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AFTER WORK – Radikale Ideen für eine Gesellschaft jenseits der Arbeit

Wir sind schizophren, denn wir sind stinkfaul und glorifizieren die Arbeit.

Tobi Rosswog zitiert in seinem Buch AFTER WORK den Arbeitsphilisophen Patrick Spät

Mir wurde auf Facebook von einem dortigen ‚Freund‘ immer wieder, wenn ich über die Tücken des Themas Arbeit gepostet hatte, der Hinweis auf das Buch AFTER WORK von Tobias Rosswog gegeben, so dass ich es mir dann doch endlich mal besorgt habe und gleich auf meiner aktuellen Bahnheimreise begonnen habe, zu lesen. Ich kann das Buch empfehlen, auch wenn ich im ersten Drittel doch Vieles wiederholt wird, was ich hier und da schon gelesen oder selbst gepostet habe. Hier wird aber Alles gut zusammen getragen, und dabei wirklich kurzweilig angeboten. Die Aufmachung und Strukturierung des Buches gefällt mir, sind die Themen doch in kleinen Häppchen dargeboten, so dass sie zwischen durch schnell mal gelesen werden können.

Im Folgenden möchte ich einfach Mal als Quintessenz Zitate oder Passagen aus dem Buch bringen, die zum eigenen Überdenken seiner für die Lohnarbeit aufgebrachte Lebenszeit anregen mag. Fangen wir also an:

Was wird aus dir, wenn du verlierst, was du hast? Wer bist Du dann noch?

Fragte Tobias so manchen, der ihn beim Trampen mitnahm, dann lange schwieg und meist antwortete: „Ich weiß es nicht.“
Das Spiel nach Jerusalem als auch Monopoly gut nachfühlbar …
Abhängigkeit durch Schulden …

Wir müssen wohl schmerzlich eingestehen, dass Sich-zu-Tode-arbeiten die einzige gesellschaftlich akzeptierte Form des Selbstmords ist.“

Gefunden im Kapitel, dass die Todesfälle durch Arbeit betrachtet …

Die beste Work-Life-Balancing ist die, die nicht stattfinden muss.

Um dem Tod durch Arbeit zu entgehen, kümmern wir uns …

Der heutige Arbeiterkampf richtet sich gegen den konkurrierenden Kollegen.

Geniale Umleitung …
Mythos Tellerwäscher wird Millionär … heute kaum mehr erreichbar …

Das einzige, das uns von den Opfern dieser Welt trennt, ist der Zufall der Geburt.

Zitiert nach Jean Ziegler. Von mir noch angemerkt: Manche gehe davon aus, dass Seele sich genau aussucht, was als Nächstes zu durchleben sei.
Leben oder Töten, das ist hier die Frage …

Wenn unsere Grundbedürfnisse gedeckt sind, führt mehr Geld nicht zu mehr Glück, sondern es bleibt konstant.

Erkenntnis des Glücksforscher Richard Easterlin

Es ist nicht der Montag, der nervt, sondern Deine Arbeit.

Vielsagender Titel eines Kapitels
Was passiert, wenn Mann und Frau möglichst im Hamsterrad unterwegs sein sollten, auch wenn sie eigene Kinder zu betreuen hätten …
Aus dem Kapitel, das darüber aufklärt, dass der überwiegende Teil unserer Schaffenstätigkeit nicht bezahl ist, weil es eben gerade anfällt …

Am Ende hilft nur eins: weniger produzieren. Wenn das BIP steigt, vernichten wir unsere Erde immer auch ein Stückchen mehr.

