einem Gewicht von Null in politische Entscheidungen eingeht. Der weit überwiegende Teil der Bevölkerung ist damit politisch schlicht irrelevant.

Politische Präferenzen, die vom überwiegenden Teil der Bevölkerung geteilt werden, jedoch zu sehr von denen des herrschenden Elitenspektrums abweichen — etwa eine stärkere Besteuerung großer Einkommen oder ein Privatisierungsverbot für sozialstaatliche Einrichtungen — können durchaus artikuliert werden, bleiben jedoch bei der Wahl politisch wirkungslos. Auch ist, wie der große Demokratietheoretiker Sheldon Wolin treffend feststellte, in unseren kapitalistischen Demokratien jede Form von Dissens erlaubt und als Revolutionsprophylaxe sogar erwünscht, solange der Dissens politisch unwirksam bleibt. So viel also zur politischen Realität in kapitalistischen Demokratien.

Wenn wir den Orwellschen Umdeutungen politischer Begriffe entgehen wollen, müssen wir uns zunächst daran erinnern, was diese Begriffe eigentlich bedeuten. Im Fall des Demokratiebegriffs ist nach jahrzehntelanger Indoktrination die eigentliche Bedeutung von „Demokratie“ schon fast aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Versuchen wir also, uns zu erinnern.

Die in einem mühevollen Prozess der zivilisatorischen Einhegung von Gewalt gewonnene Leitidee der Demokratie bedeutet eine Vergesellschaftung von Herrschaft. In der Aufklärung wurde dies präzisiert als eine ungeteilte gesetzgeberische Souveränität des Volkes zusammen mit einer strikten Gewaltenteilung. Der Wesenskern von Demokratie ist die Volkssouveränität. Diese bedeutet das Recht des Volkes, sich jederzeit eine Verfassung nach seinen eigenen Vorstellungen geben zu können. Zudem bedeutet es eine Unterwerfung aller Staatsapparate unter das demokratische Gesetz. Konkret heißt das: Alle Machtstrukturen, die nicht demokratisch — also von unten — legitimiert sind, sind illegitim und müssen beseitigt werden.

In der Volkssouveränität drückt sich also das Recht auf eine politische Selbstbestimmung aus. Diese Selbstbestimmung soll gerade sicherstellen, dass jeder Bürger einen angemessenen Anteil an allen Entscheidungen haben kann, die das eigene gesellschaftliche Leben betreffen. Zentrale Bereiche einer Gesellschaft dürfen nicht von einer demokratischen Legitimation und Kontrolle ausgeklammert werden. Da die Wirtschaft zweifellos hierzu gehört, sind — wie schon vor fast hundert Jahren der einflussreiche politische Philosoph John Dewey bemerkte — die Kriterien einer Demokratie so lange nicht erfüllt, wie die Wirtschaft autoritär organisiert und einer demokratischen Kontrolle entzogen ist. Das beantwortet noch einmal die Frage, ob es eine kapitalistische Demokratie geben kann.

Schauen wir uns nun unsere Verfassungswirklichkeit an. Im Grundgesetz findet sich in der floskelhaften Bestimmung des Paragrafen 20, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht, die Idee der Volkssouveränität zwar wieder, doch wird sie sogleich durch den extrem repräsentativen Charakter des Grundgesetzes wieder unterlaufen. Das Grundgesetz ist durch tiefes Misstrauen gegenüber dem Volk gekennzeichnet. Dieser konstitutionelle Schutz vor dem Volk genügt indes den anti-demokratischen Bedürfnissen der Machteliten nicht. Schon seit den Anfängen sind sie daher bemüht, die in der Verfassung enthaltenen demokratischen Elemente zu schwächen, zu unterlaufen oder zu beseitigen. Dabei bediente und bedient man sich einer systematische Angsterzeugung durch wechselnde Feindbildern und Bedrohungskulissen, um die Duldung der Öffentlichkeit für immer weiterreichende autoritäre Maßnahmen und für einen Abbau von Grundrechten zu erreichen.

Erst war es die vorgebliche Gefahr durch Kommunisten — denken wir an den Radikalenerlass und die Berufsverbote der 1970er-Jahre —, dann in den 1980er-Jahren die vorgebliche Gefahr durch terroristische Kräfte aus dem Umfeld außerparlamentarischer Bewegungen, dann die vorgebliche Bedrohung durch, so Wolfgang Schäuble 1991, die „Asylantenflut“ — eine Bedrohungskulisse, die mit einer bis dahin beispiellosen Hetzkampagne aus den bürgerlichen Parteien einherging, der dann zahlreiche rassistische Ausschreitungen folgten.

Seit 2001 schließlich ist die Verfassungsrealität durch eine geradezu hemmungslose Selbstversorgung der Exekutive mit Sicherheitsgesetzen gekennzeichnet.

All diese Bedrohungskulissen werden aufgebaut, um Polizei und Geheimdienste autoritär zu ermächtigen und von demokratischer Kontrolle zu entbinden. Stück für Stück wird auf diese Weise eine Transformation zu einem Überwachungs- und Sicherheitsstaat betrieben. Der Bürger als solcher wird als Sicherheitsrisiko für die doch eigentlich von ihm auszugehende Staatsgewalt angesehen. Mit einer Flut von präventiven Sicherheitsgesetzen emanzipiert sich die Exekutive endgültig vom Souverän. Die zunehmend mit autoritären Elementen durchsetzte Verfassung wird genau mit diesen autoritären Elementen vor dem Volk geschützt, und der rechtliche Ausnahmezustand wird zu einem Dauerzustand. Diese Entwicklungen zeigen, dass es keine mächtigeren Verfassungsfeinde gibt, als in den Apparaten der Exekutive — wie es ja auch in konkreten Fällen das Bundesverfassungsgericht immer wieder festgestellt hat. Prominente Beispiele sind der Große Lauschangriff von 1998 und das Luftsicherheitsgesetz von 2005.

Heute sieht die Verfassungsrealität so aus, dass weder von Volkssouveränität noch von strikter Gewaltenteilung noch von angemessenen Partizipationschancen die Rede sein kann. Das Parlament als Repräsentant des Souveräns ist heute zu einem ein Hilfsorgan der Exekutive degeneriert — sozusagen ihr Demokratie-Inszenierungs-Organ; auch die Sicherheitsapparate des Staates haben sich einer demokratischen Kontrolle weitgehend entzogen. Militär und Medien ohnehin. Zentrale Bereiche der Gesellschaft sind also längst autoritär organisiert. Auch das mit der Leitidee von Demokratie eng verbundene Völkerrecht ist heute an seinen Wurzeln zerfressen worden.

Demokratie entstand nämlich aus den zivilisatorischen Bemühungen, den Frieden innerhalb der Gesellschaft und den Frieden zwischen den Völkern zu sichern. Auch dies findet seinen Widerhall im Wortlaut des Grundgesetzes, insbesondere in dem in Paragraf 26 festgelegten strafbewehrten Verbot eines Angriffskrieges. Seit dem völkerrechtswidrigen NATO-Überfall auf Jugoslawien, ein Angriffskrieg, an dem die Bundeswehr beteiligt war, ist der Krieg wieder als Mittel der Politik legitimiert worden — wenig überraschend, denn der Kapitalismus ist auf Kriege angewiesen und trägt bekanntlich „den Krieg in sich wie die Wolke den Regen“.

Kurz: Die Verfassungsrealität sieht so aus, dass das Volk — so die große Verfassungstheoretikerin Ingeborg Maus — „realiter von den bloß Ermächtigten übermächtigt“ wird.

Der Souverän hat ausgedient. Nun muss er nur noch so gelenkt werden, dass er bei Wahlen so will, wie er wollen soll, und er muss so überwacht werden, dass er die Stabilität herrschender Machtverhältnisse nicht gefährdet.

Wenn man angesichts dieser schleichenden Entdemokratisierung den Blick auf unsere gesellschaftliche Verantwortung richtet, kann und muss man auch sagen, dass sich das Volk durch seine Duldung dieser Entwicklungen und durch sein Schweigen selbst entmächtigt hat.

Der Umbau der demokratisch angelegten Verfassung zu einem zunehmend autoritären Überwachungs- und Sicherheitsstaat ist keine zufällige Folge irgendwelcher historischen Konstellationen. Er ist eine geradezu zwangsläufige Folge der Tatsache, dass Demokratie und real existierender Kapitalismus grundlegend unverträglich miteinander sind. Daran ändert auch die kurzzeitige Symbiose nichts, die Demokratie und Kapitalismus in der Nachkriegszeit eingegangen sind.

Nun könnte man versucht sein, diese massiven demokratischen Defizite gerade zu Tugenden zu erklären, indem man argumentiert, dass eine Demokratie den Komplexitätsanforderungen moderner Gesellschaften nicht mehr gewachsen sei und das Gemeinwohl bei den rationalen und vernünftigen Eliten besser aufgehoben sei. Das ist ein beliebter und überaus geschickter Schachzug der Machteliten. Die sich darin zeigende anti-demokratische Haltung der selbstdeklarierten Eliten führt uns wieder zurück zum Schweigen der Lämmer und zu der Metapher von Herde und Hirte. So verführerisch plausibel diese Metapher, die die politische Philosophie des Abendlandes durchzieht, auf den ersten Blick erscheinen mag, so spiegelt sie tatsächlich nur das ideologische Bemühen wider, Herrschaft über Menschen zu rechtfertigen.

Denn natürlich ist der Hirte nicht dem Wohl der Schafherde verpflichtet, sondern dem Wohl des Herdenbesitzers.

Der jedoch kommt in dieser Metapher bezeichnenderweise gar nicht vor.
Die Hirtenmetapher dient, wie die Geschichte zeigt, vor allem der Rechtfertigung von Herrschaft. Erst mit dieser Metapher wird das Volk gedanklich zu einer Herde gemacht. Diese Metapher schafft die ideologische Idee eines unmündigen und launischen Volkes und verschleiert zugleich den Eigennutz derjenigen, die sich als Führer anbieten. Sie schafft erst die ideologische Unterscheidung von irrationalem „Volk“ und rationaler „Führungselite“, die das Fundament der gegenwärtig herrschenden Vorstellungen von kapitalistischer Elitendemokratie bildet.

In kapitalistischen Demokratien ist Politik, wie John Dewey lakonisch bemerkte, nicht mehr als der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt. In der neoliberalen Extremform des Kapitalismus ist dieser Spielraum nur noch ein Schrumpfraum, in dem die Bevölkerung als eigenständiger politischer Akteur gar nicht mehr vorkommt. Kapitalistische Demokratie bedeutet also, dass das Staatsvolk de facto von einer gesellschaftlichen Mitgestaltung ausgeschlossen ist. Nur auf der Basis einer Aushöhlung demokratischer Strukturen konnte seit den 1990er-Jahren der Neoliberalismus, also der globalisierte Finanzkapitalismus, seinen Siegeszug durchführen.

Die neoliberale Politik einer radikalen Umverteilung von unten nach oben und von der öffentlichen in die private Hand hat dazu geführt, dass immer breitere Bevölkerungsschichten verarmen und zugleich die Reichen mehr und mehr von Beiträgen zur Gemeinschaft „entlastet“ werden. Die katastrophalen Folgen der neoliberalen Zerstörung von Gemeinschaft werden, trotz massivster Indoktrinationsbemühungen, für immer breitere Teile der Bevölkerung spürbar und erkennbar — und erzeugen ein wachsendes Empörungspotenzial und Veränderungsbedürfnis. Diese Veränderungsbedürfnisse der Bevölkerung haben jedoch durch die neoliberale Entleerung des politischen Raumes keine Adressaten in der Politik mehr und gehen somit ins Leere.

Die Folgen sind ein drastisches Ansteigen von Gefühlen der politischen Ohnmacht, von Apathie, Unsicherheit und Angst in der Bevölkerung. Diese Affekte müssen nun irgendwie bewältigt werden. Die traditionellen sozialstaatlichen Institutionen, die Gemeinschaft fördern und dadurch Identität stiften, die gesellschaftliche Sicherheit vermitteln und angstreduzierend wirken, sind im Zuge der neoliberalen Politik massiv beschädigt oder zerstört worden. Ein wachsender Teil der Bevölkerung erleidet also schwere Verlusterfahrungen: einen Verlust an Anerkennung, einen Verlust an gesellschaftlicher Wirksamkeit, einen Verlust an kollektiver Identität, einen Verlust an materieller Sicherheit, einen Verlust an gemeinschaftlichen Normen und Werten und einen Verlust an Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen.

Wenn über ein Fünftel der Gesellschaft in unsicheren und nicht mehr existenzsichernden Arbeitsverhältnissen arbeitet, wenn ein wachsender Teil der Gesellschaft keine politische Stimme hat, keine Organisationsform, keine mediale Repräsentanz, keine Lobbyisten für eine Vertretung ihrer Interessen, in weiten Teilen hochgradig überwacht und diszipliniert ist, kann die Bevölkerung die Bezeichnung „Demokratie“ nur noch als Hohn erleben.

Es ist daher wenig überraschend, dass sich die systematisch erzeugten Ohnmachtserfahrungen andere Wege einer Bewältigung suchen. Denn die gegenwärtige radikal anti-egalitäre und anti-pluralistische Politik von oben erzeugt zwangsläufig affektive Gegenreaktionen von unten. Diese Gegenreaktionen — die als Populismus bezeichnet werden — teilen oftmals die anti-egalitären und anti-pluralistischen Haltungen des Neoliberalismus, nur eben zugunsten anderer sozialer Gruppen. Populismus lässt sich also verstehen als eine anti-pluralistische Reaktion von unten auf eine anti-pluralistische Politik von oben. Im Rechtspopulismus verbindet sich dies darüber hinaus mit einer anti-egalitären Haltung zugunsten eines ethnisch aufgeladenen Volksbegriffs.

Die neoliberale Ideologie führt zu einer sozialen Fragmentierung der Gesellschaft und zu einer Zerstörung sozialer Identitäten. Sie führte in allen Bereichen zu radikalen Spaltungen der Gesellschaft. Diese reichen bis in die Psyche des Individuums, das, um im kapitalistischen Verwertungsprozess „erfolgreich“ zu sein, seine Fremdverwertbarkeit optimieren und sich „Flexibilisierungsanforderungen“ unterwerfen muss, die es nur durch psychische Spaltungen erfüllen kann. Auf diese Weise macht die neoliberale Ideologie das Individuum selbst für sein gesellschaftliches Scheitern verantwortlich.