Eine der Erkenntnisse aus der Doku Die grüne Lüge

Für die Produktion eines einzigen Autos werden 30.000 Kilowattstunden verbraucht, bevor es auch nur einen Kilometer gefahren ist. Damit kann ein sparsamer Vierpersonenhaushalt 10 Jahre den Strombedarf decken. Dabei ist über den Wasserverbrauch noch nichts bedacht …

Bis hier her reichte der erste Teil, der sich mit der Unsinnigkeit unseres Arbeitssystems befasste. Nun folgt der Teil mit den Lösungsansätzen, den ich fortsetze, sobald ich weitergelesen habe. Ich dachte mir aber, dass allein schon die obigen Zitate sich lohnen, zu lesen 🙂

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: ,
  1. August 29, 2019 um 11:31 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. Johannes Anunad
    August 30, 2019 um 12:02 am

    …schön excerpiert, lieber Martin! 🙂
    Danke für das Teilen – habe das Buch selber auch noch nicht gelesen… aber die zitierten Erkenntnisse im Laufe der Jahre wohl ähnlich erLEBT und zusammen getragen…

    Gute Gründe für mich, den eigenen Weg zu gehen und auf diese Hamsterräder seit etlichen Jahren konsequent zu verzichten…

  3. E. Duberr
    August 30, 2019 um 12:04 am

    Diese Welt wird nicht besser werden , bevor es “ KNALLT“ . Eine bessere , gerechtere Verteilung ist unausweichlich . Wir werden bald paradiesische Verhältnisse haben und uns vom Joch der Arbeit trennen können . Die Jahrhunderte in denen wir SCHUFTEN mussten , sind vorbei. ZWANGSLÄUFIG ! Bald werden wir Millionenheere an Arbeitslosen sehen , auch sie wollen ernährt werden . Und sie können ernährt werden ! Die Maschinen und Roboter werden diese SCHUFTEREI übernehmen . Die Besitzer der Produktionsstätten werden sich abfinden müssen mit der Umverteilung über Maschinensteuern . Oder anders ! Sie werden gezwungen werden . Macht die HEUGABELN und ÄXTE fertig ! Der Tag kommt !
    Es ist völlig klar und es muss nicht mehr diskutiert werden .
    Diese dumme GELABER wegen des WEGFALLES von Arbeitsplätzen ist furchtbar DUMM. Danach haben wir immer gestrebt . Endlich ohne Arbeit ! Und doch JAMMERN ! Wie Doof !

    Aber danach , sind wir in der Lage uns zu beschäftigen ? Ohne dem Suff zu verfallen . Werden wir uns bilden , sinnvolle Dinge tun auf völlig freiwilliger Basis !

    • August 30, 2019 um 9:38 am

      „Macht die HEUGABELN und ÄXTE fertig“ – E Duberr

      Ja, die alte Sehnsucht, in den Kampf zu ziehen und Schlachten zu schlagen, steckt tief drin.

      Das Übrige sehe ich ähnlich. Das Ding, was die Sache so schwierig macht, ist das Tabu-Wort: „Eigentum“.

      Derzeit werden wir aber gezwungen, uns mit dem Begriff neu auseinander zu setzen. Einmal über die zunehmend automatisch generierten Güter (Werte), die das Thema Grundeinkommen immer näher bringt, zum anderen kommen Fragen auf wie: „Wem gehört das Grundwasser (es hält sich nicht an Eigentums-Grenzen) wem die Luft, wem gehören die Meere, wem die Wälder…“

      Gestern hörte ich in einer TV-Sendung jemanden allen Ernstes sagen: „Wir haben nur eine Erde, die wir verbrauchen können.“

      Das erschreckende: Niemand (!) hat darauf reagiert. Wir haben noch Einiges zu lernen.

  4. August 30, 2019 um 9:14 am

    „Mythos Tellerwäscher wird Millionär … heute kaum mehr erreichbar“ – Martin Bartonitz

    Das, was in diesem „Mythos“ ausgedrückt wird, ist sehr wohl erreichbar und wird auch in hohem Maße praktiziert. Nur ist das Erzählen davon… für eine depressiv eingestellte Leser- und Autorenschaft nicht besonders attraktiv. 😃

    Der Mythos besagt, daß sich ein bis dato unterbezahlter Lohnarbeiter auf die Freiheit des Handelns besinnt und daraufhin Schürze und Trockentuch (endgültig) an den Nagel hängt.
    Er klagt nicht über irgendwelche „gesellschaftlichen Bedingungen“, sondern schaut, was geht. Er wählt die Autonomie incl. Unsicherheit & Risiko und die Eigen-Verantwortung für sein Leben. Ob er es dabei „zum Millionär bringt“, ist irrelevant.
    Entscheidend ist, daß wir die Freiheit haben, kreativ zu sein und Eigenes zu wagen, daß wir Verantwortung übernehmen, etwas zum allgemeinen Wohlstand beitragen und ganz nebenbei unser Auskommen… selbst kreieren können.