Die dadurch erzeugten Spaltungen und Verluste an kollektiver Identität müssen nun psychisch bewältigt werden. Der Rechtspopulismus bietet zur Bewältigung eine Form der Re-Kollektivierung des Scheiterns an. Er entlastet gleichsam die Individuen vom Gefühl eines individuellen Versagens, indem er eine systematische Benachteiligung der eigenen Gruppe gegenüber einer anderen, oft ethnisch bestimmten Gruppe für das soziale Scheitern verantwortlich macht — eine gesellschaftlich fehlgeleitete und gefährliche, doch psychologisch erklärbare Gegenreaktion auf die Zerstörung von Gemeinschaft durch den Neoliberalismus.

Das Aufblühen des Rechtspopulismus ist also — wie vielfach in der Fachliteratur aufgezeigt wurde — eine direkte und wenig überraschende Folge der vorhergegangenen Jahrzehnte neoliberaler Politik und Ideologie der Alternativlosigkeit und der damit verbundenen Entleerung des politischen Raumes und der Zerstörung kollektiver Identitäten. Es ist also heuchlerisch, wenn nun die Parteien der neoliberalen Phantom-„Mitte“ zum Kampf gegen den Rechtspopulismus aufrufen, für dessen Aufblühen sie selbst verantwortlich sind.

Denn damit bieten sich die Täter den Opfern als Retter an. Tatsächlich jedoch nutzt die neoliberale Phantom-„Mitte“ den Rechtspopulismus für eine weitere systematische Angsterzeugung, um sich durch eine solche Bedrohungskulisse bei Wahlen zu stabilisieren. Da ihr dies immer schwerer fällt, bedient sich die Politik zunehmend autoritärer Maßnahmen, für die sie sich bereits präventiv rechtliche Legitimationen verschafft.

Kurz: Die Dinge stehen nicht gut für die Demokratie. Damit wird die Frage immer drängender: Was tun?

Die bequemste und daher beliebteste Option ist, ein paar Dinge, die uns stören, zu ändern und ansonsten im Großen und Ganzen so weiterzumachen wie bisher. Konkret bedeutet dies, auf eine Demokratisierung der Gesellschaft zu verzichten und immer wieder die Parteien zu wählen, die für die gegenwärtige Situation verantwortlich sind. Wer sich für eine solche Option entscheiden möchte, könnte zu seiner Rechtfertigung vielleicht darauf verweisen, dass die Dinge ja eigentlich gar nicht so schlecht stehen.

Denn zweifellos leben wir an bevorzugten Orten und in Zeiten, deren zivilisatorische Qualitäten weit herausragen in einer langen und gewaltreichen Zivilisationsgeschichte. Wir leben an einem Ort, an dem es seit mehr als 70 Jahren weder Krieg noch Hungersnot gibt und der den meisten einen Lebensstandard ermöglicht, der sehr viel höher ist als der ihrer Eltern und Großeltern. Das kapitalistische Wirtschaftssystem hat breite Bevölkerungsschichten von Hunger und Elend befreit. Eigentlich gibt es also Grund genug, mit der Entwicklung unserer Gesellschaft und mit dem, was wir erreicht haben, zufrieden zu sein, denn wir können uns zu den Gewinnern und Nutznießern der gegenwärtigen Weltordnung zählen.

Nun waren zu allen Zeiten die Nutznießer der gesellschaftlichen Ordnung mit ihrer Situation überwiegend zufrieden — auch zu Zeiten des Kolonialismus und der Sklaverei. Heute jedoch müsste sich unser Bild von der Welt grundlegend ändern, wenn wir den Blick weiteten und aus der Perspektive eines anderen geografischen oder sozialen Ortes, oft nur ein paar Straßenzüge oder aber einen Kontinent entfernt, oder aus einer anderen Zeit, nur wenige Jahre oder eine Generation entfernt, auf die Gesellschaft blickten. Wir müssten dann zugestehen, dass die mehr als 40 Millionen Menschen, die gegenwärtig Opfer moderner Formen der Sklaverei sind — etwa in Textilfabriken in Südostasien, auf Baumwoll- oder Kakaoplantagen, 300.000 Kinder allein auf Kakaofarmen der Elfenbeinküste; Zehntausende Kinder im Kongo, die mit bloßen Händen in engen Erdlöchern, bis zu 50 Metern tief, Coltan für unsere Handys schürfen —, dass sich all diese Menschen in einer weniger glücklichen Lage befinden und dass ihre Lage und die unsere irgendwie zusammenhängen.

Gleiches gilt für die im Jemen von deutschen Waffen getöteten Zivilisten oder für die afrikanischen Fischer, denen — zu unserem Nutzen — die EU-Politik ihre Lebens- und Arbeitsgrundlage entzieht. Diese Liste der Verlierer und Opfer unserer Lebensform ist so lang, dass irgendwann auch bei dem hartnäckigsten Verteidiger der gegenwärtigen Weltgewaltordnung die Erkenntnis aufkeimen sollte, dass sich die menschenunwürdigen Lebensbedingungen der anderen nicht einfach dadurch rechtfertigen lassen, dass diese nun einmal auf der falschen Seite der Geschichte stünden.

Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist: Warum sind wir so blind für die zerstörerischen Folgen der kapitalistischen Weltgewaltordnung?

Das Erfolgsrezept des Kapitalismus ist seit je, dass er uns zu einem Teufelspakt verführen will. Er verspricht uns immerwährenden Fortschritt und eine kontinuierliche Verbesserung unseres Lebensstandards und sorgt zugleich dafür, dass wir unfähig sind, den dafür zu entrichtenden Preis überhaupt erkennen zu können.

Die Funktionslogik des Kapitalismus beruht auf einer zur Kapitalverwertung gehörenden radikalen Externalisierungslogik — zu der auch die gesamte staatliche Bereitstellung von Rahmenbedingungen wie Infrastruktur, Schulen, Gesundheits- und Sozialwesen gehört — und damit auf Substanzverzehr und Schädigung von Gemeingütern. Die Plünderung von Ressourcen und die Zerstörung unserer sozialen und ökologischen Lebensgrundlagen ist also kein vermeidbares Nebenprodukt des Kapitalismus, sondern gerade Kern seiner Funktionslogik.

Die für uns bequemste Handlungsoption — nur ein paar Dinge, die uns stören, zu ändern und ansonsten im Großen und Ganzen so weiterzumachen wie bisher — muss geradezu zwangsläufig ins Verderben führen. Auch die Hoffnung, die Probleme, vor denen wir stehen, gleichsam im Dialog mit den Zentren der Macht zu bewältigen, muss als illusionär angesehen werden. Das zeigt bereits die Geschichte, denn alle großen emanzipatorischen Fortschritte wurden nicht im Dialog mit den ökonomisch Mächtigen erreicht — sie wurden den Mächtigen durch lange, mühevolle und oft verlustreiche soziale Kämpfe abgetrotzt. Warum auch sollten die Mächtigen in einer Situation überwältigender Macht in einem ernsthaften Umfang Macht an die Machtunterworfenen abtreten? Ein Dialog ist nur erfolgversprechend, wenn die Machtunterschiede nicht zu groß sind. Emanzipatorischer Fortschritt in Richtung einer Gesellschaft von Freien und Gleichen muss also stets erkämpft werden.

Diese Grundeinsicht in die Natur von Machtbeziehungen wurde schon in der Antike klar formuliert. Vor zweieinhalbtausend Jahren hat sie der griechische Dichter Aesop in die Form einer Fabel gefasst, also einer kurzen und schlichten Erzählung, die uns in belehrender Absicht den Witz einer Sache vermitteln soll. In dieser Fabel taucht auch das uns schon vertraute Lamm wieder auf: Es ist die Fabel vom Wolf und dem Lamm. Sie offenbart in wenigen Sätzen eine tiefe Grundwahrheit gesellschaftlicher Beziehungen. Daher wurde sie, vor allem in der Aufklärung, immer wieder aufgegriffen. Hier ist sie:

Zu demselben Fluss waren Wolf und Lamm gekommen; der Wolf stand weiter oben und viel weiter unten das Lamm. Dann von gewaltigem Hunger angetrieben, suchte das Raubtier einen Grund für Streit. „Warum trübst du mir das Wasser, sodass ich nicht trinken kann?“ Das Lamm antwortete: „Wie kann ich dir das Wasser trüben? Du trinkst doch weiter oben.“ Da der Wolf dies nicht bestreiten konnte, antwortete er: „Vor sechs Monaten hast du mich beschimpft.“ Das Lamm entgegnete: „Da war ich noch gar nicht geboren.“ Da antwortete der Wolf: „Welche Entschuldigungen du auch hast, soll ich dich deshalb nicht auffressen?“ Und er packte das Lamm und zerfleischte es.

Die Fabel zeige, so der Dichter, dass bei denen, die fest vorhaben, andere zu unterdrücken und zu schädigen, Argumente nicht zählen und letztlich das Recht des Stärkeren gelte.

In unserem Kontext möchte ich die Fabel noch einmal in moderner, weniger allegorischer Form erzählen, wobei Wolf und Lamm wohl keiner Übersetzung bedürfen: Beide begegnen sich an einem Fluss, also an etwas, das zum Gemeineigentum gehört. Der Wolf, der den Fluss als sein Eigentum betrachtet, behauptet, das Lamm stünde auf der falschen Seite der Geschichte und damit seinem Appetit entgegen. Das Lamm weist diesen Vorwurf stichhaltig zurück. Daher lässt sich der Angreifer einen zweiten Vorwand einfallen und bezichtigt das Lamm der üblen Nachrede über den Aggressor. Auch dies kann das Lamm zurückweisen. Nun macht der Wolf, ohne sich um einen weiteren Vorwand zu bemühen, klar, dass es nun einmal schlicht in seiner Natur liege, andere zu schädigen und zu fressen. –

Als Moral von der Geschichte folgt, dass selbst ein rücksichtsloser Aggressor nach Vorwänden sucht, um seine Aggressionen zu rechtfertigen — heute ist dafür ja der Kampf für „Demokratie und Menschenrechte“ sehr beliebt —, dass er letztlich jedoch schlicht das Recht des Stärkeren für sich in Anspruch nimmt. Womit schon vor zweieinhalb Jahrtausenden das Prinzip der Realpolitik, die heute die Weltgewaltordnung bestimmt, allegorisch prägnant formuliert wurde. Und damit natürlich auch die zivilisatorische Aufgabe, die wir zu bewältigen haben, wenn wir nicht in einer Weltgewaltordnung leben wollen.

Wenn wir also illegitime Macht einhegen wollen, so kann dies nicht in einem Dialog mit den Mächtigen gelingen. Wir benötigen dazu andere zivilisatorische Mittel, die wir uns erst kollektiv in entschlossenen sozialen Kämpfen schaffen müssen.

Damit bleiben uns nur zwei Möglichkeiten:

Entweder wir nehmen den Kampf auf — denn die Nutznießer einer Machtordnung haben keinen Grund, diese zu ändern — und kämpfen solidarisch in einer demokratischen Selbstermächtigung für eine wirkliche Demokratisierung der Gesellschaft. Hierfür — und für eine Delegitimierung nicht-demokratischer Machtstrukturen — kann es natürlich keine allgemeinen Rezepte geben, nur Lehren aus der Vergangenheit. Doch für eine demokratische Selbstermächtigung haben wir viele Wege, viele Möglichkeiten und viele Anlässe, wie gegenwärtig auch die Klimabewegungen zeigen.

Oder wir finden uns mit den gegebenen Machtverhältnissen ab, machen weiter wie bisher, schweigen und überlassen es den nachfolgenden Generationen, die die Folgen unseres Schweigens zu tragen haben, über die Gründe unseres Nichthandelns und über die Gründe unseres Schweigens nachzudenken.

Die Entscheidung liegt bei uns.

  1. peter107
    November 11, 2019 um 10:58 am

    Es wurde nie verhindert, es läuft alles nach Plan. Allvater sei dank. Jeder sollte seine Möglichkeit erhalten, sich zu ändern im Göttlichen.

    Als deutscher Nationalsozialist, ein nationaler Sozialismus ist für das deutsche Wesen machbar, so hat es auch Herr Göring verstanden und war begeistert. Daher kann es im Heute keine debatieren mehr geben.
    1 Siegernation hat die ihn zugestandene Zeit des überlegens „genutzt“ und verstanden, was es bedeutet; “ Am deutschen Wesen wird die Welt genesen.“ Was ist Teil des deutschen Wesens, Charakters, welches explizit sich unterscheidet von dem Wesen, Charakter anderer Nationen unterscheidet?

    Die russische Nation war schon in eigener Unruhe gekommen, auf Grund des nahenden, natürlichen Zusammenbruchs des aufgezwungenen Bolschewismus. Den Ausweg gab ihnen auch unterstützend deutsche Nationalsozialisten.

    Es fehlte aber die militärische alliierte Seite und daher ist Präsident Trump erwählt worden zur Kanditatur der amerikanischen Präsidentschaft. Er ist nun Präsident und stellt führend die natürliche , göttliche Ordnung der Gesellschaft, der Menschen in der heutigen möglichen Ordnung wieder her. Das bedeutet zurück zum Anfang des Krieges gegen dem Erzfeind des Vatikans, dem Deutschen Reich. Adolf Hitler hat einen Waffenstillstand „ausgehandelt“. Das Reichskonkordat, welches bis heute gültig ist. Adolf Hitler hat als gewählter Führer der deutschen Stämme!, die deutschen Altverträge mit dem Vatikan aufgekündigt!

    Das ist zu erkennen daran: Die DDR-Staatsangehörigkeit ist akzeptiert. https://www.zeit.de/1985/23/die-ddr-staatsangehoerigkeit-ist-akzeptiert Die deutsche Republik, DDR, ist der mögliche Nachfolger des Deutschen Reiches. Erst mit der Besetzung der DDR ist das letzte Gebiet des deutschen in Europa wurde der Versailler Vertrag weiter abbezahlt.