    Ohne diese Sorte von Tellerwäschern würden wir heute in Hütten leben.

  5. E. Duberr
    August 30, 2019 um 10:47 am

    @ Nirmalo

    Mythos Tellerwäscher wird Millionär ….. heute nicht mehr erreichbar .
    Ich stimme Ihnen zu , es geht immer noch . Diesen Menschentyp wird es immer geben . Zum Glück . Auch als Beispiel für die NORMALOS , die SCHISSER und SPIEßER ; es sind die , die immer wieder Ihre Risikobereitschaft beweisen , sehr arbeitsfreudig sind und über vieles einfach hinweggehen und einfach MACHEN . Davon gibt es viel zu Wenige . Im Gegenteil Sie werden oft auch noch durch NEID und MIßGUNST behindert .
    Die große Masse wird weiterhin betreut werden müssen . Sich AUFRAFFEN und MACHEN liegt leider nur den Wenigen .
    Jetzt bleibt nur noch die Frage : Wer will die KAMELE organisieren und ANTREIBEN , sie in ihr Glück zwingen . Wer ist so ehrlich und uneigennützig genug ,diese JAMMERLAPPEN hochzureißen , sie zu erheben .

  6. August 30, 2019 um 1:53 pm

    »Armut ist gewollt und bewusst erzeugt, weil sie die Aktivierung, Motivierung und Disziplinierung gewährleistet. Die (Angst vor der) Armut sichert den Fortbestand der bestehenden Herrschaftsverhältnisse.« – Christoph Butterwegge

    Das ist so nicht wahr. Wer (konkret) will schon Armut „wollen“ oder gar „erzeugen“? Wer sollte an solch einem Blödsinn interessiert sein? Das ist ideologische Propaganda. Vielleicht würde eine Reichtumsforschung etwas hellere Vorstellungen 😆 und Gedanken generieren?

    Armut gewährleistet keine Aktivierung.
    Armut gewährleistet keine Motivierung.
    Armut sichert keine Verhältnisse.

    Und wer bitte, ist dieser Herrscher, der „den Fortbestand der bestehenden Herrschaftsverhältnisse“ wünscht?

    Ja, Menschen am unteren Ende des materiellen Reichtums wirken oft ein bißchen wie gelähmt. Warum? Ein paar Stichworte geben Hinweis:

    • Scham
    • Schulden
    • Bedürftigkeit
    • Energielosigkeit
    • Aussichtslosigkeit
    • Fehlender Wagemut
    • Ziel- und Antriebslosigkeit
    • Schwaches Selbstwertgefühl

    …generieren sich gegenseitig. – Was man einen „Teufelskreis“ nennen könnte. Schulden und Armut machen abhängig, freudlos, energielos, aussichtslos.

    Ein gesetzlich verbrieftes Recht auf ein würdiges Grundeinkommen allein darauf, daß es dich gibt, würde vieles verändern. Abhängigkeiten schmelzen. Das Selbstbewußtsein steigt an. Ein Gefühl von Freiheit macht sich breit…

    Ja, davor hat nicht ein „Herrscher“ Angst, davor hat die gesamte Gesellschaft als Kollektiv Angst, da niemand im Vorhinein wissen kann, wie sich die Menschen dann verhalten werden. Sie werden nicht mehr so leicht zu dirigieren sein. Vielleicht fangen sie an, Forderungen zu stellen? Wollen besser bezahlt werden?

    Warum sind die Gewerkschaften gegen ein solches Basis-Einkommen? Ihre Existenzberechtigung ist eh schon im Schwinden. Dann ist sie ganz futsch. Das gilt im Prinzip auch für die SPD. Ein Proletariat gibt es hier schon lange nicht mehr. Das wurde, weit weg, z.B. nach Bangladesch verlegt.

    Spätestens die Robotisierung wird das Grundeinkommen erzwingen. Daß gravierende Veränderungen auf Grund von Einsicht geschehen, damit ist eher nicht zu rechnen. Obwohl… Wir sollten uns auch für Wunder offen halten. ✨

  7. August 30, 2019 um 5:59 pm

    „Die beste Work-Life-Balancing ist die, die nicht stattfinden muss.“ – Tobias Rosswog

    Es ist schon fein, wenn die „Arbeit-Leben-Balance“ stimmt.

    Weitergehender ist die Ora-et-labora-Balance, die der Benedikt in seinen Klöstern praktizieren läßt. Sie bietet ein Gegengewicht zur gängigen Ehrgeiz- und Streß-Praxis und weist uns wortlos darauf hin, daß es noch mehr gibt, als Wohlstand und Ansehen.

    Säkularisiert könnte man von „Arbeit & Entspannung“ oder der „Balance von Tätigkeit & Stille“ sprechen. Einige Formen des Yoga gehen in diese Richtung.

    .
    Noch etwas zum Stichwort ARBEIT:
    https://nirmalo.wordpress.com/category/arbeit/

  8. Martin Bartonitz
    September 2, 2019 um 7:14 pm

    „Arbeiter sind nicht Arbeiter, weil ihnen Arbeit Spaß macht, sondern weil sie dazu gepresst werden.“
    Minute 30:

  9. September 2, 2019 um 8:55 pm

    „Arbeiter sind nicht Arbeiter, weil ihnen Arbeit Spaß macht, sondern weil sie dazu gepresst werden.“ – Dr phil Peter Seyferth (?)

    So pauschal kann man das nicht sagen, bzw. ist es nicht die Wahrheit.

    So manche Arbeit ist je nach Sparte so gut dotiert, daß man ihr gerne nachgeht und man laut protestiert, sollte die Gefahr aufkommen, daß sich daran etwas ändert. „Zur Arbeit gepresst“, das ist Propaganda-Sprache. Selbst zum primitivsten Job wird man nicht gepresst, man bewirbt sich um ihn – wegen der Be-LOHN-ung.

    „Den Staat zerschlagen! Anarchistische Staatsverständnisse“ – Buchtitel

    „Den Staat zerschlagen“ wollen ist so ähnlich, als wenn jemand seine Hausverwaltung zertrümmern wollte. Warum so etwas tun wollen, wenn man die Pubertät erfolgreich hinter sich gebracht hat?

    Die Geistige Reife der Pubertät (3) steht für die Zeit, in der die gewohnten Werte symbolisch „zertrümmert“ werden. Man demonstriert, protestiert, rebelliert, man schlägt über die Stränge.

    Diese Phase ist wichtig für die Entwicklung des „Rückgrats“, des Selbstbewußtseins, der eigenen Kraft usw.

    Erst dann folgt die nächste Ebene, die Erwachsenen-Reife (4). Sie steht für das Konstruktive und für die Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung.

    Solange so viele Menschen so gerne ihre Unreife zum Besten geben, sollten wir nicht die Anarchie propagieren, das wäre ein deutliches Zeichen für die kindliche Reife (2). So jemanden wäre es wohl egal, ob das Chaos, und damit der Stärkste herrscht – und nicht die Weisheit.

    Eine Anarchie (die nicht Chaos, Gewalt und Verwahrlosung von Massen bedeutet) ist dann möglich, wenn die Gesellschaft eine liebende ist, wenn Intelligenz, Mitgefühl und Weisheit keine Fremdwörter sind.

    Aber selbst dann sind (wenige) staatliche Strukturen
    sinnvoll…, die das Miteinander regelnd begünstigen.

  1. August 30, 2019 um 12:52 pm
  2. August 30, 2019 um 1:47 pm
  3. August 30, 2019 um 1:57 pm

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