    Beide Präsidenten wissen um das deutsche Wesen, dem Metaphysischen und sie fühlen sich verpflichtet entsprechend zu handeln: Die deutsche Wiedervereinigung war eine von den West-Alliierten gesteuerte Annexion https://www.pravda-tv.com/2019/10/die-deutsche-wiedervereinigung-war-eine-von-den-west-alliierten-gesteuerte-annexion/

    In den nächsten Monaten wird die DDR für einige Zeit wieder der deutsche Staat sein. Was mit den staatenlosen Menschen passiert, die auf deutschen Gebiet für die BRinD gearbeitet haben, sollte doch klar sein. es wird wohl die DDR im Stand von 1952 wieder hergestellt werden, vor dem festigen der Demokrationslinie.

    stolzer deutscher Top Supporter des Präsidenten Trump

  2. November 11, 2019 um 2:20 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt und kommentierte:

    „freier Entscheidung“ IST IMMER NOCH FREI …
    jedoch HANDELN müssen die mitglieder des VOLKES schon SELBST … luise

  3. November 11, 2019 um 4:11 pm

    Divide et Impera!

    Die Gaukelei… die Schaukelei…
    die Verdreherei…die Rutscherei…
    das Auf und Nieder… das Hin und Her…
    die Schupserei, Schieberei und Schinderei…
    das Kreuz und Quer…das Immer-Wieder…
    der angeblichen, vermeintlichen,
    (aber nicht wirklich und wahrhaftig)
    funktionierenden „Demokratie“…

    Das endlose Lügen… das habituelle Betrügen…
    Das Verlocken, Verleiten, Verführen…
    Das eigennützige Handeln…
    Das vortäuschende, verfälschende,
    parteipolitische Palavern…
    Nichts als ideologische Mogelei…
    Das willkürliche, ausbeutende Verwandeln
    und die geringfügige Verwirklichung…
    Endlose Litanei, lautes Lärmen
    der Lästigen und Listigen…
    Ein Manipulieren und Malträtieren…
    Ein Verdrehen und Verleugnen…
    Ein Vermindern und Verhindern…
    Opportunismus der Oligarchen…
    Profitmichelei der Plutokraten…
    Endlose Lamentos der Lämmer,
    der Belasteten und Belästigten…

    Das ist die Realität
    der Poly-TÜCK mit Poly-TRICKS…
    Man sieht sie grinsen…
    die in feudalem Luxus lustig Lebenden…
    die verleitenden „Großen“…
    die bösen „Bosse“… die Mistmacher…
    die Nihilisten, Egoisten, Narzisten…
    Man hört sie grunzen…
    während sie sich
    gierig und garstig
    voll- und fettfressen,
    die gefüllten Tröge leeren…
    und dann sonst nichts leisten…
    und dabei das Land verheeren…
    Chaos und Kummer verbreiten…
    und die Massen der „Kleinen“
    sollen sich mit winzigen,
    immer weniger werdenden Resten begnügen
    und sich darüber zerstreiten…

    Was wird da micht alles versprochen…
    und all diese angeblich
    hochheiligen Versprechern
    werden sofort vergessen,
    storniert, ignoriert und gebrochen…
    Erst komnt die gezielte Verführung
    Vergeutung, Verleitung, Verdummung,
    und dann die konsequente Verdammung!
    Ah, ja, das ist die Tragik und Traumatik
    der von Dämonen entarteten Demokratie,
    und die eigentliche Wirklichkeit und Traurigkeit
    der existeten Dummokratie…

    Lämmern verspricht man immer wieder
    noch mehr Futter, noch mehr Nahrung,
    noch mehr Wiesen zum Weiden,
    noch mehr Platz zur freien Bewegung,
    zur Beglückung, Befriedigung, und Entzückung,
    noch mehr grünes Gras…
    noch mehr dies, das…
    und sonst noch was…
    und sie lassen sich verlocken und verleiten…
    Leider aber haben die „Hirten“ und „Herdentreiber“
    ganz andere Pläne…
    haben meistens nur Übles im Sinn…
    ihren Profit und Eigengewinn…
    und erst, wenn es schon zu spät ist
    merken und spüren die Lämmer
    ihr Ende, ihr Elend, ihr Leid…
    und wissen bescheid…

    Gerhard A. Fürst
    11/11/2019

  4. tula
    November 11, 2019 um 4:46 pm

    ich denke es wird allgemein zu kurz gedacht…….jetzt ist das Ereignis und sofort muss sich alles ändern.

    Gut Ding braucht Weile, vielleicht sogar mehrere Jahrhunderte, dazu gehören auch Schritte zurück. Ein Kind ist schnell gemacht aber dann steht erst mal alles auf Anfang, mit vielen vielen Lernschritten. 🙂

  5. Gerd Zimmermann
    November 11, 2019 um 5:44 pm

    Am Selli

    jetzt haben wir uns schon 28 Mrd Lichtjahre nicht mehr gesehen.
    Also vorgestern das letzte mal.
    Ich weiss noch, die Herz aus Gold, der unwahrscheinliche
    Unwahrscheinlichkeitsantrieb, im Hyperraum.
    Dr. Martin grübelt noch, woher der Raum für all die Materie kommt.
    Er hat ja Fachkollegen und die haben Zeit.
    Geborgt für Zeit auf der Zeitsparkasse.

    Kant sagt zwar BEWUSSTSEIN dazu, wer kann schon Kant lesen.
    Einstein sagt: E = mc2
    Planck sagt: Es gibt keine Materie.
    Planck ist mir sympathisch. Materie setzt Wahrnemung voraus.
    Und alle Sinneswahrnehmung aller Lebensformen ist elektrisch.
    So meine Fachkollegen. Und nicht mechanisch, Dr Martin.

    Das Universum nehme ich elektrisch wahr und nicht mechanisch.
    Energie Rose duftet elektrisch nicht mechanisch oder materill.
    Der Braten schmeckt elektrisch und nicht im Gehirn, Dr Martin.
    Ein Gehirn kann nicht sehen, Dr Martin. Wo ist das Bild im Gehirn.

    Ihr seid mir zu klug.

  6. Martin Bartonitz
    November 11, 2019 um 8:00 pm

    „Unsere Demokratie ist nicht in Gefahr – wir leben nicht in einer Demokratie. Das Bild unserer Demokratie ist in Gefahr. Der tiefe Staat – die Generäle, Banker, Konzernvertreter, Lobbyisten, Geheimdienstchefs, Regierungsbürokraten und Technokraten – will die Marke retten. Es ist schwer, sich selbst als Hüter der Freiheit und Befreiung der Welt zu lobpreisen, wenn Donald Trump unzusammenhängend über sich selbst brüllt, rassistische Gewalt schürt, unsere traditionellen Verbündeten zusammen mit den Gerichten, der Presse und dem Kongress beleidigt, falsch geschriebene Nichtigkeiten twittert und die überparteiliche Innen- und Außenpolitik impulsiv anprangert oder sabotiert. Aber Trumps unverzeihlichste Sünde in den Augen des tiefen Staates ist seine Kritik an den endlosen Kriegen des Imperiums, obwohl ihm die intellektuellen und organisatorischen Fähigkeiten fehlen, um einen Rückzug zu überwachen.

    Der tiefe Staat beging den größten strategischen Fehler in der amerikanischen Geschichte, als er in Afghanistan und den Irak einmarschierte und diese Länder besetzte. Solche tödlichen militärischen Fiasken, ein Merkmal aller späten Reiche, werden als Akte des „Mikromilitarismus“ bezeichnet. Sterbende Imperien verschwenden historisch das letzte Kapital, das sie haben, wirtschaftlich, politisch und militärisch, für sinnlose, hartnäckige und ungewinnbare Konflikte, bis sie zusammenbrechen. Sie versuchen, in diesen Akten des Mikromilitarismus eine frühere Dominanz und verlorene Statur zurückzuerobern. Katastrophen häufen sich über Katastrophen. Die Architekten unserer imperialen Todesspirale sind jedoch unantastbar. Die ahnungslosen Generäle und Politiker, die das Imperium in ein expandierendes Chaos und den Zusammenbruch der Finanzen treiben, sind in einer Sache erfolgreich, die sich selbst aufrechterhält. Niemand wird zur Verantwortung gezogen. Eine servile Presse behandelt diese Mandarine mit fast religiöser Verehrung. Generäle und Politiker, von denen viele hätten einkassiert oder vor Gericht gestellt werden sollen, erhalten im Ruhestand lukrative Sitze in den Vorständen der Waffenhersteller, für die diese Kriege immens profitabel sind. Sie werden von einer katzbuckelnden Presse aufgefordert, die Öffentlichkeit über das von ihnen geschaffene Chaos zu informieren. Sie werden als Vorbilder für Integrität, selbstlosen Dienst und Patriotismus gehandelt.“

    Fundstelle: Der Feind im Innern

  7. E. Duberr
    November 13, 2019 um 5:43 am

    @peter107

    Was ist das nur für ein Geschreibsel . Bist Du durcheinander ? So viel Mist auf einem Haufen, kann nur geschrieben werden , wenn man eine Fl. Schnaps geleert hat . Der Leser wird vom Lesen besoffen.

    • peter107
      November 13, 2019 um 11:01 am

      Sie haben keinen größeren Geist, nur ein „Sich Selbst Bewußt Sein“ ist der Anfang zum Erkennen und Verstehen. Sie haben noch einen längeren Weg vor sich und im Heute sind sie nur das Volk, der „Füllstoff“, der anderen Geistern von Seelen, die als Menschen hier inkarniert sind, das nächste qualitative Update ermöglichen. Dafür danke ich Ihnen. Ihre Antwort spiegelt nur Ihre UN Wissenkeit und des nie daran arbeiten wollen wieder.

      • Ela
        November 13, 2019 um 11:08 am

        Ein Analphabet bist Du nicht, aber nah dran. Jetzt übe erst mal tüchtig Deutsch, bevor Du einem herrlichen Geist was vorschwafelst. Tut ja schon weh aus der Ferne. Worin bist Du uns allen eine Nasenlänge voran? Was hast Du geleistet? Nicht mal Widerstand gegen den inneren Schweinehund?
        Der schwarze Vogel da auf Deinem Logo ist nicht gerade einladend.

        • tula
          November 13, 2019 um 4:33 pm

          jaja Ela, Wasser predigen und Wein trinken, darin bist du sehr geübt.

          • Ela
            November 13, 2019 um 8:10 pm

            @ Tula

            was hast Du gegen Wein?
            Der Rote der nährt,
            Der Weiße der zehrt.

            Richtig getrunken – immer obenauf… 🙂

          • tula
            November 13, 2019 um 10:00 pm

            Ich soll was gegen Wein haben?

          • Ela
            November 14, 2019 um 9:37 am

            @ Tula

            siehe Dein Kommentar vom 13.11. um 4:33 pm.

            Du weißt doch, was Du geschrieben hast?

  8. E. Duberr
    November 13, 2019 um 5:57 am

    Die Demokratie ist doch sowieso nur ein krankes Gebilde von Anfang an. Sie wurde von Betrügern erdacht für DUMME . Schon vor langer Zeit wurde sie entlarvt und trotzdem kauen wir immer noch auf diesem AAS herum .Wegen unserer Dummheit verdienen wir kein anderes System. Alles ist unlösbar gegen die Wand gefahren .Fremde mischen sich hier ein und weil wir vor lauter Toleranz nicht mehr denken können , werden noch mehr fremde Parasiten dieses dumme Volk völlig auslöschen .

  9. E. Duberr
    November 13, 2019 um 3:29 pm

    @Ela

    Deine Nachsicht mit Schreibern , die taumeln und Ausfälle haben ,ehrt Dich . Ich wünsche
    mir Deine Gelassenheit . Aber es gibt leider Schreiber , die den Blog in Verruf bringen, nur weil sie vielleicht völlig „von der Rolle sind“. Dir ein gutes Händchen .

    • Ela
      November 13, 2019 um 8:07 pm

      @ E. Duberr

      danke 🙂
      Ich habe drei Söhne.
      Die sind nicht von schlechten Eltern.
      Was soll mich d a noch aufregen? 🙂 🙂 haha

  10. E. Duberr
    November 13, 2019 um 10:35 pm

    Was kann Einer schon einer Mutter erzählen .

    Vielleicht in Vino Veritas .

  11. Ela
    November 14, 2019 um 9:48 am

    @ E. Duberr

    Du bringst mich auf eine Idee! Auch ungetrunken könnte doch der Vino Veritas verschaffen? Finde den Gedanken nicht von schlechten Eltern…. 🙂

  12. muktananda13
    November 14, 2019 um 8:33 pm

    Die schlechteste Option ist meist die verführeste, die leichtetste.Und oft bleibt, in der momentanen Geschichte , kaum eine andere Opportunität und Chance aus. Oft ist es einfach so, dass DER MOMENT DER LEKTION IN DER PLANETAREN GESCHICHTE GEKOMMEN IST. Eigentlich, ist es die Fügung. Die Notwendigkeit des Lernens durch Fehlentscheidungen, die alleine die eigentliche Evolution frei lassen: die mentale, emotionale, allgemein-individuelle und allgemein- gesellschaftliche, letzendlich die gesamt irdische.
    Da sind Sozialismus und Kapitalismus gleichermaßen die scheibaren Extremen, welche überraschend, auf verführerischer Art und Weise, die menschliche Psyche beeinflussen und besessen. Beide versprechen die FREIHEIT, GLEICHHEIT, GERECHTIGKEIT. Was aber danach kommt, wie jeder oder fast jeder zu süüren bekommen hat, ist jedoch nur die Diktatur. In verschieden Formen.Unter verschiedener Koloratur. Anders Rezept, andere Zusatzstoffe, andere Köche, gleicher Geschmack. Derselbe bittere Geschmach des Betrugs!
    Während die eine das rote Plakat der Opferung und der Notwendigkeit des Blutvergießens trägt, benutzt die andere die Verführung der Notwendigkeit der Unterschiede als selbstverständliche Folge der Sozialklassen. Alle haben Feinde, alle kennen nur Feinde, bis hin zum Hass. Beide brauchen Regierungen, Arbeit, Institutionen, Gehorsam, Opfer. Beide nutzen aus, beide lügen. Beide nutzen die Massen aus, ihre Psyche durch Geld, Manipulation, Indoktrinierung. Durch den Kampf. Und durch NOT. Beide versprechen alles.Alles für den Bürger…
    Beide sind seit mehr als einem Jahrhundert auf Erden- und dabei wird, beiderseits, der Mensch vom Menschen ausgenutzt.

    Demokratie??
    Das setzt keine Aristokratie voraus. Doch Aristoletisches Denken. Und Aristophanische Ausdrucksweise betreffs Welt-Schauspielerei.

    Eine einzige Frage stellt sich hier:
    WANN WIRD DER MENSCH ENDLICH LERNEN, DEN WERT DER WAHREN FREIHEIT ZU WOLLEN?

  13. Ela
    November 14, 2019 um 10:40 pm

    @ Muktan

    anders ausgedrückt: Dieses System ist nicht zu retten. Ist es nicht wert, gerettet zu werden, wird in sich selbst implodieren, weil blöder geht es bald nicht mehr. So seicht und krumm wie jetzt agiert wird, ist durchschaut. Doch wie beenden? Jeder für sich? Dann ist es auch bald zu Ende. Still und leise ausgeschlichen aus dem Theater – in die reale Welt. Die Natur.

    Die Natur wäre an sich schon heilsam. Doch die Kinder werden mit Gewalt daran gehindert, in die Natur zu gehen. Sie werden in der Schule festgehalten und zum Stillsitzen gezwungen, danach in den Verein gekarrt, vor den Geräten stillgelegt. Virtuell und KI-versorgt. Was Anderes ist schon ein Smart Phone? Es ist die Erweiterung des Kindes in die Apparatewelt hinein. Also macht das Smart Phone die Kinder zum Cyborg. Eine Mutter beschwerte sich bei mir, dass ihre Tochter eine Funktion aktiviert hatte, die ihren Freundinnen mittels einem roten Punkt zeigt, wo sich die Tochter befindet. Geht diese ins Zimmer, dann wandert der rote Punkt ein Stückchen weiter. Die Mutter war entsetzt.

    Neulich hatte ich Gelegenheit, in einem Bus, diese Kinder nach der Schule zu beobachten. Sie gehen automatisch. Schauen dabei auf das Handy. Im ganzen Bus sind vielleicht zwei Leute, die nicht auf das Handy starren. Wenn ein Platz frei wird, setzt sich ein Halbwüchsiger gerade mal so mit einem halben Po auf diesen und spielt immerzu weiter auf seinem Handy.
    Bemerkt weder die Anderen, noch dass er vielleicht angestarrt wird und beobachtet.

    Wie Zombies. automatisiert und weitgehend selbst abgeschaltet. Autistisch mit sich und dem Handy beschäftigt. Nicht mehr interagierend. Isoliert und gehemmt. Jünger aussehend, eher wie mit Babygesicht.

    Das ist unheimlich. Wir wissen nicht, was sich heute in den Familien abspielt. Wahrscheinlich gar nichts mehr von dem, wie es bei uns und unseren Kindern war. Wie wird sich das auswirken, was sich da eben zusammenbraut? Dr. Winterhoff warnt jetzt schon in seinen Büchern.

    • muktananda13
      November 16, 2019 um 11:38 am

      Ganz genau; Ela. Dieses System, diese Art der Gesselschaft ist unrettbar. Sie ist dem baldigen Ende geweiht. Sie wird kollabieren. Zeit ist entweder Freund, oder Feind. Doch hier wurde sie zum Feind, denn alles, was aus dem Menschen hat werden lassen, ist genau das Gegenteil , was der Mensch eigentlich ist. Sein inneren, wahren, unsterblichen Wert, seine göttliche Essenz hat die pur materialistische Gesellschaft aus dem Vordergrund in den tiefsten Hintergrund ausgetauscht.
      Ja, alles Leuchtende des Menschen wurde über eine lange Zeit in den Schatten gestellt. Doch immer und immer mehr , Stück für Stück, werden diese schwarze Wolken vor der menschlichen Sonne weichen müssen. Und dann, bald, wird es richtig hell.
      Das Herz und der Verstand werden ein für allemal vereint sein.
      Dies wird die Stunde der Wiedergeburt des Phoenix sein.
      Der menschliche Phoenix ist aus der eigenen Asche auferstanden.
      Nur muss er sie völlig von seinem Gefieder wegpusten.

      • Ela
        November 16, 2019 um 11:46 am

        @ Muktan

        Das Herz und der Verstand werden ein für allemal vereint sein.

        Das erinnert mich an: Mit dem Hirn fühlen und mit dem Herzen denken.

        Die Frage nach dem längsten Weg im Universum taucht wieder auf. Wer hat eine Idee?

  14. Gerd Zimmermann
    November 15, 2019 um 8:00 pm

    @
    Tula
    siehe Dein Kommentar vom 13.11. um 4:33 pm.
    Du weißt doch, was Du geschrieben hast?

    Hündinnen.
    Tula beisst nicht, ich kenne sie.
    Nicht.
    Egal.
    Wofür dieser Streit ?
    Für ich habe Recht ?
    Wer oder was ist ich?

    Gute Frage Net, oder nur nett, Anett e.
    Mädels, holt euch auf der Überholspur selbst mal wieder ein.
    Alle Männer sind Arschlöcher, Mädels haben einen Darmausgang.

  15. E. Duberr
    November 15, 2019 um 8:06 pm

    @Ela

    Es wird eine Katastrophe geben . Sobald die Netze zusammenbrechen , werden wir diese hilflosen Kreaturen herumlaufen sehen . Ihre Welt existiert nicht mehr , ihre Körper wurden nie beansprucht geschweige denn gestählt . Ihre Eltern ließen sie verkommen indem auch sie sich stundenlang mit Technik-Müll beschäftigten . Ihre Gehirnprothese ist unbrauchbar geworden und die Nackenstützen so vieler ,so vieler Nackengeschädigter können in diesen Mengen nicht mehr geliefert werden . Orientierungslose werden durch die Städte irren und ihren Aldi-Laden nicht mehr finden . GRAUSAM .
    Jetzt wird es Zeit für die Älteren , zu überlegen , wie dieser kommende Notstand gemeistert werden kann .Von den Handy-Zombies mit verschlissenen Nackenwirbeln ist keine Hilfe zu erwarten .FEIERABEND
    5 G wird den Rest FERTIGMACHEN !

  16. Ela
    November 16, 2019 um 8:47 am

    @ E. Duberr

    Leider hast Du recht. Ich werde es bedauern, nicht mehr Deine kernigen Gedanken lesen zu können. Doch sie stehen sowieso schon in meinem Herzen. Auch Anderes werde ich vermissen. Mein PC hat den Namen: „Beglückungsmaschine“. Ja, echt. Ich hatte Angst vor dem Internet, bis wir es installieren mussten, wegen der Schule. Doch richtig genutzt macht es zeitweise echt Spaß. (Ich habe keinen Fernseh-Apparat mehr… ) Anderes und Andere werde ich nicht vermissen.

    Doch gerade das und die zeigen mir auch, wer und was wertvoll für mich geworden ist. Ein vorgezogener Abschied? Man kann nie früh genug anfangen. Wenn der Stecker erst draußen ist, dann ist Feierabend. Ja, was werden wir mit den vielen Zombies tun? Am besten ausweichen, ich halte sie für völlig unreif und unberechenbar. Es wurde uns schon vor Jahrzehnten vorausgesagt, dass es Tote geben wird, wegen einer halben Gurke. Hunger tut weh. Keiner sorgt vor. Keine Kübel mit Erde auf dem Balkon. Kein Bohnen- oder Gurkensamen. Diesen Sommer habe ich mich fast ausschließlich von eigenem Obst und Gemüse ernährt. Schmeckt göttlich, das frische Biogemüse und der Salat. Echte Götterspeise.

    ImMo überlege ich, wie ich Hirsebrot backen kann. Hirse quellen und mit Speisesoda und Dinkelmehl zu einem Teig verarbeiten. Den einen Teil mit Mohn, Rosinen und Zimt, den anderen nur mit Salz und Pizzagewürz. Das könnte gut schmecken? Meine Tante buk das Brot selbst. Alle drei Wochen etwa 7 Laib Roggenbrot für die 8-köpfige Familie. In der Speisekammer war es kühl und feucht, da hielt es sich ausgezeichnet. Ich liebte dieses Brot. Der Holzofen, der extra dafür gebaut worden war, wurde mit einer bestimmten Anzahl Scheitern von Lärchenholz befeuert und später die Glut in die Mitte geschoben. Das Brot direkt auf die heißen Backsteine. Erst am nächsten Morgen gab Tante das gebackene Brot aus dem Ofen. Sie hatte dazu einen Brotschieber, wie er bei „Michel von Lönneberga“ gezeigt wird.

    Die Einzige der ganzen Familie, die Brot bäckt, bin ich. Schon seit Jahren probiere ich Eigenkreationen aus. Das sind die echten Geschenke des Lebens. Nahrhaft und frisch, kaum aus dem Ofen, fast sofort aufgegessen, weil so köstlich.

    Also wer auf dem Balkon Gemüse ziehen will, soll sich fette Erde vom Feld holen, die Maulwurfshügel, mit Erlaubnis, des – vorzugsweise – Bio-Bauern. Diese Erde hält die Feuchtigkeit in der Sonne besser. Dann etwas Naturdünger in Schachteln, um immer nach dem Vollmond, diese zwei Wochen im abnehmenden Mond, zu düngen. Die Pflanzen können im März gesät werden, in kleine Gärtnerschalen. Feucht halten. Dann pikieren in größere Töpfe. Salat wird in Balkonkisten sehr gut und groß. Stangenbohnen klettern auf Schnüren hinauf und geben wunderbare Eiweißnahrung, die auch als Fleischersatz durchgeht. Je größer die Pflanzen im Mai sind, desto schneller tragen sie Früchte. Auch Tomaten gehen sehr gut am Balkon oder auf der Terrasse, Dachterrasse. Sogar ein kleines Hochbeet geht auf den Dachterrassen. Der Geschmack dieser selbst gezogenen Früchte ist beachtenswert köstlich.

  17. Ela
    November 16, 2019 um 8:57 am

    Hier gibt es Saatgut, das nachhaltig ist. Also weiterziehen ermöglicht, ohne Ertragsverluste:

    https://www.arche-noah.at/

    Die Früchte ganz ausreifen lassen und dann die Kerne trocknen und aufbewahren. Das macht unabhängig vom Geschäft. Falls es einmal Engpässe geben sollte. Hoffentlich nicht, doch schon eine Saison Ausfälle hat katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit. Deshalb ist auch dieser Magerwahn bei vielen so fatal. Wer schafft eine schlechte Saison mit wenig Nahrung? Eben der, die, welche auch ein kleines Fettpolster hat! Zunahme an Gewicht ist schwieriger, als Abnahme! Wer den Zucker weglässt und die Kunstnahrung, der weiß das.

  18. Gerd Zimmermann
    November 16, 2019 um 9:40 am

    @ Hier gibt es Saatgut

    Monsanto, in der Hand von Bayer.
    Lese ein Buch in deinen Händen. Bedenke das du eigentlich keine
    Hände hast.

    Egal.
    Es gibt nur ein Bewusstsein.
    Das Universum ist im Bewusstsein und nicht das Bewusstsein im Universum.
    Alles aufgeben, alles loslassen fällt dir schwer. Das LOLA Prinzip.
    Alle Denkstrukturen über Bord werfen.
    Nicht nur politisch.
    Auch materill.
    Max Planck, es gibt keine Materie.
    Das verstehst du nicht, das verstehe ich.
    Alle Materie besteht aus Schwingungsenergie welche polar ist.

    Wie erklär ich das meinem Kind ?
    Gedankenwellen formen sich zu MATERIE. Materie besteht aus
    Licht. Licht hat ein Geheimnis.
    Jeder Mensch kann das Geheimnis des Lichtes ergründen.

    Suchet so werdet ihr finden.

  19. Gerd Zimmermann
    November 16, 2019 um 9:46 am

    @ Was kann Einer schon einer Mutter erzählen .

    Und so vielen Vätern, dass wird sicher schwer, so viele unter einen Hut
    zu kriegen.

  20. Ela
    November 16, 2019 um 11:38 am

    Es gibt Leute, die verweigern das, was ihre natürliche Aufgabe wäre, um dann mit allerhand Theorien, künstlichen Fragen, unhöflichen Urteilen an Anderen – davon abzulenken.

    Spruch des Tages –

    Dies beobachtete ich an mehreren Ecken!

  21. muktananda13
    November 16, 2019 um 8:43 pm

    Man kann nie das verhindern, was schon vorbestimmt ist.
    Und auch Demokratie ist vorbestimmt.Vorher bestimmt.
    Letztendlich alles, was zyklisch ist, ist vorbestimmt und untersteht den Kosmischen Gesetzen des Ewigen Lichts.
    Evolution ist ein langer Weg- unter bestimmten Voraussetzungen und Bedingungen. Doch diese werden ausgemacht von diesen Gesetzen, die ewig sind. Das Wandelbare, das Vergängliche, ist Teil der ewigen Zyklen der Evolution in Zeit und Raum. Und Zyklen sind vorbestimmt. Das Vorbestimmte bestimmt Zeit und Raum- und alle Wesen. Ihr Unwandelbares, ihr Ewiges ist aber immer frei. Es ist das Licht aller Wesen und Universen. Es ist das Licht des Lebens.
    Es ist unser Licht.

  22. Ela
    November 17, 2019 um 4:29 pm

    @ Muktan,

    ich würde Dir recht geben, wenn es nicht so viel Manipulation auf dieser Erde gegeben hätte, und geben würde. Das ist nicht natürlich, auch kein Zyklus, das ist Krebs! Ein Krebsgeschwür hat sich ausgebreitet. Leider ist es noch nicht als Krebs identifiziert worden. Die Erde und die Menschen kranken daran und wenn wir nicht bald etwas tun, dann werden wir an diesem Krebsgeschwür ersticken. Nicht am Klima, nicht am Fleisch, nicht am Grünzeug oder den Körndln. Nein, an dieser Krake, die sich überall hin ausgebreitet hat, auch künstliche Matrix genannt wird, und uns alle im Schach hält.

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